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LaWiSi 2015: Ackern ohne Ende

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Test Landwirtschafts-Simulator 15 | Simulation | PC  

Ackern ohne Ende

05.11.2014, 15:43 Uhr | Olaf Bleich (jr / ams), Medienagentur plassma

LaWiSi 2015: Ackern ohne Ende. Landwirtschafts-Simulator 2015 Simulationsspiel für PC von Astragon (Quelle: Astragon)

Landwirtschafts-Simulator 2015 (Quelle: Astragon)

Die Simulations-Serie "Landwirtschafts-Simulator" (LaWiSi) ist ein Phänomen: Von ihren Fans geliebt, von Kritikern oftmals verspottet, verkauft sie sich seit Jahren blendend. Allein die 2013er-Edition fand weit mehr als zwei Millionen Abnehmer und führte über mehrere Wochen die deutschen Games-Charts an. Viele Spieler lassen am Spiele-PC mit Begeisterung den inneren Bauern raus und bestellen, grubbern und beackern in stundenlanger Kleinarbeit ihre Felder. Nach einem Jahr Pause, den Entwickler Giants Software für den mobilen Ableger "Landwirtschafts-Simulator 2014" nutzte, werden nun wieder PC-Landwirte bedient. Der "Landwirtschafts-Simulator 15" macht nicht vieles neu, aber einiges besser!

Einsatzgebiet: Acker

Der Einstieg in die Landwirtschaft gestaltet sich allerdings zunächst recht holprig. Die zwölf verfügbaren Tutorial-Missionen zeigen nämlich nur grundlegende Arbeiten auf dem eigenen Bauernhof wie beispielsweise das Aussähen oder Abernten gewachsener Feldfrüchte. Fortgeschrittene Arbeiten wie etwa das Abforsten kleinerer Wäldchen und der Einsatz der dafür gebrauchten Maschinen werden hier kurzerhand unterschlagen. In jedem Fall starten Hobby-Bauern ihre Karriere zunächst mit der Wahl der Einsatzgebiets. Im skandinavischen Bjornholm erfreut man sich an kleinen Äckern, leicht hügeliger Landschaft und schnuckeligen Wäldchen. In Westbridge Hills kümmert man sich dagegen um eine typisch amerikanische Farm mit großen Feldern. Entsprechend kommen hier auch die dicken Brummer des großzügig bestückten Fuhrparks zum Einsatz.

Alles beim Alten

Am Spielprinzip der Vorgängertitel hat sich mit dem Landwirtschafts-Simulator 15 nichts geändert. Weiterhin muss man einen kleinen Bauernhof in ein lukratives Unternehmen verwandeln. Kenner der LaWiSi-Reihe fühlen sich daher sofort heimisch, denn auch der Spielablauf ist im Vergleich zum Vorgänger größtenteils gleich geblieben. So zieht man auf den Äckern seine Kreise, erntet Getreide, Kartoffeln oder Mais, bestellt anschließend die Felder wieder und wartet, bis die Ähren sprießen.

Nur keine Hektik

Der Landwirtschafts-Simulator 15 ist kein Spiel für Hektiker. Hier vergehen die Spielstunden zwar schnell, aber die eigentlichen Aufgaben sind trotz wechselndem Arbeitsgeräts vergleichsweise simpel. Ob man nun mit dem Grubber einen Acker auflockert und für die Aussaat vorbereitet oder mit dem Mähdrescher Getreide abbaut, macht spielerisch kaum einen Unterschied. Wer also keine Lust hat, mit dem Traktor stundenlang seine Bahnen zu ziehen, sollte um das Simulationsspiel weiterhin einen großen Bogen machen. Hier führen nur Geduld und eine gewisse Beharrlichkeit zum Erfolg.

Verwirrte Erntehelfer

Im Verlauf kauft man sich neue Felder dazu, platziert Hühner- oder Kuhställe und erweitert so sein Areal und damit auch seine Möglichkeiten. Immerhin: Wer die Drecksarbeit nicht selber übernehmen will, kann auch Erntehelfer einstellen, die dann automatisch die Felder bearbeiten. Leider agierten die Computer-Aushilfen im Test aber oftmals merkwürdig, blieben mit Traktoren an Zäunen hängen oder stellten die Arbeit nach kürzester Zeit ein.

Traktor mit Stottermotor

Nicht genug, dass die Erntehelfer ihren Job nicht zufriedenstellend erledigen - sie kosten auch noch Geld. Und das ist gerade zu Beginn der Karriere knapp. So entspinnt sich ein zäher, aber durchaus motivierender Arbeitsrhythmus. Schnell entwickelt man Routinen und fährt gemütlich die Felder ab, während man erntet, aussät oder den Acker pflügt. Positiv: Landwirtschafts-Simulator 15 spielt sich gerade im Vergleich zum Vorgänger eine Spur griffiger. Die Fahrzeugkontrollen sind einfach und direkt, erfordern aber dennoch eine gewisse Präzision. Hier muss man jeden Acker minutiös abfahren, damit auch wirklich jeder Quadratmeter perfekt ausgenutzt wird. Schwere Erntemaschinen steuern sich spürbar wuchtiger und langsamer als etwa der kleine Vorderlader, mit dem man Heuballen in die Futtermischmaschine transportiert.

Trotz des Day-One-Patches und deutlich besserer Fahrphysik gab es im Test aber kleinere Probleme: Besonders bei höheren Geschwindigkeiten tendieren die Fahrzeuge dazu, über den Boden zu rutschen. Solche Drift-Einlagen sind in Rennspielen vielleicht lustig, zum neuen LaWiSi passen sie aber überhaupt nicht.

Für Fans ein Fest

Echte Bauern lassen sich aber weder von den vorhandenen Fehlern noch von dem insgesamt arg monotonen Spielablauf abhalten. Sie erfreuen sich stattdessen an den vielen kleinen Verbesserungen und an dem breiten Fuhrpark. Zwar wirken die Areale weiterhin äußerst steril und leblos, aber im Gegenzug überzeugt das PC-Spiel mit hübschen Fahrzeugmodellen und sogar netten Grafikeffekten. Beim Grubbern wirbelt zum Beispiel Staub auf, der sich mit der Zeit auf der Karosserie der Fahrzeuge festsetzt. Beim Pflügen graben sich die Furchen tief in das Erdreich, und beim Abholzen von Bäumen fliegen sogar einige Sägespäne durch die Luft. Landwirtschafts-Simulator 15 ist sicherlich kein technisches Meisterstück, aber für sich durchaus solide und ansprechend umgesetzt.

Alles echt

Größter Pluspunkt des Spiels ist aber sicherlich sein riesiger Fuhrpark, der aus über 100 lizenzierten und originalgetreu nachgebauten Fahrzeugen besteht. Insgesamt wurden mehr als 40 Marken von New Holland über Deutz-Fahr und Lamborghini bis hin zu Kuhn integriert. Kenner der Materie werden sicherlich viele alte Bekannte treffen. Dieser Wiedererkennungswert steigert ebenso die Atmosphäre wie der gelungene Online-Modus für bis zu 16 Spieler.

Was uns gefällt

Hier bin ich Bauer, hier darf ich ackern: Landwirtschafts-Simulator 15 bietet mehr vom bewährten Spielspaß des Vorgängers. Die Karriere - so hölzern sie sein mag - ist für Genre-Fans ausgesprochen motivierend und wird mit Nebenaufgaben und der neuen Forstwirtschaft clever erweitert. Dazu profitiert das Spiel von der verbesserten Grafik und einer soliden Fahrzeugphysik

Was uns nicht gefällt

Die Simulation macht es Einsteigern schwer: Die Tutorial-Missionen decken längst nicht alle Aufgabenbereiche ab. Der Beginn der Karriere ist aufgrund geringer Ressourcen zäh und schwierig. Viele Abläufe wiederholen sich sehr schnell, wodurch sich eine für die Reihe typische Monotonie einstellt. Dazu stören kleine Programmfehler wie die rutschenden Fahrzeuge und die dämlichen Erntehelfer den Gesamteindruck.

Fazit

Ein Spiel für echte Fans: Landwirtschafts-Simulator 15" liefert genau das, wonach die treue Anhängerschaft verlangt. Es ist hübscher, größer und komplexer als die Vorgänger. Am eigentlichen Spielprinzip ändert sich aber nichts, wodurch Neueinsteiger weiterhin abgeschreckt werden.

Titel: Landwirtschafts-Simulator 15
Genre: Simulation
Publisher: Astragon
Hersteller: Giants Software
Release: Im Handel
Preis: zirka 60 Euro
System: PC
USK-Freigabe: Ab 0 Jahren
Wertung: Befriedigend

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