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Lego Batman 3: Test zum Actionspiel für PC, PS4, PS3, Xbox 360, Xbox One, Wii U, 3DS, PS Vita

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Test Lego Batman 3: Jenseits von Gotham | Actionspiel | PC, PS4, PS3, Xbox 360, Xbox One, Wii U, 3DS  

Viele Helden verderben den Brei

24.11.2014, 13:21 Uhr | Richard Löwenstein (ta / ams), Richard Löwenstein

Lego Batman 3: Test zum Actionspiel für PC, PS4, PS3, Xbox 360, Xbox One, Wii U, 3DS, PS Vita. Lego Batman 3: Jenseits von Gotham - Test zum Action für Konsolen und PC von Warner Interactive (Quelle: Warner Interactive)

Lego Batman 3: Jenseits von Gotham (Quelle: Warner Interactive)

Der Titel des neuen Actiongames aus der Lego-Reihe könnte kaum irreführender sein. Nicht allein Batman ist der Star des kunterbunten Bausteinspektakels, sondern nahezu das komplette Superhelden-Ensemble aus dem Hause DC Comics. Robin, Superman, Killer Croc und mehr: 150 spielbare Figuren in Spielzeugoptik geben sich die Klinke in die Hand. Das Ergebnis wirkt etappenweise chaotisch und verworren, egal auf welcher Hardware-Plattform. Hersteller Warner beglückt so ziemlich jedes System unter der Sonne mit "Lego Batman 3". Sogar Nintendos Wii U. 

Ein schlimmer Finger, der Androide Brainiac. Erfindet eine Maschinerie, die Planeten auf Hosentaschen-Format verkleinert. Jetzt kommt er mit seinem Tentakel-Raumschiff angeflogen und will die Erde schrumpfen. Jemand muss  dem Schurken das Handwerk legen. Warum nicht Batman, bekannt aus den DC Comics und zahlreichen Leinwand-Verfilmungen? Diesmal verlässt Batman angestammtes Territorium. Er kämpft auf der Erde, unter Sternen und auf anderen Planeten.

Charme und Aufbau der Actionspiele aus der Lego-Reihe bleiben unverändert. "Lego Batman 3" bezieht seine Reize vorwiegend aus der Tatsache, dass Batman als muntere Lego-Figur durch Kulissen aus Bauklötzen turnt. Er rennt und hüpft und haut mit simplen Faustattacken Angreifer beiseite. Trifft die Faust auf Fahrzeuge, Wände und andere Kulissenteile, purzeln Dutzende, ja Hunderte Legosteine über den Bildschirm. Kurz gesagt: es geht hektisch her. Die Kamera verfolgt das Geschehen wie gewohnt aus sicherer Entfernung. Minimale Schwenks bringen ein bisschen Dynamik rein, aber nicht viel.

Eine bunter Heldenreigen

Batman ist nicht allein am Werk. Schon Sekunden nach Spielstart fordert eine Bildsymbol zum Heldenwechsel auf. Taste tippen, und schon lenkt der Spieler anstelle von Batman seinen Novizen Robin durch das erste Kapitel, die Kanalisation. Er soll mit seinem Supersauger 25 Legosteinchen sammeln. Mit seinem Spezialanzug vermag Robin außerdem durch grüne Schlacke zu waten, die Batman nicht berühren darf. So öffnen sich Batmans Helfer Wege, die dem Dunklen Ritter verschlossen blieben. Der wiederum vermag mit seinem Röntgenblick einen Türschloss-Mechanismus zu durchschauen. Das Knacken wird per Minigame erledigt. Binnen weniger Minuten klatschen sich Batman und Robin einige Male in der Heldenrolle ab.

Viele Helden, unflexibles Gameplay

Bald mischen Butler Alfred und viele weitere Figuren mit, und es werden immer mehr. Insgesamt 150 Figuren aus dem DC Universum will der Hersteller im Spiel untergebracht haben. Weitere Entfaltungsfreiheit entsteht durch die Möglichkeit, seinen Helden jederzeit mit diversen Outfits zu individualisieren. Das Arktiskostüm beispielsweise erlaubt es seinem Träger, Angreifer jederzeit schock zu frosten und in Stücke zu hauen. Jeder Held darf, ja muss seine Stärken ausspielen. Ein buntes Feld für Experimente? Wäre denkbar, aber – nein. Denn das Gameplay zeigt sich unflexibel. Jedes Türschlüsselloch, jeder Einschalter lässt sich nur von einem Held in genau dem Kostüm bedienen, das der Gamedesigner vorgesehen hat.

Gebremster Spielspaß

Welches Kostüm jeweils angebracht ist, das lässt sich anhand der Grafik nur selten nachvollziehen. Manchmal ist das Spiel mit Tipps in Form von Bildsymbolen zur Stelle. Aber eben nicht immer. Dann heißt es: Rätselraten und Herumprobieren. Einzelspieler werden das bald als lästig empfinden. Besser ist beraten, wer zu zweit im Koopmodus vor einer Konsole spielt. Ein Mitspieler kann jederzeit in eine laufende Partie ein- und wieder daraus aussteigen. Gemeinsam Brainiacs Schergen bekämpfen und Schalterrätsel lösen, fühlt sich deutlich unterhaltsamer an. In dem Fall entfällt das lästige Hin- und Herschalten zwischen zwei oder mehr Helden, das im Singeplayer-Modus alle paar Sekunden den Spielfluss unterbricht. 

Abläufe wiederholen sich

Es bleibt das Problem, dass sich viele Szenen und Ideen ähneln. Nehmen wir den ersten Bossgegner-Kampf, eine Auseinandersetzung mit einem Fledermausschwarm. Batman prügelt auf herumstehende Legokonstruktionen ein und haut sie dadurch in Stücke. Bausteine purzeln über den Bildschirm. Auf Tastenkommando formieren sie sich zu einem Scheinwerfer und dessen, offenbar für Fledermäuse wenig attraktiven Strahl. Soweit so gut. Genau dieselbe Aktion wiederholt sich viel zu häufig in naher unveränderter Art und Weise, auch in späteren Kapiteln. Oft geschieht das in Momenten, wo es weder inhaltlich noch dramaturgisch passt, sondern offensichtlich nur die Spieldauer längen soll. Eine Geduldsprobe.

Potenzial wäre vorhanden

Schade, denn grundsätzlich verdient der Spielfluss ein Kompliment. "Lego Batman 3" reiht nicht einfach eine Prügelei an die nächste, sondern mischt abwechslungsreiche Herausforderungen in den Gameplay-Cocktail. In einem Moment steckt der Held mitten im Getümmel eines Faustkampfs gegen ein Angreiferudel. Augenblicke später schaltet sich Brainiac ein; nimmt einen Riesenroboter in Betrieb und inszeniert einen charmanten Zwischengegner-Kampf. Minipuzzles und cineastische Intermezzi lockern die Sache auf. Kids werden die Dialoge und Slapstickeinlagen als erheiternd wahrnehmen, Ältere und erfahrene Gamer eher als infantil.

Was wir mögen

Die Eindeutschung ist gut gelungen. Sämtliche Dialoge sind mit gutem Gespür übersetzt und den Lego-Figuren von motivierten Synchronsprechern in den Mund gelegt.

Was wir nicht mögen

Das arena-artige Design wirkt einengend, vor allem zu Spielbeginn. Kenner der Lego-Reihe könnten das Fehlen einer offenen Welt betrauern, wie sie sich beispielsweise in "Lego City Undercover" auftut. Wenigstens sind einige  spätere Kapitel mit größeren Freiflächen ausgestattet und laden also zum Erkunden ein.

Fazit

Der Beschreibung nach verspricht die großartige Ausstattung von "Lego Batman 3" viel Spielspaß. 150 spielbare Figuren aus DCs Comic-Universum, das ist eine Ansage. Dem Gameplay tut das allerdings weniger gut. Zu viele Helden verderben den Brei: Sie summieren sich zu einem charmant inszenierten, gutaussehenden und technisch souveränen, aber verwirrend strukturierten Geflecht aus Action und Minipuzzles. Wenn zwei Spieler ein Gespann bilden und einander beraten, kommt trotzdem Freude auf. Einzelspieler sollen auf Abstand gehen.

Infos zum Spiel: 

Titel:  Lego Batman 3: Jenseits von Gotham
Genre: Action-Jump´n´Run
Publisher:  Warner Bros. Interactive
Hersteller:  TT Games
Release:    13. November 2014
Preis:        ca. 60 Euro
System:    PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One, Wii U, 3DS, PS Vita
USK-Freigabe: ab 6 Jahren


Wertung: Befriedigend

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