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Game of Thrones im Test: Auf nach Westeros

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Test Game of Thrones: Episode 1 – Iron from Ice | Adventure | PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One  

Auf nach Westeros!

08.12.2014, 13:09 Uhr | Olaf Bleich (jr/ta), Medienagentur plassma

Game of Thrones im Test: Auf nach Westeros. Game of Thrones: Episode 1 – Iron from Ice Adventure von Telltale Games (Quelle: Telltale Games)

Game of Thrones: Episode 1 – Iron from Ice Adventure von Telltale Games (Quelle: Telltale Games)

Entwickler Telltale Games hat keine Angst vor großen Namen: Nach preisgekrönten Spielen wie "The Walking Dead", "The Wolf Among Us" und "Tales from the Borderlands" stehen die Abenteuer-Experten vor ihrer größten Aufgabe. Bereits die Romanreihe "Das Lied von Eis und Feuer" von George R. R. Martin war ein Bestseller, doch mit der der HBO-TV-Serie "Game of Thrones" kam der ganz große Erfolg. Telltale Games erzählt nun in der ersten von sechs Episoden auf PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One die Geschichte der Forresters und ihrer Rolle im Krieg um die Sieben Königslande.

Der Winter ist da

Wie schon bei "The Walking Dead" und "The Wolf Among Us" handelt es sich auch bei Telltales Interpretation von "Game of Thrones" um kein traditionelles Videospiel. Vielmehr konzentriert sich der interaktive Film auf eine spannende Geschichte, seine Hauptcharaktere und deren teils dramatischen Entscheidungen. Innerhalb des dreistündigen Abenteuers übernimmt man die Rolle von gleich drei jungen Helden. Den Anfang macht Gared Tuttle. Er ist der mutige Knappe von Lord Forrester und kämpft mit ihm bei den Zwillingstürmen der Freys. Er ist hautnah dabei, als der Konflikt im Norden von Westeros eskaliert und spielt dabei eine wichtige Rolle.

Wiedersehen mit vielen alten Bekannten

Anschließend steuern Sie den jungen Ethan Forrester. Er soll irgendwann einmal die Position seines Vaters einnehmen und die Geschicke des Hauses lenken. In "Iron from Ice" trägt der schmächtige Knabe jedoch sehr früh viel Verantwortung auf seinen Schultern. In hitzigen Diskussionen legt er sich nicht nur mit dem aggressiven Lord Whitehill, sondern auch mit dem aus der TV-Vorlage bekannten Sadisten Ramsay Schnee an. Den für Kenner der Filmvorlage vielleicht interessantesten Part bekommt Mira Forrester. Sie dient nämlich Lady Margaery am Hofe von Königsmund als Zofe und macht Bekanntschaft mit Figuren wie Tyrion und Cersei Lannister.

Action noch ohne die Starks

Der in der Serie im Mittelpunkt stehende Clan der Starks taucht in der ersten Episode "Iron from Ice" nicht auf. Die Forresters allerdings sind enge Verbündete mit den einstigen Herrschern im Norden. Sie ähneln der Stark-Sippe ungemein und stehen immer wieder ganz ähnlichen Problemen gegenüber. So sind die Lannisters alles andere als gut auf die Forresters zu sprechen, speziell Cersei zweifelt Miras Loyalität am Hof überdeutlich an. Das Videospiel setzt grundlegendes Vorwissen über die Serie voraus, liefert aber mit Codes-Einträgen Informationen zu allen wichtigen Figuren.

Mit Pixeln und Pinseln

Das Telltale-Werk orientiert sich an der Bildästhetik der Vorlage. Die bekannten Seriendarsteller wie Peter Dinklage oder Lena Heady wurden stilvoll in die Comicgrafik des Abenteuers übertragen. Für mittelalterliches Flair sorgt ein interessanter Bildfilter: Durch eine leichte Unschärfe vermittelt "Game of Thrones" den Eindruck eines Ölgemäldes. Das sieht klasse aus, auch wenn gelegentlich Pixel einige Schlieren über den Bildschirm ziehen. Trotzdem müssen sich die Macher einige Kritik gefallen lassen: Besonders die Gesichter von Nebendarstellern wirken maskenhaft und emotionslos. Und auch die Animationen innerhalb der seltenen Actionsequenzen erscheinen abgehackt und unnatürlich. So ist die Präsentation insgesamt zwar stimmig, aber leicht angestaubt.

Wir müssen über alles reden

In "Game of Thrones" wird viel geredet. Nach den Geschehnissen bei den Zwillingstürmen geraten die Forresters in die Schusslinie und so entspinnen sich die aus der Serie bekannten Grabenkämpfe um die Machtpositionen innerhalb von Westeros. Die Forresters wirken im ersten Teil der Staffel noch wie ein Spielball - schwächlich und auf Unterstützung angewiesen. Sie stehen somit eindeutig im Schatten der Starks, was der Spannung dafür durchaus zuträglich ist.

Folgenschwere Entscheidungen

Wie schon in anderen Telltale-Titeln bestimmen Sie mit Ihren Entscheidungen den Fortlauf der Geschichte. Die übrigen Figuren merken sich Ihre Aktionen und reagieren in bestimmten Situationen entsprechend darauf. Wer also beispielsweise Lady Cersei mit Mira vor den Kopf stößt, macht sich zwar eine mächtige Gegnerin, zieht aber gleichzeitig ihren aufsässigen Bruder Tyrion auf seine Seite. Wichtig: Will man "Game of Thrones" in vollen Zügen genießen, braucht man gute Englischkenntnisse. Denn das Spiel ist aktuell ausschließlich auf Englisch erhältlich - deutsche Untertitel oder gar Sprachausgabe gibt es nicht! Dafür liefern die englischen Sprecher – inklusive den Original-Schauspielern aus der Serie – eine solide, gleichwohl nicht sensationelle Leistung am Mikrofon ab.

Viel Film, wenig Spiel

Telltale bleibt seiner bisherigen Linie treu und verwandelt auch "Game of Thrones" in einen Film zum Mitspielen. Die unzähligen, gut geschriebenen Gespräche werden nur gelegentlich durch Dialogoptionen und seltene Actionpassagen unterbrochen. Beim Kampf bei den Zwillingstürmen zu Beginn des Spiels weicht man beispielsweise Schwerthieben in kleinen Reaktionstests aus oder wehrt sich mit Tastenhämmern vor einem feindlichen Würgegriff. Diese Einlagen wirken unaufdringlich und erfordern wenig spielerisches Geschick. Im Gegenzug gibt es nahezu keine Rätsel oder gar Freiheiten mehr. Die Areale und benutzbaren Objekte sind überdeutlich umrissen. "Game of Thrones" setzt den Fokus eben auf seine Geschichte – und fährt damit über weite Strecken goldrichtig. Dennoch etwas schade: Die erste Episode verpasst die Chance, dramatische Höhepunkte zu setzen. Die hebt sich Telltale Games wohl für die nächsten Teile auf.

Was uns gefällt

Die erste Episode von "Game of Thrones" führt neue Charaktere und einen interessanten Nebenschauplatz des Krieges in den Sieben Königslanden ein. Die Umsetzung der Vorlage ist gelungen, die ersten Treffen mit bekannten Serienfiguren gestalten sich unglaublich intensiv. Erneut beeinflusst der Spieler das Schicksal der Helden und deren Verbündeten. Entscheidungen haben Tragweite, die Geschichte steht im Mittelpunkt. Wer bereits Titel wie "The Walking Dead" mochte, wird auch an "Game of Thrones" seinen Spaß haben

Was uns nicht gefällt

Telltale Games muss langsam etwas an der technischen Umsetzung seiner Abenteuer ändern. Speziell die abgehackt wirkenden Animationen werden der Leistungsfähigkeit von Highend-PCs und der Next-Generation-Konsolen nicht gerecht. Dazu wäre eine deutsche Übersetzung ein schöner Service gewesen. So bleibt "Game of Thrones" nur etwas für anglophile Spieler. Wie schon bei Titeln wie "The Walking Dead" rückt auch "Iron from Ice" die Geschichte und deren Charaktere in den Mittelpunkt, spielerisch ist das alles arg simpel gehalten.

Fazit

Ein guter, wenn auch nicht überragender Start in die erste Staffel von "Game of Thrones": "Iron from Ice" entpuppt sich als spannender Einstieg, lässt in Sachen Dramatik aber noch Luft nach oben.

Infos zum Spiel

Titel: Game of Thrones: Episode 1 - Iron from Ice
Genre: Adventure
Hersteller / Publisher: Telltale Games
Release-Termin: Im Handel
Preis: 5,99 Euro (einzelne Episode) / 29,99 Euro (Season-Pass)
System: PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren
Wertung: Gut

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