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Hands-on-Preview zu Just Cause 3 | Action-Adventure | PC, PS4, Xbox One  

Krawall im Küstenstaat

16.02.2015, 15:30 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Medienagentur plassma

Krawall im Küstenstaat. Just Cause 3 Open-World-Actionspiel von Avalanche Studios (Quelle: Square Enix)

Just Cause 3 Open-World-Actionspiel von Avalanche Studios (Quelle: Square Enix)

Rico Rodriguez ist sauer, richtig sauer! Während er im Auftrag amerikanischer Geheimdienste und unter Einsatz seines Lebens zwei Diktatoren im Ausland das Handwerk legt, reißt ein gewisser General Di Ravello in seiner Heimat das Zepter an sich. Schlimmer noch: Mal abgesehen von ein paar schlecht organisierten Rebellen ergreift niemand die nötigen Schritte, um dem Tyrannen und seinem bestens ausgerüsteten Sicherheitsapparat einen Denkzettel zu verpassen. Also beschließt Rico, die Probleme im mediterranen Medici selbst in die Hand zu nehmen. Seine simple, aber bewährte Strategie? Den Propaganda-Apparat sowie die Ressourcenvorräte des Militärs in die Luft sprengen - solange, bis Di Ravellos Säulen der Macht ins Wanken geraten. Willkommen in Just Cause 3, dem neuen Open-World-Action-Abenteuer der schwedischen Avalanche Studios, das Ende des Jahres für PC, PS4 und Xbox One erscheint.

1000 Quadratkilometer großer Abenteuerspielplatz

Die in Stockholm präsentierte Xbox-One-Fassung beginnt mit einem kleinen Aha-Erlebnis. Ein kurzer Tipper auf "Dev Start" genügt, schon verschwindet das halbtransparent über der Spielgrafik eingeblendete Hauptmenü, und es geht ans Eingemachte. Kein Warten, kein Däumchendrehen in irgendwelchen langweiligen Ladebildschirmen! Unterbrechungsfrei schlüpft der Spieler in die Rolle des kampferprobten Topagenten und darf in der knapp 1000 Quadratkilometer großen Spielwelt tun und lassen, was er möchte. Beispielsweise die eigenen Kenntnisse im Umgang mit dem Enterhaken ein bisschen auffrischen - Ricos Lieblingsspielzeug in Just Cause 2. Im Unterschied zum Vorgängerspiel hat sich das Einsatzspektrum dieser Wunderwaffe jedoch dramatisch erweitert.

Spannung erhöhen

Statt einer darf man mit dem Enterhaken nun bis zu vier Stahlseilverbindungen zwischen Objekten in der Spielwelt spannen. Francesco Antolini, leitender Gamedesigner von Just Cause 3, demonstriert die Funktionsweise eindrucksvoll, indem er vier herrenlos umherstehende Heuballen miteinander verbindet. Was das bringen soll, sieht man erst im folgenden Schritt. Denn nun erhöht Antolini durch Gedrückthalten der LT-Taste die Seilspannung. Erklärt wird dieser Vorgang durch im Seil verbaute Hightech-Winden. Sobald die Winde das Seil aufwickelt, bewegen sich auch die Objekte aufeinander zu. Im Falle der weichen Heuballen ist das Resultat wenig spektakulär - Rico hat einen Pulk aus Strohballen geschaffen, der ihm höchstens als kurzzeitige Deckung etwas nutzt.

Kreativ sein

Richtig spannend wird es erst, wenn man Seilverbindungen taktisch klug im Kampf einsetzt. Querdenker-Agenten könnten zum Beispiel auf einem Flugfeld einen Transporthubschrauber entführen, vier Kleinwagen daneben parken und anschließend Heli und Fahrzeuge miteinander verbinden. Nun wieder abheben, an Höhe gewinnen, über einer feindlichen Polizeiwache kreisen und die selbst gebaute "Autobombe" durch Trennen der Seilverbindungen abwerfen. Mit etwas Glück kracht das vierrädrige Fallobst auf die Benzintanks der Station und bringt eine Kettenreaktion ins Rollen. Munition gespart, Feind erledigt - Rico grinst!

Dass ein solch haarsträubendes Manöver Ravellos Schergen erst richtig aufstachelt, steht außer Frage. In der Regel dauert es keine 60 Sekunden, bis Polizei und Militär mit Jeeps, Helikoptern und - je nach Bedrohungslage - Kampfjets und Panzern anrücken. Spätestens jetzt sollte man einen Plan B im Gepäck haben oder schleunigst das Weite suchen. Womit wir auch schon bei Ricos wichtigstem Gadget-Neuzugang wären: dem Wingsuit. Die jederzeit einsatzbereiten Kunstfaser-Flughäute unter Ricos Oberarmen eignen sich hervorragend für einen eleganten Abgang.

Baumgartner lässt grüßen

Wer beispielsweise noch im Transporthelikopter sitzt, springt einfach raus, aktiviert den Wingsuit und nimmt Kurs auf die Steilküste. Da die in Just Cause 3 besonders zerklüftet daherkommt, lassen sich fliegende Verfolger gut abschütteln. Oder man lotst Rico im Sturzflug gen Ozean und taucht geradewegs ins Wasser ab - der Feind ist dann meist so verwirrt, dass er die Suche wenig später abbricht. Selbstverständlich könnte man sich auch ans Heck einer vorbeirauschenden Zivilmaschine klemmen, das Gefährt mit einem filmreifen Enterhaken-Manöver kapern und auf diesem Wege Reißaus nehmen. Das Schöne an Just Cause 3: Jeder Spieler darf sich nach Herzenslust austoben und wird ganz eigene Wege finden, um Wingsuit, Enterhaken und den aus Teil zwei bekannten Fallschirm einzusetzen.

Vertical Combat

Um eben diese Spielweise noch stärker als bisher zu fokussieren, verfolgen Francesco Antolini und sein Team verschiedene Designansätze beim Entwurf der neuen Spielwelt. Wer genau hinsieht, wird zum Beispiel feststellen, dass einige fortgeschrittene Radaranlagen wie Hochhäuser in den Himmel ragen und über unzählige Plattformen in unterschiedlicher Höhe verfügen, auf denen Wachen postiert sind. Wer alle ausknipsen will, kommt also gar nicht darum herum, Ricos Gadgets konsequent einzusetzen.

Doch nicht nur Vertikalität spielt diesmal eine entscheidende Rolle, sondern auch, wie Objekte geformt sind. Im Interview wird Antolini konkreter: "Unsere Vehikel zum Beispiel bestehen alle aus individuellen Teilen, die jeweils 'physikalisiert' sind. Das heißt: Kommt es zu einem Crash, löst sich vielleicht eine Tür. Vielleicht explodiert aber auch ein Reifen. Oder man verliert die Motorhaube. Oder die Kofferraumtür, und so weiter. Das Handling des Fahrzeugs wird sich natürlich entsprechend verändern. Wenn ich beide Fronträder mit einer MG-Salve zersiebe, wird man das sofort spüren. Was genau passiert, hängt dabei von vielen Faktoren ab: Untergrund, Geschwindigkeit, Position von eventuell verankerten Seilen - all das und mehr spielt eine Rolle."

Optimierte Objekt-Physik

Antolini bezieht sich allerdings nicht nur auf Fahrzeuge: Sämtliche Chaos-Objekte im Spiel sind diesem Konzept folgend aufgebaut. Ein Gastank zum Beispiel ist nicht nur einfach ein Gastank, sondern setzt sich aus vielen hundert Einzelteilen zusammen, die individuelle Schaden nehmen. Reißt Rico zum Beispiel die Stützpfeiler des Gastanks mit Enterhaken-Seilen aus ihrer Verankerung, kann es passieren, dass der Tank in eine Schieflage gerät, einen Hang hinab rutscht und einen Dominoeffekt in Gang setzt. Antolini schwärmt: "Die Möglichkeiten sind wirklich sehr vielfältig. Und das liegt einfach daran, dass alle Komponenten auf einem Basislevel auf sehr einfach Art und Weise miteinander interagieren. Daraus jedoch entsteht unterm Strich sehr komplexes Verhalten."

Was uns gefällt

Abseits der stark verbesserten Objekt-Physik, den neuen Enterhaken-Spielereien und dem schnittigen Wingsuit macht besonders die Optik ordentlich was her. Einfach wunderschön, wenn bei einbrechender Dunkelheit in ganz Medici die Lichter angehen und man dieses Spektakel selbst vom höchsten Gipfel der Spielwelt noch beobachten kann. Angetan waren wir darüber hinaus vom abwechslungsreichen Fuhrpark: Egal, ob geländegängiger Militärjeep, mehrrädriger Schützenpanzer, wendiger Kampfhubschrauber oder schnittiger Sportwagen – die Vehikel-Auswahl macht Lust auf mehr.

Gleiches gilt für Herausforderungen vom Typ "Destruction Frenzy". Hier gilt es, unter Zeitdruck und mit einem vorgegeben Waffenarsenal in bereits befreiten Militärbasen möglichst viel Chaos anzurichten. Vorzugsweise, indem man sich geschickt gespannte Enterhaken-Verbindungen und die damit einhergehenden Kettenreaktionen zu nutze macht.

Was uns nicht gefällt

Für ein Spiel, das noch dieses Jahr erscheint, hat Avalanche bisher verdächtig wenig zu Story und Charakteren verraten. Derzeit stehen Rico, immer gleich aussehende Militär- und Polizeieinheiten sowie Di Ravello im Fokus. Begründung des Entwicklers: Man möchte zunächst die neuen Spielmechaniken veranschaulichen, was zugegebenermaßen hervorragend gelungen ist. Dennoch hoffen wir inständig, dass spätestens auf der nächsten großen Spiele-Messe weitere Details zum Plot durchsickern. Schließlich wird man sich auch in diesem Punkt mit anderen Open-World-Schwergewichten à la "GTA 5" messen müssen.

Fazit

Just Cause 3 hat das Potenzial, gigantische Wellen zu schlagen. Allein die irrsinnige "Objekte verknüpfen"-Mechanik dürfte sich bei Freunden kreativer Zerstörung größter Beliebtheit erfreuen und Zehntausende abgedrehte YouTube-Clips hervorbringen. Fallschirm, Wingsuit und ein mittlerweile unbegrenzter Vorrat an Sprengminen ergänzen die Formel zudem großartig. Trotzdem sollte sich Entwickler Avalanche nicht zu sehr auf ausgefeilte Grundmechaniken verlassen, sondern das Gesamtkunstwerk auch in eine voranpeitschende Geschichte einbetten.

Titel: Just Cause 3
Genre: Action-Adventure
Publisher: Square Enix
Hersteller: Avalanche Studios
Release-Termin: Ende 2015
Preis: Noch nicht bekannt
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Eindruck: Sehr gut

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