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Warlords of Draenor im Test: Mehr Warcraft geht nicht

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Test World of Wacraft: Warlords of Draenor | MMORPG | PC, Mac  

Mehr Warcraft geht nicht

26.11.2014, 07:54 Uhr | Karsten Scholz (jr / ams), Medienagentur plassma

Warlords of Draenor im Test: Mehr Warcraft geht nicht. World of Warcraft: Warlords of Draenor - Add-On zum Online-Rollenspiel für PC von Blizzard Entertainment (Quelle: Blizzard Entertainment)

World of Warcraft: Warlords of Draenor (Quelle: Blizzard Entertainment)

Zurück zu den Wurzeln – und dennoch moderner! So könnte das Motto der frisch erschienenen "World of Warcraft"-Erweiterung "Warlords of Draenor" lauten. Die Entwickler von Blizzard Entertainment haben nicht nur die angestaubte Grafik-Engine des Online-Rollenspiels überarbeitet und den alten Völkern neue Modelle spendiert, sondern auch die Inszenierung der Geschichte auf ein neues Level gehievt. Gleichzeitig passen die Zonen Draenors viel besser zum Warcraft-Universum als die kunterbunte Welt Pandaria. Da das neue Garnisons-Feature zudem auch inhaltlich viel frischen Wind ins Genre bringt, scheint den kalifornischen Entwicklern erneut der große Wurf gelungen zu sein - wenn nur die vielen technischen Probleme nicht wären.

Zurück in die Scherbenwelt

Am 13. November um kurz nach Mitternacht war es endlich soweit: Helden aus allen Herren Länder durften das Dunkle Portal betreten und in die WoW-Geschichte zurückreisen. In eine frühere Version der Scherbenwelt, um genau zu sein, die gestandene Veteranen bereits aus der Burning Crusade-Erweiterung kennen. Damals war sie noch nicht in die namensgebenden Scherben zerfallen, hörte auf den Namen Draenor und wurde von unzähligen schlecht gelaunten Orcs der Eisernen Horde bewohnt. Die will der im vorherigen Add-on Mists of Pandaria gefallene Kriegshäuptling Garrosh Höllschrei nun unter seinem Banner versammeln, um schließlich mit einer gewaltigen Armee zurück in die Gegenwart zu reisen und sich dort an Thrall und Konsorten für die Niederlage in der Schlacht um Orgrimmar zu rächen. Ihre Aufgabe ist es, den Plan zu vereiteln, das Dunkle Portal zu zerstören und mit einer Streitmacht Garrosh und seine Verbündeten endgültig zu besiegen.

Modern inszeniert ...

Bereits in der Vergangenheit erzählte Blizzard die Handlung von WoW nicht mehr nur in dröge präsentierten Quest-Texten, sondern immer häufiger auch in Videosequenzen in Spielgrafik. Mit Warlords of Draenor führen die Kalifornier den eingeschlagenen Weg konsequent fort. Die kurzen Videos treten häufiger auf und stellen etwa fiese Bösewichte vor oder zelebrieren die Kräfte von bekannten Warcraft-Figuren wie Velen oder Thrall, mit denen Sie häufig Seite an Seite gegen die Anführer der Eisernen Horde kämpfen. Aber auch abseits der Sequenzen fällt die Inszenierung der Geschehnisse moderner aus. Mal verteidigen Sie in einem mehrphasigen Ereignis einen Engpass, während Ihre Mitstreiter Sie anfeuern oder Ihnen neue Anweisungen zurufen. An anderer Stelle beobachten Sie den mächtigen Magier Khadgar dabei, wie er eine Brücke zum Einsturz bringt, damit Sie Ihre Verfolger abschütteln können.

Eine neue Gefahr kommt aus der Vergangenheit

Der erste Gameplay- und Story-Trailer zur neuen WoW-Expansion "Warlords of Draenor".

Eine neue Gefahr kommt aus der Vergangenheit


... mit Abzügen in der Quest-Note

Die gemeinsamen Abenteuer mit den berühmten Persönlichkeiten der WoW-Lore sorgen für ordentlich Warcraft-Atmosphäre, dank der die Level-Phase trotz des angestaubten Quest-Designs so viel Spaß macht wie lange nicht. Dennoch: Viel zu oft verfällt das Spiel in das altbekannte "Erledige und Sammel"-Prinzip zurück, und selbst abwechslungsreichere Aufgaben, in denen Sie sich etwa hinter ein Geschütz klemmen oder in einem Schredder Platz nehmen, entlocken langjährigen WoW-Spielern nur noch ein müdes Gähnen, weil sie Derartiges schon zu oft gemacht haben.

Dafür lohnt es sich endlich wieder, jeden Zipfel der neuen Zonen unter die Lupe zu nehmen. Abseits der Straße finden Sie neben Schätzen und versteckten Quests auch immer wieder seltene Kreaturen, die Ihren Helden mit wertvoller Beute belohnen. Oder Sie stoßen auf ein pseudo-dynamisches Ereignis, in dem ein Ingenieur von Wölfen angegriffen wird, während er an seiner Konstruktion arbeitet. Sie können ihm unter die Arme greifen, die Wölfe erledigen und sich dadurch eine Belohnung verdienen - oder den Draenei ignorieren, Ihrer Wege ziehen und eben nichts bekommen.

Housing à la Blizzard

Mit Warlords of Draenor hören die Entwickler endlich auf den Wunsch vieler Spieler und führen ein Housing-System ein, das sich jedoch deutlich von den Varianten anderer Online-Rollenspiele unterscheidet. Statt eines kleinen Hauses ziehen Sie ein stark befestigtes Lager hoch, das Sie mit bis zu 20 unterschiedlichen Gebäudetypen füllen können. Da Sie in der dritten und höchsten Ausbaustufe Ihrer Garnison jedoch nur sieben freie Bauplätze besitzen, müssen Sie genau überlegen, welche Einrichtungen Sie nutzen möchten und welche nicht.

In der Taverne erhalten Sie zum Beispiel spezielle Quests für die neuen Gruppeninstanzen oder fügen Ihrer Anhängerschaft neue Streiter zu. Oder Sie lassen sich in der Werkstatt hilfreiche Spielereien wie den Zielmarkierer N.U.K.U.L.A.R. herstellen, mit dem Sie einmal pro Stunde einen Atomschlag anordnen dürfen. Die Bauplätze sind übrigens genauso vorgegeben wie die Position Ihrer Garnison. Einen persönlichen Anstrich bekommt ihr Zuhause, wenn Sie gefundene Artefakte in der Großen Halle ausstellen oder sich Monumente in Ihre Festung bauen.

Die eigene kleine Armee

Sobald Sie sich die Kaserne in Ihre Garnison gestellt haben, dürfen Sie Ihre Anhänger auf Patrouillen-Missionen schicken. Anhänger sind besondere Nichtspielercharaktere, die sich Ihnen im Laufe Ihrer Abenteuer anschließen, etwa weil Sie ihnen einen Gefallen erwiesen haben. Über 300 unterschiedliche Kämpfer gibt es im Spiel, und alle besitzen verschiedene Fähigkeiten und Eigenschaften, steigen im Level auf und lassen sich sogar mit Rüstungs- und Waffenaktualisierungen verbessern.

Die Anhängermissionen funktionieren wie in einem Browsergame: Sie weisen einen oder mehrere Streiter einer Mission zu, woraufhin diese verschwinden, bis die Zeit abgelaufen ist. Bei ihrer Rückkehr erfahren Sie, ob der Auftrag ein Erfolg war und Sie Beute erhalten. Taktisch werden die Kämpfe, weil auch die Gegner Fähigkeiten und Eigenschaften besitzen, die Sie mit denen Ihrer Anhänger kontern müssen. Alternativ können Sie Anhänger übrigens auch als Leibwächter einsetzen, die Ihnen in der freien Wildbahn dann kämpfend zur Seite stehen oder Sie in Handwerksgebäuden für sich arbeiten lassen, wodurch Sie zum Beispiel Zugriff auf besondere Gegenstände oder Stärkungseffekte erhalten.

Mehr vom Gleichen

Abseits der Garnison liefert Warlords of Draenor das gewohnte Rundumpaket: PvP-Spieler (Player versus Player) balgen sich mit der feindlichen Fraktion in dem neuen Kriegsgebiet Ashran, Haustierkämpfer machen Jagd auf unzählige neue Kleinviecher, und PvE-Liebhaber (Player versus Environment) besuchen die acht neuen Gruppeninstanzen im normalen oder heroischen Modus. Letztere hinterlassen einen sehr guten Eindruck: Die Dungeons respektive Bosskämpfe sind zum einen schön abwechslungsreich, zum anderen verdient der heroische Schwierigkeitsgrad endlich wieder seinen Namen, weil er spürbar schwerer ausfällt als der normale Modus. Die richtig knackigen Kämpfe gibt es aber erst zwei Wochen nach Veröffentlichung, denn dann wird mit Hochfels die erste Schlachtzugsinstanz geöffnet. Parallel streunen ab dann mehrere Weltbosse durch die Zonen von Draenor.

Wunderschön ...

Technisch hinterlässt WoD bisher einen durchwachsenen Eindruck. Auf der Habenseite finden Sie die spürbar aufpolierte Grafik-Engine, dank der die neuen Zonen von Draenor einfach toll aussehen. Besonders deutlich wird der Sprung, wenn Sie Zonen wie Nagrand, die es schon in der "Burning Crusade"-Erweiterung gab, mit den neuen Versionen vergleichen. Doch nicht nur die Welt ist schöner, auch die Charaktermodelle der alten Völker wurden aufgepeppt, genauso wie viele Kreaturen und Zauber auch. Der Comicstil mag weiterhin nicht jedermanns Sache sein, doch eines müssen auch Kritiker zugeben: WoW sah noch nie so gut aus.

... aber mit Startproblemen

Doch wo Licht ist, da fällt zwangsläufig auch Schatten. Noch nie zuvor kämpfte eine WoW-Erweiterung zum Start mit derart vielen technischen Problemen wie Warlods of Daenor. Spieler kämpfen mit Verbindungsab- und Leistungseinbrüchen, ärgern sich über mehrstündige Wartezeiten oder schlagen entnervt die Hände über dem Kopf zusammen, weil die Phasing-Technologie - mit der Blizzard von einem Ort viele Kopien für die Spieler bereitstellt - gerade im Garnisonsbereich komplett überfordert ist. Aktuell fahren die Techniker bei Blizzard die Server fast täglich für Neustarts oder Wartungsarbeiten herunter, zudem entschuldigte sich das kalifornische Entwicklerteam bereits für den holprigen Start und gewährt allen Abonnenten fünf Tage freie Spielzeit.

Was uns gefällt

Entwickler Blizzard verpasst seinem in die Jahre gekommenen Online-Rollenspiel mit Warlords of Draenor ein neues, modernes Gewand. Die überarbeiteten Charaktermodelle sind dafür ein Beispiel, die aufgebohrte Grafik-Engine ein anderes. Zudem fällt die Inszenierung der Geschichte cineastischer aus, weil die Handlung immer wieder in schicken Videosequenzen erzählt wird. Doch auch inhaltlich glänzt das mittlerweile fünfte WoW-Add-on. Die neuen Gruppenherausforderungen spielen sich abwechslungsreich, und auch die Garnison fügt sich fantastisch ins Spiel ein. Nebenbei schaffen die kalifornischen Entwickler mit den Anhänger-Missionen eine neue Metaebene, die zu einem ähnlichen Zeitfresser wie die Haustierkämpfe werden könnte.

Was uns nicht gefällt

Die Level-Phase bis Stufe 100 fällt deutlich zu leicht aus; echte Herausforderungen suchen Sie hier genauso vergebens wie in den normalen Gruppeninstanzen. Erst auf dem heroischen Modus wird es etwas anspruchsvoller. Richtig schwere Inhalte finden Sie in den Schlachtzugsinstanzen. Einfacher fällt auch die Spielweise der Klassen aus, weil die Entwickler viele Fähigkeiten ersatzlos gestrichen haben, statt diese vernünftig auszubalancieren oder sinnvolle Einsatzmöglichkeiten für sie zu schaffen. Zu guter Letzt sorgen die technischen Probleme der ersten Tage für eine ganze Menge Frust, denn so holprig wie WoD ist noch keine WoW-Erweiterung gestartet.

Fazit

Die vielen technischen Probleme der ersten Tage nerven viele Spieler zurecht - und das ist wirklich schade, weil Warlords of Draenor richtig klasse geworden ist. In Sachen Kampfsystem und Quest-Design kann der Genre-König zwar weiterhin nicht aus seiner Haut, doch macht dafür die Grafik-Engine einen spürbaren Schritt nach vorne, und auch die modernerer Inszenierung der Geschichte gefällt. Zudem gibt es dank der Garnison und den verschiedenen Gruppenherausforderungen genug Heldenfutter, um für Wochen und Monate blendend unterhalten zu werden. Wer mit all diesen Dingen bisher nicht warm geworden ist, den wird auch Warlords of Draenor nicht überzeugen können. Doch falls Sie der letzten WoW-Erweiterung Mists of Pandaria aufgrund des Asia-Settings und der kuscheligen Pandaren den Rücken gekehrt haben, ist jetzt der perfekte Moment für eine Rückkehr gekommen. WoW hat sich schon lange nicht mehr so "warcraftig" angefühlt.

Infos zum Spiel

Titel: World of Warcraft - Warlords of Draenor
Genre: Online-Rollenspiel / Add-on
Publisher: Activision Blizzard
Hersteller: Blizzard Entertainment
Release-Termin: 2014
Preis: zirka 40 Euro (plus etwa 13 Euro Abo-Gebühr pro Monat)
Systeme: PC, Mac
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
Wertung: Sehr gut

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