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"Total War: Attila": Hilfe, die Hunnen kommen

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Test zu Total War: Attila | Strategiespiel | PC  

Hilfe, die Hunnen kommen

12.02.2015, 17:33 Uhr | Wimmeroth / Plass-Fleßenkämper (jr / tz), Medienagentur plassma

"Total War: Attila": Hilfe, die Hunnen kommen. Total War: Attila Strategiespiel für PC von Creative Assembly (Quelle: Sega)

Total War: Attila Strategiespiel für PC von Creative Assembly (Quelle: Sega)

Die Taktik-Tüftler von Creative Assembly haben allen Grund zur Freude: Ihre preisgekrönte Strategiespiel-Reihe "Total War" feiert in diesem Jahr bereits das 15. Jubiläum – in der schnelllebigen Spiele-Industrie ist das fast schon eine Ewigkeit. Das Erfolgsrezept der Briten, rundenbasierten Aufbau eines eigenen Imperiums mit strategisch herausfordernden Echtzeitschlachten zu verbinden, wird auch im mittlerweile neunten Teil unverändert fortgesetzt. Wir haben den exklusiv für Spiele-PC erscheinenden Strategieknaller vorab getestet.

Als Herrscher Geschichte schreiben

Die Solokampagne startet im Jahr 395 nach Christus, also am Beginn des frühen Mittelalters. Dieses globale, geschichtlich akkurate Szenario ist Fans der Reihe schon aus dem Vorgänger "Total War: Rome 2" bekannt. Von Anfang an stehen dem Spieler zehn Fraktionen zur Auswahl, die jeweils eine völlig unterschiedliche Ausgangslage bieten. Entscheiden Sie sich beispielsweise für das Ost- oder Weströmische Reich, verfügen Sie zwar sofort über ein weitreichendes Herrschaftsgebiet und ein beachtliches Vermögen, sind aber anfällig für die Angriffe zahlreicher Neider und gefährliche innere Unruhen, die das Imperium schwächen.

Reiselustige Nomaden

Fällt ihre Wahl hingegen auf eine Gruppierung des Persischen Reiches, dürfen Sie es etwas ruhiger angehen lassen. Die beherrschten Gebiete sind zu Beginn nicht zahlreich, dafür mit glücklichen Einwohnern besiedelt und kaum direkten Gefahren durch Eroberer ausgesetzt. So können Sie erst einmal ganz in Ruhe Ihre Expansion planen. Neu hinzugekommen sind die aus dem kostenpflichtigen DLC zu "Total War 2" bekannten Nomadenstämme, etwa die Vandalen. Diese leben nicht in festen Siedlungen; sie lassen sich dort nieder, wo es ihnen gerade gefällt. Zwar können Sie mit den Nomaden jederzeit eine Stadt gründen oder eine eroberte Siedlung nutzen, um sesshaft zu werden, aber eben auch schnell Ihre Armeen komplett mobilisieren, wenn sich ein lohnenswertes Ziel auf Ihrem Weg zur Welteroberung findet.

Hilfe für Neulinge

Damit Neueinsteiger nicht von der Fülle an Optionen und dem hochkomplexen Geflecht aus Städtebau, Handelsabkommen, Diplomatie, Verrat, Steuersystem und den oftmals wuseligen Angriffs- und Abwehrschlachten erschlagen werden, bieten die Entwickler sinnvolle Hilfestellungen an. Ein optional spielbarer Prolog führt behutsam in die Bedienung des Spiels und die strategischen Grundzüge der Schlachten ein. Jeder erstmalige Menüaufruf wird von einer ausführlichen Erklärung aller Möglichkeiten begleitet. Zusätzlich steht jederzeit ein Berater am oberen linken Bildschirmrand parat, der wichtige Hinweise zu den nächsten Schritten gibt. Vorbildlich!

Von leicht bis legendär

Einstellbar ist auch der Schwierigkeitsgrad. Einsteiger werden auf "Leicht" oder "Normal" eine gute Chance auf den Gewinn der entscheidenden Schlachten haben, Strategieprofis schrauben die Anforderungen an das taktische Geschick mit "Legendär" in die Höhe. Dann ist es nicht mehr möglich, den Fortschritt jederzeit zu speichern und bei einer dramatischen Niederlage einfach den letzten Spielstand zu laden. Ebenfalls deaktiviert wird die Eingabe von Truppenbefehlen, während das Spiel pausiert. Somit fällt die Option weg, das Schlachtfeld in Ruhe zu studieren und seinen Einheiten den Weg zu weisen. An den höchsten Schwierigkeitsgrad sollten sich deshalb nur nervenstarke Taktikprofis wagen.

Um die Gunst des Volkes buhlen

In der in mehrere Kapitel unterteilten Kampagne gilt es, vorgegebene Ziele zu erfüllen. So müssen Sie in einem Zeitraum von einigen Jahren unter anderem eine bestimmte Anzahl Provinzen beherrschen, einer Fraktion den Krieg erklären, militärische und zivile Technologien erforschen oder Siedlungen durch Eroberung oder Bündnisse dem eigenen Reich hinzufügen. Um den Einwohnern eine gute Lebensqualität zu ermöglichen, bauen Sie zum Beispiel Theater und Kirchen, legen Felder zur Nahrungsvorsorge an und schaffen Ausbildungsplätze für Truppen. Merke: Nur ein zufriedenes Volk zahlt ohne Murren hohe Steuern! Letztere sind die wichtigste Einnahmequelle im Spiel - neben den Belohnungen für erledigte Aufgaben und der Plünderung gegnerischer Ansiedlungen.

Alles in Balance

Und auch nur ein glückliches Volk stellt Ihnen die für die Eroberungsfeldzüge notwendigen Einheiten zur Verfügung. Vernachlässigen Sie hingegen Ihr Reich, regt sich schnell der Unmut und es kann zu einem Bürgerkrieg kommen. Oder es bricht eine Seuche aus, weil Sie vergessen haben, sanitäre Anlagen zu bauen. Alleine mit dem Ausbau Ihrer Städte können und sollten Sie Stunden verbringen. Nur die richtige Balance zwischen militärischer Schlagkraft, zufriedener Bevölkerung und stetigem Wirtschaftswachstum führt in Total War: Attila zum Erfolg.

Auf in die Schlacht!

Um kriegerische Auseinandersetzungen kommen Sie in dem Strategietitel nicht herum, denn andere Fraktionen haben ein Auge auf Ihre Provinzen geworfen und wollen genau wie Sie ihr Einflussgebiet erweitern. Die Kämpfe gehen in Total War: Attila glücklicherweise intuitiv von der Hand: Mit ein paar Mausklicks - linke Taste zum Auswählen der Einheit, rechte Taste zum Befehligen - weisen Sie Ihren Truppen den Weg. Einfach gegen den Gegner anzurennen, das resultiert allerdings schnell in einer Niederlage. Sinnvoller ist es, taktisch und finessenreich zu agieren: Verstecken Sie Einheiten in Wäldern, errichten Sie in Städten Barrikaden oder setzen Sie zu Flankenangriffen auf den gegnerischen General an. Fällt dieser, ist es um die Moral der feindlichen Truppen geschehen, und Sie haben leichteres Spiel.

Ebenfalls wichtig: Nur, wenn Sie das Terrain ausnutzen und stets ein Auge auf die Truppenbewegungen des Gegners und möglicherweise anrückende Verstärkung haben, gehen Sie aus den Echtzeitschlachten als Sieger hervor. Kämpfe werden in Total War: Attila jedoch nicht nur zu Lande ausgetragen, wie schon im Vorgänger können sich ganze Flottenverbände auf dem Meer bekämpfen.

Audiovisueller Leckerbissen

Die Grafik wurde gegenüber des Vorgängers weiter verfeinert und bietet ansehnliche Licht- und Wassereffekte sowie eine hohe Detaildichte. Die kommt besonders dann zu tragen, wenn Sie tief in das Schlachtgetümmel zoomen und die kämpfenden Truppen aus nächster Nähe bei ihrem Kriegshandwerk betrachten oder ganze Flottenverbände auf hoher See verfolgen. Spannend gemachte Zwischensequenzen erzählen die Geschichte Ihrer gewählten Fraktion in aufwendigen computeranimierten Kurzfilmen. Die Sprachausgabe kann sich im wahrsten Sinne des Wortes hören lassen, obwohl man bei dem einen oder anderen aufgesetzt wirkenden Akzent doch etwas schmunzeln muss

Was uns gefällt

"Ich will eure Welt brennen sehen" - mit diesen markigen Worten meldet Hunnen-Herrscher Attila mitten in der Kampagne zu Wort. Das bedeutet für den Spieler Umdenken und seine bisherige Strategie auf die Bedrohung ausrichten, macht das Spiel unberechenbar und sorgt für taktischen Nervenkitzel – klasse! Erfreulich: Die Künstliche Intelligenz der Gegenspieler agiert auch auf niedrigem Schwierigkeitsgrad glaubhaft und bietet PC-Strategen eine echte Herausforderung. Neue Features wie der fortschreitende Verfall von Siedlungen während einer Belagerung oder der Einfluss von dynamischen Faktoren wie Moral und Ausdauer auf die Kämpfe bereichern sinnvoll das Geschehen. Zusätzlich zu der Kampagne, die eine lange Spielzeit garantiert, stehen einzelne historische Schlachten und der bereits aus dem Vorgänger bekannte Mehrspielermodus zur Verfügung.

Was uns nicht gefällt

So schön eine Vollvertonung in deutscher Sprache auch ist, so manchem Stammesangehörigen hätte man eine bessere Stimme verleihen können. Wenn ein Alemanne mit osteuropäischem Akzent seine Drohungen ausspricht, wirkt das unfreiwillig komisch. Zudem sind die Zugzeiten nach dem Beenden einer Runde selbst auf einem hochgezüchteten Gaming-PC immer noch recht lang. Bis die etlichen gegnerischen Fraktionen ihre Handlungen ausgeführt haben, hat man sich längst den nächsten Kaffee aufgebrüht.

Fazit

Die komplexe, aber enorm schmackhafte Mischung aus spielbarem Geschichtsunterricht, tiefgründiger Aufbausimulation und taktischen Echtzeitkämpfen in Total War: Attila lässt den Spieler tief ins historische Geschehen eintauchen. Einsteiger werden dank des Prologs und zahlreicher Hilfestellungen nie überfordert, Strategieprofis auf der anderen Seite freuen sich über eine Fülle neuer Features, die die bekannte Spielmechanik sinnvoll weiterentwickeln. Kurzum: Auch mit dem neuesten Ableger bleibt Total War im Strategie-Genre das Maß aller Dinge.

Titel: Total War: Attila
Genre: Strategiespiel
Publisher: Sega
Hersteller: Creative Assembly
Release: 17. Februar 2015
Preis: zirka 40 Euro
System: PC
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
Wertung: Sehr gut

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