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The Evil Within im Test: Dieses Spiel ist schwer zu verdauen

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Test The Evil Within | Survival-Horror | PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One  

Das Spiel mit der Angst

15.10.2014, 15:00 Uhr | jr / ams, Richard Löwenstein

The Evil Within im Test: Dieses Spiel ist schwer zu verdauen. The Evil Within Survival-Horror-Actionspiel von Tango Gameworks für PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One (Quelle: Bethesda Softworks)

The Evil Within Survival-Horror-Actionspiel von Tango Gameworks für PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One (Quelle: Bethesda Softworks)

Wer sich an dieses Survival-Horror-Spiel herantraut, sollte hart im Nehmen sein. Denn "The Evil Within", das neue Werk des Resident Evil-Schöpfers Shinji Mikami, ist geprägt durch seinen gnadenlosen Splatter-Stil. Ein strapazierfähiges Nervenkostüm reicht aber nicht, wenn wie in diesem Fall ein einsamer Cop gegen die Mächte des Bösen bestehen soll. Das intelligente Gameplay setzt außerdem Köpfchen voraus - ebenso wie einen PC beziehungsweise eine PS3, PS4, Xbox 360 oder Xbox One. Achtung: Für Jugendliche oder gar Kinder ist das Spiel in keinster Weise geeignet. Hier müssen Erwachsene ihrem Erziehungsauftrag nachkommen und mit einem klaren "Nein" die Grenze ziehen.

Blutige Darstellung

Subtile Bilder und jugendfreundliche Kompromisse? Darauf pfeift The Evil Within aus vollem Herzen. Die japanische Produktion konfrontiert die Sinne des Betrachters kurz nach dem Intro-Video mit schauerlichen Bildern: einem einsamen Helden in einem Raum voller Blut und einer Schlachtbank im Nebenzimmer. Das Spiel huldigt etappenweise einem ungezügelten Splatterstil. Doch ähnlich wie bei den Genre-Kollegen Silent Hill oder Alien: Isolation versteht sich The Evil Within ebenso gut auf psychologische Spannung: Gemeint ist die Furcht vor dem Dunkel und eher zu erahnende als tatsächlich sichtbare Bedrohungen.

Alptraumhafte Apokalypse

Zur Rahmenhandlung: Der Cop Sebastian Castellanos wird zum Schauplatz eines Massenmords gerufen. Die Intro-Szene zeigt ihn und seine Kollegen während der Fahrt durch die Stadt Krimson City. Es sind die letzten Sekunden Normalität. Dann beginnt der Alptraum. Sebastian hört gellende Schreie. Er sieht Geisterbilder und erwacht nach kurzer Bewusstlosigkeit an einem fremden Ort. Eine verlassene Nervenklinik offenbar: Schimmel und Kakerlaken zieren die Wänden, überall sind Blutspuren. Im diffusen Lichtschimmer einige Meter weiter ist eine Kreatur zu erkennen. Die Haut vernäht und vernarbt, der Schädel deformiert. Das Wesen hantiert an Leichen, brüllt durch die Korridore und zerstückelt Mobiliar mit der Kettensäge. Third-Person-Horror pur. Bildtexte erläutern, wie man die Bedrohung umgeht.

Schauerliche Killerkreaturen

Nach einer guten Stunde endet das Einführungstraining, und der wahre Überlebenskampf beginnt. Geheimnisvolle Kräfte suchen Krimson City heim. Wolkenkratzer bersten, Erdlöcher entstehen, die Umgebung verfällt in rasender Schnelle. Groteske Kreaturen überall: Die Leiber von Stacheldraht umflochten, die Glieder entstellt, denen die Mordlust auf die Stirn geschrieben steht. Was da geschieht und welche Schlüsselrolle Sebastian einnimmt, das erzählt The Evil Within anhand von Dialogszenen und verborgenen Tagebüchern. Das Spiel fasst sich kurz - das Gameplay dominiert.

Eine Kamerafahrt trägt Sebastian aus der Stadt hinaus und spült ihn in ländliche Umgebung. Düstere Bäume zwischen fahlem Licht, ein paar Scheunen und verfallene Häuser am mondbeschienenen See. Drüben auf der anderen Uferseite schimmern Lichtflecken. Es handelt sich um einen Leuchtturm. Wie er Lichtfinger in alle Richtungen sendet, das wirkt bedrohlich. Offenbar das Zentrum des Übels, also das Ziel von Sebastians Abenteuer. Rennend und schießend wird er es nicht erreichen, vielmehr sichern Geduld und Köpfchen das Überleben.

Deckung gesucht

The Evil Within gehört zu den anspruchsvollen Deckungs-Spielen. Eines, in dem man sich an den Gegner heranpirscht, ihn beobachtet, dessen Aktionen vorausahnt und im richtigen Moment handelt. Angenommen, eine Kreatur bewacht den Eingang zu einem Haus. Sebastian kann das Gebäude umgehen, muss dann aber auf eventuelle Sammelextras verzichten. Er kann sich von hinten an die Gefahr heranschleichen und sie ausschalten oder mit Hilfe einer brennenden Fackel Aufmerksamkeit wecken und das Wesen in eine Falle locken. Schön, dass die Lösungswege nicht vorkonfiguriert wirken. Sie ergeben sich ganz einfach aus der Umgebung und den wenigen dort zur Verfügung stehenden Mitteln.

Spannende Schleicherei

Munition, Zündhölzer, Medipacks: In The Evil Within alles ist rar. Mit einer Handvoll Patronen im Marschgepäck verbieten sich gedankenlose Schießereien von selbst. Planlose Nahkämpfe richten die Gesundheit schneller zugrunde als Aufputschspritzen zum Sammeln bereitliegen. Bethesdas Survival-Horror-Spiel stimuliert ein behutsames und durchdachtes Vorgehen.

Die überzeugende technische Umsetzung tut das ihre dazu. Die Pirsch durch hohe Gräser zum Beispiel fühlt sich echt an, so als taste man sich zentimeterweise an eine Bedrohung heran. Wenn Sebastian unachtsam aus dem Schatten tappt, bemerken die Kreaturen den Fehltritt und attackieren. Bleibt Sebastian unsichtbar, bietet sich Gelegenheit zum Überraschungsangriff. Die Aktionen der Gegner sind nachvollziehbar, eigene Vorhaben planbar - da hat sich jemend Gedanken um eine gute Spielbalance gemacht.

Faires Design

Schön, dass The Evil Within einen durchaus nicht permanent in die Deckung zwingt. Man darf etappenweise eben doch mal mit dem Schießeisen draufhalten oder sein Heil in der Flucht suchen. Bei unachtsamen Sprints droht freilich erneut Unheil. Teile der Umgebung sind durch draht- oder bewegungsgesteuerte Fang- und Sprengfallen gesichert. Wer eine in Panik übersieht, dem pustet es die Lebenslichter im Nu aus.

Außer Nervenstärke setzt das Schockfest also Frustresistenz voraus. Jeder Meter an Raumgewinn und jede Minute an Überleben sind hart erkämpft. Doch man lastet Fehler eher sich als den Gamedesignern an. Die Fallen, ebenso wie die meisten anderen Gefahren, geben sich rechtzeitig zu erkennen. Eine vorausschauende Spielweise steigert die Erfolgsaussichten deutlich.

Zeit zum Durchatmen

Kaum zu glauben aber wahr: Es gibt auch entspannende Momente. Ist Gelände einmal von Kreaturen gesäubert, bleibt es sicher und bietet Gelegenheit zum Verschnaufen. Es ist angenehm, wenn Sebastian kurzzeitig aufrecht statt in geduckter Haltung die Ecken und Winkel nach Munition oder Sekretflaschen untersucht. Letztere spülen Punkte aufs Konto.

Gelegentlich stößt Sebastian auf seltsam leuchtende Spiegel. Durch sie ist eine Parallelwelt erreichbar: Ein Ort der Sicherheit, wo der Spielstand gespeichert wird und eine Krankenschwester Punkte gegen Behandlung tauscht: Sebastian nimmt auf einen Patientenstuhl Platz und lässt sich stärken. Dann sprintet er ausdauernder, zielt ruhiger und steckt mehr weg. In Anbetracht des erbarmungslosen Schwierigkeitsgrades sorgt diese Rollenspiel-Facette für eine willkommene Prise Hoffnung.

Was uns gefällt

Die Grafik macht was her, besonders auf PS4 und Xbox One. Das Spiel versteht sich auf eine stimmungsvolle Inszenierung von Nacht, Nebel, fahlem Licht und gräulichem Dunst. Der Sound ist ähnlich gelungen: Gewitterdonnern, Uhrenticken und Schreie aus der Ferne unterstützen die Atmosphäre wirkungsvoll. Das gilt erst recht in Surround. Effekte und Gefahren sind gut ortbar.

Was uns nicht gefällt

Heldentode kommen in The Evil Within häufig vor, deshalb ist die Ladepause nach jedem Ableben ärgerlich. Die erste halbe Spielstunde wirkt im Vergleich mit späteren Szenen uninspiriert. Die Charaktere machen einen einfältigen Eindruck, Splatter dominiert zu stark, die Herausforderungen sind überraschungsarm und äußerst geradlinig arrangiert. Später öffnet sich das Gelände, und das Gameplay entfaltet seine Qualitäten.

Fazit

The Evil Within ist phasenweise schwer zu verdauen. Die souveräne technische Umsetzung bringt Details so plastisch zur Geltung, dass selbst hartgesottene Survival-Horror-Fans ins Schleudern kommen. Das Spiel versteht sich aber auch auf psychologischen Horror, also Situationen, in denen die eigene Vorstellungskraft das Prickeln auslöst. Wegen des gehobenen Schwierigkeitsgrades empfehlen wir Frustresistenz und eine Vorliebe für eine behutsame, vorausschauende Spielweise. Bis die 15 Kapitel zum Abschluss kommen, vergehen fünf oder mehr lange Abende.

Infos zum Spiel

Titel: The Evil Within
Genre: Survival-Horror-Actionspiel
Publisher: Bethesda Softworks
Hersteller: Tango Gameworks
Release: 17. Oktober 2014
Preis: zirka 60 Euro
System: PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren
Wertung: Sehr gut

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