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Test zu "Sunset Overdrive": Mutanten-Exodus bei Sonnenuntergang

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Test Sunset Overdrive | Third-Person-Shooter | Xbox One  

Mutanten-Exodus bei Sonnenuntergang

02.11.2014, 14:32 Uhr | Sönke Siemens (jr), Medienagentur plassma

Test zu "Sunset Overdrive": Mutanten-Exodus bei Sonnenuntergang. Sunset Overdrive Third-Person-Shooter von Insomniac Games für Xbox One (Quelle: Microsoft)

Sunset Overdrive Third-Person-Shooter von Insomniac Games für Xbox One (Quelle: Microsoft)

Stellen Sie sich vor, Sie sind Müllmann auf einer schrillen Technoparty mit Tausenden von Teilnehmern - und keiner würdigt Ihre Arbeit auch nur mit einem Wort der Dankbarkeit. Im Gegenteil: Man bewirft Sie obendrein mit leeren Getränkedosen von genau der Firma, die Ihren kümmerlichen Lohn bezahlt. Ihr einziges Vergnügen: In den Pausen auf dem Smartphone einen schrillen Third-Person-Shooter daddeln, bei dem es darum geht, einem Heer von Mutanten mal ordentlich die Leviten zu lesen. Klingt nach einem armseligen Dasein? In der Tat - und ist doch der gelungene Auftakt zu einem humorvollen, schrillen Action-Fest in Gestalt des Xbox One-Exklusivtitels "Sunset Overdrive".

Invasion der Pustel-Mutanten

Die eben beschriebene Szene erlebt Xin, der Protagonist des Spiels. Bis plötzlich ein makaberes Ereignis die Situation komplett umkrempelt. Denn wie es aussieht, ist dem Energydrink-Fabrikant Fizzco ein ziemliches Malheur beim Zusammenbrauen seines neuen Wachmachers "Overcharge Delirium XT" unterlaufen. Statt die Gäste aufzuputschen, verwandeln sich diese in hochgradig aggressive Mutanten mit billardkugelgroßen Pusteln auf der Haut. Schlimmer noch: Die Seuche breitet sich so rasant aus, dass nahezu ganz Sunset City schon bald einem Ort des Grauens gleicht.

Vom Nobody zum Superchecker

Zumindest Außenstehende würden das so sehen. Der mit dem ausgefeilten Helden-Editor erstellte Hauptakteur dagegen - in unserem Fall ein muskelbepackter Hüne mit Nikolausbart und Rastalocken - findet zusehends Gefallen an seiner Rolle als Überlebender dieser Katastrophe. Spätestens als ihm ein gewisser Walter den Umgang mit Brechstange und Schallplattenkanone näherbringt und wenig später randalierende Mutanten zu Dutzenden über den Jordan gehen, weicht die trübe Mine der Intro-Sequenz einem motivierten "Ich kann ja doch was"-Lächeln. Zeit, Sunset City zu befreien!

Zu viel des Guten?

Schallplattenkanonen, Energydrink-Mutanten, ein deprimierter Müllmann, der zum strahlenden Retter einer ganzen Stadt aufsteigt? Dass sich die neue Produktion der "Resistance"- und "Ratchet & Clank"-Erfinder Insomniac Games zu keiner Zeit auch nur ansatzweise ernst nimmt, merkt man sofort und überall. Aber genau das macht den Reiz der dann folgenden Mixtur aus Open World-Action, "Jet Set Radio Future" und "Tony Hawks" aus: In dieser Welt ist so ziemlich alles möglich! Hier gleitet der Held auf Turnschuhen minutenlang Stromleitungen, Gartenzäune, Geländer und andere Objekte entlang. Hier werden Autos, Markisen und Ventilatoren zu Trampolinen, rotierende Energydrinks zur ultimativen Sammelwährung und - beißt Xin mal ins Gras - Dinosaurier-Eier, Vampir-Särge, heraneilende Ufos und viele andere, plötzlich auftauchende Objekte zu Neustart-Punkten. Hier ist kein Witz zu flach, keine Waffe zu schräg und kein Nichtspieler-Charakter zu seltsam.

Einfach nur irre!

Entsprechend dauert es auch keine zwei Stunden, bis man mit explodierenden Teddybären auf Kamikaze-Mutanten schießt, ein tödliches Roboterhündchen zurück zu seinem Frauchen lockt oder für einen Öko-verrückten Uni-Nerd eine Fabrik von stinkendem Kloakenschlamm säubert, um ihm dort anschließend ein Mineralwasser mit besonders vielen, künstlichen Zusatzstoffen abzufüllen. Hintergrund der meisten Aufträge: Dinge für andere Überlebende tun, um letztendlich mit deren Hilfe aus der Stadt zu fliehen. Schade nur, dass viele Tätigkeiten einerseits so schräg erzählt und inszeniert sind, andererseits aber zu oft einem sich wiederholenden "Triff Person A, erledige für ihn Aufgabe B und komm dann zu Punkt C"-Muster folgen.

Alles durch den Kakao ziehen

In Anbetracht des irrsinnigen Waffenarsenals (wo sonst gibt es einen Propan-Werfer?) sowie einiger wahrlich denkwürdiger Bosskämpfe drückt man bei diesem Manko aber gerne mal ein Auge zu. Weitere Stimmungskanone ist der schräge Drumherum-Humor, insbesondere die ständigen Anspielungen auf typische Videospiel-Klischees. In Mehrspieler-Partien zum Beispiel begrenzen transparente Mauern mit der Aufschrift "Invisible Wall" - auf Deutsch "unsichtbare Wand" - bestimmte Areale. Saukomisch! Auch sollte man sich nicht wundern, wenn die Spielfigur plötzlich von innen gegen den Bildschirm klopft - wohl wissend, dass da draußen jemand sitzt, der für ihren Erfolg verantwortlich zeichnet.

Chaoscrew auf Abwegen

Ergänzend zu einer soliden Anzahl Haupt- und Nebenmissionen sowie zahlreichen Geschicklichkeits-Herausforderungen, die zusammen gut und gerne 25 Stunden bei der Stange halten, darf man sich mit bis zu sieben Mitspielern online in Koop-Missionen austoben. "Chaos Squad" nennt sich das Ganze - und ist genau das: ziemlich chaotisch. Während man skurrile Aufgaben abarbeitet (verteidige die Grillstellen am Strand, verhindere die Roboterinvasion der Brücke etcetera) tummeln sich manchmal so viele Spieler und Gegner gleichzeitig an einer Position der Karte, dass Neueinsteiger schnell den Überblick verlieren. Doch man gewöhnt sich dran und hat schon bald irre Spaß, nicht zuletzt weil die Bildrate zu keiner Zeit in die Knie geht.

Was uns gefällt

Die ersten Berührungsängste mit der Steuerung überwunden, dreht Sunset Overdrive so richtig auf! Wie einst in "Tony Hawk’s Pro Skater" schlittert man schon bald von einem Ende der Spielwelt zum anderen ohne auch nur ein einziges Mal den Boden zu berühren und nimmt mit völlig überdimensionierten Wummen herrlich animierte Mutanten und Robo-Blechbüchsen aufs Korn. Wesen, die gar nicht mal so dumm sind wie sie aussehen und der Spielfigur problemlos auf Dächer, durch mehrstöckige Treppenhäuser und sonst wohin folgen. Der Punk-Soundtrack peitscht voran, ebenso die Fülle an Möglichkeiten, die Fähigkeiten des Helden durch sogenannte Amps und Overdrives zu verbessern.

Was uns nicht gefällt

Abseits der Tatsache, dass Missionsziele immer wieder einem altbekannten Schema X folgen, stößt die vergleichsweise lange Einarbeitungszeit sauer auf. Trotz umfangreichem Einführungslevel braucht man einfach ein ganzes Weilchen, um ein Gefühl für die Feinheiten der Steuerung zu entwickeln. Punktabzug außerdem für die vergleichsweise bevölkerungsarme Spielwelt. Klar, Monster streunen hier zu Hunderten herum, jedoch tun diese - jagen sie nicht gerade den Spieler - nichts besonders Aufregendes oder Abwechslungsreiches. Des Weiteren fällt der Online-Part mit gerade einmal einer Haupt-Spielvariante (die zugegeben verschiedene Tätigkeiten aneinander reiht) etwas mager aus. Ein Versus- und ein Gemeinsam-die-Welt-erkunden-Modus hätten es dann schon noch sein dürfen.

Fazit

Sunset Overdrive ist zweifelsohne der Paradiesvogel unter den aktuellen Open-World-Spielen. Schrill, bunt, laut, und nicht selten in luftiger Höhe unterwegs. Endlich mal wieder ein Titel, der die Apokalypse nicht als bierernste Angelegenheit betrachtet, sondern den Spieß komplett umdreht. Xbox-One-Jünger, die nach Forza Horizon 2 händeringend nach weiterer Exklusivspiel-Kost lechzen, sind hier bestens aufgehoben. Aber auch Action-Puristen mit einem Faible für extravagante Argumentationsverstärker, bewusst überzeichnete Figuren und Sprüche unterhalb der Gürtellinie werden den Kauf nicht bereuen. Mehr davon, Insomniac Games!

Infos zum Spiel

Titel: Sunset Overdrive
Genre: Third-Person-Shooter
Publisher: Microsoft
Hersteller: Insomniac Games
Release-Termin: 31.10.2014
Preis: zirka 60 Euro
System: Xbox One
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren
Wertung: Sehr gut

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