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Resident Evil Revelations 2: Angst machen nach klassischem Muster

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Test zu Resident Evil Revelations 2 | Survival-Horror-Actionspiel | PC, PS3, PS4, Xbox One, Xbox 360  

Angst machen nach klassischem Muster

25.03.2015, 08:30 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Medienagentur plassma

Resident Evil Revelations 2: Angst machen nach klassischem Muster. Resident Evil Revelations 2 Survival-Horror-Spiel von Capcom für PC, PS3, PS4, Xbox One und Xbox 360 (Quelle: Capcom)

Resident Evil Revelations 2 (Quelle: Capcom)

Als Resident Evil 6 im Oktober 2012 erschien, waren sich Fans und Kritiker einig: Die Serie, die einst ein ganzes Genre begründete, steckte in einer Sackgasse. Statt Survival-Horror und Gruselatmosphäre rückten Shooter-Action und eine auf Hollywood getrimmt Inszenierung in den Fokus. Die Folge: Wertungen wie auch Verkaufszahlen konnten die hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllen. Hersteller Capcom reagierte und übte sich in Selbstkritik. Gleichzeitig sammelte man an allen Fronten Kundenfeedback. Das Ergebnis: Statt sich krampfhaft an "Call of Duty" und Co. zu orientieren, will man in Zukunft wieder zurück zu den Wurzeln. Nicht zuletzt, weil das im selben Jahr veröffentlichte "Resident Evil Revelations", ein auf Survival-Horror getrimmtes 3DS-Spiel, sehr viel Zuspruch erfuhr. Die Früchte dieser Bemühungen bündeln sich nun in "Resident Evil Revelations 2" für PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One und PC - ein Spiel, das inhaltlich zwar keine direkten Verknüpfungen zu seinem Vorgänger aufweist, wohl aber einen sehr ähnlichen Grundtenor anstimmt.

Das Martyrium beginnt

Alles beginnt harmlos auf einer Cocktailparty der Anti-Bioterrorismus-Organisation "Terra Save". Serien-Urgestein Claire Redfield und ihre Kollegin Moira Burton - beide Angestellte des Unternehmens - scherzen gerade am Häppchenbuffet, als plötzlich Männer einer Spezialeinheit die Räumlichkeiten stürmen. Die vermummten Herrschaften gehen ziemlich rabiat vor, rammen Claire und Moira ein Betäubungsserum in die Halsschlagader und verschleppen sie und weitere Terra-Save-Mitarbeiter an einen mysteriösen Ort. Genauer gesagt auf die heruntergekommene Gefängnisinsel Zabytij, irgendwo im Nirgendwo.

"Lost" trifft "Cabin in the Woods"

Was dann folgt, ist Survival-Horror pur, denn wie es aussieht, spielt eine zornige Dame mit einer Vorliebe für zweideutige Kafka-Zitate ein perfides Spielchen mit unserem Heldenduo. Erste Indikatoren hierfür sind die seltsamen Leuchtarmbänder am Handgelenk der Protagonistinnen sowie die überall in der Anlage installierten Kameras, die jeden Schritt der beiden genau beobachten.

Ziel des Spielers? Claire und Moira aus Third-Person-Perspektive sicher aus der von widerwärtigen Kreaturen bevölkerten Anstalt lotsen und herausfinden, wer oder was hier im Hintergrund die Strippen zieht. Kurzum: Toller Stoff für ein aufwühlendes Action-Abenteuer, das Capcom auf vier Haupt- sowie zwei Spin-Off-Episoden verteilt erzählt. Inhalte, die zusammengenommen knapp zehn bis 14 Stunden unterhalten und allesamt auch als DLC erhältlich sind.

Teamwork ist Trumpf

Analog zu Resident Evil 5 und Resident Evil 6 steht auch hier Koop-Gameplay im Mittelpunkt. Je nach Laune bahnt man sich also entweder mit einem KI-Partner oder einem menschlichen Mitstreiter seinen Weg durch die sehr unterschiedlich gehaltenen Schauplätze der Insel. Dass alle Spielfiguren über individuelle Talente verfügen und ohne Teamwork keinen Blumentopf gewinnen, betont den Koop-Schwerpunkt zusätzlich.

Nehmen wir als Beispiel Moira: Im Gegensatz zu Claire hält sie aufgrund einschneidender Erfahrungen in ihrer Vergangenheit nicht allzu viel von Schusswaffen. Wer auf Knopfdruck in ihre Rolle schlüpft, hantiert vielmehr mit Taschenlampe und Brecheisen. Zwei äußerst nützliche Werkzeuge, die ihr ermöglichen, düstere Levelbereiche auszuleuchten, Gegner zu blenden, versteckte Objekte zu finden sowie verriegelte Kisten und Türen aufzubrechen.

Eine Geschichte, verschiedene Blickwinkel

Hat man den ersten Story-Abschnitt rund um Claire und Moira abgeschlossen, folgt nicht nur ein spannender Cliffhanger-Moment, sondern obendrein ein überraschender Perspektivwechsel. Jetzt erlebt der Spieler - wie auch in der zweiten Hälfte der übrigen drei Hauptepisoden - die Handlung aus der Sicht von Barry Burton. Der hat sich nämlich einige Monate nach dem Verschwinden seiner Tochter Moira aufgemacht, sie zu finden.

Unterstützt wird er dabei von Natalia Korda, einem Waisenkind, dem er beim Betreten der Insel über den Weg läuft. Ein mehr als glücklicher Zufall, denn zum einen weiß das furchtlose Mädchen, wo Moira sein könnte. Zum anderen besitzt Natalia zahlreiche Fähigkeiten, die Barry verwehrt bleiben. Sie kann Gegner durch Wände sehen und per Steinwurf betäuben, aufgrund ihrer kompakten Statur durch kleine Öffnungen schlüpfen, im Dunkeln verborgene Dinge aufspüren und nicht zuletzt Barry mittels Fingerzeig auf die Schwachstellen von Widersachern hinweisen.

Knobelspaß inklusive

In Kombination mit dem düster-dreckigen Leveldesign und der wendungsreichen Geschichte ergibt sich ein über weite Strecken motivierendes Horrorabenteuer, bei dem auch diverse Rätseleinlagen nicht zu kurz kommen. In Episode drei zum Beispiel gilt es, vier Grabsteine in der richtigen Reihenfolge zu berühren. Wer die Herausforderung unter Zuhilfenahme eindeutiger Hinweise auf einem Notizzettel meistert, öffnet eine Gittertüre und wird mit einer mächtigen Automatikwaffe belohnt. Gut gelöst: Soll der KI-Partner einem im Solo-Modus mal nicht folgen - etwa, damit er im richtigen Moment ein Schaltpult bedient - dient eine einfache Tastenkombination als "Warte dort"-Befehl.

Langzeit-Motivator Raid-Modus

Erstaunlich umfangreich und gut ausbalanciert präsentiert sich der sogenannte Raid-Modus, eine vom Hauptspiel abgekoppelte Überlebens-Spielart. Hier tritt man entweder solo oder mit einem Verbündeten gegen eine für jedes Szenario vorgegebene Anzahl von Untoten an. Bevor es losgeht, dürfen Ausrüstung als auch Heldenfähigkeiten nach eigenen Wünschen angepasst werden.

Der dann folgende Schlagabtausch dauert oft nur zehn bis 15 Minuten, sorgt aber aufgrund von akuter Munitionsknappheit und des von Mission zu Mission kontinuierlich ansteigenden Schwierigkeitsgrades für jede Menge Adrenalinschübe. Dutzende Freischalt-Extras, aufrüstbare Waffen und Online-Ranglisten sind weitere wichtige Motivationsfaktoren. Lobenswert: Mit einem voraussichtlich ab 31. März verfügbaren Update darf man den Raid-Modus auch online im Zweier-Koop in Angriff nehmen.

Was uns gefällt

Obwohl die Präsentation aktuellen Grafikgranaten wie The Order: 1886 zu keiner Zeit die Stirn bieten kann, gelingt es den Machern, durch verschiedene Stilmittel eine fesselnde Atmosphäre aufzubauen. Geschickt platzierte Soundeffekte, durchweg düstere Lichtverhältnisse, verstörende Notizzettel von Inselbewohnern, zweideutige Wandkritzeleien und seltsame Apparaturen sorgen für eine angespannte Grundstimmung.

Die intensiviert sich umso mehr, weil oft minutenlang gar nichts passiert. Und springt dann doch wieder - begleitet von perfekt getimtem Controller-Rütteln - ein Gegner ins Bild, geschieht das, wonach viele Fans sich so sehr gesehnt haben: Man zuckt zusammen, wird hektisch, muss sich erst einmal wieder sortieren und orientieren. Survival-Horror, wie er sein soll - vor allem auf höheren Schwierigkeitsgraden, wo mehrere Feinde in nächster Nähe meist den sicheren Tod bedeuten.

Was uns nicht gefällt

Technisch schöpft Resident Evil Revelations 2 die Möglichkeiten von Xbox One und PS4 bei Weitem nicht aus. Das gilt im Speziellen für zahlreiche wirklich fade texturierte Umgebungsobjekte. Dazu gesellen sich unschöne Clipping-Fehler und starke Schwankungen in der Qualität der deutschen Übersetzung. Dass die Story-Kampagne nur offline im Splitscreen-Modus bewältigt werden darf, ist ebenfalls nicht zeitgemäß und sollte dringend nachgebessert werden.

Fazit

Das Episodenformat, die etwas angestaubte Optik, die schwankende deutsche Synchronisation sowie der fehlende Online-Koop-Modus innerhalb der Kampagne mögen den oder anderen zunächst etwas abschrecken. Wer dem Capcom-Experiment dennoch eine Chance gibt, wird positiv überrascht sein, wie viel packender Horror wirklich in Resident Evil Revelations 2 steckt. Was bleibt, ist ein großer Schritt in die richtige Richtung - und neue Zuversicht, dass Capcom die Serie auch zukünftig wieder in die richtigen Bahnen lenken wird.

Infos zum Spiel

Titel: Resident Evil Revelations 2
Genre: Survival-Horror
Hersteller / Publisher: Capcom
Release: 20. März 2015
Preis: zirka 40 Euro (Disk-Version mit allen Extras) / 24,99 Euro (alle Episoden plus Raid-Modus als Download) / 5,99 Euro (Preis pro Episode im Einzelkauf)
System: PC, PS3, PS4, Xbox One, Xbox 360
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren
Wertung: Gut

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