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No Man's Sky für PS4: Aufbruch in ein neues Zeitalter

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First Look auf No Man's Sky | Weltraum-Abenteuer | PS4  

Aufbruch in ein neues Zeitalter

29.01.2015, 07:14 Uhr | Sönke Siemens (jr / ta), Medienagentur plassma

No Man's Sky für PS4: Aufbruch in ein neues Zeitalter. No Man's Sky Weltraum-Abenteuer von Hello Games für die PS4 (Quelle: Hello Games)

In der Weltraum-Simulation No Man's Sky für PS4 und PC kann man mehr als 28 Trillionen prozedural generierte Planeten besuchen. (Quelle: Hello Games)

Schon seit seiner Kindheit faszinieren Sean Murray, seines Zeichens passionierter Programmierer, Videospielentwickler und Mitbegründer des kleinen britischen Indie-Studios Hello Games, die Weiten des Weltraums. Astronauten, Raumschiffe, ferne Planeten - das sind die Dinge, die ihn bereits im Alter von sieben Jahren umtreiben. Dass er eines Tages mit "No Man’s Sky" für PS4 (und später auch PC) das derzeit wohl am meisten diskutierte Weltraumspiel neben Star Citizen entwickeln würde, ahnt er zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Aller Anfang ist mühsam

Richtig konkret wird No Man’s Sky erst Ende 2010 / Anfang 2011. Damals hatten Murray und sein talentiertes, wenn auch sehr überschaubares Team gerade das seitwärts scrollende Motorradstunt-Spiel "Joe Danger" veröffentlicht und mit den Arbeiten am zweiten Teil begonnen. Eigentlich lief alles bestens: Joe Danger verkauft sich gut, die Firma wächst. Trotzdem ist Murray unzufrieden. Er selbst spricht rückblickend sogar von einer Art Mid-Life-Crisis. Seine größte Sorge in Anbetracht geplanter Joe Danger-Versionen für iOS, PS Vita, Mac, PC und Linux: schon bald in der branchentypischen Fort- und Umsetzungs-Tretmühle festzustecken.

Einige Zeit später - Hello Games befindet sich gerade im Clinch mit seinem US-Vertriebspartner - zieht der zahlenbegeisterte Brite schließlich die Notbremse und stürzt sich auf die Programmierung einer völlig neuen Spiel-Engine. Eine Technologie, die ein ganzes Universum auf Basis einer komplexen Formel generiert. Die Idee dahinter: Statt wie die Konkurrenz mit massiver Manpower möglichst abwechslungsreiche Planeten, Raumschiffe, Lebewesen, Gebäude und so weiter entwerfen zu lassen, übernimmt diesen Part in No Man’s Sky die Technik selbst.

Die Formel, die die Welt bedeutet

Damit das klappt, nutzt Murrays Ansatz verschiedene Grundschablonen wichtiger Spielobjekte, die ein Algorithmus anschließend immer wieder neu abwandelt. Das Ergebnis sind - nehmen wir als Beispiel etwa ein Krokodil-ähnliches Reptil - hunderte, wenn nicht hunderttausende Varianten dieser Kreatur. Mal hat sie ein breites Maul, mal sehr ausgeprägte Flossen, beim nächsten Mal vielleicht ein besonders ausgeprägten Farbmuster. Überträgt man dieses Verfahren nun auf die Erstellung aller übrigen Spielelemente, ergibt sich daraus eine nahezu unbegrenzte Anzahl an Planeten, Landschaftsformationen, Pflanzen, Lebewesen, Raumschiffen und so weiter.

Kurzum: Die Spielwelt in No Man’s Sky ist unfassbar groß und abwechslungsreich. Murray spricht stolz von zwei hoch 64 Planeten, also 18,4 Quintillionen Planeten (als Ziffer: 18.446.744.073.709.551.616). Selbst wenn man in jeder Sekunde einen davon bereisen würde, wäre man immer noch 584 Millionen Jahre beschäftigt. Oder anders formuliert: Um alle Planeten im Spiel zu sehen, müssten laut Murrays Berechnungen 7,3 Milliarden Menschen von ihrer Geburt bis zum Tod immer nur No Man’s Sky spielen - Wahnsinn!

Finde das Zentrum

Damit man in diesen unendlichen Weiten dennoch eine Aufgabe vor Augen hat, haben die Macher ein zentrales Ziel definiert: Jeder Spieler beginnt mit einem simplen Raumschiff auf einem anderen Planeten am Rande der Galaxis und soll sich zu deren Zentrum vorarbeiten. Dort nämlich lauert ein so sagenhaftes Geheimnis, dass es Sternenfahrern keine Ruhe mehr lässt. Das Problem: Dorthin zu gelangen, dauert je nach Spielweise zwischen 40 bis 100 Stunden und konfrontiert Welteneroberer mit verschiedensten Herausforderungen.

Allen voran die Tatsache, dass Reisen im Weltall eine spezielle Art von Treibstoff verbraucht, den man regelmäßig nachfüllen muss. Obwohl von Hello Games noch nicht abschließend bestätigt, deutet sich an, dass Raumstationen und Weltraumbahnhöfe die Anlaufstelle für eben diesen interstellaren Sprit sein werden. Gern gesehenes Zahlungsmittel an diesen zentralen Orten ist dabei die spielinterne Währung "Units". Dem eigenen Konto wird sie unter anderem durch erfolgreiche Feindabschüsse und den Verkauf von vorher abgebauten Ressourcen gutgeschrieben.

Alles im Gleichgewicht

Apropos Ressourcen: Wer in No Man’s Sky kontinuierlichen Raubbau an den Schätzen eines Planeten betreibt oder wahllos Flora und Fauna vernichtet, gerät schnell ins Visier von überall patrouillierenden Wächterdrohnen, die die Balance der Welten im Blick behalten. Im Umkehrschluss ist also anzunehmen, dass eine umgekehrte Spielweise ebenfalls belohnt wird. Deutet man Murrays Aussagen richtig, wären zum Beispiel finanzielle Belohnungen für das Kartografieren von unbekannten Planeten, das Entdecken neuer Spezies und das Einrichten von Handelsrouten denkbar.

Geld regiert ... den Weltraum

Immer vorausgesetzt, dass man genügend Units auf der hohen Kante hat, empfiehlt sich schon bald der Kauf eines leistungsfähigeren Schiffes sowie das Verbessern der mitgeführten Ausrüstung. Gemeint ist unter anderem das sogenannte Multifunktions-Tool. Je nach Situation dient dieses als Waffe, Werkzeug zum Abbau von Rohstoffen und vielem mehr. Nettes Detail an Rande: In einem Interview mit dem US-Fachblatt GameInformer verriet Murray, dass bekennende Pazifisten das Spiel absolvieren können, ohne selbst Kampfhandlungen zu begehen. Wie all das im Detail funktioniert, wollte der Firmenchef aber noch nicht verraten.

Die Mehrspieler-Mysterien

In Stein gemeißelt ist dagegen bereits die Integration einer Mehrspieler-Komponente. Im Gegensatz zu Destiny und Co. versucht No Man’s Sky allerdings nicht auf Teufel komm raus, Spieler zusammenzubringen. Vielmehr befinden sich alle in ein und demselben Universum und können sich theoretisch über den Weg laufen - von der Grundkonstellation her ein bisschen so wie im PS3-Geheimtipp "Journey". Wie genau man mit Freunden aktiv zusammenspielt, bleibt dagegen vorerst ein weiteres Geheimnis der Briten.

Was uns gefällt

Das anhand des bisher präsentierten Materials transportierte Gefühl von Freiheit ist schlichtweg berauschend: Nahtlos und ohne jede Ladeunterbrechung kann man zu Fuß einen Planeten erkunden, dann in den eigenen Raumgleiter einsteigen, abheben, die Atmosphäre durchdringen, kurz darauf bei einer Raumschlacht mitmischen, nur um sich letztlich doch zu entscheiden, ein ganz anderes Gestirn zu erkunden. Wo man womöglich wieder auf ein halbes Dutzend einzigartiger Kreaturen trifft, die kein Spieler je zuvor gesehen. Genau dieses Versprechen macht in Kombination mit der wunderschönen Grafik und den bereits angedeuteten Mysterien den Reiz von No Man’s Sky aus. Nicht zu vergessen: der viel Potenzial aufweisende Mehrspieler-Aspekt.

Was uns nicht gefällt

Sicherlich, in No Man’s Sky geht es vor allem um den Reiz des Unbekannten. Trotzdem wird man den Eindruck nicht los, dass Hello Games noch verdächtig viele Gameplay-Details unter Verschluss hält. Wie genau zum Beispiel baut man Ressourcen ab? Wer kauft sie einem auf Raumstationen ab, wenn es laut Entwicklerteam eigentlich gar keine Nicht-Spieler-Charaktere gibt? Warum wurden bisher keinerlei spielrelevante Menüs gezeigt, etwa der Bildschirm zum Aufrüsten des Equipments? Wer oder was steuert eigentlich die Wächterdrohnen? Kann man sich gezielt mit Freunden an einem bestimmten Ort im Universum treffen?

Quasi an jeder Ecke ploppen Fragen auf, die die Macher teils nur nebulös beantworten. Das schürt zweifelsohne den Hype, kann aber auch nach hinten losgehen. Denn je mehr unklar bleibt, desto mehr interpretiert jeder für sich selbst hinein, was am Ende Erwartungen aufbaut, die das fertige Spiel womöglich nicht erfüllen kann. Oder ist es gar so, dass die genannten Dinge technisch noch gar nicht richtig umgesetzt wurden?

Fazit

So viel steht fest: Ein bisschen verrückt muss man schon sein, um als so kleines Team ein Projekt von solcher Tragweite anzugehen. Oder um es mit den Worten von Firmenmitbegründer Sean Murray zu formulieren: "Hätten wir uns hingesetzt und das Ganze durchdacht, wäre es uns wahrscheinlich unmöglich erschienen. Aber wir haben eben einfach angefangen. Irgendwann fühlte sich das Ganze dann wie eine Zugfahrt an. So als ob man Kohle in den Kessel der Lock wirft und sie immer schneller und schneller fährt. Nun ja, und jetzt rast der Zug und wir können nicht mehr abspringen. Dies ist definitiv die härteste Sache, die ich je gemacht habe."

Bleibt also vor allem zu hoffen, dass die Macher weiterhin einen kühlen Kopf bewahren und sich vom ungeahnten Wirbel um ihr Produkt nicht verunsichern lassen. Wenn aber die Spielbarkeit am Ende stimmt, könnte dieses Indie-Projekt den Grundstein legen für eine ganz neue Ära in Sachen Videospiel-Entwicklung - die Ära prozedural generierter Welten, in der selbst kleine Entwickler-Teams riesige, komplexe Welten mit viel Leben und Nervenkitzel füllen. In diesem Sinne: Auf zu den Sternen!

Infos zum Spiel

Titel: No Man's Sky
Genre: Weltraum-Abenteuer
Hersteller: Hello Games
Publisher: Sony
Release: 2015
Preis: Noch nicht bekannt
System: PS4 (PC-Version geplant)
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Eindruck: Sehr gut

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