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"Mittelerde: Mordors Schatten": Saurons schlauen Schergen Saures geben

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Test Mittelerde: Mordors Schatten  

Saurons schlauen Schergen Saures geben

23.10.2014, 09:46 Uhr | Olaf Bleiche (jr / nic) , Medienagentur plassma

"Mittelerde: Mordors Schatten": Saurons schlauen Schergen Saures geben. Mittelerde: Mordors Schatten Action-Adventure von Monolith Productions für PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One und PC (Quelle: WB Games)

Mittelerde: Mordors Schatten (Quelle: WB Games)

Besser gut adaptiert als schlecht selbst gemacht: "Mittelerde: Mordors Schatten" bedient sich unverhohlen bei Spielideen aus Vorbildern wie Far Cry oder Batman: Arkham City. Sogar Gerüchte über kopierten Code aus der Assassin's Creed-Reihe machten im Netz die Runde, wurden aber später dementiert. Fest steht: Das Action-Adventure ist kein Innovationswunder, aber dennoch ein Fest für Herr der Ringe-Fans, die schon immer eine Blutfehde mit garstigen Orks führen wollten. Denn die bekommen hier einiges geboten - woran das neue Nemesis-System keinen geringen Anteil hat.

Rauer Start

Mittelerde: Mordors Schatten spielt die bekannte alte Leier von Mord und Rache ab. Zeitlich irgendwo zwischen den Ereignissen von Der Hobbit und Der Herr der Ringe angesiedelt, lebt der Waldläufer Talion mit seiner Familie in Frieden auf seiner Burg und bewacht das Schwarze Tor - den Eingang nach Mordor. Bis zu dem Tag, als Orks die Feste stürmen und alles niedermetzeln, was nicht rechtzeitig verschwindet. Auch Talion fällt dem Überfall zum Opfer. Doch er schwört den Tätern blutige Rache. Und so kehrt er aus dem Reich der Finsternis zurück - weder lebendig noch wirklich tot. Der mysteriöse Geist eines elbischen Goldschmiedes begleitet und leitet ihn auf seinem Pfad der Vergeltung. Mit seiner Hilfe kann Tallion Gegner mental beeinflussen und manipulieren.

Wie Batman in Mittelerde

Leider gibt die frei erfundene Geschichte längst nicht so viel her wie die bekannten Buchvorlagen von J.R.R. Tolkien. Die Figuren wirken lustlos, der Plot ist wenig aufregend und eher einfallslos. Glücklicherweise kompensiert Mittelerde: Mordors Schatten diese Schwäche mit einer hervorragenden Spielmechanik. Entwickler Monolith (F.E.A.R. / No One Lives Forever) bekommt es nämlich sehr gut hin, Spielideen, die sich bei anderen erfolgreichen Marken als wirksam erwiesen haben, auf seinen Open-World-Titel umzumünzen. Talion bewegt sich frei durch die Welt von Mittelerde, kann schleichen, klettern und kämpfen. Die Navigation erinnert stark an Assassin's Creed: Behände kraxelt der Waldläufer an Burgzinnen empor, reißt Feinde in die Tiefe oder fertigt sie mit einem Angriff aus der Luft ab. Das alles funktioniert gut, bietet aber spielerisch wenig Überraschungen.

Mittelerde: Mordors Schatten 
Eine tragische Story in Tolkiens Mittelerde

Ranger Tallion verliert seine Familie und schwört Rache. Video

Die Rückkehr des Orkschlächters

Gleiches gilt für das Kampfsystem. Das wiederum orientiert sich an der Batman-Serie. Bedeutet: Talion nimmt es problemlos mit ganzen Heerscharen auf - zumindest, wenn man das richtige Timing für Konter und Paraden raus hat. Die Schlachten mit den Ork-Armeen sind ungemein schnell und erfordern flinke Finger am Gamepad. Talion ist bereits zu Beginn des Spiels ein agiler Kämpfer, kann seine Fähigkeiten jedoch über ein Erfahrungssystem weiter aufwerten. So schaltet er Zusatzfertigkeiten wie etwa furchteinflößende Exekutionen frei, die auf eine stark abschreckende Wirkung haben.

Spielt sich wie geschmiert

Neben Schwert und Dolch greift Talion auch zum Geisterbogen. Zieht er diesen, wechselt das Spiel in den Fokusmodus, sodass man in Zeitlupe zielen kann. Pfeil und Bogen sind eine mächtige Waffen, dezimieren Scharfschützen damit doch lästige Widersacher oder rotten gleich ganze Trupps aus, indem sie in Feuer schießen oder explosive Fässer sprengen. Ganz egal, ob Talion nun schleicht, mit dem Bogen hantiert oder seine Widersacher einen Kopf kürzer macht - Mittelerde: Mordors Schatten spielt sich herausragend.

Das Beste aus vielen Welten

Beim Missionsdesign greift das Actionspiel ebenfalls viele Ideen bekannter Größen auf. Neue Bereiche auf der Karte deckt man beispielsweise auf, indem man Türme hinaufklettert und dort einen geisterhaften Amboss aktiviert. Dazu gibt es spezielle Missionstypen für den Kampf mit Dolch, Bogen und Schwert. Sie sind wichtig, um die Eigenschaften dieser Waffen zu verbessern. Leider bestehen die Aufträge meist aus der typischen "Geh dort hin und töte fünf, zehn oder 15 Feinde"-Formel. Nicht sonderlich motivierend! Immerhin findet man in der Umgebung allerlei versteckte Extras, sammelt Kräuter und kann auf den frei umher ziehenden Raubtieren reiten. Die Spielwelt in sich wirkt stimmig und lebendig. Dazu trägt auch das so genannte Nemesis-System bei.

Lasst uns Orks jagen

In Mittelerde: Mordors Schatten herrscht ein erbitterter Krieg um die Positionen und Ränge innerhalb von Saurons Armee. Hauptmänner, Generäle und Häuptlinge halten sich ihr eigenes Heer, feiern und streiten sogar gemeinsam. Talion wiederum nimmt durch Attentate Einfluss auf die Hierarchien. Er sorgt dafür, dass alte Kräfte das Zeitliche segnen und neue Emporkömmlinge aufsteigen, und spielt die verschieden Fraktionen geschickt gegeneinander aus. Dieses Taktieren bringt es mit sich, dass Mittelerde: Mordors Schatten weiß Gott kein leichtes Spiel ist - und bei Misserfolgen sogar noch schwerer wird. Denn jedes Mal, wenn Talion getötet wird , steigen seine Mörder automatisch im Rang auf und erhalten einen Fähigkeiten- und Erfahrungsschub.

Der Ork, der nichts vergisst

Orks, mit denen man einmal aneinander geraten ist, merken sich in Mittelerde: Mordors Schatten, was man ihnen angetan hat. Und auch, wie man es getan hat, was beim Anwenden derselben Taktik bei späteren Begegnungen schnell zu fatalen Ergebnissen führt. Greift man also einen Ork-Führer mit Feuer an, hat der beim Wiedersehen womöglich fiese Brandnarben im Gesicht und reagiert äußerst nachtragend. So bekommen die einzelnen Orks eine eigene Vita und werden von Nebendarstellern zu echten Persönlichkeiten.

Das Nemesis-System erzeugt so eine schöne Dynamik innerhalb der Spielwelt, die über viele Schwächen im Leveldesign hinwegtröstet. Häufig macht es nämlich viel mehr Spaß, die Ork-Anführer auf eigene Faust zu jagen, als dem roten Faden der Hauptgeschichte zu folgen. Das Nemesis-System hat jedoch auch seine Schwächen. So gibt es zum Beispiel einfach kein Ende der Hetzjagd - in Saurons Armee rückt immer jemand nach. Das Nemesis-System ist also auch die Grundlage für den Kampf gegen Mordors Windmühlen. Dennoch - es verbessert die Dynamik innerhalb der Spielwelt und kreiert die Illusion, dass die eigenen Taten Wirkung auf das kleine Universum haben.

Was uns gefällt

Mittelerde: Mordors Schatten spielt sich fantastisch und bringt mit dem Nemesis-System eine beachtliche, Kaufanreize setzende Innovation an den Start. Die rassigen Schlachten erhalten durch die Rangfolgenkämpfe einen Sinn und motivieren enorm. Technisch liefert Entwickler Monolith eine gute Vorstellung ab: Animationen, Umgebung und Effekte sind auf hohem Niveau.

Was uns nicht gefällt

Man kann Mordors Schatten das Fehlen einer unverwechselbaren eigenen Charakteristik vorwerfen: Viele Elemente sind von anderen Titeln her bereits bekannt. Darunter leidet der erste Aha-Moment. Aus dem grandiosen Kontext der Tolkien-Vorlagen macht das Spiel ebenfalls nicht genug - Handlung und Story sind allenfalls zweckmäßig.

Fazit

Mittelerde: Mordors Schatten ist sicher kein sonderlich originelles Spiel, aber die Mixtur motiviert trotzdem gewaltig: Knackige Kämpfe, die handliche Steuerung und nicht zuletzt die dynamische Spielwelt des Nemesis-Systems machen das Actionspiel zum Überraschungserfolg. Nicht nur für Tolkien-Fans eine lohnende Investition.

Infos zum Spiel

Titel: Mittelerde - Mordors Schatten
Genre: Action-Adventure
Publisher: WB Games
Hersteller: Monolith Productions
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 45 Euro (PC) / zirka 55 Euro (Konsolen)
System: PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One, PC
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren
Wertung: Sehr gut

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