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Grim Fandango Remastered: Ein zum Sterben schöner Nostalgietrip

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Test zu Grim Fandango Remastered | Adventure | PC, PS4, PS Vita  

Ein zum Sterben schöner Nostalgietrip

27.01.2015, 14:57 Uhr | Förtsch / Plass-Fleßenkämper (jr / ams), Medienagentur plassma

Grim Fandango Remastered: Ein zum Sterben schöner Nostalgietrip. Grim Fandango Remastered Adventure von Double Fine Productions für PC, PS4 und PS Vita (Quelle: Double Fine Productions / Sony)

Grim Fandango Remastered Adventure von Double Fine Productions für PC, PS4 und PS Vita (Quelle: Double Fine Productions / Sony)

Als Lucas Arts Ende 1998 "Grim Fandango" für den PC veröffentlichte, entwickelte es sich in puncto Verkaufszahlen zum einem veritablen Flop. Zu Unrecht: Das Spiel war eines der letzten großen Adventures und gleichzeitig einer der mutigsten und schrägsten Vertreter seiner Art. Wo sonst spielt man schon ein Skelett, das als Jenseits-Reiseberater tätig ist und einer Verschwörung auf die Schliche kommt? Erst mit den Jahren entwickelte sich Grim Fandango zum verehrten Kultklassiker, der von den Fans liebevoll mit Updates versorgt und immer wieder auf aktuelle Systeme gehievt wurde. Nun erscheint dank Tim Schafer, der seinerzeit am Original mitgearbeitet hat, endlich eine offizielle Neuauflage für PC, PS4 und PS Vita. Diese modernisiert den eingestaubten Totentanz behutsam und bessert manch lang monierte Macke aus.

Wiedersehen mit Manny Calavera

Stolze 17 Jahre hat Grim Fandango auf dem Buckel. Eine Zeit, in der die goldene Ära der Adventure-Spiele ihr Ende fand, aber seit einigen Jahren mit Titeln wie "Deponia", "Broken Age", "Book of Unwritten Tales" oder "Thimbleweed Park" eine Renaissance erlebt. Es fühlt sich wie ein allzu überfälliges Wiedersehen an, wenn die ersten Bilder des Abenteuers über den Schirm flimmern: Ein grimmiges Skelett in langer Kutte mit Sense ist zu sehen, das einen frisch verstorbenen aus seinem Leben reißt. Nach wenigen Minuten entpuppt sich der Sensenmann jedoch als Anzugträger Manuel "Manny" Calavera. Der ist Reiseberater der "Dienststelle Organisierter Diplomsenser" (kurz: DOD) und dreht Neuankömmlingen Transfermöglichkeiten ins Reich der ewigen Ruhe an. Vom Spazierstock bis zu hin zum Schnellzug Nummer 9 ist alles drin. Ob man es sich leisten kann, das hängt davon ab, wie "gut" man in der Menschenwelt gelebt hat. Recht zügig stellt sich jedoch für den Spieler und Manny heraus, dass etwas nicht stimmt...

Das ist was faul im Totenreich

Keiner von Mannys Kunden hat mehr genug auf dem Seligkeitskonto, um sich den luxuriösen Schnelltransport zu leisten. Selbst die fromme Meche nicht. Nun beginnt eine düster-witzige Geschichte rund um Verschwörungen und Liebe, die von der Totenstadt El Marrow in einen versteinerten Wald, in die Hafenstadt Rubacava, ans Ende der Welt und noch weiter führt. All das wirkt heute so spannend und charmant wie einst. Vor allem Charaktere wie die sanfte Meche, der Auto-verrückte Dämon Glottis und natürlich der galante Manny sind einfach zeitlos. Kein Wunder, orientiert sich Grim Fandango doch an Film-Noir-Klassikern wie "Chinatown" und "Casablanca". Auch die Rätsel haben es heute immer noch in sich, sind logisch, aber manchmal doch echte Kopfnüsse. Da muss zum Beispiel eine Pipette geklaut werden, um Spülwasser in eine Flasche zu träufeln, mit der man einen Toten betäubt. Und durch mit Verpackungsmasse gefüllte Luftballons wird eine Rohrpoststation lahmgelegt. Witzig und genial!

Hübsch, aber trotzdem angestaubt

Die Grafik hat allerdings Staub angesetzt, sie wurde lediglich behutsam restauriert. Selbst Spielern des Originals werden erst nach und nach Unterschiede auffallen. So sind viele der Hintergründe etwas schärfer gezeichnet und einige Texturen nachgestaltet. Vor allem in der gepflasterten Seitenstraße neben Mannys Büro oder auf dem Dach der DOD wird dies deutlich. Ebenso fallen gelegentlich Lichtstrahlen durch Jalousien ein, dringt ein leichter Schein durch ein Oberlicht oder wird ein Monitor von einem Glimmen umschmeichelt. Nicht zuletzt wurden die den Calavera-Skelettpüppchen des mexikanischen Totenfestes nachempfundenem Charaktere aufgehübscht. Die Köpfe und Körper sind nun etwas runder, ihre Kleidung detaillierter und ihre ganze Erscheinung dank leichter Schatten herrlich plastisch. Ist Grim Fandango damit auf dem neuesten Stand der Technik? Nein. Es ist trotzdem hübsch anzusehen!

Was uns gefällt

Mit "Grim Fandango Remastered" haben es die Macher geschafft, einen echten Klassiker wiederauferstehen zu lassen. Hintergründe und Kulissen sind schärfer, aber dennoch nicht verfälscht. Die Skelett-Figürchen lassen nun feine Details erkennen, und sachte Lichteffekte füllen Umgebungen mit Leben. Doch ebenso lässt sich auch zur Originalgrafik von 1998 zurückschalten. Neu eingespielte Musikstücke sorgen für einen glasklaren, aber für die Fans vertrauten Klang. Und wer will, der kann sich via Kommentarspur von den einstigen Schöpfern durch die Entwicklungsgeschichte leiten lassen. Am besten gefällt uns jedoch die überarbeitete Steuerung, die das Erkunden der herrlichen Spielwelt vereinfacht.

Was uns nicht gefällt

Eigentlich gibt’s kaum etwas an Grim Fandango Remastered auszusetzen. Lediglich, dass die Qualität und Schärfe der überarbeiteten Hintergründe teils stark schwankt, fällt negativ auf. Manche Kulisse kommt knackscharf, andere hingegen verschwommen daher. Dass Mannys Schatten mal in Richtung einer Lichtquelle fällt, statt entgegengesetzt, kann ebenfalls passieren. Das sind aber letztendlich nur kleine Macken, die kaum ins Gewicht fallen.

Fazit

Viele Fans hatten das Hoffen auf eine Neuauflage von Grim Fandango wohl schon lange aufgegeben. Umso schöner daher, dass sich Grim Fandango Remastered als ein Liebeswerk erweist. Denn tatsächlich haben die Entwickler von Double Fine Productions unglaubliche Detailarbeit dabei geleistet, das Abenteuer mit Bedacht zu restaurieren und Fehler zu korrigieren, ohne dabei den ursprünglichen Charme des Spiels zu zerstören. Was dabei herauskam, das ist kein tumbes Remake, sondern eine mit viel Liebe und Ehrfurcht aufbereitete Neufassung eines Meilensteins. Einer, der den Spielern, denen das Toten-Abenteuer bereits seit 1998 am Herzen liegt, Respekt zollt, aber auch eine neue Generation von Spielern begeistern kann.

Infos zum Spiel:

Titel: Grim Fandango Remastered
Genre: Adventure
Hersteller: Double Fine Productions
Publisher: Double Fine Productions/Sony
Release-Termin: 27. Januar 2015
Preis: zirka 15 Euro (DLC)
System: PC, PS4, PS Vita, OS X, Linux
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
Wertung: Sehr gut

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