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Raids of Glory: Tortuga auf dem Tablet gründen

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Test zu Raids of Glory | Action-Strategie | iOS  

Tortuga auf dem Tablet gründen

03.03.2015, 17:39 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Medienagentur plassma

Raids of Glory: Tortuga auf dem Tablet gründen. Raids of Glory Aufbau-Strategiespiel von Nitro Games für iOS (Quelle: Chillingo)

Raids of Glory Aufbau-Strategiespiel von Nitro Games für iOS (Quelle: Chillingo)

Der finnische Entwickler Nitro Games kennt sich mit Freibeutern aus. Allein in den letzten fünf Jahren haben die Nordländer mindestens vier Titel rund um die Thematik in See stechen lassen, darunter den Strategie-Rollenspiel-Mix "Pirates of the Black Cover", den Tower-Defense-Spaß "Woody Two-Legs: Attack of the Zombie Pirates", das actiongeladene Schiffe-Versenken-Game "Sink’em All" sowie das Strategie-Schwergewicht "Commander: Conquest of the Americas". Mit dem durch In-App-Käufe finanzierten "Raids of Glory" für iOS möchte man nun in den lukrativen Gewässern mobiler Action-Strategie wildern. Der nächste logische Schritt? Oder ist doch eher Schiffbruch vorprogrammiert?

Vom Niemand zum Piratenkönig

Im Kern erinnert Raids of Glory an konkurrierende Genre-Vertreter wie "Clash of Clans" und Konsorten, wenngleich das Konzept hier weniger ausgereift wirkt. Alles beginnt in einer idyllischen Bucht. In dieser muss der Spieler den Ausbau seiner Piratenhochburg vorantreiben. Baracken zum Beispiel ermöglichen die Ausbildung von neuem Seeräuber-Fußvolk. Die Taverne erhöht die mögliche Maximalbevölkerung im Ort, die Piratenvilla schaltet neue Gebäudetypen frei, die Brennerei erzeugt Hochprozentiges, um die Truppe bei Laune zu halten - und so weiter. Das nötige Kleingeld vorausgesetzt, lassen sich alle Gebäudetypen hochstufen, was unter anderem ihre Trefferpunkt erhöht und weitere Eigenschaften verbessert - etwa den "Rumfluss pro Stunde"-Output der Destille oder die Anzahl zur Verfügung stehender Einheitentypen in der Kaserne.

Und 'ne Buddl voll Rum!

Um die Wirtschaft am Laufen zu halten, sind zwei Ressourcen nötig: Rum und Gold. Beide lassen sich mit viel Zeitaufwand lokal erzeugen. Deutlich flotter geht’s, wenn man die Siedlungen angrenzender Korsaren überfällt - in den ersten Spielstunden vorzugsweise mit Heerscharen von Säbel-schwingenden Infanteristen. Die hetzt man in einem zeitlich begrenzten Echtzeitkampf zunächst auf die Fußtruppen und Abwehrtürme der gegnerischen Stellungen. Liegt die Verteidigung am Boden, folgt die Zerstörung der Infrastruktur.

Helden lohnen sich

Taktisch anspruchsvoller wird’s, wenn auch der Feind kräftig aufgerüstet hat. Steinerne Barrikaden, Kanonentürme mit hoher Reichweite, im Boden vergrabene Minen und andere Gemeinheiten können unvorbereitete Plünderer dann schnell ins Schwitzen bringen. Bestes Gegenmittel? Fernkämpfer und Helden. Letztgenannte schließen sich der eigenen Truppe jedoch erst an, wenn man ihnen den Aufenthalt im Piratenparadies mit einer schicken Privat-Lodge schmackhaft macht. Doch der Aufwand lohnt sich, denn Holzbein Dalton John und Co. teilen kräftig aus, sammeln in jeder Schlacht wichtige Erfahrungspunkte und werden so immer mächtiger.

Immer schön auf der Hut bleiben!

Analog zu Clash of Clans sorgt das Spiel für weitere Nervenkitzel, indem es in unregelmäßigen Abständen KI-Trupps in Richtung Spielerbasis entsendet. Es lohnt sich also, kontinuierlich in Verteidigungsanlagen zu investieren! Wurde der eigenen Basis der Leuchtturm hinzugefügt, ergänzt Raids of Glory eine weitere Gameplay-Komponente: Nun darf man auch die Basen anderer menschlicher Spieler attackieren - und umgekehrt. Diese Funktion greift selbstverständlich nur bei laufender Online-Anbindung. Zum Spielen der Solokampagne ist eine aktive Datenverbindung derweil nicht notwendig - lobenswert und heute leider keine Selbstverständlichkeit im Segment der Freemium-Games.

Beim Klabautermann, dauert das lange!

Das eigene Piratenversteck ausbauen, neue Truppen anheuern, Feindbasen stürmen, erbeute Ressourcen in neue Verteidigungsanlagen investieren, Helden aufleveln - der Gameplay-Kern von Raids of Glory macht Laune und eignet sich prima für eine schnelle Runde zwischendurch. Will man jedoch mehrere Stunden am Stück ins Seeräubervergnügen eintauchen, sind Frustpausen vorprogrammiert. Denn nicht selten dauert das Errichten oder Hochstufen von wichtigen Gebäuden 60 Minuten und mehr. In dieser Zeit können Sie in der Regel noch ein bis zwei Schlachten ausfechten, dann jedoch ist Däumchen drehen angesagt. Meistens, weil der Upgrade-Vorgang eines dringend benötigten Bauwerks noch nicht abgeschlossen ist. Beschleunigen kann man den Prozess lediglich durch den Einsatz sogenannter Schädel. Die allerdings muss man sich durch das Abschließen von Aufträgen, Plünderungen und anderen Aktivitäten mühsam verdienen. Alternative? Klar, der Schädelkauf mit barer Münze.

Was uns gefällt

Der Einstieg gelingt durch kurze, aber prägnante Hilfetexte sowie nützliche Hinweispfeile im Handumdrehen. Und auch im Anschluss kommt man gut zurecht. Sämtliche Menüs sind klar strukturiert und optisch ansprechend gestaltet. Überhaupt kann sich die Präsentation sehen lassen: Krebse huschen über den Strand, Möwen segeln durch die Lüfte, Lagerfeuer qualmen gemütlich gen Himmel, Pumpen füllen Bottiche mit kostbarem Rum - für ein Tablet-Spiel sieht Raids of Glory äußerst ordentlich aus. Die Hintergrundmusik dudelt charmant vor sich hin und fällt zumindest bei kurzen Partien nicht störend auf. Wer mehrere Stunden am Stück spielt, wünscht sich jedoch mehr Variation - auch spielerisch

Was uns nicht gefällt

Abseits der bereits erwähnten Däumchendreh-Problematik stößt vor allem die strohdumme Freund-KI sauer auf. Wer seinen Fußtruppen in den Kampfsequenzen via Fingerzeig nicht genaue Anweisungen gibt, wen oder was sie in die Mangel nehmen sollen, guckt schnell in die Röhre. Das größte Problem: Statt zunächst einmal auf gegnerische Infanterie oder Türme loszugehen, greifen die eigenen Einheiten automatisch immer erst harmlose Gebäude an. Das verärgert vor allem dann ungemein, wenn man verbleibende Feindeinheiten im Schlachtgetümmel übersehen hat. Nerviges Mikromanagement ist also oberste Freibeuter-Pflicht!

Schade, denn unterm Strich gefällt das dynamische Umherschicken der Einheiten im Kampf; nicht zuletzt, weil es viel taktisches Potenzial birgt. Des Weiteren trüben vereinzelte Ruckler im Spiel und störende Ladesequenzen beim Wechsel zwischen Basis und Schlachtfeldern den Spielfluss. Eine ziemliche Frechheit ist die Freischalt-Währung "Schädel": Das teuerste Paket schlägt mit 99,99 Euro zu Buche - wohl dem, der One-Klick-Käufe mit den iOS-Bordmitteln eingeschränkt hat.

Fazit

Für den schnellen, täglichen Korsaren-Kick ist Raids of Glory durchaus seinen Gratis-Download wert. Alle jene aber, die stundenlanges, unterbrechungsfreies Strategievergnügen erwarten, werden früher oder später enttäuscht sein. Zu oft muss man warten, bis neue Gebäude errichtet, weitere Truppen trainiert oder andere Prozesse abgeschlossen wurden. Es sei denn natürlich, man macht ein paar Euros locker, kauft Schädel und beschleunigt die Dinge. Anders formuliert: "Snack-Spieler" werfen mal einen Blick drauf, alle anderen Karibik-Enthusiasten toben sich lieber mit "Sid Meier’s Pirates" oder "Assassin’s Creed: Black Flag" aus.

Infos zum Spiel

Titel: Raids of Glory
Genre: Aufbaustrategie
Hersteller: Nitro Games
Publisher: Chillingo
Release-Termin: Im Handel
Preis: Gratis (Free-to-Play mit optionalem Ingame-Shop)
System: iOS
USK-Freigabe: Nicht geprüft (Apple-Altersempfehlung: ab 9 Jahren)
Wertung: Befriedigend

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