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Die Tribute von Panem: Der Aufstand - Gelangweilt von Katniss

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Test zu Die Tribute von Panem: Der Aufstand | Sammelkartenspiel | iOS, Android  

Gelangweilt von Katniss

15.12.2014, 16:07 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Medienagentur plassma

Die Tribute von Panem: Der Aufstand - Gelangweilt von Katniss. Die Tribute von Panem: Der Aufstand Sammelkartenspiel von Kabam für iOS und Android (Quelle: Kabam)

Die Tribute von Panem: Der Aufstand Sammelkartenspiel von Kabam für iOS und Android (Quelle: Kabam)

Allein 2013 machte Mobile Games-Shooting Star Kabam 350 Millionen US-Dollar Umsatz - ein beträchtliches Sümmchen für ein Unternehmen, das ausschließlich Free-to-Play-Titel mit optionalen In-App-Käufen anbietet. Die nächste potenzielle Cash-Cow wird nun passend zum bereits erfolgten Kinostart ihres inhaltlichen Vorbilds auf die iOS- und Android-Weide getrieben. Das Spiel "Die Tribute von Panem: Der Aufstand" orientiert sich am derzeitigen Hollywood-Blockbuster "Die Tribute von Panem: Mockingjay", präsentiert sich jedoch nicht wie der Film als nervenaufreibender Scifi-Action-Ausflug, sondern vielmehr als dröge inszenierter Sammelkarten-Trip.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Das grundlegende Konzept klingt zunächst vielversprechend. Als Anführer einer Gruppe von Rebellen hat der Spieler die Aufgabe, das Land Panem aus dem Würgegriff von Präsident Snow und dessen rücksichtslosem Militärapparat zu befreien. Zu diesem Zweck rekrutiert man beständig Mitstreiter für die eigene Sache und fügt dem Regime sodann mit gezielten Guerilla-Aktionen und koordinierten Angriffen empfindliche Nadelstiche zu. Beispielsweise müssen Sie ein Umspannwerk sabotieren, einen Technologiepark einnehmen und eine Fabrik lahmlegen. Auf den ersten Blick toller Stoff für eine mitreißende Spielerfahrung - vor allem wenn man sich das komplexe "Hungerspiele"-Universum ins Gedächtnis ruft.

Böses Erwachen

In der Praxis erwartet Fans von Suzanne Collins Meisterwerk jedoch vor allem eins: Monotonie. Um zu veranschaulichen, warum sich diese so schnell einstellt, sei an dieser Stelle der Gameplay-Ablauf praktisch jeder Mission im Spiel stichpunktartig skizziert. Erstens: Der Spieler sieht ein hübsches Standbild einer Örtlichkeit in Panem und klickt auf die Schaltfläche "Erkunden". Zweitens: Das Standbild blinkt mehrfach kurz auf, um anzuzeigen, dass die Gruppe ihre aktuelle Mission fortsetzt. Ohne irgendwelche Details zu nennen, sprudeln Sekunden später bereits Erfahrungspunkte, Münzen und weitere Dinge aufs Spielerkonto. Drittens: Ab und an erscheint eine Sammelkarte, um zu signalisieren, dass man auf einen neuen, potenziellen Rekruten gestoßen ist. Viertens: Dieses Prozedere wiederholen Sie solange, bis sich die grüne Prozentleiste des jeweiligen Gebiets komplett gefüllt hat. Fünftens: Zwischendurch kommt es zum Kampf. Der Spieler sieht die Figurenkarten von Freund und Feind. Wer das Duell gewinnt, entscheiden die kombinierten Statistiken der Karten. Direktes Eingreifen in den Kampf? Ausgeschlossen. Detaillierte Kampfanimationen? Fehlanzeige! Sich mal näher in einem Gebiet umsehen? Nicht möglich! So viel zum Thema - Zitat Hersteller - "abenteuerliche Reise" durch Panem.

Gut trainiert ist halb gewonnen

Nun darf man natürlich nicht außer Acht lassen, dass es sich bei "Der Aufstand" in erster Linie um ein Sammelkartenspiel handelt. Abseits der immer gleich langweilig ablaufenden Story-Missionen geht es vor allem darum, das eigene Kartenset für den nächsten Kampf zu optimieren. Hierzu stehen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl: Mit Hilfe der Option "Verbessern" etwa stählt man seine besten Haudegen, indem man ihnen bis zu sechs Trainingspartner in Form von vorher gesammelten Figurenkarten zuweist. Jetzt noch die Trainingsgebühr hinblättern, schon verschwinden die Trainingspartner, und die zu verbessernde Persönlichkeit steigt im Level auf, erhält mehr Lebens- und Angriffspunkte, kämpft also fortan effektiver.

Dreiecksbeziehung

Ein weiterer Weg, um die Schlagkraft der Truppe zu steigern, sind sogenannte Combos. Werden verschiedene Heldenkarten in einem Vierer-Team vereint, resultiert dies in Sonderboni. Kämpft etwa Legende Katniss Everdeen mit ihren Verehrern Peeta Mellark und Gale Hawthorne in einem Team, aktiviert dies die treffend formulierte "Liebesdreieck"-Combo. Hinzu gesellen sich weitere Boni, wenn bestimmte Anforderungen erfüllt werden. Unter anderem erhöht sich die maximale Trefferpunkte-Zahl der Revoluzzer um zwei Prozent, sobald der gesamte Rebellentrupp 6000 Angriffspunkte akkumuliert hat.

Taktik? Fehlanzeige!

Um diese und sechs weitere Boni-Arten abzugreifen, muss man das eigene Kartenset allerdings stets optimieren und sich gegebenenfalls auch von weniger effektiven Karten trennen. Am Ende des Tages zählt aber vor allem die Gesamtmenge der Angriffs- und Lebenspunkte aller maximal zwölf Teammitglieder. Sie entscheidet unterm Strich, wer siegreich das Schlachtfeld verlässt. Geschicktes Taktieren im Kampf selbst spielt keine Rolle. Schlichtweg, weil es nicht möglich ist.

Wer Zeitdruck hat, muss zahlen

Egal, ob man nun ein Gebiet erkundet (verbraucht Ausdauer), einen Kampf bestreitet (verbraucht Energie), Helden außerhalb des Erkunden-Modus rekrutiert (verbraucht Rekrutenabzeichen oder Rekrutenordnen) oder im Stadion seine Kräfte mit anderen Spielern misst (verbraucht Stadion-Tickets) - spielrelevante Ressourcen gibt es in "Die Tribute von Panem: Der Aufstand" zur Genüge.

Zwar lassen sich alle Ressourcen auch ohne den Einsatz harter Euros sammeln, letztere können vieles jedoch stark beschleunigen. Vor allem den Zugriff auf wirklich seltene Karten, für die man sonst oft tagelang daddeln muss. Doch Obacht: Zwischen 4,60 und 92,17 Euro konnte man zum Testzeitpunkt für unterschiedliche Funken-Pakete ausgeben, die wiederum zum Kauf der genannten Ressourcen nötig sind. Wohl dem, der seinen "Kaufen"-Knopf mit einem PIN-Code vor versehentlicher Benutzung geschützt hat!

Was uns gefällt

Leider muss man die Pro-Argumente mit der Lupe suchen. Wenn auch nur ein Funke von Begeisterung von diesem Game ausgeht, dann erspringt er wohl am ehesten der Weiterentwicklung einzelner Karten und dem Zusammenstellen spezieller Decks, um Combos freizuschalten. Hinzu kommt eine bizarre Faszination für das Auffinden beziehungsweise Erhalten von besonders seltenen Karten. Film-Liebhaber sagen außerdem Daumen hoch zum übersichtlichen Interface sowie dem ansprechenden optischen Design der einzelnen Spielkarten, an dem man sich mangels geringer Kartenvielfalt allerdings schon bald satt gesehen hat.

Was uns nicht gefällt

Das Hauptproblem von "Die Tribute von Panem: Der Aufstand": Der Spieler muss viel zu wenige aus Spieldesign-Sicht spaßige Dinge tun und erfährt zu allem Übel wenig bis gar nichts über die an sich hochgradig aufregende Welt von Panem. Weder werden wichtige Persönlichkeiten mit spannenden Hintergrundinfos ausgeschmückt, noch eine echte Geschichte erzählt. Man klickt sich gelangweilt durch die Menüs und fragt sich, wie es eigentlich sein kann, dass dieser Titel allein auf Android-Systemen von über einer Million Nutzern heruntergeladen wurde.

Nebenbei rümpft man die Nase, dass sich die Musik ständig wiederholt, man im Story-Modus weiterhin gegen Feindtypen antritt, die sich bereits dem eigenen Team angeschlossen haben (Kommandant Caldwell), einige Dialogfenster weiterhin nicht eingedeutscht wurden und im Chatfenster mehrheitlich pubertierende Störenfriede mit Orthographie-Schwäche unterwegs sind. Außerdem: Warum verändern sich Karten eigentlich optisch nicht, wenn man sie weiterentwickelt? Wie bei Kabam-Titeln üblich ist eine ständige Internetverbindung zum Spielen notwendig.

Fazit

Lassen Sie sich nicht von den zahlreichen noch relativ hohen Bewertungen in den App-Stores täuschen - dieser Free-to-Play-Sammelkarten-Exkurs wird der Panem-Lizenz in keiner Weise gerecht. Der Erzählstil ist eine Farce, die Liebe zum Detail so gut wie nicht vorhanden und das Gameplay-Grundgerüst in der aktuellen Form eine hochdosierte Schlaftablette. Wer hier für In-App-Käufe Geld ausgibt, ist selbst Schuld! Unser Tipp: Holen Sie sich eine Portion Popcorn und schauen Sie sich mit einer netten Person den aktuellen Film an - so ist Ihre Zeit in jeder Hinsicht besser investiert.

Infos zum Spiel

Titel: Die Tribute von Panem: Der Aufstand
Genre: Sammelkartenspiel
Hersteller / Publisher: Kabam
Release-Termin: Im Handel
Preis: Gratis (Free-to-Play mit optionalem Ingame-Shop)
System: iOS, Android,
USK-Freigabe: Nicht geprüft
Wertung: Ungenügend

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