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Evolve (PC, PS4 & Xbox One) im Test: Ungleiche Verhältnisse

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Test zu Evolve | Koop-Taktik-Shooter | PC, PS4, Xbox One  

Ungleiche Verhältnisse

11.02.2015, 10:10 Uhr | Löwenstein / Siemens (jr / ams), Richard Löwenstein

Evolve (PC, PS4 & Xbox One) im Test: Ungleiche Verhältnisse. Evolve Taktik-Koop-Shooter für PC, Xbox One und PS4 von Turtle Rock Studios (Quelle: 2K Games)

Evolve Taktik-Koop-Shooter für PC, Xbox One und PS4 von Turtle Rock Studios (Quelle: 2K Games)

Über 70 Auszeichnungen, darunter fünf Gamescom-Awards: Der Taktik-Koop-Shooter "Evolve" zählte lange vor Veröffentlichung zu den meisterwarteten Games 2015. Die Neugier auf das neue Werk des kalifornischen Entwicklers Turtle Rock ("Left 4 Dead") ist leicht zu erklären. In ihrem multiplayerbasierten Arena-Shooter brechen die Macher nämlich mit den üblichen Genre-Gepflogenheiten. Sie setzen stattdessen auf eine interessante und in der Praxis gut funktionierende 4-gegen-1-Idee: Weg mit gleich großen Teams, her mit den viel spannenderen ungleichen Verhältnissen, in denen vier Krieger gegen ein Monster kämpfen - und umgekehrt.

Jäger und Gejagter

Die Grundidee ist in wenigen Sätzen erklärt: Vier unterschiedlich befähigte Jäger werden in einem Dschungelareal auf dem Planeten Shear abgesetzt, um dort ein Monster zu eliminieren. Die Bestie verfügt zunächst noch nicht über ihr volles Fähigkeitenspektrum. Erst wenn sie regelmäßig Wildtiere frisst, entwickelt sie sich zu einem Level-3-Alpha-Männchen. Der Dreh? Nicht nur jede Figur im Jägerquartett wird von Menschenhand gesteuert, sondern auch das Monster. Im Kern handelt es sich also um ein Online-Spiel mit klarem Fokus auf 4-gegen-1-Partien. Alternativ kann man sich übers LAN-Heimnetzwerk mit anderen Teilnehmern verbinden. Greift keine dieser Optionen, funktioniert Evolve aber auch komplett offline. Die Künstliche Intelligenz übernimmt dann die Rolle der fehlenden Akteure und schlägt sich dabei erstaunlich wacker.

Behutsames Kennenlernen

Eine gut strukturierte Einführungsmission hilft beim ersten Kontakt mit der vielschichtigen Spielmechanik. In der Haut eines Ungetüms vom Typ Goliath lernt man die Grundlagen von Fortbewegung und Kampf kennen. Klettern, Springen, Schleichen, Fressen, Verwandlung, Prankenhieb, Feueratem, Steinwurf, Rammattacke, Schmettersprung - die Steuerung geht schon bald angenehm leicht von der Hand. Hat man den ersten, noch recht harmlos agierenden Waidmannstrupp ausgeknipst, wechselt Evolve in die Jägerperspektive. Hier erfährt der Spieler im Duell mit einer KI-Bestie, wieso das Zusammenspiel der vier Heldenklassen so wichtig ist. Ein langwieriger, aber enorm hilfreicher Einstieg.

Erste Funken der Begeisterung

Nach spätestens einer Stunde dreht Evolve dann richtig auf. Plötzlich erscheint alles ganz logisch, und man beginnt, sich in den unterschiedlichen Rollen wohl zu fühlen. Aufgescheuchte Vogelschwärme, Tierkadaver, umgeknicktes Baumwerk und Tatzenabdrücke am Boden etwa geben erste Anhaltspunkte zum Verbleib des Monsters innerhalb der großflächigen, oft von starken Höhenunterschieden gekennzeichneten Spielareale. Hat man die Fährte verloren, muss der Trapper ran und mit Schallsensoren, Ortungspfeilen oder Jagdhund - je nach Spielfigur - eine frische Spur finden. Der Monsterspieler dagegen führt seine Verfolger meist schon in dieser Phase einer Partie an der Nase herum, etwa indem er sich vorrangig durch Flussläufe bewegt, um Fußstapfen zu verwischen; kurzzeitig die Richtung wechselt, um falsche Hinweise zu streuen und vieles mehr.

Feuer und Flamme

Kommt es schließlich zum Schlagabtausch, kann sich der brillante Gameplay-Mix voll entfalten. Der Trapper zum Beispiel sollte schleunigst seine "Mobile Arena" aktivieren, um die Beute durch eine Art Energiekuppel an der Flucht zu hindern. Geschickte Frontkämpfer fahren derweil den Schutzschild hoch und gehen zum Angriff über, während Verfechter der Unterstützerklasse mit Luftschlägen, Tarnfeldern und dergleichen Beistand leisten. Unabdingbar im Hintergrund? Logisch, der Sanitäter. Damit die Abwechslung nicht auf der Strecke bleibt, bietet Evolve insgesamt je drei sehr verschiedenartig ausgestattete Jägertypen verteilt auf jede der vier Charakterklassen. Macht zusammen mit drei nicht minder unterschiedlichen Monstern - Nahkämpfer "Goliath", Fernkämpfer "Krake" und Schattenkrieger "Geist" - 15 hochgradig abwechslungsreiche Spielfiguren.

Vielfalt ist Trumpf

Ständige Variation und taktischen Anspruch garantiert Evolve außerdem durch eine Fülle weiterer Faktoren. Allein im zentralen Spielmodus "Jagd" stehen zwölf mit viel Hingabe entworfene Karten zur Auswahl, die insbesondere die Jäger vor regelmäßige Herausforderungen stellen. Fleischfressende Pflanzen, garstige Sumpflebewesen, klaffende Abgründe - all das sorgt je nach Spielsituation für zusätzliche Nervenkitzel. Dazu gesellen sich drei weitere Spielmodi. In "Nest" steht das Auslöschen von Alien-Eiern auf der Agenda. "Rettung" meint das Einsammeln versprengter Kolonisten, während man in "Verteidigung" gleiche mehrere Monster von einer Tankanlage fernhalten muss. Toll: "Evacuation" vereint alle vier Modi in Form einer fünf Runden andauernden Mini-Story und verändert dabei ständig die Rahmenbedingungen.

Was uns gefällt

Das 4-gegen-1-Konzept fühlt sich interessant an und birgt ungeahnte taktische Feinheiten, die meist erst nach vielen Spielstunden durchschimmern. Richtig grandios wird's im Online-Spiel mit Gleichgesinnten - hier zwingt Evolve die Jäger förmlich, als Team zu agieren, was sehr zusammenschweißt. Durch die überzeugende Spielbalance kommen aber auch Monsterspieler auf ihre Kosten. Genial: Stottert die Onlineverbindung bei einem Teilnehmer oder müssen sich Personen ausklinken, übernimmt die KI ohne merkliche Verzögerung.

Was uns nicht gefällt

Laut Hersteller sollen Spielerweiterungen mit neuen Modi und Karten kostenlos sein. Die Preisgestaltung für zusätzliche Spielfiguren fällt aber fragwürdig aus. Für jedes extra Ungeheuer soll man nach aktuellem Stand 15 Euro berappen, zusätzliche Jäger schlagen mit je 7,49 Euro zu Buche. Vier Grünröcke im Sparpaket kosten immer noch üppige 24,99 Euro. Punktabzug gibt's außerdem für zu häufige Wiederholungen beim sonst amüsanten Funkgeplapper der Jäger. Ein Splitscreen-Modus fehlt komplett ebenso wie eine klassische Solo-Kampagne

Fazit

In Sachen Atmosphäre, Präsentation, Leveldesign, Netzwerkcode und Freispielextras hat der Entwickler Turtle Rock die Hausaufgaben gemacht. Durch seine faire und kontrollierbare Gangart dürfte Evolve viele Freunde unter ambitionierten E-Sportlern finden. Die heftigen Preise für einige der kommenden Spielerweiterungen sollte der Hersteller allerdings überdenken. Und Einzelkämpfer? Dürfen mit beziehungsweise gegen Bots trainieren. Eine ernstzunehmende Kampagne und Rahmenhandlung fehlt. Der Singleplayermodus nutzt nur einen Bruchteil des Potenzials, den das Szenario bietet würde.

Titel: Evolve
Genre: Koop-Taktik-Shooter
Publisher: 2K Games
Hersteller: Turtle Rock Studios
Release-Termin: 10. Februar 2015
Preis: zirka 50 Euro (PC), zirka 60 Euro (PS4 und Xbox One)
System: PC, PS4, Xbox One (jeweils als DLX und Boxed-Version erhältlich)
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren
Wertung: Sehr gut

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