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"The Order: 1886"-Test: Third-Person-Actionspiel für die PS4

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Test zu The Order: 1886 | Third-Person-Actionspiel | PS4  

Kein Orden für die Ritter

19.02.2015, 15:04 Uhr | (jr / tz), Richard Löwenstein

"The Order: 1886"-Test: Third-Person-Actionspiel für die PS4. The Order: 1866 Third-Person-Shooter für die PS4 von Ready at Dawn  (Quelle: Sony)

The Order: 1866 Third-Person-Shooter für die PS4 von Ready at Dawn (Quelle: Sony)

Wer sehen möchte, was die PS4 an Grafik drauf hat, der möge sich den Third-Person-Shooter "The Order: 1886" angucken: So die mehrfache Empfehlung des US-Entwicklers Ready at Dawn auf Messen und Presseterminen. Tatsächlich machen die schönen Bilder aus einem fiktiven London irgendwo zwischen Ritterorden und Steampunk richtig was her. Trotzdem wird nicht jeder Actionspiel-Fan The Order: 1886 heiß und innig lieben. Denn das cineastisch inszenierte Actiongame fühlt sich etappenweise doch sehr nach Kinobesuch an.

Irgendwann in London

Wir schreiben das Jahr 1886. Das Einstiegsvideo transportiert seinen Betrachter in ein fiktives London irgendwo zwischen elisabethanischem Zeitalter, mittelalterlicher Ritterlichkeit und elektrischem Steampunk. Elektrisch deswegen, weil eine Figur namens Nikola Tesla in der Rahmenhandlung eine zentrale Rolle einnimmt. Mit dem historisch belegten Physiker und Erfinder aus den USA hat sein fiktiver Vetter allerdings nur den Namen gemein. Dieser hier erfindet wechselstrombetriebene Waffen und stellt sie einer geheimnisvollen Bruderschaft zur Verfügung: eben dem namensgebenden Orden, der im Namen seiner Majestät seit König Artus' Zeiten die Krone schützt und Vampire jagt.

Vier Ordensritter wider den Aufstand

Und so brechen also vier Ordensritter gemeinsam auf. Irgendwo zwischen Westminster und Whitechapel sollen sie im Auftrag des Ordens Aufrührer niederschlagen und dem Erstarken vampirischer Kräfte nachgehen - sprich Werwölfe killen. Die Führung übernimmt Sir Galahad, er folgt der Kontrolle des Spielers. Die Kamera wiederum folgt Galahad, gleiches gilt für seine drei computergesteuerten Kameraden Sir Percival, Lady Igraine und Marquis de Lafayette. Schön, dass sie alle vier nicht wie austauschbare Marionetten wirken, sondern wie starke Charaktere mit ausgeprägter Lebenserfahrung. Der eine griesgrämig, der andere frohgemut, der dritte kampfeslustig und das Mädel - sagen wir mal eigensinnig.

The Order 1886: Steampunk im London des 19. Jhdt.

Der neue Playstation 4-Exklusivtitel der Santa Monica Studios, die Macher der God of War-Reihe.

The Order 188&: PS4-Exklusivtitel von Ready at Dawn


Erzählerisches Leichtgewicht

Soviel Charakter tut gut, zumal es der Rahmenhandlung ansonsten an pointierten Dialogen und überraschenden Wendungen fehlt. Die Erklärungen und Zusammenhänge, die sich durch Einflechtung von Kamerafahrten und Dialogszenen in den Spielablauf ergeben, wecken wenig Interesse. Das Gesamtwerk ist extrem geradlinig choreographiert, nährt sich aber immerhin aus einer abwechslungsreichen Komposition aneinandergereihter Gameplay-Elemente. Der Held rennt durch Gassen. Er überwindet Mauern im Sprung, öffnet Tore und Schlösser per Quicktime-Reaktionstest. Dann irgendwann erreichen Galahad und seine Begleiter Gasse, Hinterhof oder eine andere geschlossene Arena. Spannende Feuergefechte entbrennen.

Motivierendes Kampfsystem

Obwohl Galahad häufig in Begleitung unterwegs ist, fühlt man sich in Kampfsituationen meistens als Einzelgänger. Der oder die Computerkameraden - die Anzahl variiert - tragen wenig zum Erfolg bei. Mehr Unterstützung leisten da schon Wände, Kutschen und andere in den Kulissen drapierte Objekte. Denn die Deckungskomponente ist sehr stark ausgeprägt. Hinter Steinsockeln und Holzbarrikaden Schutz vor Beschuss suchen, das ist überlebensnotwendig.

Fairer Schwierigkeitsgrad

Danach wählt man in Ruhe ein Ziel, die passende Waffe und zielt bewusst. The Order 1886 ist ein Shooter für Geduldige und Genießer. Jeder Etappensieg ist erarbeitet und eine motivierende Belohnung für kluges Handeln. Allzu schwer fällt das Überleben dennoch nicht. Zumindest auf den unteren beiden Schwierigkeitsgraden - die jederzeit zu ändern sind - ist Munition ausreichend vorhanden. In Deckung heilt Galahad binnen eines Augenzwinkerns seine Wunden. Geht er doch zu Boden, hält sich der Gram dank vieler Rücksetzpunkte und kurzer Ladeunterbrechungen in Grenzen.

Passive und aktive Momente

Tatsächlich nehmen aktiv geprägte Spielszenen aber nur rund die Hälfte der Spielzeit von acht bis zehn Stunden ein. Die andere Hälfte setzt sich aus Kamerafahrten, Dialogszenen und Quicktime-Reaktionstests zusammen. Man ist allzu häufig Betrachter von Ereignissen und kann keinen Einfluss nehmen. Aktive Gamer wird das langweilen. Auch Grafikgenießer könnten enttäuscht sein. The Order: 1886 kann sich sehen lassen, zeigt jedoch nichts, was man nicht woanders schöner gesehen hätte.

Schöner Bilder, wenig Leben

Das Game zieht sein Steampunk-Ding homogen durch. Die hohe Schärfe der Texturen, die visuelle Harmonie von Action- und Passivszenen und der enorme Detailgrad an Figuren, Hölzern, Beschlägen und Gemäuern verdienen ein Kompliment. London wirkt aber aufgrund der geradlinigen Inszenierung und des engen Gameplay-Korridors wie in ein Korsett gezwängt. So viele Straßen sind unerreichbar, so viele Türen verschlossen, Passanten und Objekte immun auf Annäherung und andere Aktionen. Dadurch bleibt trotz der Fülle an statischen Details ein "totes" Gesamtbild zurück. Außerdem engen schwarze, nicht deaktivierbare Cinemascope-Streifen das Bild oben und unten ein. Das und die Bildwiederholrate von nur 30 statt optimalen 60 Frames hinterlassen einen technisch wenig souveränen Eindruck.

Was uns gefällt

Die ersten beiden Spielstunden fühl sich behäbig und passiv an, danach legt das Gameplay an Tempo und Attraktivität zu. Kurze Ladepausen und flotte Wiederbelegung nach dem Heldentod unterstützen den Spielfluss. Das Zielsystem funktioniert gut, die vielfältigen Waffenausprägungen machen Lust auf Experimente.

Was uns nicht gefällt

Die Kampagne umfasst nur etwa acht bis zehn Stunden an Spieldauer, je nach Schwierigkeitsgrad. Mehrfaches durchspielen drängt sich aufgrund der geradlinigen und überraschungsarmen Spielstruktur nicht auf. Die Dialoge verfehlen mitunter den Ton: Moderne Kraftausdrücke bilden einen uneleganten Kontrast zum ritterlichem Habitus der Heldenfiguren. Eine Mehrspielermodus fehlt.

Fazit

Die PS4-Exklusivproduktion The Order: 1886 weckt mit schönen Bildern Begehrlichkeiten und hat spielerisch einiges drauf. Spannungsreiche Cover-Schießereien im Stil von Gears of War fügen sich mit Quicktime-Reaktionstests und Kamerafahrten zum cineastisch geprägten Actionerlebnis zusammen. Allerdings: Die engstirnige Geradlinigkeit, die häufigen Gameplay-Unterbrechungen und der überraschungsfreie Ablauf erinnern an den Mitte 2012 veröffentlichten Capcom-Flop Remember Me. Wie ihm fehlt es The Order: 1886 an Spielfluss, Höhepunkten und Spannungsspitzen.

Infos zum Spiel

Titel: The Order 1886
Genre: Third-Person-Shooter
Publisher: Sony
Hersteller: Ready at Dawn / Sony Santa Monica Studio
Release: 20. Februar 2015
Preis: zirka 60 Euro
System: PS4
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren
Wertung: Befriedigend

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