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Blackguards 2 im Test: Schnellschuss oder Taktikfest?

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Test zu Blackguards 2 | Taktikspiel | PC, Mac  

Schnellschuss oder Taktikfest?

21.01.2015, 13:13 Uhr | (jr / ams), Richard Löwenstein

Blackguards 2 im Test: Schnellschuss oder Taktikfest?. Blackguards 2 Taktik-Spiel von Daedalic für PC und Mac (Quelle: Daedalic)

Blackguards 2 Taktik-Spiel von Daedalic für PC und Mac (Quelle: Daedalic)

Es ist gerade mal ein Jahr her, dass das Fantasy-Taktikspiel "Blackguards" die Welle machte. Es hat, gemeinsam mit einigen Artverwandten, das längst todgeglaubte Genre der rundenbasierten Hexfeld-Strategie zurück ins Rampenlicht geholt. Dass Teil zwei nach so kurzer Entwicklungszeit erscheint, bedeutet vor allem: Mehr vom Gleichen. Doch wenn das Ergebnis PC- und Mac-Krieger so gut unterhält wie im Fall von Blackguards 2, mag man dem Hamburger Hersteller Daedalic sein Gameplay-Recycling wirklich nicht übel nehmen.

Die Heldin und ihre Krieger

Die Ausgangssituation: Eine Dame namens Cassia von Tenos möchte unbedingt den Haifischthron besteigen - koste es, was es wolle. Blöd nur, dass sie selbst im Kerker sitzt und auf dem Thron jemand anderes. Also was tun? Ganz klar: Ausbüchsen und Vasallen finden, die einem beim Staatsstreich zur Seite stehen. Gesagt, getan - bald schon schart Cassia gescheiterte Existenzen um sich, die nichts mehr zu verlieren haben. Einige zehren vom Ruhm vergangener Tage: Der Zwerg Naurim hat seine Axt gegen eine Vorliebe für Schmuggel und Totschlag getauscht. Der Zauberer Zurbaran wird wegen Mord, Betrug und Hochstapelei gesucht. Der Waldmensch Takate tut sich heute mit Gladiatorenkämpfen statt wie früher mit Heldentaten hervor. Kenner haben es längst erkannt: Wir erleben ein Wiedersehen mit alten Bekannten aus dem ersten Blackguards-Game.

Holpriger Einstieg

Unter Begleitung einer wechselnden Schar aus zwielichtigen Gestalten zieht Cassia los, der Spieler übernimmt mit Maus und Tastatur die Führungsarbeit. Er lotst die Heldin zunächst durch dunkle Verließe, später durch Städte und Lande. Die Steuerung folgt einem indirekten Schema: Markierte Sechseck-Felder weisen auf verfügbare Positionen für einen Ortwechsel hin. Klick und fertig. Als Refugium dient Aventurien, bekannt aus dem populären Rollenspiel-Universum "Das Schwarze Auge". DSA liefert Orte und Kreaturen sowie das Regelwerk für das Kampfsystem. Vorleser und Illustrationen sind für die Veranschaulichung von Charakteren, Orten und Schicksalen zuständig. Die etwas langatmige Machart mit skizzierten Figuren und Text in Sprechblasen wirkt wenig spektakulär, doch der Autor beweist Witz und Können. Wer gerne liest (oder dem Erzähler lauschen mag) wird sich gut unterhalten fühlen.

Sperrige Bedienung

So richtig zur Entfaltung kommt das Gameplay aber erst nach einer Weile. Zunächst steht einem das Tutorial im Weg. Es zieht sich hin und erklärt viele Details weder spannend noch hinreichend. Dass man die Karte per WASD-Tasten verschieben kann, wie man zwischen wichtigen und optionalen Zielen unterscheidet; all das wird nicht oder nur beiläufig erwähnt. Für Genrekenner kein Problem. Aber Einsteiger müssen sich viel Basiswissen selbst erarbeiten, auch was die Funktionsweise des rundenweisen Zug- und Kampfsystems betrifft. Sie könnten sich außerdem vom komplexen DSA-System erschlagen fühlen. Nehmen wir den Charakterbildschirm als Beispiel. Von Anfang an sind dort Dutzende Symbole und Werte versammelt. Sie stehen für Zauber und Talente, Fertigkeiten und Eigenschaften, Stärken und Resistenzen und und und. Eine Informationsflut, die einen schon übermannen kann.

Das Spiel entfaltet sich

Aber: Durchbeißen lohnt sich. Blackguards 2 entfaltet sich zu einer spannungsreichen Mischung aus etwas Erzählung, ein bisschen Entdeckung, ein paar Schalterrätseln und vielen Kämpfen. Das Spiel gliedert sich in überschaubare Quests und Dungeons. Die Charakterschilderungen sorgen dafür, dass man sich mit der Bösewicht-Rolle gerne identifiziert. Bereichernde Wirkung hat außerdem die ausgewogene Mischung aus abwechslungsreichen Kämpfen und vielschichtigen Aktionsmöglichkeiten. Bald schon versammelt Cassia Verbündete um sich. Die Party muss sich in Auseinandersetzungen mit mächtigen Riesenspinnen, furchteinflößenden Chimären, sprunggewaltige Höllenhunden und giftspeienden Baumriesen bewähren.

Motivierende Kämpfe

Die Kreaturen besiegen macht Spaß. Denn durch den Verzicht auf Würfelglück hängt der Ausgang eines Kampfes mehr von den eigenen Fertigkeiten ab als im ersten Blackguards. Die Neuintegration von Sichtfeld und In Deckung gehen sorgt für ein deutliches Plus an taktischer Tiefe im Vergleich zum Vorgängerspiel. Wer die Umgebung nutzt, steigert seine Chancen enorm. Mauern etwa dienen den eigenen Kriegern als Schutz, und auch Gegner sind schwerer zu treffen. Da spielt dann beispielsweise der Aktionsradius der eigenen Kämpfer eine Rolle, oder wo Bogenschützen positioniert sind. Eine individuelle Umstellung von Schwert- und Speerkämpfern, Magiern und Fernschützen vor Kampfbeginn erlaubt allerlei taktische Experimente. Sehr motivierend für Thronanwärter, die überlegen siegen statt einfach irgendwie überleben wollen

Was uns gefällt

Gemessen am niedrigen Preis von 20 bis 30 Euro macht Blackguards 2 einen runden und kompletten Eindruck. Die Kampagne umfasst rund 20 Stunden an intensivem Gameplay. Zwischendurch werden dem Spieler moralische Entscheidungen abverlagt, die den Spielausgang beeinflussen. Das motiviert zu mehrfachem Durchspielen. Weiterer Pluspunkt: Lebendige Texte und vortrefflich gewählte Stimmen für Erzähler und Sprecher in der deutschen Spielversion.

Was uns nicht gefällt

Technisch tut sich im Vergleich mit dem Vorgängerspiel wenig. Charakterbilder wirken statisch, in den Kulissen bewegt sich kaum etwas, als erzählerisches Werkzeug kommen fast nur gezeichnete Illustrationen mit Sprechblasen zum Einsatz. Abgehackte Lauf-Animation erinnern an Marionettentheater, minimieren aber Wartezeit zwischen zwei Zügen. Ein Mehrspieler-Modus fehlt nach wie vor.

Fazit

Mit seinen schönen Bildern und der atmosphärischen Musik wirkt Blackguards 2 in jeder Hinsicht sehr einladend. Ein Faible für das Fantasygenre reicht jedoch nicht, um das Spiel zu genießen. Die Produktion aus Hamburg empfiehlt sich für begeisterte Krieger, die mit Köpfchen kämpfen und rundenbasierte Hexfeldstrategie zu schätzen wissen. Sie müssen halt die etwas unzugängliche Handhabung tolerieren und gerne mit Zahlen und Werten jonglieren. Toller Stoff für Oldschool-Taktiker, und noch dazu sehr preiswert.

Infos zum Spiel:

Titel: Blackguards 2
Genre: Taktikspiel
Hersteller: Daedalic
Publisher: Daedalic / EuroVideo
Release-Termin: 20. Januar 2015
Preis: zirka 20 Euro ( zirka 30 Euro als Premium Edition)
System: PC (DLC und Boxed-Version) / Mac (nur DLC)
USK-Freigabe: Ab 0 Jahren
Wertung: Gut

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