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Test Hotline Miami 2: Wrong Number - Bei Anruf: Feuer frei!

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Test Hotline Miami 2: Wrong Number | Actionspiel | PC, Mac, PS3, PS4, PS Vita  

Bei Anruf: Feuer frei!

11.03.2015, 17:50 Uhr | Michael Förtsch (jr / ams), Medienagentur plassma

Test Hotline Miami 2: Wrong Number - Bei Anruf: Feuer frei!. Hotline Miami 2: Wrong Number Actionspiel für PC, Mac, PS3, PS4 und PS Vita von Devolver Digital (Quelle: Dennaton Games)

Hotline Miami 2: Wrong Number Actionspiel für PC, Mac, PS3, PS4 und PS Vita von Devolver Digital (Quelle: Dennaton Games)

Mit "Hotline Miami" hat der schwedische Entwickler Dennaton Games 2012 ein Spiel abgeliefert, das wirkt, als hätten die "GTA"-Entwickler Mitte der Neunzigerjahre den Gangsterfilm-Klassikern "Heat" und "Taxi Driver" ein spielbares Ebenbild verpasst. Und das mit verdammt viel Erfolg. Daher macht "Hotline Miami 2: Wrong Number" für PC, PS3, PS4, PS Vita und Mac nicht viel anders als der spaßig-schräge Vorgänger. Auch hier geht der Spieler mit irren Killern in grobpixeliger Draufsicht-Grafik auf Tour. Dabei wird viel geballert, die Gegend blutrot eingefärbt, geflucht - und nach dem Sinn hinter dem Ganzen gesucht. Das Spielprinzip ist nicht innovativ, liefert aber großartige Action - die leider auf eine Art und Weise umgesetzt wird, welche teilweise die Grenzen des guten Geschmacks sprengt.

Wie ein Kafka-Roman auf LSD

Zwei Dinge vorweg: "Hotline Miami: Wrong Number" gehört definitiv nicht in Kinderhände. Und wer den Vorgänger "Hotline Miami" nicht gespielt hat, der sollte dies nachholen, bevor er sich den Nachfolger anschaut. Selbst wenn beide Titel wie schlichte Shooter anmuten, die Story hat es faustdick hinter den Ohren. Auch mit Vorwissen wirkt die surreale Handlung, als würde man einen Kafka-Roman auf LSD lesen und nebenbei "Natural Born Killers" schauen. Daher wäre es auch ungehörig, die Geschichte vorwegzunehmen.

Nur soviel: Im ersten Teil verkörpert man den namenlosen, von Fans "Jacket" genannten Killer, der 1989 über Telefonanrufe Auftragsmorde entgegennimmt. Im Anschluss erlebt man die Story aus dem Blickwinkel eines zweiten Mörders - und ein mehr als schräges Ende. Letztlich ist nicht klar, ob das Erlebte Realität war. "Wrong Number" erklärt den Wahnsinn, schreibt ihn fort und toppt ihn mit mehr Charakteren, Blickwinkeln, Zeitsprüngen und Dialogen. Das Verwirrspiel beginnt schon im ersten Level, wo kurz Steuerung und Spielfluss erläutert werden.

Alles nur ein Film!

Aus der Vogelperspektive sieht man den Pixelgangster vor seinem Wagen stehen. Wie in den frühen "GTA"-Teilen lenken der Spieler die Spielfigur per WASD-Tasten. Mit der Maus kontrolliert man ein Zielkreuz, in dessen Richtung geschlagen oder geschossen wird. So weit, so gut - und schon geht’s hinein in ein Haus, wo man zackig den ersten Prügelknaben im "Game of Thrones"-Stil über den Jordan schickt. Brutal, aber durch den Pixel-Look so entfremdet, dass viel der eigenen Fantasie überlassen ist. Mit der linken Maustaste schnappt man sich seine Kette, prügelt weiter. Dann findet man schließlich eine Pistole. Stets ist Obacht geboten, denn schon ein Feindtreffer bedeutet das Aus - und den Neustart vom Levelbeginn. Checkpoints sind nur dann verfügbar, wenn man ein ganzes Stockwerk von Gegnern geräumt hat.

Vor und zurück

Nach dem Einstieg wechselt die Handlung zwischen den Jahren 1989 und 1991 hin und her. Mal lenkt man einen Polizist namens Pardo, dann wiederum verschiedene Killer. Wie ein Puzzle fügt sich all das zusammen. Immer wieder verweisen die Entwickler aufs Original, streuen unterschiedliche Perspektiven und Realitätsebenen ein. Konstant ist in "Wrong Number" einzig der Spielfluss. Egal welcher Protagonist, egal wo: Stets gilt es, Etage für Etage mit Schlagstock, Pistole, Schrotflinte, Uzi und AK-47 alles wegzupusten, was sich einem in feindlicher Absicht entgegenstellt, während dazu Dance- und Electro-Songs aus den Lautsprechern dröhnen.

Heldentode sind dabei keine Seltenheit. Obwohl die Gegner festgelegten Pfaden folgen und nur bei Hör- und Sichtkontakt ballernd angeprescht kommen, wird es schnell happig. Und zwar sukzessiv ansteigend: Im Spielverlauf müssen Sie sich mit mehr Widersachern, verwinkelteren Levels sowie mit Bossgegnern mit hoher Gesundheit und besonderen Waffen herumschlagen.

Anspruchsvolle Action

Selbst auf dem niedrigsten der drei Schwierigkeitsgrade sind Taktik, Geduld, Analyse und Tricks gefragt: Pfade erkennen, lauern, schießen, verschanzen - darum geht es, wenn man vorankommen will. Ebenso wichtig sind die Masken, die vor Leveleinstieg gewählt werden. Hinter Namen wie Zack, Nigel, Jake, Aubrey und Irvin verbergen sich Tiergesichter, die dem eigenen Charakter spezielle Fähigkeiten verleihen und über das Spiel hinweg freigeschaltet werden.

Als Tiger hält das Alter Ego etwa mehr aus und tötet mit einem Schlag, kann aber keine Waffen mehr tragen. Als Zebra kann man hingegen Ausweichrollen vollführen. Damit bleibt im Vergleich zum Vorgänger spielerisch vieles beim Alten, trotzdem fühlt sich "Wrong Number" angenehm frisch an.

Die Story wird flott erzählt und ist durchgeknallt, lässt jedoch etwas die Stringenz des Originals vermissen. Die Pixelgrafik bietet nur dezent mehr als 2012: Hier und da gibt‘s etwas mehr Gerümpel oder eine eine wippende Wäscheleine zu sehen. Dafür freuen sich Action-Fans über einen starken Level-Baukasten. All das fügt sich zu einem imposanten Gesamtpaket zusammen.

Was uns gefällt

Das Spielprinzip ist einfach, aber genial und wird kaum langweilig, sondern reizt mit Herausforderungen und neuen Umgebungen zum Weiterspielen. Hinter dieser leichten Oberfläche verbirgt sich dabei eine vielschichtige und geradezu avantgardistische Story. Die englischen Dialoge wurden passend rotzig ins Deutsche übersetzt. Ebenso gefällt die pixelige Retro-Grafik, die mit pulsierenden Effekten und bizarr überzeichneter Gewalt nicht klassisch brutal, sondern schon fast wieder kunstvoll und reflektierend wirkt. Die Musik passt mit mal poppigen Songs, mal stillen aber zumeist treibenden Elektrostücken stets wunderbar zur jeweiligen Mission. Der Level-Baukasten lädt zum Experimentieren ein, wobei er einiges an Einarbeitung fordert.

Was uns nicht gefällt

"Hotline Miami 2: Wrong Number" ist schwer und wird so manchen Spieler wohl recht schnell frustrieren. Ebenso könnte die überzogene Gewalt gegen alles und jeden den einen oder anderen abschrecken. Obendrein dürfte die komplexe und erst allmählich durchschaubare Story viele Gelegenheitsspieler eher verwirren als faszinieren.

Fazit

Wäre "Hotline Miami 2: Wrong Number" ein Film, wäre es ein wilder Mix aus "Heat", "Drive" und "Natural Born Killers", bei dem "Mulholland Drive"-Macher David Lynch Regie geführt hat. Die wilde Schießerei und das gleichzeitig überlegt-taktische Säubern von Level für Level sind fesselnd inszeniert; das Spiel fordert, frustriert und macht dabei fast süchtig. Es führt einem immer wieder vor Augen, dass ein Versagen die eigene Schuld ist. Trotzdem tritt das eigentliche Spiel dabei weiter und weiter in den Hintergrund, während sich in simplen Textboxen die Geschichte entblättert, die es in einer solch anspruchsvollen Ausprägung nur selten in einem Videospiel zu erleben gibt.

Infos zum Spiel

Titel: Hotline Miami 2 Wrong Number
Genre: Action
Publisher: Dennaton Games
Hersteller: Devolver Digital
Release: Im Handel
Preis: zirka 14 Euro (nur als DLC erhältlich)
System: PC, Mac,PS3, PS4, PS Vita
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren
Wertung: Gut

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