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Driveclub für PS4 im Test: Vollgas für lau

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Test Driveclub | Rennspiel | PS4  

Vollgas für lau

09.10.2014, 10:27 Uhr | (jr / ams), Richard Löwenstein

Driveclub für PS4 im Test: Vollgas für lau. Driveclub Arcade-Rennspiel von Evolution Studios für PS4 (Quelle: Sony)

Driveclub (Quelle: Sony)

Die Playstation 4 musste bisher ohne exklusives Motorsportfest auskommen. Aus diesem Grund wird das Rennspiel "Driveclub" so sehnlich erwartet – deshalb, und weil Abonnenten von Sonys Playstation Plus-Service eine abgespeckte Spielversion kostenlos downloaden dürfen. Egal ob Voll- oder Sparvariante: Letztlich handelt es sich bei der Produktion des englischen Entwicklers Evolution Studios um eine eher konventionelle Mischung aus Arcade-Racing und Rennsimulation, gepimpt mit Community-Ideen.

Wettkampf mit Forza Horizon 2

Eine Eintagsfliege soll Driveclub nicht bleiben. Hand in Hand mit Sony will das englische Spiele-Entwicklungsstudio Evolution ein leichtfüßiges, von jedermann spielbares und community-freundliches Gegengewicht zur den etablierten Gran Turismo-Simulationen etablieren. Man legt Wert auf Qualität. Aus diesem Grund wurde der ursprünglich bereits für November 2013 geplante Start von Driveclub um ein knappes Jahr nach hinten verlegt. Jetzt bekommt es das verspätete Debüt allerdings mit einem anderen Gegner zu tun: Microsoft hat vor wenigen Tagen mit dem thematisch und inhaltlich vergleichbaren Arcade-Racer Forza Horizon 2 auf Xbox 360 und Xbox One brillant vorgelegt.

Konventionelle Spielstruktur

Dem spielenswerten Microsoft-Hingucker mit seiner offenen Geländestruktur setzt Driveclub ein konventionelles, im Rennspiel-Genre hundertfach erprobtes Gameplay entgegen. Es reihen sich aneinander: abgesteckte Pisten mit wechselnden Herausforderungen. Mal darf der Spieler Bestzeiten schlagen, mal die Computergegner auf die Plätze verweisen. Zu den offensichtlichen Pluspunkten zählt die Ausstattung mit Ferrari, Lamborghini und anderen schicken Flitzern aus der Kompakt- bis zur Supersport-Liga. Rund 50 begehrenswerte Fahrzeuge aus Europa und USA versammelt Driveclub. Dem setzt Forza Horizon 2 allerdings die vierfache Menge dagegen. Autsch.

Gemeinsam fahren, gemeinsam gewinnen

Neuer Trailer zum PS4-Rennspiel Driveclub.

Driveclub: Gemeinsam fahren, gemeinsam gewinnen


Racing rund um den Globus

Fuhrpark und Rennstrecken spielt man ganz klassisch frei. Die Veranstaltungen sind in die Wüsten von Chile, Fjorde von Norwegen, Regenwälder von Indien und Hügel von Schottland eingebettet. Jedes Land verfügt über zwei idyllische Landstraßen-Etappen, zwei Rundstrecken sowie eine Rennstrecke in drei Streckenführungen. Dazu kommen pro Land vier spiegelverkehrte Varianten der Landstraße und der Rundstrecken. Stippvisiten durch kunterbunt beleuchtete Tunnel und bedrohliche Nebel bilden visuelle Höhepunkte. Unterm Strich kommen 55 Pisten mit insgesamt 225 Wettbewerben zusammen. Schade, dass es sich um fiktives Gelände ohne Städte oder architektonischen Wiedererkennungswert handelt. Der Konkurrenzracer Forza Horizon 2 bietet mehr, zum Beispiel rund dreimal mehr Wettbewerbe. Für etliche vergnügliche Abende reicht die Ausstattung dennoch.

Herrliches Abendrot

Zu sehen gibt es einiges: Herrliche Sichtweite, üppige Vegetation und wundervolle Fahrzeugmodelle zum Beispiel. Dass Driveclub während eines Rennens manchmal die Sonne untergehen lässt und den Wettkampf unter dem Sternenzelt fortsetzt, verändert die visuelle Stimmung auf schöne Art und Weise. Man flitzt beispielsweise zu Beginn eines Vier-Minuten-Sprints durch die Berge der Atacama-Wüste. Die Augen ermüden, so sehr strengt die Betrachtung des grellen Bodens und des gleißenden Himmels an. Man fühlt sich fast schon erleichtert, wenn ein Gipfel etwas Schatten spendet. Aber dann wandert die Sonne, die Schatten werden länger und die Kontraste weicher. Eine Wohltat für die Augen. Kurz und gut: Die Dynamik der Sonnenauf- und Untergänge ist ein Hingucker, ebenso die Bewegung in der Wolkendecke.

Regen und Schnee: Nicht jetzt, später

Eine Wettersimulation hätte freilich mehr Bedeutung für das Gameplay gehabt. Sie wird aber erst in den kommenden Wochen per Download-Patch nachgereicht. Von einer Exklusivproduktion für PS4 hätten wir uns außerdem einen geschmeidigeren Bildaufbau gewünscht, sprich 60 Frames. Dann würde die Lenkung vielleicht noch einen Tick präziser arbeiten und der Geschwindigkeitseindruck wäre überzeugender als es der Fall ist. 30 Frames entsprechen nicht dem, was eine PS4 zeigen sollte.

Spürbare Fahrzeug-Charakteristika

Dennoch verbreitet das Gameplay vom Fleck weg gute Stimmung. Die Fahrzeuge lassen sich immer noch präzise genug um die Kurven werfen und die Computergegner sind auf packende Positionskämpfe frisiert. Sie halten sich - vor allem ab Spielmitte - gerne in der Nähe des Spielers auf, driften bei zaghaften Bremsmanövern frech vorbei und nutzen die Stärken ihrer Fahrzeuge aus. Ein Audi R8 Sport oder ein McLaren C1 gleiten mit ihrem Allradantrieb durch Kurven wie auf Schienen. Dafür müssen sie sich bei Beschleunigungssprints leichteren Fahrzeugen beugen. Die Fahrzeug-Physik lässt einen die Charakteristika verschiedener Fahrzeuge spüren und nutzen. Bravo.

Einzel- und Mehrspieler-Wettrennen

So machen Wettrennen Freude. Das gilt für Mehrspieler-Wettkämpfe mit Online-Kumpels ebenso wie für den Singleplayer. Anders als der Titel suggeriert, verfügt Driveclub über einen vollwertigen Einzelspieler-Modus mit einer breiten Auswahl an Wettrennen, Zeitfahrten und Driftkämpfen. Doch selbst hier schimmert der Community-Gedanke durch. Wer allein spielt, kann als Playstation Plus-Abonnent Gleichgesinnte zur Bildung eines Clubs motivieren und anschließend sogenannte Herausforderungen austauschen. In der Praxis heißt das: Sobald man einen eine Zeitenjagd oder einen Positionskampf hinter sich gebracht hat, darf man sein Ergebnis per Tastenkommando an einen oder mehrere Clubkameraden senden.

Ein Fest für Sammler und Freispieler

Sobald denen die Herausforderung in das spieleigene Email-Postfach flattert, mögen sie sich daran versuchen. Das wird in aller Regel bedeuten: Den vorgelegten Streckenrekord brechen. Das Spiel nutzt als Lockmittel einen sogenannten Ghost: Die Fahrt des Herausforderers ist als transparente Einblendung im laufenden Bild erkennbar. Dadurch sind dessen und die eigene Fahrlinie gut vergleichbar. Im Nu entwickelt sich zwischen allen Beteiligten ein hochmotivierender Kampf um Bestleistungen. Im Erfolgsfall hagelt es Punkte und Strecken, Fahrzeuge und Dekoraufkleber.

Einladung zum Wettbewerb

Auch während eines laufenden Rennens spornt Driveclub zum Leistungsvergleich an. Zu diesem Zweck huschen vor vielen Kehren, Serpentinen und anderen Schlüsselstellen transparente Plakate durch das Bild. Sie fordern den Betrachter auf, er möge den nun folgenden Abschnitt schneller als ein Onlinefreund durcheilen, dessen Driftrekord knacken oder die Etappen mit einer möglichst hohen Durchschnitts-Geschwindigkeit bewältigen. Diese Aufforderungen haben freilich ablenkende Wirkung und stören mitunter die Konzentration. Wer gerne die letzten Hundertstelsekunden einer Rundenzeit abschleift, könnte sich davon gestört fühlen. Die Suche nach einer Abschaltoption scheitert. Es gibt keine.

Eher Arcade-Racer als Simulation

Man sollte Driveclub also nicht als Motorsport-Simulation, sondern als Spaßveranstaltung mit ausgeprägtem Wettbewerbs-Charakter betrachten. Das Ganze hat Suchtpotenzial und fixt sogar dann noch an, wenn die PS4 unerreichbar ist: Denn der Driveclub-Server sendet Nachrichten, Updates und Herausforderungen auf Wunsch auf iOS- und Android-Smartphones. Ein bisschen mehr Gemeinschaftsgefühl hätte dem Ganzen allerdings gut getan. Das Konkurrenzgame Forza Horizon 2 lädt schon mal zu virtuellen Autotreffen ein oder inszeniert das Zielareal als Arena voller Licht, Musik und Partyvolk. Derlei Drumherum spart sich Driveclub weitgehend und wirkt dadurch etwas blass.

Was uns gefällt

Kurze Ladepausen und guter Spielfluss. Abonnenten von Sonys PlayStation-Plus-Service laden eine abgespeckte Spielversion kostenlos via Internet. Sie enthält alle prägenden Merkmale des Spiels, inklusive Single- und Multiplayer-Modi nebst Community-Ideen. Die kleine Version von Driveclub beschränkt sich allerdings auf Indien als Austragungsort mit 11 Strecken und 10 Fahrzeugen.

Was uns nicht gefällt

Die deutschen Bildtexte treffen oft nicht den richtigen Ton. Der Einstieg in die Singleplayer-Kampagne wirkt unhöflich: Ohne Begrüßung, Erläuterung oder wenigstens eine Kamerafahrt wird man in ein anonymes Cockpit gepflanzt und soll ein Rennen fahren. Anlass oder Ort werden nicht genannt. Kenner freuen sich immerhin über Audi RS5 Coupé, BMW M235i und Lotus Evora S als hochwertige Gegner.

Fazit

Unterm Strich fehlt Driveclub das Begeisterungs-Potenzial eines Gran Turismo 6 auf PS3 oder Forza Horizon 2 auf Xbox One. Die Grafik hat ihre großartigen Momente, aber insgesamt fehlt da der Kick. Die Ausstattung verdient nur das Prädikat ordentlich. Es gibt weder Stadtrennen noch Begegnungen auf Nachbildungen realexistierender Rennstrecken, auch kein Tutorial, keinen Splitscreen und nur Lacktuning. Für Driveclub sprechen die prima Steuerung, geiler Motorsound, packende Positionskämpfe und die motivierende Wettbewerbs-Idee. Playstation Plus-Abonnenten fahren sowieso kostenlos Probe. Also, worauf warten?

Update: Aktuell gibt es technische Probleme und daraus resultierende zeitliche Verzögerungen bei der Bereitstellung der Gratis-Version von Driveclub.

Infos zum Spiel

Titel: Driveclub
Genre: Arcade-Rennspiel
Hersteller: Evolution Studios
Publisher: Sony Computer Entertainment
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 60 Euro
System: PS4
USK-Freigabe: Ab 0 Jahren
Wertung: Gut

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