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Geometry Wars 3: Dimensions: Test zum Action-Spiel für PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One, Mac, Linux

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Test Geometry Wars 3: Dimensions | Action-Spiel | PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One, Mac, Linux  

Kunterbunte Actiondisco

28.11.2014, 13:05 Uhr | Richard Löwenstein (ta / ams), Richard Löwenstein

Geometry Wars 3: Dimensions: Test zum Action-Spiel für PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One, Mac, Linux. Geometry Wars 3: Dimensions  Action-Spiel für PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One, Mac, Linux (Quelle: Lucid Games)

Geometry Wars 3: Dimensions (Quelle: Lucid Games)

Überraschung: Ohne jedes Tamtam oder wenigstens eine Pressenachricht meldet sich das Spielelabel Sierra zurück. Die Marke machte sich in den 1980ern und 1990ern mit Grafikabenteuern, Simulationen und "Half-Life" einen Namen. Jetzt will man Indieproduktionen auf die Beine helfen. Erstes Projekt: Der dritte Neonglitzershooter aus der "Geometry Wars"-Reihe – ein abstraktes Actionfeuerwerk für PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One, Mac und Linux.

Ein moderner Twinstick-Shooter

Fiebrige Ballereien in Neongrafik kamen ab Ende 2003 groß in Mode. Als Auslöser der Welle darf das Minigame "Geometry Wars" gelten. Es hält sich in einer virtuellen Garage des Xbox-Arcaderacers "Project Gotham Racing 2" versteckt. Ein Twinstick-Shooter von dem manche sagen, er hätte sie besser unterhalten als das Rennspiel drumherum. Ähnlich wie das Original, pfeift das dritte "Geometry Wars" auf Handlung, Figuren, Kamerafahrten und anderes Beiwerk moderner Highendspiele. Das Ganze folgt eher den Ideen der klassischen Arcade-Spielautomaten "Defender" und "Tempest": Viele Angreifer, ständiges Dauerfeuer, abstrakte Grafik und atemlose Jagd nach dem Highscore.

Geometrische Körper als Arenen

Als Arenen dienen geometrische Körper, die von Spielstufe zu Spielstufe wechseln: Flächen, Quadrate, Kugeln, Zylinder, Kegel. Mit dem linken Stick am Controller steuert der Spieler eine bewaffnete Drohne über die Oberflächen dieser Körper. Sie feuert ständig Projektile um sich. Der Spieler beeinflusst die Feuerrichtung per rechtem Stick am Controller. Das Ziel: Alle Angreifer auslöschen – keine bildhaften Figuren, sondern ebenfalls eher geometrische Objekte: Quadrate und Linien und Kreise und Blitze und Farbkaskaden, jede davon bei Kontakt sofort tödlich. Die Körper schleichen, stieben, kreisen, trudeln und mäandern alleine und/oder in Gruppen über die Oberfläche der Arenen. Sie verfolgen einen, umkreisen einen, treiben einen mal hierhin und mal dorthin.

Zehn verschiedene Spielmodi

Die Arena säubern und möglichst viele Punkte anhäufen, das ist das Ziel. Im Abstand von einigen Sekunden verstofflichen neue Gegnerwellen. Wer zu lange untätig bleibt, findet bald kein Durchkommen mehr und verliert ein Drohnenleben. Zehn Spielmodi öffnen Pforten zur unterschiedlichen Spielweisen. Man räumt unter Zeitdruck möglichst viele Gegner ab; schlängelt sich im Pazifismus-Modus ohne Gegenwehr zwischen Gegnerwellen hindurch; oder sammelt im Endlosmodus Punkte bis alle Drohnen verloren sind. Die meisten Spielmodi sind Genrekennern grundsätzlich bekannt, jeder kickt auf seine eigene Art. Ein sogenannter Abenteuermodus verknüpft 50 Herausforderungen zu einem großen Ganzen. Dramatische Bossgegnerkämpfe, freischaltbare Begleitwaffen und andere Motivationsbeschleuniger – zum Beispiel Schusswechsel im Labyrinth – sind inklusive.

Vorbildlicher Spielfluss

Aufregend wird das Ganze durch das schlüssige Miteinander aller Gameplay-Facetten. Gegnerwellen tanzen Pirouetten, visuelle Schockwellen veranschaulichen Glanzleistungen, der Punktezähler schnellt in die Höhe. Temporeiche Electromusik und präzise gesetzte Soundeffekte runden das Chaos ab. Das Gesamtkunstwerk fließt so angenehm dahin, dass sich bei geübten Spielern eine Art Trance einstellt. Das setzt freilich Übung voraus. Denn bei alldem was um einen herum vor sich geht: Da den Überblick behalten, Ruhe bewahren, akute Bedrohungen ausschalten und gedanklich zwei Schritte vorausdenken – das ist das Geheimnis des Erfolges. Leicht macht es einem "Geometry Wars Dimension" nicht. Speziell im Abenteuer-Modus muss man sich von Beginn an durchbeißen. Einige spätere Levels grenzen ans Frustrierende. Der Blick auf die globalen Highscore-Listen kann einem Tränen in die Augen treiben. Mehrere Millionen Punkte in Arenen, wo man selbst sechstellig herumkrebst – wie schaffen die das bloß?

Motivierendes Punktesystem

Aber die Lust überwiegt. Warum? Punktesystem und Freispielwaffen üben eine verflixt anspornende Wirkung aus. Eigene Leistungen mit denen von Onlinefreunden abgleichen, das motiviert. Aber da ist noch mehr. Der Abenteuermodus beispielsweise koppelt das Erreichen des nächsten Kapitels häufig mit vorgegebenen Mindestpunktzahlen. Erreichen kann das nur, wer Feindkontakt vermeidet wie der Vampir den Knoblauch. Denn so bleibt der Punktemultiplikator intakt, das Fundament für hohe Punktzahlen. Man muss reaktionsschnell ausweichen, eine hohe Quote von Treffern pro Sekunde halten und sogenannte Geoms sammeln: gelblich schimmernde Bonusobjekte, die Angreifer nach Zerstörung hinterlassen. Genug gesammelt, hagelt es kurzzeitig Projektile und damit noch mehr Punkte – sehr befriedigend.

Reaktionsschnell sein, aktiv bleiben

Weitere interessante Facetten resultieren aus der räumlichen Struktur der Arenen. Die Kamera behält immer die Drohne im Blick. Die Arena bewegt sich um sie herum. Man ahnt eher als dass man sieht, was auf der Rückseite eines Würfels, einer Kugel oder eine Pille geschieht. Gut möglich, dass auf abgelegenen Arealen fiese Tausendfüßler materialisieren. Gegenmittel: ständige Positionsveränderung, schnelle Reaktion auf Überraschendes, aktiv bleiben. Unterm Strich ergibt sich so ein völlig anderes Spielgefühl als bei so manch modernen Vollpreis-Actiongame. Dort reichen für den Erfolg ein paar gelegentliche Reaktionen – hier hat schon verloren, wer nur eine Zehntelsekunde lang die Konzentration vernachlässigt. Ganz schön nervenaufreibend.

Was wir mögen

Nach Spielstart bremsen praktisch keine Ladepausen mehr den Spielfluss. Vom Titelbild über die Modusauswahl bis zum Einsetzen der Action vergeht nur ein Augenzwinkern. Einsteiger werden es begrüßen, dass das Spiel im Abenteuermodus einige wenige Mal kurz pausiert und mit Hilfe unaufdringlicher Bildtexte wesentliche Gameplay-Elemente erläutert.

Was wir nicht mögen

Der Schwierigkeitsgrad könnte ausgewogener sein. Er lässt sich nicht einstellen und verzeiht von Beginn an kaum Fehler. Per Online- und Lokal-Koop Freunde an Bord holen, ist zwar gestattet. Ob dass der ohnehin etwas unübersichtlichen Action gut tut, steht auf einem anderen Blatt. Die Anpassung an Windows-, Mac- und Linux-Rechner ist eher durchschnittlich gelungen. Per Tastatur- und Maus-Bedienung sind keine punktgenauen diagonalen Manöver möglich, die Angreiferformationen bleiben aber unverändert. De fakto ist das Spiel damit nicht schaffbar.

Fazit

Schon ein seltsamer Gedanke: Der millionenteure Topseller "Call of Duty Advanced Warfare" zählt genauso zum Actiongenre wie diese kleine Indieproduktion aus England, mit der das Oldielabel Sierra reüssiert. Dabei könnten beide Spiele nicht unterschiedlicher sein. Das eine ein aufwendig choregraphierter Bombastshooter, das andere ein hektisches, visuell stilisiertes Arcadegame alter Schule. "Geometry Wars 3: Dimensions" weckt Gefühle wie einst bei Tempest, Mutant Storm und Space Giraffe: Retroaffine Gamer werden die pausenlose Nonstop-Unterhaltung schätzen und sich gerne am hohen Schwierigkeitsgrad verbeißen. Das Spiel ist nur als Download erhältlich.

Infos zum Spiel

Titel: Geometry Wars 3: Dimensions
Genre: Arcade-Action
Publisher:  Lucid Games
Hersteller:  Sierra (alle außer Mac und Linux), Application Systems (Mac und Linux)
Release:    26. November 2014
Preis:        ca. 15 Euro, nur als Download erhältlich
System:    PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One, Mac, Linux
USK-Freigabe: Ab 0 Jahren
Wertung: Sehr gut

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