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Xenoblade Chronicles 3D: Heldenjob mit wechselnder Besetzung

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Test zu Xenoblade Chronicles 3D | Rollenspiel | New 3DS  

Heldenjob mit wechselnder Besetzung

02.04.2015, 17:56 Uhr | (jr / tz), Richard Löwenstein

Xenoblade Chronicles 3D: Heldenjob mit wechselnder Besetzung. Xenoblade Chonicles 3D für den New 3DS von Nintendo (Quelle: Nintendo)

Xenoblade Chonicles 3D für den New 3DS von Nintendo (Quelle: Nintendo)

Dieses Japano-Rollenspiel bleibt einem elitären Kreis vorbehalten: "Xenoblade Chronicles 3D" funktioniert nur auf Nintendos brandneuem New 3DS-System. Besitzer eines konventionellen 3DS-Handheld dürfen nicht an der abenteuerlichen Reise durch das Fantasy-Reich Bionis teilnehmen. Sollten sie deshalb Trauer tragen oder vielleicht sogar die Anschaffung eines New 3DS überlegen? Doch, ja - denn es gibt nur wenige Nippon-Abenteuer von solcher Intensität und Spielbarkeit , weder auf Mobilkonsolen noch anderswo.

Eines der besonderen Kennzeichen gelungener Japano-Rollenspiele ist, dass sie Quests, Kämpfe und heftige Gefühlsaufwallungen erfolgreich verquicken. Genau das ist die Stärke von Xenoblade Chronicles. Das ursprünglich 2011 für die Wii-Konsole entwickelte und jetzt für das New-3DS-Handheld adaptierte Rollenspiel-Abenteuer erzählt eine bewegende Geschichte und füllt sie mit Gameplay satt. In weit über 200 Quests und rund 50 Spielstunden lässt es den Spieler einen faszinierenden Trip durch ein futuristisches Fantasy-Universum erleben.

Kampf der Titanen

Animierte Bilder und ein Sprecher legen im gerenderten Intro-Video den roten Faden aus. Demnach bekämpften sich vor Äonen zwei Titanen namens Bionis und Mechonis. Aus den Trümmern dieses Kampfes sind zwei Welten und zwei Völker hervorgegangen. Bionis ist von Menschen bevölkert, doch sie sehen sich ständigen Attacken durch "einen Haufen seelenloser Maschinen" ausgesetzt - den Mechons. Nach einem kurzen Kampf-Tutorial inklusive der Teilnahme an einer Schlacht zwischen diesen beiden Rassen springt die Handlung um ein Jahr vorwärts. Inzwischen ist Friede eingekehrt.

Ein Held namens Shulk

In den ersten Momenten führt der Spieler einen Jungspund namens Shulk durch eine herrliche Berglandschaft und ein großes Dorf namens Kolonie 9. Im Rahmen kompakter, durch simple Hol- und Bring-Quests verknüpfte Wanderungen trifft Shulk auf verschiedene Nebenfiguren. In angenehm entspannten Dialogszenen stellen sich die Beteiligten kurz vor. Shulk zum Beispiel erforscht das Geheimnis eines offenbar allmächtigen Schwertes mit Namen Monado. Er ahnt, dass das Schwert und sein Träger eine entscheidende Rolle spielen würde, sollte der Konflikt mit den Mechons je wieder aufflammen.

Wechselnde Heldenrollen

Es folgt ein kurzer Bruch in der Handlung. Kurzzeitig übernimmt der Spieler die Kontrolle über eine hübsche Jägerin namens Fiora. Sie soll Shulk in einer Trainingsquest suchen und finden. Der Dialog, der sich im Anschluss zwischen beiden entwickelt. lässt zweierlei erahnen: Erstens, dass Xenoblade Chronicles keine Scheu vor Zwischenmenschlichkeit und romantischen Gefühlen hat. Zweitens, dass Shulk seine Heldenrolle gelegentlich an andere Figuren abgibt. Manchmal geschieht das automatisch, manchmal auf Kommando des Spielers. Manchmal gibt er sie an Freunde ab und manchmal an Weggefährten, die er im Lauf der Kampagne um sich schart. Durch diese Rollenwechsel erfährt der Betrachter vieles über Shulk, seine Begleiter und deren Beweggründe.

Gefühlsbetontes Abenteuer

Unter allen Rollenspielen für 3DS - und im Rollenspiel-Genre überhaupt - zählt Xenoblade Chronicles zur raren Spezies derer, die im Rahmen ihrer Geschichte geschickt mit Dramatik, Liebe und Wut jonglieren. Der souveräne Umgang mit Text und Technik bildet die Basis dafür. Die sehr gute Eindeutschung, die hervorragende englische Sprachausgabe und die hohe Grafikqualität sind Grundlage dafür, dass die Gefühlsregungen auch glaubhaft ankommen. Xenoblade Chronicles gelingt das kleine Kunststück, dass sich der Betrachter ungeachtet der limitierten technischen Möglichkeiten eines New 3DS mit den Figuren identifiziert.

Ausgeprägte Charaktere

Das liegt aber auch daran, dass die Charaktere ausgesprochen anschaulich portraitiert werden: Sie sind sympathisch oder böse, anhänglich oder egoistisch, aber jedenfalls nicht langweilig oder austauschbar. Getragen durch interessante Persönlichkeiten und spannendes Gameplay entfaltet sich Xenoblade Chronicles 3D zu einem mitreißenden Märchen. Zwischendurch brechen Erinnerungen und Visionen den linearen Erzählstil auf, gestatten einen Blick zurück oder in die Zukunft. Derartig aufwendige Stilmittel kennt man sonst eher von Top-Rollenspielen auf den großen Konsolen.

Praxisnahe Bedienung

Die Bedienung punktet mit gut funktionierenden Komfortfunktionen. Eine Karte auf dem Touchscreen des 3DS inklusive Schnellreise-Funktion und eine Kompassnadel plus Entfernungsangabe zum nächsten Questziel unterstützen die Orientierung. Die Kamera lässt sich per C-Stick jederzeit justieren. Dem Blick auf die herrlich detailreichen Ebenen, Gebirge und Städte steht nichts im Weg. Die Schultertasten sind mit sinnvollen Funktionen belegt und rufen beispielsweise Notizen mit Kurzbeschreibung zur laufenden Mission auf. Das Spiel wurde nicht nur prima an die Besonderheiten des New 3DS angepasst, es gibt sich generell praktisch und einsteigerfreundlich.

Schwieriger Einstieg

Allerdings muss man zunächst die erste halbe bis dreiviertel Stunde überwinden. Bis dahin ploppen ständig unaufgefordert Texttafeln mit Erläuterungen von Oberwelt, Charakterwerten, Kampfsystem et cetera auf. Kenner werden das als lästig empfinden, Genre-Neueinsteiger könnten die vielen Hinweise auf Menüs und Möglichkeiten überfordern und abschrecken. Vielleicht sollte das Spiel zu Beginn erläutern, dass die Hilfen über die X-Taste und das Optionsmenü abschaltbar sind.

Kampf den Mechons

Nach rund einer Stunde kommt Xenoblade Chronicles dann richtig in Fahrt - die Ereignisse beginnen sich zu entfalten. Eine Bedrohung kommt ins Spiel. Spannende Momente und Reisen an exotische Ziele wecken Neugier. Anfangs selten, später immer häufiger bringen Kämpfe das Blut in Wallung. Shulk und seine Mitstreiter treffen im Gelände auf wechselndes Getier und mechanische Kreaturen von teils imposanter Statur. Oft ließe sich die Gefahr umgehen, denn die offen gestaltete Spielwelt lässt Wanderungen oder Fluchtbewegungen in viele Richtungen zu. Aber da die Kämpfe kontrollierbar und spannend inszeniert sind, gibt es wenig Grund, ihnen aus dem Weg zu gehen.

Taktische Echtzeit-Kämpfe

Sobald der Held und seine Begleiter auf Gegner treffen, steckt das Spiel innerhalb der Umgebung eine Arena ab, und los geht's. Gekämpft wird solange, bis einer der Kontrahenten das Zeitliche segnet. Attacken werden dabei automatisch ausgeführt, der Spieler bestimmt über Icons, ob der aktive Held frontal oder hinterrücks angreifen soll, mit welchen Waffen er das tut oder ob er vielleicht Gefährten heilen soll.

Entscheidend ist, dass man sich um seine Helden kümmert: Welche Klamotten, Waffen und Ausrüstung tragen sie, wie ist es um die Harmoniewerte zwischen ihnen bestellt? Solche Attribute sind keine bloße Kosmetik, sondern verschaffen spürbare Vorteile. In Kombiattacken zum Beispiel bündeln Shulk und die am Kampf beteiligten Gefährten ihre Kräfte und erreichen eine imposante Wirkung. Die visuellen Spezialeffekte nebst passenden Soundkalibern veranschaulichen sehr gut, welche Kraft den Angriffen innewohnt.

Was uns gefällt

Kompliment an die Gamedesigner und Geschichtenerzähler: Sie haben Charaktere erschaffen, die mit ihrer ausgesprochen lebendigen Schilderung Neugier wecken. Während sich die Geschichte entfaltet, trifft die Heldenfigur Shulk auf viele Freunde und Feinde. Sie alle sind sympathisch oder bösartig, verfügen über Facetten, keine ist langweilig oder verwechselbar. Dass virtuelle Charaktere in eine derart fesselnde Geschichte eingebunden sind, sieht man selten. Erst recht auf einem Handheld mit Minibildschirm. Ein kleines Kunststück der Entwickler.

Was uns nicht gefällt

Die Bildtexte sind sehr gut eingedeutscht, die Sprachausgabe leider nicht: Sie ist auf englisch, deutsch untertitelt. Und im Test begann sich die Kamera manchmal automatisch zu drehen und beruhigt sich erst nach einigen Schritten mit der Heldenfigur wieder. Laut Nintendo ein Problem, das erstmalig auftrat. Die Downloadversion benötigt 30.111 Blocks. Die Kapazität der dem New 3DS beiliegenden 4 GB großen Standard-Speicherkarte reicht dafür nicht aus. Man muss sie gegen ein Exemplar mit mindestens 8 GB Fassungsvermögen tauschen.

Fazit

Mit temporeichen Kämpfen, kurzweiligen Quests und gefühlsstarken Momenten macht Xenoblade Chronicles 3D einen ausgesprochen reizvollen Eindruck. Absolute Genreneulinge könnten anfänglich einige Facetten der Bedienung als zu komplex empfinden. Aber ist diese Hürde genommen, begeistert das wunderschön inszenierte und abwechslungsreich gestaltete Japano-Rollenspiel mit großartigem Spielfluss.

Infos zum Spiel

Titel: Xenoblade Chronicles 3D
Genre: Rollenspiel
Hersteller / Publisher: Nintendo
Release-Termin: 2. April 2015
Preis: zirka 60 Euro
System: Nintendo New 3DS / New 3DS XL
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
Wertung: Sehr gut

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