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"Alien: Isolation" im Test: Alienjagd ohne rechten Biss

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Test zu Alien: Isolation | Survival-Horror-Actionspiel | PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One  

Alienjagd ohne rechten Biss

22.10.2014, 09:00 Uhr | (jr / ams), Richard Löwenstein

"Alien: Isolation" im Test: Alienjagd ohne rechten Biss. Alien Isolation Survival-Horror-Spiel von Creative Assembly für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One (Quelle: Sega)

Alien Isolation Survival-Horror-Spiel von Creative Assembly für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One (Quelle: Sega)

Lust auf Gänsehaut? "Alien: Isolation" knüpft an die Ereignisse aus dem oscar-prämierten Science-Fiction-Schocker "Alien" von Regisseur Ridley Scott an. Das Gruselgame verfolgt den Überlebenskampf eines Menschen an Bord einer Raumstation. Das Szenario bildet eine vielversprechende Ausgangsbasis für Horroraction und Nervenkitzel unter Besitzern von PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One. Wer sich allerdings auf eine einsame Mission ins Weltall hinauswagt, der stellt bald fest: Bevor einem die Begegnung mit einer außerirdischen Kreatur das Blut in den Adern gefrieren lassen kann, steigt einem die Zornesröte ins Gesicht.

Erst patchen - dann spielen

Wir sagen, wie es ist: Unser Testmuster enthielt unübliche Programmierfehler. Grundlage für diesen Bericht ist eine vom Hersteller zur Verfügung gestellte Spielversion für PS4. Während des Spielablaufs kam es mehrmals vor, dass für den Fortschritt wichtige Ereignisse schlichtweg nicht ausgelöst wurden. Mal blieb eine Luke nach Entriegelung verschlossen, mal verweigerte eine Taschenlampe trotz neuem Batterie-Nachschub den Dienst. Solche Programmierfehler sollten in einem veröffentlichungsreifen Game nicht enthalten sein. Bis man als Spieler die Situation richtig einschätzt und mit einem alten Speicherstand einen Neuversuch wagt, vergehen mitunter Stunden. Das mindert den Unterhaltungswert deutlich. Das Problem ist bekannt und wird laut Hersteller per Patch behoben. Bis dahin ist gut beraten, wer "Alien: Isolation" per Download bezieht oder nach Einlegen der Disk sofort ein Update durchführt. Soviel als Hinweis. Nun zum Gameplay.

Amanda Ripley sucht ihre Mama

Die Handlung setzt um das Jahr 2122 ein. Im Zentrum des Interesses steht eine junge Frau namens Amanda Ripley. Sie macht sich auf die Suche nach ihrer Mutter Ellen. Cineasten kennen Ellen Ripley als heldenhafte Überlebens-Kämpferin aus dem "Alien"-Film. Im einsamen Kampf auf dem Weltraumfrachter Nostromo setzt sie sich gegen ein außerirdische Kreatur durch. Die Spielhandlung knüpft daran an. Amanda begibt sich mit dem Frachtschiff MSV-7760 Torrens auf eine Reise zur Weltraumstation Sevastopol. Sie erhofft sich Hinweise auf den Verbleib ihrer Mutter. Beim Andockmanöver kommt es zum Drama. Amandas Crewmitglieder werden ins All gerissen. Sie selbst kann sich auf die Sevastopol retten. Die Station erweist sich bald als nahezu menschenleer und dem Verfall überlassen. Amanda ist auf sich allein gestellt.

Schatten, Schleichen, Spannung

Das verheißungsvolle Szenario dient als Grundlage für spannende Horroraction. "Alien: Isolation" setzt auf eine Ich-Perspektive und sieht dadurch aus wie ein Ego-Shooter. Doch das täuscht. Tatsächlich handelt es sich um ein Überlebens-Abenteuer. Im Rahmen des Singleplayer-Kampagne geht es um Wegerkundung, Deckungssuche, Hinweise sammeln, schleichen, Dunkelheit nutzen. Und darum, für Ablenkung zu sorgen. Ripley soll Zahlencodes suchen und Plasmaschneider und vergleichbare Türöffner finden. Sie muss misstrauische Überlebende umgehen, Wachroboter täuschen und sich phasenweise äußerst behutsam fortbewegen. Denn schnelle Laufbewegungen erregen die Aufmerksamkeit des Alien - eines Wesen, das man lieber nicht in seinem Rücken wissen möchte.

Wenig Action, viel Gänsehaut

Nur ganz selten kommt es zu etwas Nahkampf-Gerangel. Das lässt sich durch schnelles Antippen von Tastenkombinationen erfolgreich meistern. Man darf auch mal einen Angreifer per Flammenwerfer verscheuchen. Aber grundsätzlich nährt sich "Alien: Isolation" aus der Spannung, die sich durch das Zusammenspiel von Licht, Schatten, Akustik und allgegenwärtiger Bedrohlichkeit ergibt. Ein Zirpen hier, ein Scheppern da, etwas Stille dort oder plötzliches Geschrei aus undefinierter Richtung - was das betrifft, macht "Alien Isolation" einen guten Job. Dazwischen gibt es nur wenige ruhige Momente der Sicherheit. Wer sich Zeit nimmt, kann dann Tonbänder finden, Graffitis von der Wand ablesen und so ein paar zusätzliche Story-Nuancen mitnehmen.

Was tappt da durch die Dunkelheit?

Ähnlich wie in der Alien-Filmvorlage geben sich Gefahren selten frontal zu erkennen. Das Ganze lebt vielmehr von der Furcht davor, was um die Ecke lauert. Wie entgeht man der Entdeckung durch das Alien? Jeder falsche Schritt kann den Heldentod zur Folge haben. Das fühlt sich manchmal himmelschreiend frustrierend an. Wer das in Kauf nimmt, wird mit Spannung belohnt. Indem zwischendurch das Licht flackert und Soundeffekte die vorangegangene Stille verscheuchen, rupft "Alien: Isolation" heftig am Nervenkostüm des Spielers. Die Abwesenheit von Selbstheilung vertieft diesen Eindruck. Es gibt auch keine Speicherautomatik. Wer nicht regelmäßig nach Speicherterminals Ausschau hält, riskiert nach jedem der vielen plötzlichen Heldentode lange Laufwege.

Die Architektur der Kulissen

Innerhalb der Raumstation Sevastopol darf sich Amanda grundsätzlich frei bewegen. Die zum Vorankommen notwendigen Wege verengen sich in der Praxis durch Barrikaden, Schutt und andere Sperren häufig zu einem engen Korridor. Ein Schnellreise-System verknüpft Maschinenraum, Solomons-Habitate, Scimed-Turm und andere Abschnitte zu einem großen Ganzen. Bei der Navigation hilft die jederzeit einblendbare Karte. Ziele sind darin deutlich markiert. Gelegentlich schließen sich Unterstützer für Teiletappen an und weisen den Weg. Das tut gut, wenn man für ein paar Minuten nicht komplett auf sich allein gestellt ist.

Manches wirkt aufgesetzt

Dem Spiel gelingt ein überzeugender, aber nicht ganz homogener Spannungsaufbau. Manchmal zwingen allzu hartnäckige Computergegner zur minutenlangen Lauerstellung, beispielsweise hinter einer Spindtür. Das ist dann nicht spannend, sondern zermürbend. Außerdem sitzt das Timing der Schockeffekte wacklig im Sattel: Wenn Kamerafahrten plötzlich zu rucken beginnen, verpufft die Wirkung einer Gänsehautszene. Schade. Dazu kommt, dass einige Gameplay-Facetten einen arg unausgewogenen Eindruck machen. Das Bastelsystem beispielsweise. Amanda muss auf dem Weg genug Draht und andere Objekte sammeln, bis daraus Medikit und Bewegungsmelder werden. Grundsätzlich ein guter Ansatz. Nur ist der Bastelbildschirm derart unansehnlich und unhandlich geraten, dass sich die Teilesuche eher lästig als motivierend anfühlt.

Mittelmäßige Technik

Technisch erreicht das Spiel also eher Mittelmaß. Die Bildaufbau mit gemütlichen 30 Frames pro Sekunde geht angesichts des moderaten Spieltempos in Ordnung. Dass das Spiel einige menschliche Charaktermodelle sehr überzeugend zeichnet und andere eher wie Puppen, stört angesichts der geringen Dichte an Dialogszenen nicht allzu sehr. Die Hallen und Korridore sind überwiegend in dunklen grünbraunen bis schmutzgrauen Farbtönen gestylt. Alles sehr technisch, sehr ähnlich, sehr düster. Röhrenmonitore, Klappertastaturen und viele anderes Details sind direkt dem 1979 entstandenen Streifen entnommen. Das Design wird dem Ambiente des Alien-Film zweifellos gerecht. Allerdings dauert der Streifen nur zwei Stunden, das Spiel dagegen drei bis vier Abende. Da wäre ein bisschen mehr visuelle Auflockerung und punktuell hellere Lichtstimmung durchaus angebracht gewesen.

Was uns gefällt

Wer Hochspannung sucht, sollte den Spielmodus mit der Bezeichnung "Überleben" probieren. Diese Alternative zur Singleplayer-Kampagne verdichtet einzelne Kurzetappen zu hochspannenden Horror-Quickies. Man soll zum Beispiel vorgegebene Abschnitte lautlos, ungesehen und möglichst flott durcheilen, mit dem Alien im Genick. Bestleistungen werden via Online-Rangliste vergleichbar gemacht.

Was uns nicht gefällt

Schon lange keine so schlechte Lippensynchronität gesehen. Die Figuren sprechen offenbar einen anderen Text als das, was aus den Lautsprechern dringt. Die Qualität der Charakterzeichung schwankt stark. Der Heldin liest in den Cutscenes die Angst von den Augen ab, andere Figuren wirken so lebendig wie Barbiepuppen. Zitternde Buchstaben im Head-up-Display und andere unausgewogene Grafikelemente verstärken den Eindruck einer unfertigen Spielversion.

Fazit

Das Nervenkitzel-Versprechen kann "Alien: Isolation" etappenweise halten. Einige Szenen gehen einem echt unter die Haut. Sensible Gamer sollten sich dem nicht kurz vor dem Zubettgehen aussetzen. Allerdings leidet die englische Produktion unter allzu vielen Programmierfehlern. Sie verhindern ein Vorankommen zwar nicht, aber bremsen es. Das Fehlen jeglicher Koop- und Mehrspieler-Modi komplettiert den Eindruck, das das Game unter Zeitdruck und/oder mit mangelnden Ressourcen fertiggestellt wurde.

Infos zum Spiel

Titel: Alien Isolation
Genre: Survival-Horror
Publisher: Sega
Hersteller: Creative Assembly
Release-Termin: 7. Oktober 2014
Preis: zirka 40 Euro (PC, PS3) / zirka 50 Euro (Xbox 360) / zirka 55 Euro (PS4, Xbox One)
System: PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren
Wertung: Befriedigend

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