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Test zu Scrolls: Sammelkarten statt Klötzchen

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Test zu Scrolls | Sammelkarten-Strategiespiel | PC, Mac, Android  

Sammelkarten statt Klötzchen

08.01.2015, 15:30 Uhr | (jr / ams), Medienagentur plassma

Test zu Scrolls: Sammelkarten statt Klötzchen. Scrolls Karten-Strategiespiel von Mojang für PC, Mac und Android (Quelle: Mojang)

Scrolls Karten-Strategiespiel von Mojang für PC, Mac und Android (Quelle: Mojang)

Mojang hat die nächste Videospieldroge veröffentlicht: Nach dem inzwischen von Microsoft übernommenen Sandkastenspiel "Minecraft" widmen sich die schwedischen Spiele-Entwickler nun dem virtuellen Kartenspiel. In "Scrolls" für PC, OS X und Android kommen vor allem Strategen auf ihre Kosten. Sie beschwören mächtige Kreaturen, sprechen Zauber aus oder stärken ihre Reihen mit cleveren Sprüchen. Allerdings verleiht Mojang der Kartenklopperei auch eine eigene Note - und macht das Spiel so zu einer ebenso spannenden wie preisgünstigen Alternative zu "Hearthstone: Heroes of Warcraft" oder "Magic 2015".

Die Kunst der Karten

Mojang ruht sich nicht auf den Lorbeeren von Minecraft aus. Vielmehr vereinen die Entwickler in dem Sammelkartenspiel Scrolls viele innovative Ideen und kreieren so ihre eigene Hearthstone-Interpretation. Scrolls vermischt nämlich traditionelle Elemente eines virtuellen Kartenspiels mit Rundenstrategie im Stile von "Heroes of Might & Magic".

Doch ehe man wirklich in die Tiefen der Taktikschlachten einsteigt, muss man sich zunächst durch Tutorials und Einführungsmissionen arbeiten. Diese präsentieren die Macher eher nüchtern, außerdem führen sie nur mäßig in die komplexen Zusammenhänge von Scrolls ein. Besonders zu Beginn haben es Spieler schwer, den Einstieg und die richtige Mischung aus Einheiten, Zaubern und Sprüchen zu finden. Speziell der Deck-Baukasten erweist sich als unnötig kompliziert und schlecht erklärt. Bessere Tipps bekommen Sie auf den Hilfeseiten der eifrigen Community. Trotzdem: An der Einsteigerfreundlichkeit muss Mojang noch arbeiten.

Für den schmalen Geldbeutel

Scrolls wird in zwei Versionen angeboten. Die kostenlose Demo-Fassung beinhaltet lediglich eines der insgesamt vier verschiedenen Decks (Growth, Order, Energy und Decay). Auch fehlen hier viele der weiterführenden Optionen wie der Online-Turniermodus. Die Vollversion kostet faire 4,50 Euro und ist preislich ein wahres Schnäppchen - denn das Spiel belohnt Kartenhaie mit ungeheurer taktischer Tiefe und spannenden Matches.

Beim ersten Start weist Scrolls Ihnen zunächst das Standard-Deck der Growth-Klasse zu. Mit Hilfe der gesammelten Goldmünzen rüstet man das eigene Blatt mit neuen Karten auf. Im Shop kauft man sich beispielsweise Packs bestehend aus zehn zufällig ausgewählten Karten oder ersteht gleich ganze Decks. Das Programm bietet auch die Möglichkeit, mit Echtgeld zu bezahlen. Wirklich notwendig ist diese Option aber nicht. Nach jeder Partie wirft Ihnen das Spiel Goldmünzen förmlich hinterher. Dadurch verliert der Ingame-Laden spürbar an Bedeutung. Von Vollpreisabzocke kann hier also glücklicherweise keine Rede sein.

Helden der Kartenrunde

Das Spielfeld unterteilt sich in zwei Bereiche: Am unteren Bildschirmrand befinden sich die aktiven Spielkarten. Die Anzeigen sind recht klein; gerade zu Beginn muss man daher häufiger die Detailfunktion nutzen, um die Fähigkeiten der Karten nachzulesen. In der oberen Hälfte tummelt sich das eigentliche Spielfeld. Dieses besteht aus fünf Reihen, an deren Anfang und Ende sich jeweils eine Statue aufhält. Ziel jedes Matches ist es, drei der fünf Steinbüsten des Gegners zu zerstören. Allerdings benötigt jede verfügbare Karte eine bestimmte Anzahl an Rohstoffen. Diese sammelt man durch Opfern einzelner Blätter. Dadurch erhalten auch schwache Truppen oder scheinbar unnötige Sprüche einen Sinn und kein Zug ist vollkommen nutzlos. Die Ressourcen sind ein wichtiges, strategisches Mittel. Nicht selten steht man vor der Frage, ob man beispielsweise eine starke Kampfeinheit lieber opfert oder sich doch besser für später aufhebt.

Die Spannung steigt

Die Partien beginnen vergleichsweise langsam. Anfangs klauben Sie zunächst Ressourcen zusammen und platzierten schwache Einheiten zum Schutz der eigenen Reihen. Das Schlachtfeld füllt sich mit der Zeit - und damit steigt auch die Spannung im Spiel. Ähnlich wie in Rundenstrategiespielen à la "Civilization: Beyond Earth" bewegt man seine Einheiten auch durch die Reihen. Dadurch ist der Spielablauf dynamischer als etwa in Hearthstone.

Starke Online-Verbundenheit

Erledigen aktive Einheiten die Drecksarbeit auf dem Schlachtfeld, beeinflussen Sprüche und Zauber massiv deren Kampfeigenschaften. So verkürzen sie beispielsweise die Abklingphasen der Attacken und erlauben schnellere Angriffe. Oder sie verbessern Werte wie Stärke oder Abwehr. Dadurch mutieren beispielsweise schwache Elfenbogenschützen plötzlich zum gefährlichen Rollkommando.

Scrolls spielt sich zu Beginn einer Partie etwas zäh, doch sobald sich das Spielfeld füllt, muss man schnell reagieren und strategische Entscheidungen treffen. Für jeden Zug haben Sie 90 Sekunden Zeit. Was wenig klingt, ist gerade im Online-Modus oftmals eine wahre Geduldsprobe. Nicht selten nutzen die Teilnehmer die kompletten anderthalb Minuten aus, um beispielsweise Werte und Fähigkeiten abzuwägen. Dadurch dauern Matches zuweilen ziemlich lang.

Von den Besten lernen

Praktisch: Wer will, der kann sich Partien anderer Teilnehmer jederzeit anschauen und online mitverfolgen. Auf diese Weise schaut man sich von Scrolls-Könnern wichtige Kniffe ab. In Turnieren sollte man allerdings erst antreten, wenn man ein ausreichend starkes Deck und reichlich Erfahrung in Freundschaftsspielen gesammelt hat. Ebenfalls klasse wurde der Kartenmarktplatz gelöst: Hier sucht man gezielt einzelne Einheiten, Sprüche oder Zauber aus und ersteigert diese für Goldmünzen. Sie sind also nicht zwangsläufig auf die Zufallsmischungen des Ingame-Shops angewiesen

Was uns gefällt

In Scrolls verschmelzen Ideen aus traditionellem Kartenspiel und Rundenstrategie zu einem spannenden Gesamtwerk. Kleinigkeiten wie beispielsweise das Sammeln von Ressourcen oder das Zusammenspiel von Einheiten und Zaubern verleihen dem Spielablauf Würze und Tiefe. Besonders im Online-Modus fördert das Spiel wiederum Tugenden wie den Bau eines eigenen Decks. Erfreulicherweise erweist sich das Bezahlsystem als ausgesprochen fair ausbalanciert, sodass man sich problemlos ein durchschlagsstarkes Deck selbst erspielen kann.

Was uns nicht gefällt

Der Einstieg in die Welt von Scrolls ist zäh und bieder. Die angebotenen Tutorials und Einführungsszenarien spielen sich weder sonderlich spannend, noch lehrreich. Vielmehr muss man sich viele Details selbst beibringen oder in den Online-Foren nachlesen. Gerade zu Beginn der Partien wirkt Scrolls obendrein sehr langsam. Die 90 Sekunden Zeitlimit für jeden Zug erweisen sich als zu lang und ziehen die Matches oftmals unnötig in die Länge.

Fazit

Innovativ und spannend, aber auch etwas verkopft: Scrolls" motiviert mit strategischen Winkelzügen und Möglichkeiten - jedoch nur, wenn man sich in die Materie einarbeitet und kleine Längen im Spielbetrieb akzeptiert.

Infos zum Spiel

Titel: Scrolls
Genre: Strategie
Publisher / Hersteller: Mojang
Release-Termin: Im Handel
Preis: 4,50 Euro (Demo-Version gratis)
System: PC, Mac, Android
USK-Freigabe: Nicht geprüft
Wertung: Gut

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