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Die Sims 4 im Test: Das taugt die Lebens-Simulation

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Test zu Die Sims 4 | Lebens-Simulation | PC  

Und täglich grüßt der Pixel-Nachbar

08.09.2014, 15:02 Uhr | Olaf Bleich (ams), Medienagentur plassma

Die Sims 4 im Test: Das taugt die Lebens-Simulation. Die Sims 4 - Lebens-Simulation für PC (Quelle: EA)

Die Sims 4 (Quelle: EA)

In den vergangenen Wochen blies "Sims"-Entwickler Maxis starker Gegenwind ins Gesicht: Erst regten sich Fans über 89 fehlende Funktionen – darunter Swimmingpools, Spülmaschinen und Kleinkinder – im vierten Teil auf. Dann sickerte durch, dass Publisher Electronic Arts der Presse keine Vorabversionen von Die Sims 4 zur Verfügung stellen und es außerdem einen umfangreichen Day-One-Patch geben würde. Gerät der Riese nach über 175 Millionen verkauften Exemplaren der Vorgänger in der vierten Runde ins Wanken?

Virtuelle Bastelstunde

Wenn "Die Sims 4" etwas richtig macht, dann in Sachen Benutzerführung. Gleich zu Beginn punktet die Lebenssimulation nämlich mit einem einem ebenso handlichen wie potenten Charaktereditor. Statt mit umständlichen Schiebereglern zieht und zupft man hier seinen Computermenschen ganz einfach mit der Maus zurecht. Problemlos wird aus dem Unterwäschemodell ein Punk oder gar ein Außerirdischer. Wer sich allerdings in den vergangenen Jahren an die üppigen Kleiderschränke und Make-Up-Sets der Vorgänger gewöhnt hat, wird enttäuscht sein. Die Auswahl ist zwar groß, aber längst nicht so opulent wie bei "Die Sims 3" und seinen Add-Ons. Sicherlich werden Electronic Arts und Maxis in den kommenden Monaten aber noch zusätzliche, kostenpflichtige Inhalte nachliefern.

Neuer Gameplay-Trailer zu Die Sims 4

Die Sims zeigen Emotionen.

Neuer Gameplay-Trailer zu Die Sims 4


Es wird gebaut!

Ähnlich simpel wie der handliche Figurenbaukasten funktioniert das Bau-Werkzeug zum Erstellen eigener Domizile. Zwar sind die Menüs teils verschachtelt und die Symbole sehr klein geraten, dennoch erweist sich der Hausbau als unterhaltsame Angelegenheit. Hier zieht man Wände hoch, streicht Fassaden an, pflanzt ein deformierbares Dach auf die Spitze und kümmert sich anschließend um die Inneneinrichtung. Anfänglich ist die Optionsvielfalt noch nicht gegeben, im Spielverlauf schaltet man jedoch weitere Möbelstücke und Extras frei. Schön: Mit Hilfe der neuen Galerie kann man seine Häuser und Familien mit anderen Spielern teilen. Über eine Download-Funktion lädt man sich Inhalte anderer Spieler herunter und bringt so mehr Abwechslung in die eigene "Sims"-Welt.

Störende Ladezeiten

Trotz der verbesserten Kreativ-Tools entpuppt sich "Die Sims 4" als kleine Mogelpackung. Zum einen sind die beiden Stadtgebiete Willow Creek und Oasis Spring vergleichsweise klein und bieten optisch wie spielerisch zu wenig Abwechslung und Umfang. Ob man sich nun in einer Bar oder einer Lounge vergnügt, macht im Spiel visuell kaum einen Unterschied. Viel schlimmer wiegt allerdings die falsche Illusion einer offenen Spielwelt: Wollen Sie beispielsweise Ihre Nachbarn besuchen, muss das Spiel diese Bereiche erst nachladen. Ausflüge in die andere Stadt, in den Park oder die Bibliothek resultieren ebenfalls in einer mehrsekündigen Unterbrechung. Die Ladezeiten sind für ein modernes PC-Spiel überraschend lang und stören massiv den Spielfluss. Ein weiteres Problem: Verfügt der eigene Haushalt über mehr als einen Sim, muss man diesen entweder mitnehmen oder ihn in den Händen der Computer-KI lassen. Eine Fernsteuerung für die notwendigsten Bedürfnisse gibt es leider nicht.

Spiel der Emotionen

Grundlage für das Verhalten der "Sims" ist das neue Emotionssystem. Beim Erstellen eines neuen Sims legt man dessen Charaktereigenschaften und Lebenswünsche aus 30 Karrieren sowie 35 Merkmalen fest. Während man die Karriere jederzeit ändern kann, sind die ausgewählten Eigenschaften nicht mehr austauschbar. Die neuen Emotionen wirken sich deutlich auf die Sims und damit auch auf das Spielerlebnis aus. Steuert der Spieler beispielsweise ein wahnsinniges und gleichsam böses Genie, besteht die Hauptaufgabe darin, sich bei anderen Bewohnern unbeliebt zu machen. Als angehender Autor wiederum trainiert man die Fingerfertigkeit am PC, und ein Bodybuilder treibt sich bevorzugt im Fitnessstudio herum. So klettert man durch das Meistern berufsspezifischer Aufgaben langsam die Karriereleiter hoch und verdient dadurch mehr Simoleons, die Geldwährung des Spiels. Dies wiederum investiert man in den Ausbau der eigenen vier Wände und in Freizeitaktivitäten.

Stimmungsschwankungen inklusive

Die Gefühle der Digitalpersönlichkeiten beeinflussen jede Minute von "Die Sims 4". Schon ein kaputtes Bett kann dafür sorgen, dass ein Sim müde zur Arbeit geht und deshalb nicht seine volle Leistung bringen kann. Farbige Balken und Symbole zeigen den aktuellen Gemütszustand im unteren linken Bildschirmeck an. Sie sind wichtige Signale für die "Tagesform" der Spielfiguren und sollten daher stets im Blick behalten werden. Oft erfolgen die Stimmungswechsel allerdings ziemlich abrupt – die Sims sind ziemlich launische Zeitgenossen.

Gevatter Tod schaut auch mal vorbei

"Die Sims 4" bietet kein grundlegend anderes Spielgefühl als seine Vorgänger, die Interaktion der im witzigen "Simlish"-Slang sprechenden virtuellen Menschlein bleibt die wichtigste Motivationsquelle der Lebenssimulation. Dadurch entstehen immer wieder lustige, aber auch rührende Momente. Etwa wenn der durchgedrehte Crazzy Steve nach etlichen Körben doch noch seine Auserwählte findet und mit ihr eine Familie gründet. Oder wenn plötzlich Gevatter Tod auftaucht und sich gesellig mit anderen "Sims" unterhält, als wäre es das Normalste der Welt. Da die "Sims" auch diesmal mit jeder Spielstunde altern und vom Kind zum Greis heranwachsen, gehört der Tod tatsächlich dazu.

Daily Soap mit Macken

Trotzdem ist "Die Sims 4" insgesamt nicht ganz stimmig. Fängt man beispielsweise bei einem Nachbarn Streit mit dem Hausvater an, gehen die anderen Familienmitglieder nicht dazwischen oder verlieren gar Sympathiepunkte. Sie schauen sich die Rauferei stattdessen tatenlos an. Das Verhalten der "Sims" wirkt an vielen Stellen nicht natürlich und kleinere Fehler – etwa bei der Wegfindung – nagen ebenfalls an der Atmosphäre. Gerade die Anfangsphase von "Die Sims 4" läuft sehr statisch ab: Man besitzt fast kein Geld und muss immer ähnliche Mini-Aufgaben abarbeiten. Erst mit fortlaufender Spielzeit und häufiger Interaktion mit anderen Stadtbewohnern nimmt das Spiel Fahrt auf. Die Emotionen werden wichtiger und sind Indikator für die Launen und Sorgen der Sims. Dennoch: Letztlich ist "Die Sims 4" nur eine vorsichtige, in vielen Punkten halbherzige Weiterentwicklung der bekannten Lebenssimulation. Grafisch erstklassig, aber in sich doch zu optionsarm und eingeschränkt. 

Was uns gefällt

Es macht weiterhin eine Menge Freude, den Sims bei ihrem Treiben zuzuschauen. Grafisch überzeugt der vierte Teil mit liebevollen Details und lebendigen Animationen. Dazu punktet das Programm mit den gelungenen Baukästen und einem spielenswerten Emotionssystem. Gerade das Heranwachsen des eigenen Alter Egos motiviert ungemein, und die Interaktion der Figuren untereinander ist ein Garant für schöne Augenblicke.

Was uns nicht gefällt

"Die Sims 4" steht sich immer wieder selbst im Weg. Vor allem die unzähligen Ladebildschirme zwischen den Gebäuden und Städten stören enorm. Außerdem ist zu viel Leerlauf im Spiel: Wenn die Sims arbeiten oder schlafen, hat der Spieler de facto nichts zu tun. Dazu gesellen sich kleine Steuerungsmacken und gelegentliche Aussetzer der Computer-Intelligenz.

Fazit

Für Fans eine Enttäuschung, für "Sims"-Debütanten trotzdem solider Spielspaß: "Die Sims 4" verströmt nicht die Faszination früherer Teile, ist aber unterm Strich eine hübsche und unterhaltsame Lebenssimulation. Allerdings muss sich der Entwickler den Vorwurf gefallen lassen, hier eher Rück- als Fortschritt zu betreiben. Serienveteranen ziehen von unserer Wertung eine Note ab.

Infos zum Spiel

Titel: Die Sims 4
Genre: Lebenssimulation
Hersteller: Maxis / The Sims Studio
Publisher: Electronic Arts
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 50 Euro
System: PC
USK-Freigabe: Ab 6 Jahren
Wertung: Gut

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