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Dragon Age: Inquisition im Test - Drachenstarkes Fantasy-Abenteuer

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Test Dragon Age: Inquisition | Action-Rollenspiel | PC, PS4, Xbox One  

Drachenstarkes Fantasy-Abenteuer

26.11.2014, 07:55 Uhr | (jr / tz), Richard Löwenstein

Dragon Age: Inquisition im Test - Drachenstarkes Fantasy-Abenteuer. Dragon Age 3: Inquisition Rollenspiel von Bioware für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One (Quelle: Electronic Arts)

Dragon Age 3: Inquisition (Quelle: Electronic Arts)

Herrlich, die Zeit der Drachen bricht wieder an. Fast fünf Jahre ist das letzte Fantasy-Rollenspiel aus der Dragon Age-Reihe alt. Endlich entfesselt der kanadische Entwickler Bioware erneut tragische Ereignisse in fernen Gestaden namens Thedas. Mutige Helden stellen sich den Kräften des Chaos entgegen, bevor diese das Tor in das Reich der Dämonen endgültig aufstoßen. Sich für den Kampf wappnen und fantasievolle Begegnungen in einer offenen Welt genießen - das dürfen ab sofort tapfere Helden und Besitzer von PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One.

Die Öffnung der Dimensionstore

Gleich zu Spielbeginn inszeniert Dragon Age: Inquisition ein Drama. Im Nachhall einer katastrophalen Explosion öffnen sich feurige Himmelsportale, die dämonischen Kreaturen Einlass in die SpielweltWelt gewähren. Drachen verdunkeln den Himmel und werfen einen Schatten der Angst auf das Leben der Menschen: So erzählt es die ersten Spielminuten. Es bleibt die Frage, wer für diese Missetat Verantwortung trägt und auf welche Weise den Kräften des Bösen Einhalt zu gebieten ist. Nun, die Antwort entschlüsselt sich im Verlauf eines weiteren großartigen Rollenspielerlebnisses, für das die kreativen Köpfe hinter Mass Effect, Star Wars: The Old Republic und "Neverwinter Nights" verantwortlich zeichnen.

Klassenwahl und Heldengeburt

Zunächst erschafft der Spieler seinen Helden, den sogenannten Inquisitor. Man verbindet das lateinische Wort gerne mit religiösen Motiven, doch in diesem Fall geht es eher in Richtung der direkten Übersetzung: Untersuchungsrichter. Mit der Bestimmung von Geschlecht, Frisur, Körperbau und Wangenknochen beginnt der Lebensweg. Wie es sich für ein formvollendetes Rollenspiel gehört, beeinflussen die Wahl des Volkstammes und die Entscheidung zwischen den Berufen Schurke, Krieger und Magier das weitere Schicksal des Helden.

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Geradliniger Einstieg

In den ersten ein bis zwei Stunden gestaltet sich der Ablauf ohne große Schnörkel: Der erster Kontakt mit der Welt und das vertraut machen mit der Steuerung stehen an. "Dragon Age: Inquisition" ähnelt einem konventionellen Third-Person-Game. Der linke Controller-Stick führt den Helden, der rechte bewegt die Kamera. Stellen sich einem Angreifer in den Weg, kann man entweder kämpfen oder versuchen, die Gefahr umgehen. Wer letzteres häufig tut, sammelt allerdings keine Erfahrungspunkte und wird sich im weiteren Spielverakuf schwer tun. Nachdem man die ersten Etappenziele bewältigt hat, öffnet sich die Welt. Der Spieler bestimmt zunehmend selbst über Marschroute und Quest-Reihenfolge - wobei man schnell merkt, dass einen nicht alle Völker gleich willkommen heißen.

Mehrfaches Durchspielen lohnt sich

Als Mensch ist man zum Beispiel an Orten willkommen, die ein Elf, Zwerg oder stierköpfiger Qunari eher meiden sollte. Kampf- und Gesprächspartner reagieren entsprechend der Erscheinung des Helden abweisend oder entgegenkommend. Multiple-Choice-Dialoge entwickeln sich in Abhängigkeit von vielen Faktoren. Auch das Geschlecht spielt dabei eine Rolle. Die Entscheidungen, die sich aus dem Verlauf eines Dialogs ergeben, stellen zwar keine wesentlichen Handlungsweichen. Aber sie beeinflussen die Beziehung zwischen dem Helden und geliebten Personen, den Umgang mit potentiellen Verbündeten sowie die Häufigkeit von Kämpfen und die Atmosphäre. Das zieht einen in die Welt hinein und spornt durchaus zum mehrfachen Durchspielen an.

Durchwachsene Erzählung

Leider wirkt das hohe Erzähltempo dieser Sogwirkung doch etwas entgegen. Die Schilderung der Motivation der einzelnen Figuren kommt zu kurz, ihre Gestik und Mimik sieht wächsern aus. Letztlich berührt einen das Schicksal von Freunden und Gegnern nicht sonderlich. Das ist deshalb schade, weil Kommunikation über Multiple-Choice-Dialoge einen Schwerpunkt des Spielablaufs bildet. Eigentlich ließe sich so eine herrlich vielschichtige Handlung konstruieren. So aber schart der Inquisitor eher im Vorbeilaufen einen Trupp von Gefährten um sich. Die Jungs und Mädels folgen ihm, stehen mit Tipps parat und bilden im Kampf eine willkommene Unterstützung. Aber mehr ist halt nicht.

Rund 50 Stunden Spieldauer

Der Inquisitor und sein Gefolge bereisen im Verlauf von rund 40 bis 50 Spielstunden viele wundervolle Orte. Das Terrain reicht von windumtosten Küsten über üppige Regenwälder bis hin zu gewaltigen Wüsten. Hinter dem Rollenspiel steht mit der Frostbite-3-Engine eine Technologie, die sonst eher gutaussehende Ego-Shooter wie zum Beispiel "Battlefield 4" antreibt. Sie lässt sich aber offensichtlich für opulente Abenteuer adaptieren. Jedenfalls machen die düsteren Wälder, weiten Steppen und bedrohlichen Klippen so richtig Lust auf großes Abenteuer. Der Marsch durch Höhlen löst unweigerlich Gefühle von Beklemmung aus. Musik und Soundeffekte unterstreichen die Dramatiker der Situation, Dialoge sind nahtlos und ohne Wartepause mit dem Gameplay verknüpft.

Actionreiche Kämpfe

Abgesehen von Ladepausen beim Wechsel zwischen verschiedenen Regionen ergibt sich ein angenehmer Spielfluss. Die Überleitung zu Echtzeitkämpfen funktioniert reibungslos. Orks, Schildwachen und Dämonen attackieren mal in kleinen Gruppen, mal in großen Trupps. Die Kämpfe sind actionreich inszeniert und gut kontrollierbar. Bei Begegnungen mit besonders unwirschen Dämonen oder feuerspuckenden Lindwürmern empfiehlt sich die Umschaltung von der Standard-Verfolgerperspektive auf den taktischen Draufsicht-Kampfbildschirm. Hier pausiert die Action, wenn der Spieler das wünscht. Jetzt kann man den Mitgliedern seiner Party dedizierte Anweisungen mit geben, beispielsweise was die Position, den Gebrauch von Waffen und das Timing betrifft. Kenner werden dieses Plus an Kontrolle schätzen.

Abenteuern mit Partnern

Eine attraktive Neuerung ist der Koop-Modus. Zwei bis vier Online-Abenteurer verbünden sich in der Lobby, wählen aus anfangs drei - später zwölf - Charakterklassen ihre Favoriten. Dann ziehen sie gemeinsam in eine mehrere Etappen umfassende Schlacht gegen Venatori, Red Templars oder Dämonen. Hier geht es zwar "nur" ums Hochleveln des Charakters, und es besteht kein Zusammenhang mit der Hauptquest. Trotzdem eine hübsche Idee für all jene, die gelegentlich mit Onlinekumpels durch die zehn wunderschön arrangierte Regionen streifen möchten.

Was uns gefällt

Experimentierfreudige Abenteurer befassen sich abseits der Kampagne mit vielfältigen Zusatzaufgaben: Sie bauen eine Burg zur Festung aus, erkämpfen sich Rangaufstiege und Waffen und Rüstungen. Oder sie erarbeiten sich über Nebenquests die Gunst von NPCs (nicht spielbaren Charakteren). Im Fall des Falles helfen einem dann beispielsweise Handwerker beim Bau einer Brücke in unentdecktes Areal.

Was uns nicht gefällt

Das Fantasy-Erlebnis leidet unter mehreren kleineren Mängeln. Die Synchronsprecher einiger Nebenrollen sind fehlbesetzt, die Wegfindung der computergesteuerten Figuren arbeitet nicht immer zuverlässig. Ab und zu reißen einen flackernde Bilder und andere Grafikbugs aus der Illusion. Die Stückelung der offenen Welt in Regionen stört ein bisschen den Spielfluss, aber nicht sehr.

Fazit

Die großartige Musik ist mitverantwortlich, dass sich dieses Fantasy-Rollenspiel groß und monumental anfühlt – gerade so als wäre man Teil einer bedeutsamen Aufgabe. Der Einstieg auch Genre-Neulingen leicht. Danach vergehen 40 bis 50 Stunden bis zum Ende der Singleplayer-Kampagne. Wegen der etwas hektischen Erzählweise bleiben die Schilderungen einzelner Figuren auf der Strecken. Charaktere und Handlung entfalten sich nicht recht, das Gameplay fühlt sich eher nach Action an. Wer das mag, den wird "Dragon Age: Inquisition" viele Winternächte lang prima unterhalten.

Infos zum Spiel

Titel: Dragon Age Inquisition
Genre: Action-Rollenspiel
Hersteller: Bioware
Publisher: Electronic Arts
Release: 20. November 2014
Preis: zirka 60 Euro
System: PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren
Wertung: Sehr gut

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