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Test zu Cities Skylines: Das bessere "Sim City"

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Test zu Cities Skylines | Städtebau-Simulation | PC, Mac  

Das bessere "Sim City"

01.04.2015, 16:59 Uhr | Olaf Bleich (jr), Medienagentur plassma

Test zu Cities Skylines: Das bessere "Sim City". Cities: Skylines Städtebau-Simulation für PC und Mac von Colossal Order und Paradox Interactive (Quelle: Deep Silver)

Cities: Skylines Städtebau-Simulation für PC und Mac von Colossal Order und Paradox Interactive (Quelle: Deep Silver)

Traurige Nachrichten erschütterten im März 2015 die Spielergemeinde: Electronic Arts schloss die Firmenzentrale der "Sim City"-Macher Maxis in Emeryville. Da passte es wie die Faust aufs Auge, dass beinahe zeitgleich Deep Silvers Aufbau-Simulation "Cities Skylines" für PC und Mac erschien. Ein Spiel, dass dem großen Vorbild zumindest auf den ersten Blick derart ähnlich sieht, dass man es schon fast als gut gemeinte Kopie bezeichnen könnte. Doch Cities Skylines ist weitaus mehr: Enorm umfangreich, benutzerfreundlich - und dank Modding-Tools ein gefundenes Fressen für Hobby-Bastler.

Am Anfang war nur eine Straße

Die Parallelen zu Sim City werden aber gerade zu Beginn einer neuen Partie deutlich. Nach des Wahl des Settings und der vorherrschenden Rohstoffe startet nämlich jede neue Stadt mit einer leeren Karte und einem Autobahnzubringer. Von hier aus legt man erste Straßen und bestimmt, ob daraus Wohn-, Gewerbe- oder Industriegebiete werden sollen. Die Steuerung gestaltet sich intuitiv, und kleine Textkästen weisen einen auf potenzielle Hürden hin.

Ein klassisches Tutorial gibt es in Cities Skylines nicht. Stattdessen begrenzt das Spiel die Möglichkeiten und baut 13 sogenannte Meilensteine ein. Diese hängen von der Größe der Stadt und ihrer Population zusammen. Mit jedem neuen Meilenstein schalten Sie zusätzliche Gebäude und Gesetzesvorschläge frei. Auf diese Weise überfordert das Aufbauspiel gerade Einsteiger nicht - gut so! Wer nicht gleich zu Beginn sein ganzes Geld in ein vertracktes Straßennetz verpulvert, wird hier keine Probleme haben.

Eine Stadt im Wandel

Überhaupt spielt sich der Aufbaustrategie-Titel langsam und gemütlich. Sonderlich schwer ist er nicht. Im Gegenteil, fließen die Steuergelder erst einmal, wird die eigene Stadt schnell zum Selbstläufer. Ähnlich wie in Sim City benutzt Cities Skylines Farben und Smilies, um die Zufriedenheit oder auch die Probleme der eigenen Ortschaft darzustellen. Platziert man beispielsweise eine Schule in einem dichte besiedelten Wohngebiet, ploppen sofort fröhliche Gesichter über den Häusern auf. Denn eine Schule steigert die Bildung und damit auch den Grundwert der Gegend.

Mit Hilfe einfacher Werkzeuge legt man die Wasser- und Stromversorgung von Kraftwerken in die Innenstadt. Gleichzeitig gelten hier bekannte Regeln, etwa dass Wohnbereiche möglichst ruhig sein und Mülldeponien irgendwo in den Außenbezirken der Stadt liegen sollten. Kleinere Haken - wie etwa, dass das Abwasserrohr unbedingt flussabwärts liegen muss - gibt es, sie werden aber ebenfalls gut erklärt.

Mit steigender Population wachsen die Ansprüche der Einwohner. Also errichtet man Polizeistationen, Feuerwehr, Universitäten und Krankenhäuser. Zu kleinen Wohngebieten kommen schließlich auch Hochhaussiedlungen hinzu, die besonders junge Cims - so die offizielle Bezeichnung der Computer-Menschen von Cities Skylines - anziehen. Die Bewohner durchleben eine ganze Karriere und enden schließlich sogar auf ebenfalls notwendigen Friedhöfen oder später im Krematorium.

Auf dem Weg zur Metropole

Trotz aller Gemeinsamkeiten gibt es aber einen entscheidenden Unterschied zwischen Sim City und Cities Skylines: die Größe der Städte. Ohne Modifikationen bezieht man bis zu neun zwei mal zwei Kilometer große Parzellen und stampft so Metropolen mit Millionen von Einwohnern aus dem Boden. Ab einem gewissen Zeitpunkt dreht sich in Cities Skylines alles nur noch um die Optimierung der Abläufe, nicht mehr um das liebe Geld.

Für eine bessere Kontrolle teilen Sie das Gebiet daher in Stadtviertel ein. Der Vorteil: Diese Bereiche belegt man mit individuellen Gesetzen. Das kostet zwar teils mächtig Geld, fördert aber gleichzeitig das Wachstum. Beispielsweise verhängt man ein allgemeines Rauchverbot und erhält so gesündere, aber gleichzeitig unzufriedene Cims. In Universitätsbezirken dagegen schafft man Bildungskosten ab und unterstützt somit auch Geringverdiener. Man betreibt also große Politik, wenn auch mit einfachen Mitteln.

Jede Menge Verkehr

Die größte Freude in der Schlussphase des Städtebaus bereiten aber zweifellos das Transportwesen und der Straßenbau. Nachdem man nämlich alle Meilensteine geknackt hat, stehen einem Flughäfen, eine Werft, U-Bahnen, Bushaltestellen und erweiterte Straßenbauoptionen zur Verfügung. So richtet man Verkehrslinien ein und baut Brücken, Extraebenen, riesige Kreisverkehre und Umgehungsstraßen. Wer also ein Faible für das Verkehrswesen hat, wird hier stundenlang beschäftigt sein.

Ein Fest für Mod-Bastler

Ausreichend Nachschub an Mods und neuen Objekten liefert bei Cities Skylines die Community selbst. Mittels der integrierten Karten- und Gebäude-Editoren bastelt man in Windeseile eigene Kreationen zusammen, teilt sie mit anderen Spielern oder lädt sich einfach über Steam Workshop bereits angefertigte neue Inhalte herunter. Die aktuell über 200 verfügbaren Mods beinhalten unter anderem eine First-Person-Kamera, automatisches Abreißen verlassener Gebäude oder zusätzliche Straßen-Upgrades. Die kreierten Karten reichen von realen Städten wie Köln, Chicago oder Tokio bis hin zur GTA 5-Metropole Los Santos. Die ebenfalls verfügbaren Grafiksets - zum Beispiel Fußball-Stadien und alternative Wohnhäuser - bringen Abwechslung ins Spiel.

Was uns gefällt

Paradox und Colossal Order machen mit Cities Skylines fast alles richtig: Der Einstieg ist simpel gehalten und überfordert nicht. Das Interface und die Steuerung erweisen sich als intuitiv, die Grafik als zweckmäßig. Cities Skylines verschlingt mit seinem eingängigen Aufbau-Gameplay Stunden, frustriert aber nicht mit unnötigen Hindernissen oder einem übermäßig hohen Schwierigkeitsgrad. Hier geht es um den Aufbau und die kontinuierliche Optimierung der eigenen Stadt. Das macht Spaß und bietet dank der Modding-Optionen einen ungeheuren Wiederspielwert.

Was uns nicht gefällt

Wie jede Städtebausimulation klaffen auch bei Cities Skylines gelegentliche Logiklücken. Beispielsweise agieren Servicegebäude wie Feuerwehr und Polizei häufig nicht eigenständig genug und finden den Weg ans Ziel erst über zusätzliche Umgehungsstraßen. Zudem gibt es im Spiel gelegentliche Grafik- und Audiofehler, und ab einem gewissen Punkt stoppt der traditionelle Spielfortschritt, sodass nur noch die Optimierung im Vordergrund steht.

Fazit

Dieses Spiel ist genau das Sim City, das sich alle Aufbaustrategen gewünscht haben: Umfangreich, riesig groß und ein echtes Suchtmittel. Bis auf kleinere Logikfehler gibt es an Cities Skylines nichts zu meckern. Hoch lebe der neue Baumeister!

Infos zum Spiel

Titel: Cities Skylines
Genre: Städtebau-Simulation
Publisher: Deep Silver
Hersteller: Paradox Interactive / Colossal Order
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 35 Euro
System: PC, Mac, Linux
USK-Freigabe: Ab 0 Jahren
Wertung: Sehr gut

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