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Little Big Planet 3 im Test: Sackboys dritter Streich

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Test zu Little Big Planet 3 | Jump'n'Run | PS3, PS4  

Sackboys dritter Streich

19.11.2014, 09:56 Uhr | jr / ams, Richard Löwenstein

Little Big Planet 3 im Test: Sackboys dritter Streich. Little Big Planet 3 Jump'n'Run von Sumo Digital für PS3 und PS4 (Quelle: Sony)

Little Big Planet 3 Jump'n'Run von Sumo Digital für PS3 und PS4 (Quelle: Sony)

Genau der richtige Gute-Laune-Spaß für kalte Winterabende: Mit einfallsreichem Jump'n'Run-Gameplay, unterhaltsamen Mehrspieler-Ideen und einem großartigen Kreativbaukasten wird "Little Big Planet 3" junge und junggebliebene Gamer über Monate begeistern. Sie benötigen nur eine PS3 oder PS4 und die Bereitschaft, sich in die komplexe Materie einzuarbeiten. Etwas Toleranz wegen der lästigen Ladepausen wäre ebenfalls hilfreich.

Sackboy zur Rettung!

Der Held der Welt ist kein Unbekannter: Es handelt sich um einen knuffigen kleinen Kerl mit einem Körper aus Sackleinen, der uns im Rahmen der Little Big Planet-Reihe schon viel Spaß gemacht hat. Mit treuen Knopfaugen und einem Körper aus Garn spielt er sich erneut vom ersten Augenblick an in die Herzen der Spieler. Am liebsten möchte man Sackboy aus der Playstation schälen und knuddeln bis die Nähte platzen. Im Rahmen der Singleplayer-Kampagne eilt er zur Rettung, da die Fantasiewelt Bunkum in Gefahr schwebt. Ein Tunichtgut namens Newton treibt Schabernack, setzt Titanen frei und tut ähnlich Unleidliches. Also flitzt Sackboy durch kunterbunte Kulissen und sucht nach Rettung. Er hopst über Schluchten, hängt sich an Pendel, passt schwebende Plattformen ab und überwindet Hindernissen per Katapultsprung.

Viel mehr als ein einfaches Hüpfspiel

Das Ganze als simples 2D-Jump’n’Run bezeichnen, das wäre, als nenne man die PS4 ein Spielzeug. Stimmt zwar, wird aber der Sache nicht gerecht. Es steckt mehr dahinter. Drei etwas größere Verteilerwelten dienen als Ausgangsbasis. Über verschiedene Tore erreicht man geradlinige Levels von je etwa 15 Minuten Dauer. Die Aufgaben dort reichen von reaktionsschnellen Hüpfereien über knifflige Physik-Puzzles bis hin zu Endgegner-Kämpfen. Gerne und oft wird alles miteinander und mit vielen weiteren Gags kombiniert.

Gameplay auf mehreren Ebenen

Ein Gag ist zum Beispiel, dass die Action zwischen mehreren hintereinander angeordneten Grafikebenen wechselt. Auf Kommando - manchmal auch automatisch - wechseln die Figuren von ganz vorn nach hinten. Löst man beispielsweise auf der aktuellen Schicht einen Schalter aus, kann es passieren, dass das auf einer dahinter gelagerten Schicht einen Toröffnungs-Mechanimus und gleichzeitig eine Fallenkaskade aktiviert. Es folgt die spannende Flucht vor dem sicheren Tod. Aus dieser Mehrebenen-Ideen entwickeln sich einige schöne Szenen und Puzzles. Wahrhafte Totalverblüffer fehlen: Die meisten Ideen werden Genrekennern vertraut sein. Sie sind aber witzig genug arrangiert, dass man bei der Stange bleibt.

Der Held und seine Mitstreiter

Grundsätzlich ist es die Aufgabe des Helden, dass er drei Mitstreiter beziehungsweise Co-Helden befreit - pro Verteilerwelt einen. Sobald dies gelingt, übernimmt einer der drei Unterstützer gelegentlich anstelle von Sackboy die Heldenrolle. Oddsock legt flotte Sprints hin, rennt die Wände hoch und springt von Wand zu Wand. Die zweite Figur namens Toggle wechselt per L1-Taste zwischen kleiner und großer Gestalt hin und her. Der große Toggle aktiviert gewichtsabhängige Schalter, der kleine lässt sich in die Höhe katapultieren. Last but not least ist da die Vogeldame Swoop, die Objekte von A nach B transportiert.

Die unterschiedlichen Eigenschaften der Figuren bringen willkommene Tempo-Variationen mit sich. Wenn Oddsock und der kleine Toggle loslegen, fühlt sich das ein bisschen an wie in Sonics besten Zeiten. Sackboy selbst wiederum entwickelt Ähnlichkeiten mit Nintendos Super-Klempner Mario. Indem er sich Saugkanone, Schlitterausrüstung und Teleporter-Fähigkeiten aneignet, öffnet sich ihm die Welt.

Der Baukasten als Herzstück

Das eigentliche Herzstück von Little Big Planet 3 bildet der Baukasten. Mithilfe verschiedener Werkzeuge verzieren kreative Gamer beispielsweise die Benutzeroberfläche. Oder sie gestalten in kurzer Zeit eigene Jump'n'Run-Herausforderungen und tauschen sie mit Mitspielern. Plattformen, Tore, Gleise, Katapulte, Gegner: Alle, wirklich alle Objekte lassen sich nach Lust und Laune zusammenpuzzeln. Heftet man beispielsweise vier Plastikscheiben mit Bolzen an einen Bauklotz, formt sich daraus ein fahrbarer Untersatz. Nun noch ein paar Stacheln und eine Kontrollkapsel aufkleben - letztere empfängt die Steuerbefehle - und voilà: Fertig ist ein gefährliches Ungetüm, vor dem man sich besser in Acht nehmen sollte.

Tolle neue Kreativwerkzeuge

Diesen Baukasten kennt man grundsätzlich aus der Little Big Planet-Reihe. Durch viele neue Elemente und Werkzeuge gewinnt hier er an Leistungsfähigkeit. Man darf beispielsweise Gameplay-Ideen auf bis zu 16 hintereinander gelagerte Ebenen verteilen. Mithilfe eines Kurvenwerkzeugs entstehen herrliche Achterbahngleise, die sich nach links und rechts quer durch den Raum und alle 16 Ebenen winden. Das Musikwerkzeug formt Gitarrensounds, Retroklängen und Naturgeräuschen zu perfekt passenden Soundtracks. Das Ergebnis all dieser Bemühungen erinnert manchmal kaum noch an das Ausgangsspiel. Im Rahmen der Betatestphase haben eifrige Bastler Little Big Planet 3 bereits zum Kinofilm, Horrorgame, 3D-Jump'n'Run und Endless-Runner umgestaltet.

Viele Einsteigerhilfen

Im Rahmen des umfassenden Tutorials namens "Popit-Rätsel" kann man sich mit dem Baukasten vertraut machen. In wechselnden Levels erarbeitet man mit wechselnden Werkzeuge einen Weg vom Start bis ins Ziel und lernt auf spielerische Weise die Basisfunktionen des Baukastens. Tatsächlich gibt sich Little Big Planet 3 grundsätzlich sehr einsteigerfreundlich. Eine erheiternde Märchenonkelstimme erläutert zu Spielbeginn die Grundlagen der Bedienung. Bunte Pfeile und lustig animierte Symbole weisen auf beachtenswerte Schalter, Brücken und Wege hin.

Trotzdem wirkt das Ganze etwas überladen und unstrukturiert. Man fühlt sich zwischen Mehrspieler-Missionen, Level-Baukasten und anderen Elementen mitunter verloren. Die häufigen Ladepausen stören - sie rauben einem doch etwas die Lust auf Experimente. Es zeigen sich auch immer wieder Ungereimtheiten. Bei der Eindeutschung beispielsweise. Sie macht zwar zum größten Teil einen liebevollen Eindruck, die Synchronsprecher sind gut gewählt. Gelegentlich tauchen allerdings englische Textfragmente auf und ganze Sätze werden abgeschnitten. Auch dass die drei Freunde des Helden ihre englischen Namen - Toogle, Swoop und Oddsock- behalten, wirkt irritiered. Das werden viele jüngere Nutzer - zweifellos die Kernzielgruppe - ohne Englischkenntnisse witz- und bedeutungslos finden.

Bugs und niedrige Bildwiederholrate

Hübsch sind sie inszeniert, die Urwaldgärten, Rock'n'-Roll-Studios und Russland-Besuche. Überall beleben wippende Figuren, blinkende Neonzeichen und andere Details das Bild. Soweit so schön. Aber es fehlt an Geschmeidigkeit. Eine Bildwiederholrate von 30 Frames geht für die Szenen mit Sackboy zwar in Ordnung. Für die schnellen Momente mit Oddsock und dem kleinen Toggle wären aber 60 Frames angemessen gewesen. Außerdem fallen Softwarefehler auf. Das uns vorliegende PS4-Muster enthielt uns nach dem Sieg gegen Bossgegner zweimal die Siegesfeier vor. Außerdem waren in der Benutzeroberfläche Grafikfehler zu sehen. Man darf davon ausgehen, dass Sony die Fehler behebt und patcht. Wir empfehlen daher das Update der Spielsoftware sofort nach dem ersten Einlegen der Disk.

Was uns gefällt

Little Big Planet 3 lebt von tonnenweise Freispielkram, Eigenbaulevels, Zierstickern, Geheimkammern und Ähnlichem. Besitzer der zwei Vorgängerspiele können vorhandene Kostüme und andere Extras nach Teil drei importieren. Sehr schön auch der Multiplayer-Modus. Bis zu vier Freunde spielen online oder an einer Konsole miteinander.

Was uns nicht gefällt

So richtig viel Substanz hat die Kernkampagne nicht: Wer Bösewicht Newton im Eiltempo besiegen möchte, sprintet binnen zweier Abende durch. Technisch macht das Spiel einen durchwachsenen Eindruck. Unattraktive Ladebildschirme reißen einen manchmal sehr unvermittelt aus der Fantasiewelt heraus. Gelegentlich verschluckt sich das Spiel, bevor es auf Controllerkommandos reagiert. Das beeinflusst Spielgefühl und Timing negativ.

Fazit

Ganz egal, ob man allein durch die kunterbunte Welt turnt oder sich gemeinsam mit bis zu drei Online- oder Lokal-Mitspielern den Reaktionstests, Schalter- und Physikrätseln widmet: Little Big Planet 3 schüttet ein Füllhorn an Glücksgefühlen aus - und macht damit nach Abschluss der Kampagne heiter weiter. Mit dem attraktiv bestückten Baukasten kann man sich monatelang befassen. Etwas Geduld und Toleranz ist allerdings zu empfehlen, denn Ladepausen, niedrige Bildwiederholrate und gelegentlich verzögerte Controller-Reaktionen stören den Spielfluss spürbar.

Infos zum Spiel

Titel: Little Big Planet 3
Genre: Jump'n'Run
Hersteller: xDEV / Sumo Digital
Publisher: Sony
Release-Termin: 26. November 2014
Preis: zirka 60 Euro
System: PS3, PS4
USK-Freigabe: Ab 0 Jahren
Wertung: Gut

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