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Forza Horizon 2: Test des Arcade-Racers für Xbox One

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Der schnellste Urlaub aller Zeiten

06.10.2014, 13:55 Uhr | (ams/tz), Richard Löwenstein

Forza Horizon 2: Test des Arcade-Racers für Xbox One. Forza Horizon 2 Rennspiel von Microsoft für Xbox 360 und Xbox One (Quelle: Microsoft)

Forza Horizon 2 Rennspiel von Microsoft für Xbox 360 und Xbox One (Quelle: Microsoft)

Vollgas, Action, Partyspaß: Das Rennspiel "Forza Horizon 2" will keine authentische Simulation sein, sondern verlegt sich auf die Freude am Fahren. Von der Südseite der Alpen bis zur Mittelmeerküste erstreckt sich das Refugium, das Piloten mit Xbox One und Xbox 360 für sich entdecken können.

Eine offene Welt

Größter Unterschied zwischen "Forza Horizon 2" und dem Namensvetter "Forza Motorsport 5“: Die Rundstrecken weichen einem frei befahrbaren Gelände. Als Grund und Anlass dafür dient das sogenannte Horizon Festival: Eine Zusammenkunft von Motorsport-Begeisterten, die es mit ihren schnellen Sportautos so richtig krachen lassen. Das Festival setzt sich aus rund 150 kleinen Meisterschaften zusammen.

Vollgas wo andere Urlaub machen

Das Spiel ahmt Teile von Ligurien und der Provence, der italienischen Riviera und der französischen Côte d’Azur nach. Die Gesamtkarte gliedert sich in die Regionen Sisteron, Nizza, Saint-Martin, Casteletto, Montellino und San Giovanni. Orte und Straßenführungen sind größtenteils frei erfunden. Die Wiedererkennbarkeit ist dennoch gegeben, trotz einiger Detailfehler. Man wird auf Italiens Straßen weder derart verschnörkelte Straßenlaternen finden, noch in Frankreich einen Gelato-Verkäufer. Schön sieht´s dennoch aus. Wenn man im Abendrot an der Küste entlang fährt, kommen Urlaubsgefühle auf. Das gilt ganz besonders, wenn nach einem Regenschauer der feuchte Asphalt im Sonnenuntergang glitzert. "Forza Horizon 2" versteht sich auf gutes Aussehen und wirkt außerdem nicht mehr so steril wie das Vorgängerspiel.

Kein allzu großes Gebiet

Auf Tastenkommando zoomt eine Übersicht auf den Bildschirm. Sie zeigt anhand einprägsamer Symbole, wo welche Veranstaltungen stattfinden, wo eine Werkstatt zum Tuning einlädt und dergleichen. Gewöhnlich fährt man das Ziel von Hand an. Die optionale Schnellreise erreicht nur ausgewählte Ziele und kostet außerdem Siegprämien. Die Investition wird sich mancher zweimal überlegen. Immerhin lässt sich das Gebiet in rund 10 Minuten von Nord nach Süd durcheilen, ist also nicht allzu groß.

Jede Menge Veranstaltungen

Trotz der kompakten Maße findet sich genug Platz für anschmiegsames Kurvengeschlängel, idyllische Kornhaine und spannende Jagdszenen inmitten der eng geschnittenen Gassen südeuropäischer Fischerorte. Xbox-One-Piloten stoßen hier auf insgesamt rund 700 Veranstaltungen, auf der Xbox 360 sind es 200 weniger. Von den Karrierezielen abgesehen gibt es etliche Bonus-Herausforderungen: Spektakuläre inszenierte Wettrennen gegen eine Staffel italienischer Kunstflieger beispielsweise. Oder die sogenannten Fahrspaß-Wettbewerbe: 30 schicke Autos sind über das Areal verteilt und laden zu schnellen Vollgas-Quickies ein. Weitsprung-Wettbewerb mit dem Nissan GTR? Im Pagani Zonda durch den Mittagsverkehr schlängeln? Bitte sehr.

Wer siegt, verdient

Triumphe sammelt also, wer im Positionskampf siegt, aber auch wer überzeugende Drifts, gekonnte Überholmanöver oder weite Sprünge zeigt. Die Aneinanderreihung solcher Kabinettstückchen resultiert in Siegprämien und Erfahrungspunkten. Beides wiederum dient als Grundlage für weitere Autos und Einladungen zu Veranstaltungen. Rund 200 Autos sind freispielbar, einige davon verstecken sich in Scheunen irgendwo auf dem Lande. Es gibt also etwas zu entdecken.

Über Stock und Stein

Anders als man es bei einem Game aus der sonst so realitätsnahen "Forza"-Reihe vermuten könnte, krallen sich die sportlichen Flitzer nicht ausschließlich auf heißen Asphalt. Sie pflügen vielmehr teils abseits fester Straßen durch Zypressenhaine und Kornfelder. Diese Abkehr vom vertrauten Konzept fügt sich nicht ganz schlüssig ein. Immerhin möchte auch dieses "Forza", wie alle vorhergehenden, im Kern eine Rennsimulation sein. Das belegen die realitätsnahe Steuerung, ein ausgefuchstes Schadensmodell und detailliertes Techniktuning. Filigranes Einstellen von Getriebeübersetzung, Radsturz, Reifenluftdruck und ähnlichem passt nicht zum rohen Querfeldein-Treiben, weil die Wirkung verpufft.

Überzeugende Wegführung

Dessen ungeachtet macht das freie Fahren aber nun mal auch großen Spaß, wenn die Kornähren fliegen und der angerichtete Schaden als Bonuspunkte gutgeschrieben wird. Die Freiheit des Fahrens wirkt sich außerdem keineswegs nachteilig auf die Orientierung aus. Horizon 2 nimmt den Spieler fest an der Hand und stellt ihm verlässliche Zielfindungs-Werkzeuge zur Verfügung. Hinweispfeile auf der Strecke, gesprochene Abbiege-Hinweise, Zielmarkierungen am Horizont sowie die genreübliche Minimap zeigen deutlich, wohin die Reise gehen sollte. Das funktioniert in der Praxis verlässlich, besser als bei ähnlich gearteten Rennspielen.

Schönes Rahmenprogramm

Zwischen den Rennen baut das Spiel erfolgreich Atmosphäre auf: Die Kamera schwenkt über die Landschaft und zeigt Fahrzeugpulks im Anflug. Oder sie blendet virtuelle Gastgeber, tanzendes Volk und gestikulierende Konkurrenten ein, die mit freundlichen Worten zum Gasgeben auffordern. Sieht gut aus und fügt sich prima mit dem Gameplay zusammen. Unterm Strich ergibt sich eine interessante Stimmung irgendwo zwischen Urlaubsidyll und Fluchtfahrer-Romantik im Stil von The Fast and the Furious.

Verlässliche Steuerung

Was Steuerung und Fahrphysik betrifft, verlässt sich "Forza Horizon 2“ auf die typischen Merkmale der Spielreihe: Authentisch wo notwendig, entgegenkommend wo angebracht. Man muss Bremspunkte halbwegs beachten, sein Fahrzeug bedachtsam an Kehren heranführen und mit vorausschauendem Blick auf die folgende Gerade beschleunigen. Je nach Fahrzeugtyp und Fahrhilfen kann sich das mehr oder weniger actionlastig anfühlen. Ein starker Hecktriebler verlangt nach schneller Reaktion bei einem keck ausbrechenden Heck. Ein Allradfahrzeug geht vergleichsweise gutmütig ums Eck - aber eben auch ein bisschen langweilig.

Abwechslungsarme Streckencharakteristik

Apropos langweilig. Die Rundstrecken und die A-nach-B-Korridore wiederholen sich bereits nach zwei bis drei Abenden, trotz Tag- und Nachtwechsel sowie einsetzendem Regen. Kurven und Geraden folgen allzu brav aufeinander, es fehlt an Korkenzieher-Serpentinen und anderen markanten Schlüsselstellen. Man darf unbestraft abkürzen und Fahrfehler per Rückspulfunktion ungeschehen machen. Brems- und Lenkfehler haben nicht sofort einen Kontakt mit Leitplanken oder Bäumen zur Folge. Denn die Straßen sind deutlich großzügiger ausgebaut, als das in Südeuropa tatsächlich der Fall ist. Wiesen und Kies- oder Asphaltflächen dienen im Fall übertriebener Aktionen als Fehlerpuffer und Auslaufzone. Dank Beschleunigungs- sowie Brems- und Lenkhilfen streben ungeübte Piloten auf halbautomatische Art und Weise dem Sieg entgegen.

Der Schwierigkeitsgrad: Hart oder zart

Dennoch kann sich ein wirkungsvoller Spannungsaufbau entwickeln. Vorausgesetzt der Spieler passt die Fahrhilfen an seinen Geschmack an und experimentiert mit den fünf Schwierigkeitsgraden. Was das Spiel übrigens vor jedem Rennen gestattet. Wer die Verrückt-Stufe wählt, der verzichtet auf Traktionshilfe, muss die drehzahlsensible Schaltung in den Griff kriegen und riskiert aufgrund des realistischen Schadensmodells den technischen Ausfall. Unter diesen Umständen gegen übermächtige Computergegner bestehen? Das fühlt sich dann nicht mehr nach Urlaub auf vier Rädern an. Sondern wie eine beinharte Motorsport-Veranstaltung, die einem alles abverlangt.

Was wir mögen

Große Teile der Ausstattung offenbaren sich erst auf den zweiten und dritten Blick. Beispielsweise erspielt man sich mit der Zeit eine ganze Reihe an Tuningvarianten für Technik und Karosserie. Hervorzuheben sind außerdem die ebenso stilsichere wie übersichtliche Menüführung und der großartige Spielfluss. Das Spiel lädt nur selten nach, und wenn, dann sehr schnell. Der Neustart nach ein paar misslungenen Positionskämpfen dauert nur ein Augenzwinkern.

Was wir nicht mögen

Bei schlechter Onlineverbindung oder hohem Spieleraufkommen kommt es aufgrund von Serverproblemen zu ärgerlichen Wartepausen, auch im Singleplayer. In der deutschen Spielversion ist das Introvideo englisch vertont und die Karte englisch beschriftet. "Forza Horizon 2" verzichtet auf Ghosts und Splitscreen-Rennen. Die Steuerung fühlt sich im Vergleich mit "Forza Motorsport 5" einen Tick weniger präzise und der Adrenalinrausch bei Hochgeschwindigkeitsfahrten eingebremst an. Beides hängt mit der Bildwiederholrate zusammen: Die Entwickler haben sie von 60 auf 30 Frames halbiert.

Fazit

Die Koproduktion des englischen Newcomerteams Playground Games mit den erfahrenen US-Profis von Turn 10 bedient zwei Geschmäcker sehr zuvorkommend: Man kann "Forza Horizon 2" als Urlaub auf vier Rädern genießen und ebenso als wahrhafte Herausforderung für Fahrkönner. Das Partyambiente und die großartige Ausstattung garantieren viele unterhaltsame Abende. Es warten 200 tolle Sportfahrzeuge und etliche hundert, teils sehr originell inszenierte Wettbewerbe auf Entdeckung.

Infos zum Spiel

Titel: Forza Horizon 2
Genre: Rennspiel
Publisher: Microsoft / Turn 10
Hersteller: Playground Games/ Sumo Digital
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 60 Euro
System: Xbox 360, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 6 Jahren
Wertung: Sehr gut

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