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Call of Duty: Advanced Warfare - Überraschend wenig Überraschungen

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Test Call of Duty: Advanced Warfare | Ego-Shooter | PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One  

Überraschend wenig Überraschungen

06.11.2014, 10:55 Uhr | (jr / ams), Richard Löwenstein

Call of Duty: Advanced Warfare - Überraschend wenig Überraschungen. Call of Duty: Advanced Warfare Ego-Shooter von Activision für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One (Quelle: Activision)

Call of Duty: Advanced Warfare (Quelle: Activision)

So mancher Actionfan hatte auf Überraschungen gehofft - darauf, dass "Call of Duty: Advanced Warfare" der CoD-Reihe ein frisches Make-up auflegt. Es handelt sich immerhin um den ersten Ego-Shooter aus Activisions Erfolgsreihe, der speziell auf die neue Konsolengeneration getrimmt ist. Und außerdem um das Call of Duty-Debüt des US-Entwicklers Sledgehammer Games, der uns mit "Dead Space" das Gruseln neu lehrte. Hoffnung auf eine außergewöhnliche Singleplayer-Kampagne schürte auch die Tatsache, dass der Hersteller den zweifachen Oscar-Preisträger Kevin Spacey als Hauptdarsteller gewinnen konnte. Alles schön und gut - doch unterm Strich summieren sich die Faktoren dann doch nicht zu etwas Außerordentlichem. Stattdessen bekommt man die gewohnte Call of Duty-Actionkost geboten.

Du kannst es alleine tun

Typisch für die Call of Duty-Games unterscheidet "Advanced Warfare" zwischen zwei grundsätzlichen Spielmöglichkeiten: Dem Einzelspieler- und dem Mehrspieler-Erlebnis. Dem Multiplayer und seinen Facetten wird in den kommenden Tagen ein eigener Bericht gewidmet. Hier und jetzt soll es ausschließlich um den Singleplayer-Part gehen. Was also erwartet einsame Helden, die sich in der nahen Zukunft als Antiterror-Soldat engagieren? Erst einmal eine Zeitreise - denn "Advanced Warfare" entführt den Spieler in das Jahr 2054.

Futuristisches Kriegshandwerk

Das Spiel zeichnet kein sonderlich fantasievolles Bild der Gesellschaft in 40 Jahren. Einige Menschen gieren nach Macht. Sie zetteln Kriege an. Andere Machthungrige stellen ihr Militär dagegen, und voilà: Es kommt zu viel Krach und Kawumm. Im Intro begleitet die Kamera den US-Marine-Soldat Jack Mitchell und seine Kameraden auf dem Weg zum Einsatz. Ort: Südkorea. Mission: Nordkoreanische Invasoren zurückschlagen. Im Intro-Video schweben die Jungs dem Schlachtfeld entgegen.

Schöne Menschen

Dabei fällt sofort die überzeugende Portraitierung der Figuren auf. Narbige Haut, charakteristische Gesichter, funkelnde Augen: Obwohl aus Polygonen zusammengesetzt und aus Bildpunkten gerendert, sind Mitchell und seine Kameraden von Menschen aus Fleisch und Blut nur schwer unterscheidbar. Die lebensechte Animation rundet den Eindruck ab: Das geht ein bisschen mehr unter die Haut als sonst in Actiongames. Bei Kamerafahrten und Dialogen schwingen Regungen und Gefühle mit. Eine gewisse Verbundenheit mit Mitchell und seinem Schicksal fängt an zu knospen.

Vielversprechende Rahmenhandlung...

Tatsächlich gelingt Advanced Warfare die Einbettung seiner serientypisch schnellen Actionszenen in eine anfänglich spannungsreiche und Interesse weckende Rahmenhandlung. Kriegsglorifizierung und Heldenpathos halten sich in Grenzen. Schmerz und Tod werden thematisiert. Aus Gesten, Mimik und Dialogen erschließt sich die Motivation der Beteiligten. Bald hat Kevin Spacey seinen ersten Auftritt. Gescannt und digitalisiert, erweckt er seine Figur Jonathan Irons zum Leben. Als Lenker des Waffenkonzerns Atlas ist Irons nicht um klare Worte verlegen: "Wir sind eine käufliche Supermacht", sagt er über sein Unternehmen.

... die dann aber schwächelt

Irons holt Mitchell nach schwerer Verwundung zu sich und stellt damit die Weichen für etwas, das ein Vater-Ziehsohn-Drama hätte werden können. Schade, dass sich der Zauber nach der ersten Spielhälfte verliert. Mitchell, Irons und weitere Beteiligte folgen zunehmend vorhersehbaren Verhaltensmustern. In demselben Maße wie der Betrachter die Handlung vorausahnt, sinkt das Interesse daran. Einer der Spielverderber ist der Hersteller. Anhand von Marketingvideos und gesteuerter Presseberichterstattung verriet er vor der Spielveröffentlichung entscheidende Handlungselemente. Ab Spielmitte muss die Action den Spannungsbogen daher alleine aufrecht erhalten. Gelingt gut.

Rund acht Stunden Spieldauer

Auch dieses Call of Duty gibt sich serientypisch als geradliniger Egoshooter. Advanced Warfare bewegt sich mit viel Tempo durch einen opulent ausgestatteten Actionkorridor. Das Gameplay setzt sich zusammen aus zwei Dritteln Schießereien und einem Drittel Quicktime-Reaktionstests, die dramatische Autojagdszenen und vergleichbare Kamerafahrten in Gang halten. Die 15 Missionen geben sich kompakt: Geiselbefreiung aus einem Hochhaus in Nigeria, Rettung des US-Präsidenten unter Mondlicht , einen Terrorkönig durch die Straßen von Santorin jagen oder eine schwerbewachte Villa ungesehen infiltrieren - in der Preisklasse bewegt sich die Action.

Spannende Schleichmission

Die meisten Missionen verfügen über einen unverwechselbaren Charakter. Einige - der Villa-Auftrag zum Beispiel - fühlen sich ausgesprochen spannend an. Meistens führt zwar Ballern zum Erfolg, aber eben nicht immer. Manchmal geht es um konsequentes nicht entdeckt werden und Meucheln aus dem Hinterhalt. Weil kein Einsatz länger als 30 Minuten dauert, ist das Finale nach sieben bis acht abwechslungsreichen Stunden in Sicht. Das liest sich nach wenig. Aber vier unterschiedlich anspruchsvolle Schwierigkeitsgrade und intelligent strukturierte Schießereien machen Lust auf mehrfaches Durchspielen.

Mehrere Wege führen ins Ziel

Das Ziel ist zumindest in einigen Kapiteln auf verschiedenen Wegen erreichbar. Bei wilden Scharmützeln in engen Straßen kann wildes Feuern angebracht sein. Oder aber man huscht von Deckung zu Deckung, linst vorsichtig ums Eck und nimmt Bodentruppen sowie höher positionierte Scharfschützen gezielt unter Beschuss. Gute Beobachter entdecken eine Route durch die Häuser, suchen einen Fensterplatz im oberen Stockwerk und räumen von erhabener Position den Weg frei. Dem modernen Genrestandard entsprechend heilt Mitchell, sobald er Deckung aufsucht. Man kann also ruhig mal was wagen, Fehler werden verziehen.

Hochpräzise Steuerung

Die Waffen bringen trotz des futuristischen Szenarios kaum überraschende Eigenschaften mit. Es gibt Maschinenkanonen, Schrotflinten, Schnellfeuergewehre mit zweifachzoomendem Visier oder Zieleinrichtungen, die versteckte Gefahren anhand ihrer Wärmesignatur entlarven. Mache Waffen sind durch schnelle Schussraten geprägt, andere weil sie beim Feuern nicht verreißen. Die eine Granate spürt Ziele automatisch auf, die andere legt die Elektronik von Flugdrohnen lahm. Alles nicht sonderlich originell. Aber wegen der hochpräzisen und reaktionsschnellen Steuerung macht es trotzdem Spaß, das alles in den Griff zu kriegen. Man fühlt sich motiviert, Situationen durch Einsatz des bestmöglichen Mittels zum passenden Zeitpunkt optimal zu meistern.

Sinnloses Exoskelett

Nur hätten die futuristische Nuancen in CoD: Advanced Warfare mehr zur Geltung kommen dürfen. Wenn beispielsweise hunderte Flugdrohnen heranschwärmen, dann sieht das cool und hört sich bedrohlich an - so als greife ein mächtiges verärgertes Bienenvolk an. Aber die Gefahr lässt sich völlig überraschungsfrei durch Einsatz von EMP-Granaten oder Flak-Dauerfeuer beseitigen. Und wozu trägt Mitchell ein sichtbares Exoskelett über dem Körper? Mithilfe dieses Kraftverstärkers kann er laut Beschreibung schneller sprinten, höher springen, Wände senkrecht erklettern und kurz die Zeit bremsen. In der Praxis ist der Einsatz dieser Eigenschaften aber selten sinnvoll oder notwendig. Soweit es den Singleplayer-Teil des Spiels betrifft, macht das Exoskelett einen entbehrlichen Eindruck: ein visueller Gag ohne spielerischen Mehrwert.

Was uns gefällt

Großartiger Spielfluss fast ohne Ladepausen, Leerlauf, unfaire Stellen oder andere Störfaktoren machen die Qualität von Call of Duty: Advanced Warfare aus. Durch die hohe Bildwiederholrate von 60 Frames und ein gut ausbalanciertes Zielsystem fühlt sich die Steuerung sehr präzise und beinahe intuitiv an. Die Deutsch-Übersetzer und die hochmotivierten Synchronsprecher verdienen einen Klaps auf die Schulter: Tolle Arbeit.

Was uns nicht gefällt

Man darf gemeisterte Kapitel zwar separat anwählen und mit verändertem Schwierigkeitsgrad einzeln erleben. Es fehlt aber an motivierenden Punktetabellen und anderer Ausstattung, die zum mehrfachen Spielen anregt. Scharfe Beobachter könnten sich an gelegentlich flimmernden Grafikkanten stören. Actioneinsteiger dürften mit der mehrfachen Belegung aller Tasten am Controller ihre liebe Not haben.

Fazit

Gratulation an den US-Entwickler Sledgehammer für sein Call-of-Duty-Debüt: "Advanced Warfare", er macht seine Sache prima. Gut kontrollierbares Gameplay, viele Tempowechsel und Wow-Inszenierungen summieren sich zu großem Actionkino. Man hätte dem Team nur etwas mehr Mut zur Veränderung gewünscht. Die Singleplayer-Kampagne fühlt sich über weite Strecken ganz ähnlich an wie in den Call of Duties der letzten Jahre. Das macht sie ein bisschen austauschbar und entbehrlich.

Titel: Call of Duty - Advanced Warfare
Genre: Ego-Shooter
Publisher: Activision
Hersteller: Sledgehammer Games / Raven / High Moon Studios
Release: 3. November 2014
Preis: zirka 60 Euro
System: PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren
Wertung: Sehr gut

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