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The Crew im Test: Rennspiel zwischen Frust und Freiheit

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Test zu The Crew | Rennspiel | PC, PS4, Xbox 360 und Xbox One  

Zwischen Frust und Freiheit

05.12.2014, 15:11 Uhr | (jr / ta), Richard Löwenstein

The Crew im Test: Rennspiel zwischen Frust und Freiheit. The Crew Rennspiel von Ivory Towers für PS4 und Xbox One (Quelle: Ubisoft)

The Crew (Quelle: Ubisoft)

Es hätte so schön sein können: Ein Open World-Arcade-Rennspiel, das dir die USA auf PC, PS4, Xbox 360 und Xbox One zu Füßen legt. Ein offener Spielplatz, die große Freiheit für abenteuerlustige Autonarren. Gemeinsam mit Freunden schnittige Sportautos durch glitzernde Metropolen und faszinierende Landschaften lenken. Leider leistet sich Ubisofts "The Crew" an entscheidenden Stellen etliche Schnitzer. Manchmal fühlt es sich fast so an, als wolle das Spiel seinen Piloten nicht unterhalten, sondern ärgern.

Eine Reise durch die USA

Schnittige Autos, viel Tuning und immer wieder Cops im Nacken. Ein neues "Need for Speed"? Nein. "The Crew" thematisiert zwar ebenfalls illegale Straßenrennen, setzt aber andere Schwerpunkte. Dreh- und Angelpunkt sind die USA als offene Welt. Die Fläche zwischen Kanada und Mexiko, Ost- und Westküste wird zwar nicht maßstabsgetreu wiedergegeben, doch wer die Staaten bereits bereist hat, wird die zwölf Metropolen und markanten Landschaften als deutlich wiedererkennbar erleben. Von Beginn sind sämtliche Areale erreichbar. Der Spieler wählt seinen Weg selbst. Wer Äcker dem Asphalt vorzieht, startet die Sightseeing-Tour eben querfeldein. Mindestens eine Stunde dauert die Fahrt von New York City nach San Francisco. Auf Wunsch stehen ausreichend Flughäfen, Züge und Schnellstartoptionen als Abkürzung für Ungeduldige parat.

Das Spiel kombiniert Single- und Multiplayer-Modus in einer gemeinsamen Welt. Soll heißen: Man trifft ständig Online-Mitspieler, kann sie anquatschen und in sein Team aufnehmen. Wer möchte, bildet auf diese Weise eine bis zu vier Kopf umfassende "Crew". Die Wettwerbe der Kampagne sind für Singleplayer und Zweispieler-Koop ausgelegt. Größere Crews messen sich in separaten Herausforderungen.

Spiele 
The Crew: Open-World-Multiplayer-Rennspiel

Ubisoft verspricht mit The Crew einige coole Features. Video

Story aus Fast and Furious

Eine Weltkarte zeigt wo etwas zu los ist. Viel ist das zu Beginn nicht. Die meisten Autosalons, Garagen, Tuningwerkstätten und Wettbewerbe werden erst im Rahmen der Kampagne freigeschaltet, also durch Siege. Die Herausforderungen sind in eine Rahmenhandlung eingebunden: Ein tuningverrückter Raser namens Alex gerät in die Fänge des FBI und soll fortan undercover mehrere Bosse einer Schmugglergang ausschalten. Per Sprechfunk melden sich Einsatzleiterin und Gegner zu Wort, gelegentlich huschen die beteiligten Figuren per Videointermezzi durch das Bild. Die Erzählung erinnert an die "Fast & Furious"-Streifen, ihr fehlt es jedoch an Persönlichkeit und Menschlichkeit. Schwamm drüber.

Racing in einer offenen Welt

Nach den ersten Trainingsrennen werden Gemeinsamkeiten zwischen The Crew und der offenen Welt aus dem Sportwagenfest "Test Drive Limited" offensichtlich. Das ist wenig überraschend, wenn man weiß, dass der französische Entwickler Ivory Tower hinter diesem Werk steckt. Der wiederum rekrutiert sich zum großen Teil aus Ex-Mitarbeitern von Eden Games, den Köpfen hinter Test Drive. The Crew lebt von denselben Reizen: Das Cruisen durch gewaltige Landschaften, das Sammeln von Erfahrungspunkten, Stufenaufstiege und das damit verbundene Aufwerten des eigenen Fuhrpark mit Tuningteilen erinnert an ein Online-Rollenspiel.

Zwölf Metropolen und beeindruckende Landschaft

Den Ausgangspunkt der Kampagne bildet Detroit. Wettbewerb für Wettbewerb tastet man sich allein oder mit einem Mitspieler voran und erreicht über Highways das Umland, die Städte Saint Louis, Chicago und Miami. Wer von dort in Richtung Los Angeles aufbricht, kann zwischen wogenden Wäldern, weiten Steppen und spektakulären Tafelbergen weitere Mitspieler zu Spazierfahrten, Koop-Missionen und Knockout-Rempeleien einladen.

Zahlreiche Ankerpunkte laden zu Wettrennen aller Art ein. Eine schnelle Highway-Hatz an Bord eines Porsche Boxsters oder Mustang GTs? Ein Checkpoint-Rennen durch das großstädtische Labyrinth hinter dem Steuer eines Focus RS? Einmal querfeldein mit dem geländemäßig getunten Ruf-Porsche Cayenne? Zwischendurch bei Slalom- und Wettsprung-Herausforderungen die Highscore-Tabelle aufmischen? Manche Wettbewerbe sind freiwillig, andere in die Kampagne eingebunden und daher ein Muss.

Kampf mit ungleichen Mitteln

Grundsätzlich bürgt die offene Welt für ein großartiges Unterhaltungsprogramm. Leidet leistet sich The Crew Fehler, die einem modernen Rennspiel nicht gut stehen: Schwierigkeitsgrad, Steuerung und andere Elemente sind schlampig ausbalanciert. Viele Wettbewerbe machen zwar Spaß, doch dazwischen lauern unausweichliche Herausforderungen, die Nerven aus Drahtseilen voraussetzen. Zu oft hängt es vom Zufall ab, ob Sieg oder Fluchtfahrt gelingen.

Beispielsweise spielt computergesteuerter Gegenverkehr oft das Zünglein an der Waage. Wenn hinter einer Kuppe oder einer blinden 90-Grad-Kurve ein Lastkraftwagen dahinschleicht, umzacken Computergegner das plötzliche Hindernis wie ein Feldhase - selbst mit einem fetten Pickup-Truck. Der eigene Sportwagen dagegen gönnt sich sogar nach Fahrwerkstuning einen Wimpernschlag, bevor er auf den Lenkeinschlag reagiert und um die Ecke zu schaukeln beginnt. Mensch und Computergegner kämpfen also mit ungleichen Waffen.

Unberechenbare Fahrphysik

Kommt es zum Zusammenprall mit dem Gegenverkehr, sind häufig unfaires Wettbewerbsdesign und unpräzise Steuerung verantwortlich. Egal ob Sportauto, Kompaktwagen, Pickup oder Truck: Ein exaktes Anbremsen und Einlenken an Ecken und Kurven ist wegen des schwammigen Fahrgefühls unmöglich. Schaukelt das Auto nach Drifts oder Sprüngen auf, lässt sich das schwer wieder unter Kontrolle kriegen.

Generell mag man sich auf die Fahrphysik in The Crew nicht gerne verlassen: Sie wirkt zu unberechenbar. Touchiert beispielsweise das eigene Fahrzeug mit seiner Flanke eine Mauer, hat das meistens nur braven Funkenflug zur Folge. Manchmal allerdings verreißt die Karre böse, dreht sich einmal um die eigene Achse und verliert jeden Schwung. Wann wo was passiert, ist in Grenzsituationen nicht zuverlässig vorhersagbar. Beim Cruisen stört das kaum, aber ans Limit gehen ist unter diesen Umständen schwierig.

Frustresistenz hilft

Dazu kommt, dass die Orientierung während eines laufenden Wettbewerbs nicht allzu intuitiv funktioniert. Das Navi führt einen gelegentlich auf Umwegen durch das Straßendickicht der Städte. Kein Problem beim Cruisen. Aber inmitten bestimmter Wettbewerbs-Varianten, bei denen das Spiel keine festen Strecken absteckt, geht häufig der rote Faden verloren. Dabei tickt die Stoppuhr gnadenlos - bei einigen Checkpoint-Sprints sind die Countdowns extrem knapp gesetzt. Schon der kleinste Navigations- oder Fahrfehler verunmöglicht das rechtzeitige Erreichen des Ziels. Zehn oder mehr Starts nur um eine einzige Herausforderung zu meistern, das kann schon mal vorkommen.

Was uns gefällt

Die offene Welt lädt zu Spazierfahrten ein. Die Struktur von New York City, Las Vegas, Seattle, Miami und acht weiteren Metropolen ist wiedererkennbar, das Gelände dazwischen frei befahrbar und erlebenswert: Nachbauten von Rennstrecken und Naturwundern wie dem Grand Canyon warten auf Entdeckung. Tag- und Nachtwechsel malen eine zauberhafte Lichtstimmung.

Was uns nicht gefällt

Eine Wettersimulation fehlt, das Schadensmodell ist rein kosmetisch. Die Onlinekomponente ist wie üblich nicht plattformübergreifend spielbar. Das Spiel setzt eine zuverlässige Onlineverbindung und funktionsfähige Server voraus. Sobald das Internet ausfällt, verweigert The Crew den Start oder kehrt aus einer laufenden Partie ins Titelbild zurück - was im Test einige Male passiert ist. Entgegen der Herstellerangabe kommt es zwischen den Rennen, bei Neustarts und bei Kamerafahrten nach Crashszenen zu kurzen, in der Summe lästigen Ladepausen.

Fazit

Als Einzelkämpfer oder mit Onlinefreunden die illegale Straßenszene aufmischen, sich in abwechslungsreichen Wettbewerben mit anderen Crews messen und einander unterstützen: Das kann unterhaltsam sein. Durch unfair ausbalancierte Wettbewerbe, schwammige Steuerung und viele Detailmängel fährt The Crew aber an den Bedürfnissen von Motorsportliebhabern vorbei. Wer vorrangig die sozialen Komponenten auskosten, gemeinsam mit Kumpels die Reize der USA erkunden und gelegentlich Wettfahrten abhalten möchte, wird sich trotzdem unterhalten fühlen.

Infos zum Spiel

Titel: The Crew
Genre: Arcade-Rennspiel
Hersteller: Ivory Towers / Ubisoft Reflections
Publisher: Ubisoft
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 60 Euro
System: PC, PS4, Xbox 360, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
Wertung: Befriedigend

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