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Call of Duty: Advanced Warfare Multiplayer: Überraschend vielseitig

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Call of Duty: Advanced Warfare Multiplayer | Ego-Shooter | PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One  

Überraschend vielseitig

18.11.2014, 08:21 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Medienagentur plassma

Call of Duty: Advanced Warfare Multiplayer: Überraschend vielseitig. Call of Duty: Advanced Warfare Ego-Shooter von Activision für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One (Quelle: Activision)

Call of Duty: Advanced Warfare (Quelle: Activision)

Es gibt zwei Videospiel-Reihen, deren jährliches Erscheinen mittlerweile so sicher ist wie das Amen in der Kirche: Electronic Arts' Fußball-Simulation "Fifa" und Activisions Ego-Shooter-Serie "Call of Duty". Hauptgrund für die immense Popularität in beiden Fällen? Der Mehrspieler-Modus und die damit einhergehende Fan-Community. Hier drehen beide Titel erst richtig auf. Um diesem Phänomen Rechnung zu tragen, entschied sich die Redaktion, den Test von "Call of Duty: Advanced Warfare" in diesem Jahr aufzugliedern. Die Rezension der Einzelspieler-Kampagne finden Sie hier. Den Mehrspieler-Part - für viele das Herzstück eines jeden Call of Duty - nehmen wir an dieser Stelle genau unter die Lupe. Übrigens bewusst zeitverzögert zur Veröffentlichung, um eine verlässliche Aussage über die Performance der Server treffen zu können.

Der Anzug macht den Unterschied

Egal, ob Feind oder Freund, in "Advanced Warfare" trägt so ziemlich jeder Kämpfer ein Exoskelett - also eine Art mechanisches Gerippe, das ihm nicht nur mehr Muskelkraft in Armen und Beinen verleiht, sondern auch Zugriff auf spezielle Fähigkeiten gewährt. Innerhalb der Story-Mission bekommt man eine grobe Idee, was damit alles möglich ist. Im Mehrspieler-Modus hingegen lernt man es erst richtig zu schätzen. Meterhohe Doppelsprünge, schnelles seitliches Ausweichen, temporär Gesundheitsschub, Verschmelzen mit der Umgebung, sekundenlanges Schweben in der Luft, kurzzeitig verfügbarer Energieschild und viele mehr - die Exoskelett-Fähigkeiten bringen eine Menge Dynamik in jede Multiplayer-Partie.

Auch wird nun viel häufiger auf mehreren Levelebenen gekämpft, was in praktisch jedem Spielmodus taktisches Umdenken verlangt. Da Entwickler Sledgehammer Games unglaublich viel Zeit in die Balance des Ganzen steckte, fühlen sich die Anzug-Funktionen jedoch nie übermächtig an. Eine echte Spieldesign-Meisterleistung!

Keine Namen, keine Statistiken

Während der knapp dreijährigen Entwicklungszeit hat sich das Team um Glen Schofield und Michael Condrey kontinuierlich eine Frage gestellt: Wie motiviert man Fans des Solo-Modus dazu, auch online mal ein Tänzchen zu wagen? Die Antwort: Indem man ihnen so schnell wie möglich Erfolgserlebnisse vermittelt. Mittel zum Zweck ist das sogenannte "Kampfvorbereitungsprogramm". Nachdem man sich für eine von fünf Soldatenklassen entschieden hat, wirft einen das Spiel in ein siebenminütiges Team Deathmatch. Das Besondere: Gegen wen man spielt, wird ebenso wenig ersichtlich wie dessen Rang im normalen Mehrspieler-Modus.

Erfahrungspunkte können dabei nicht gesammelt werden, und matchübergreifende Statistiken sind tabu. Ein geschickter Schachzug, denn so stehen selbst weniger talentierte Schützen in der Rangliste nicht als Verlierer da - einfach weil es keine Rangliste gibt. Hinzu kommt, dass die Macher allen Teilnehmern relativ durchschlagendes und präzises Angriffswerkzeug an die Hand geben, was Grünschnäbeln den Zugang zum Online-Spiel zusätzlich erleichtert. Insgesamt eine wirklich pfiffige Idee und ein echtes Novum im Call of Duty-Universum.

Die wilde 13

Weiterer Multiplayer-Motivationsbeschleuniger ist das sogenannte "Pick 13"-System. Statt wie im letztjährigen "Call of Duty: Ghosts" bis zu zehn kann man nun vor jeder Partie bis zu 13 verschiedene Ausrüstungsobjekte auswählen. Das können einzelne Waffen, Waffenaufsätze, bestimmte Fähigkeiten (Perks), Exo-Fähigkeiten, diverse Granattypen, Punktserien sowie sogenannte Wildcards sein. Letztere erlauben unter anderem mehr Exo-Fähigkeiten zu verwenden oder eine zweite Primärwaffe mitzuführen.

Jeder kann also frei entscheiden, wie er seine Figur spezialisiert. Verzichte ich auf nützliche Punktserien-Belohnungen (etwa ein autonomes Fernlenkgeschütz) und wähle stattdessen mehr Heldenfähigkeiten? Oder mache ich es genau umgekehrt und lasse dafür Laser-Markierer und andere hilfreiche Waffenaufsätze sausen? Die taktischen Möglichkeiten sind beachtlich und können in bis zu zehn Speicherplätzen für selbst konfigurierte Klassen abgelegt werden.

Übung macht den Meister

Wer mag, darf die jeweilige Konfiguration außerdem erstmals umgehend auf dem virtuellen Schießstand einem Praxistest unterziehen. Ein Knopfdruck genügt, schon geht’s los. Keine Ladezeiten, keine bewaffneten Gegner - einfach genial für jeden, der sich in Ruhe vorbereiten will! Schön: Der Schießstand selbst verfügt über acht "Bahnen" mit jeweils unterschiedlich agierenden Zielen. Sobald die eigene Figur in Position gebracht wurde, startet eine Stoppuhr. Außerdem protokolliert der Schießstand die Anzahl der Treffer, Schüsse sowie die Präzision des Schützen - zumindest temporär.

Die Neuen: Uplink...

Insgesamt trumpft Advanced Warfare mit 13 verschiedenen Mehrspieler-Varianten auf, darunter beliebte Klassiker wie Team Deathmatch, Herrschaft, Abschuss bestätigt (Hundemarken von Gefallenen sammeln), Suchen & Zerstören, Capture the Flag und Frei für alle. Doch es gibt auch frische Ideen.

Den Anfang macht "Uplink", eine Art virtuelles Basketball für bis zu zwölf Spieler, verteilt auf zwei Teams mit maximal sechs Personen. Konkret geht es darum, eine Handball-große Satellitendrohne zu einer schwebenden Uplink-Station zu transportieren. Der Uplink gilt als bestätigt, sobald die Drohne im Sprung dorthin verfrachtet (2 Punkte) oder ins Ziel geworfen wurde (1 Punkt). Trifft man hingegen einen feindlichen Spieler mit der Drohne, kann dieser kurzzeitig seine Waffe nicht verwenden und ist seinem Gegenüber praktisch ausgeliefert. Echte Teamplayer werfen die Drohne jedoch vorzugsweise einem Mitspieler zu, um die Konkurrenz zu verwirren und den "Ball" noch flinker von A nach B zu transportieren. Eine wahrlich spaßige Angelegenheit, auch für alle Nicht-Drohnen-Träger. Sie nämlich können die Position des Objekts der Begierde in Echtzeit auf der Karte mitverfolgen. Weidmannsheil!

... und Momentum

Nicht minder rasant spielt sich "Momentum", eine Art lineare Version des Modus Herrschaft. Im Kern buhlen zwei Teams darum, eine Flagge auf der Karte einzunehmen. Gelingt dies, taucht an anderer Stelle eine weitere Flagge auf und so weiter. Die Feinheit hier: Je mehr Feinde das eigene Team eliminiert, desto weniger Zeit braucht es, um die nächste Flagge einzunehmen. Infolgedessen dauert es meist keine 30 Sekunden, bis sich um im Bereich der hart umkämpften Flaggenstandorte ein echter Kugelhagel zusammenbraut. Hektisch, unübersichtlich, aber trotzdem ein großer Spaß!

Alle für einen, einer für alle!

Wie schon so viele seiner Vorgänger kredenzt auch das elfte "Call of Duty" wieder einen klassischen Koop-Modus, hier "Exo-Überlebenskampf" genannt. Das Konzept ist denkbar simpel: Vier Spieler verbünden sich und müssen auf einer von später insgesamt neun Mehrspielerkarten möglichst lange gegen verschiedene Arten von wellenförmig anrückenden Gegnertypen durchhalten. Abschüsse bringen Punkte, die Sie nach jeder Welle in Waffen- und Exo-Verbesserungen investieren. Erreicht das Team bestimmte Rundenzahlen, werden neue Karten freigeschaltet.

Neu in Advanced Warfare: Regelmäßig muss die Gruppe zusätzlich zum fordernden Kampfgeschehen knifflige Herausforderungen meistern, etwa auf der Karte verteilte Geheimdienst-Dokumente in vorgegebener Zeit sammeln. Scheitert das Team, drohen Negativereignisse. Zweifelsohne ein schweißtreibendes Unterfangen und in späteren Runden nur noch mit guter Absprache via Headset zu schaffen. Genau das aber macht den Reiz aus!

Was uns gefällt

Pfeilschnelle Grafik mit 60 Bildern pro Sekunde, 13 hochgradig abwechslungsreiche Karten, knapp 350 Waffenvarianten, über ein Dutzend Spielmodi sowie die wirklich erfrischenden Exoskelett-Möglichkeiten mal außen vor, sind es vor allem die kleinen spielerischen Veränderungen, die überzeugen. Beispielsweise die Tatsache, dass Abschussserien-Belohnungen nun Teil des Pick 13-Systems sind. Will heißen: Viele Spieler werden sich sehr genau überlegen, ob sie einen oder mehrere ihrer insgesamt 13 Ausrüstungspunkte investieren möchten, um Zugriff auf mächtige Belohnungen wie den Angriffsflieger Warbird erhalten. Denn alternativ könnten sie ja auch klein anfangen und die Punkte nutzen, um dem virtuellen Alter Ego mehr Fähigkeiten und Waffenupgrades mit auf den Weg zu geben. Die Folge: Die gefühlte Häufigkeit mit der Warbird und andere fliegende Bedrohungen in der Luft kreisen, hat sich im Vergleich zu Ghosts reduziert, was der Spielbalance sehr entgegen kommt.

Was uns nicht gefällt

Der Netzwerkcode von "Advanced Warfare" basiert auf einem Peer-to-Peer-Verfahren. Das bedeutet: Jeder Nutzer agiert auf gewisse Weise auch als Server. Das bietet zahlreiche Vorteile, kann aber auch Probleme mit sich bringen. Zahlreiche Spieler klagen über Lags, also Zeitverzögerungen und Aussetzer beim Spielaufbau. Während unserer knapp einwöchigen Testphase konnten auch wir dieses Phänomen mehrfach feststellen. Resultat: Nicht oft, aber doch immer wieder mal stockte das Spiel für einige Sekunden; einmal fror es sogar komplett ein und musste neu gestartet werden.

Activision und Sledgehammer Games wissen um die Problematik und wollen sie mit dedizierten Servern aus der Welt schaffen. Wann genau die online gehen, steht aber noch in den Sternen. Immerhin: "In Kürze" soll ein weiterer Multiplayer-Software-Flicken erscheinen, der zahlreiche Fehler ausmerzt.

Fazit

Klammert man die unregelmäßigen und hoffentlich bald zu den Akten gelegten Verbindungsabbrüche mal aus, bleibt ein fulminantes Mehrspieler-Vergnügen, das Fans nicht zuletzt aufgrund des motivierenden Loot-Systems wochenlang bei der Stange hält. Die Exo-Fähigkeiten durchbrechen über Jahre hinweg festgefahrene Gameplay-Abläufe grundlegend und lassen Taktiker wie auch Frontschweine gleichermaßen jubeln. Kartendesign und Waffenbalance stimmen, die neuen Modi machen ordentlich Druck, der Koop-Modus ebenfalls. Bravo, Sledgehammer Games!

Titel: Call of Duty - Advanced Warfare Multiplayer
Genre: Ego-Shooter
Publisher: Activision
Hersteller: Sledgehammer Games / Raven / High Moon Studios
Release: 3. November 2014
Preis: zirka 60 Euro
System: PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren
Wertung: Sehr gut

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