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Preview zu Guitar Hero Live | Musikspiel | PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One, Wii U  

Basslastiges First-Person-Revival

23.04.2015, 16:01 Uhr | Sönke Siemens (jr / ta), Richard Löwenstein

Basslastiges First-Person-Revival . Guitar Hero Live Musikspiel von Free Style Games für PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One und Wii U (Quelle: Activision)

Guitar Hero Live Musikspiel von Free Style Games für PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One und Wii U (Quelle: Activision)

Trends kommen auf, haben ihre Hochzeit - und verschwinden oft noch viel schneller, als sie da waren. Ein gutes Beispiel hierfür ist die abrupt abflauende Begeisterung für Musikspiele mit teuren Plastikinstrumenten. Einige erinnern sich vielleicht noch: Kaum hatten im Herbstgeschäft des Jahres 2010 "Guitar Hero: Warriors of Rock", "Rock Band 3" und "DJ Hero 2" nahezu zeitgleich das Licht der Welt erblickt, krähte wenige Monate später kaum ein Hahn danach. Bereits im folgenden Videospiel-Herbst schien das Thema Schnee von gestern. Die Entwickler hingegen feilten im geheimen Kämmerlein bereits an neuen Ideen, um ihre einst so beliebten Marken irgendwann wieder ins Scheinwerferlicht zu rücken. Heute, knapp viereinhalb Jahre später, scheint dieser Moment endlich gekommen zu sein. Und damit Bühne frei für "Guitar Hero Live".

Radikaler Neuanfang?

Erste spannende Neuerung: Nicht mehr Neversoft oder Vicarious Visions schlagen diesmal den inhaltlichen Takt an, sondern die Entwickler von Free Style Games. Eine gute Wahl, denn das 2002 gegründete, in der englischen Grafschaft Warwickshire beheimatete Entwicklerteam kennt sich aus im Musikspielgeschäft. Für Publisher Activision etwa entwarfen die Engländer bereits die kultige Mischpult-Simulation "DJ Hero". Nintendo wiederum gab passend zum Start der Wii U "Sing Party" in Auftrag. Kurz gesagt: Hier tummelt sich geballte Fachkompetenz.

Entfessle den Rockstar in Dir!

Um den Namenszusatz "Live" zu unterstreichen, rückt Free Style Games einen spannenden neuen Aspekt in den Fokus der Aufmerksamkeit. Die Grundidee: Der Spieler soll sich endlich wie ein echter Rockstar fühlen. Erreichen wollen die Briten dies, indem sie das Präsentationskonzept der Vorgängerspiele radikal über den Haufen werfen. Will heißen: Die Polygonfiguren älterer Teile fliegen über Bord und werden durch gefilmte Real-Schauspieler ersetzt. Der Spieler selbst schlüpft dabei in die Rolle eines aufstrebenden Gitarristen, der sich mit seiner Band einen Namen machen will. Auf dem Weg zum nächsten Plattenvertrag tourt er mit seinen Jungs von einem Musikevent zum nächsten und covert die Hits großer und kleiner Künstler verschiedenster Musikrichtungen. Der Clou: All das erlebt man aus First-Person-Perspektive!

Revolutionäre Perspektive

Was auf dem Papier nach einer kleinen Revolution klingt, erreichen die Engländer letztlich durch einen ganz einfachen Trick. Und der funktioniert so: Während der Spieler nach bekannter Guitar Hero-Manier ins Bild rasende Noten anschlägt, steht er mitten auf einer Konzertbühne und blickt aus der Ich-Ansicht auf die tobenden Massen eines Musikfestivals. Trifft er alle Töne meisterhaft, wird auch die Stimmung immer aufgeheizter. Plötzlich sieht man zum Beispiel, wie Fans total ausflippen, die Arme kreischend in die Luft reißen oder auf anderem Wege ihrer Begeisterung Ausdruck verleihen.

Wer sich dagegen ständig verspielt, wird auch hier die Reaktionen des Publikums sofort zu spüren bekommen. Spätestens wenn in den vordersten Reihen Dutzende Daumen nach unten zeigen und sich Buhrufe und Pfiffe zu einer massiven Stimmungsbremse akkumulieren, sollte man sich am Riemen reißen und einmal alles geben.

Alles nur Show!

Wie das Ganze technisch funktioniert? Durch geschickte Perspektivwechsel und im richtigen Moment eingesetzte Unschärfeeffekte passt Guitar Hero Live das eingeblendete Full-HD-Videomaterial in Echtzeit der Situation an. Was bleibt, ist eine verblüffend realistische Illusion - nicht zuletzt, weil auch die Akustik hervorragend mit dem jeweils aktuellen Geschehen harmoniert. Schade nur, dass der Spieler nicht aktiv bestimmen kann, wohin er sich auf der Bühne bewegt. Vielmehr folgt er wie auf Schienen den vom virtuellen Regisseur vorgegebenen Pfaden.

Neue Mensch-Maschine-Schnittstelle

Das Mehr an Realismus und Immersion wollen die Macher natürlich auch aufs Gameplay übertragen. Mittel zum Zweck ist eine in zahlreichen Punkten überarbeitete Gitarre, die jeder Vollversion des Spiels beiliegt. Nimmt man das solide verarbeitete Zubehör zum ersten Mal in Augenschein, fallen im Vergleich zu bisher erschienenen Guitar Hero-Gitarren vor allem Veränderungen im Kopf- und Halsbereich auf. Wo sich früher eine Reihe mit fünf verschiedenfarbigen Tasten befand, sind’s nur zwei Reihen mit je drei Tasten, was laut Hersteller den Aufbau einer realen Gitarre viel besser widerspiegelt und somit auch zu realistischeren Griffkombinationen führt. Argumente, denen wir nach einem ausführlichen Probespiel nur beipflichten können.

Viel Star-Prominenz

Zum genauen Umfang von Guitar Hero Live wollte sich Activision bisher noch nicht äußern. In einem offiziellen Informationsblatt ist jedoch von hunderten spielbaren Songs aus einem facettenreichen Aufgebot an Künstlern die Rede. Genannt werden im Anschluss Superstars und wie My Chemical Romance, Gary Clark, Green Day, Ed Sheeran, The Killers oder auch The Rolling Stones. Abzuwarten bleibt außerdem, wie sich die Inhalte auf die zwei zentralen Spielmodi verteilen.

Dauerhafter, kostenloser Songnachschub

Denn abseits von Guitar Hero Live bildet "Guitar Hero TV" die zweite wichtige Gameplay-Säule. Das Spannende an diesem Modus: In einer Art "Youtube-Ansicht" klickt man einfach auf einen von zahlreichen Musikvideo-Clips und darf diesen dann umgehend mit der Gitarre begleiten. Ob im Duell mit einem Offline-Kumpel oder übers online mit fünf weiteren Punktejägern kann jeder für sich entscheiden. Aus der First-Person-Perspektive erlebt man diese Songs allerdings nicht.

Was uns gefällt

Obwohl noch nicht in der Praxis demonstriert, verspricht der Hersteller, dass die "komplette Guitar Hero Live Erfahrung" auch auf ausgewählten Mobilgeräten funktioniert. Hervorheben möchten wir an dieser Stelle zudem die bombastische Audio-Qualität bisher gezeigter Passagen im Guitar Hero Live-Modus. Einfach klasse wenn sich die Spielfigur während eines Auftritts über die Bühne bewegt und einzelne Instrument - je nach Distanz zum Bandmitglied - mal mehr und mal weniger intensiv klingen.

Was uns nicht gefällt

Die Ego-Perspektive ist eine grandiose Idee, verspielt durch den "auf Schienen“-Ansatz allerdings viel von ihrem Potenzial. Hinzu kommt: Vor allem auf höheren Schwierigkeitsgraden werden Einsteiger Mühe habe, irgendetwas anderem zu folgen als den komplexen Notenbahnen. Schelte gibt’s darüber hinaus für das Zubehör-Konzept: Zugegeben, die neue Gitarre hat eine andere Anordnung der Grifftasten. Doch warum lässt sich Activision nichts einfallen, damit auch ältere Hardware noch eingesetzt werden kann? "Rock Band 4" macht vor, wie das geht.

Fazit

Guitar Hero Live klingt toll, sieht schick aus, bietet zahlreiche spannende Ideen und dürfte dank Guitar Hero TV auch in Sachen Langzeitmotivation ordentlich punkten. Bauchmerzen bereitet dagegen der offizielle Verkaufspreis von 99,99 Euro. Insbesondere weil sich im Gegensatz zur Konkurrenz scheinbar niemand Gedanken gemacht hat, wie man ältere "Guitar Hero"-Hardware vielleicht doch noch hätte verwenden können. Davon abgesehen: Auf dem Radar behalten!

Infos zum Spiel

Titel: Guitar Hero Live
Genre: Musikspiel
Publisher: Activision
Hersteller: Free Style Games
Release-Termin: Herbst 2015
Preis: zirka 100 (Spiel plus Gitarren-Controller)
Systeme: PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One, Wii U
USK-Freigabe: Noch nicht geprüft
Einschätzung: Gut

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