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Test zu Shovel Knight Jump'n'Run-Spiel von Yacht Club Games

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Test zu Shovel Knight | Jump'n'Run | PC, PS3, PS4, Xbox One, Wii U, 3DS, PS Vita  

Kleiner Ritter ganz groß

29.04.2015, 16:47 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Medienagentur plassma

Test zu Shovel Knight Jump'n'Run-Spiel von Yacht Club Games. Shovel Knight Jump'n'Run-Spiel von Yacht Club Games für PC, Mac, Linux, PS3, PS4, Xbox One, Wii U, PS Vita, 3DS (Quelle: Yacht Club Games)

Shovel Knight Jump'n'Run-Spiel von Yacht Club Games für PC, Mac, Linux, PS3, PS4, Xbox One, Wii U, PS Vita, 3DS (Quelle: Yacht Club Games)

Obwohl das Nintendo Entertainment System (NES) schon 30 Jahre auf dem Buckel hat, ist es vielen Spielern noch immer in bester Erinnerung. Hauptgrund hierfür sind zweifelsohne die zahlreichen für die 8-Bit-Konsole erschienenen Spiele-Meilensteine, darunter "Zelda", "Mega Man", "Castlevania" und "Metroid". Mit "Shovel Knight" für PS3, PS Vita, PS4 und Xbox One lässt der kalifornische Indie-Entwickler Yacht Club Games eben diese Faszination - nach bereits erhältlichen Umsetzungen für PC, Mac, Linux, Wii U und 3DS - ein weiteres Mal aufblühen. In einem Jump‘n‘Run, das nicht nur das Beste der eingangs genannten Hits vereint, sondern auch seinen ganz eigenen Charme versprüht.

Auf zum Turm der Verzauberin!

Die Hauptfigur des Abenteuers trägt den Namen Shovel Knight und wird direkt im Intro mit einem herben Schicksalsschlag konfrontiert. Er und seine Freundin Shield Knight, ein holdes Ritterfräulein in knallroter Rüstung, werden durch ein verfluchtes Amulett voneinander getrennt. Shield Knight ist gefangen im Turm des Schicksals, und ihr Liebster kann nichts für sie tun. Um den herben Verlust zu verkraften, taucht Shovel Knight unter. Eine folgenschwere Entscheidung, denn ohne Helden dauert es bekanntlich nicht lange, bis das Böse Überhand gewinnt. Gemeint sind in diesem Fall die sogenannte Verzauberin und ihr "Orden ohne Gnade", die das Land ins Verderben stürzen. Doch dann, eines Tages, zerbricht das Siegel des Turms, und der einst geknickte Edelmann schöpft neue Hoffnung... .

Die Odyssee beginnt

Bewaffnet mit nicht mehr als einer Schaufel macht sich der furchtlose Recke auf, sein Herzblatt zu befreien. Was folgt, ist knifflige, mit viel Herzblut designte Hüpfaction der alten Schule. Rennend, springend und regelmäßig das robuste Buddelwerkzeug einsetzend bahnt man sich einen Weg durch eine Vielzahl abwechslungsreicher Szenarien. Die Schaufel erfüllt dabei unterschiedliche Zwecke: Zum einen dient sie als Schwertersatz, zum anderen gräbt sich Shovel Knight so im Handumdrehen durch poröses Gestein, was in der Regel wertvolle Edelsteine freilegt.

Achtung, Onkel Dagobert im Anflug!

Drückt der Spieler während eines Sprungs auf dem Steuerkreuz nach unten, transformiert sich die Schaufel zudem in eine Art Pogo-Stab. Wie schon in Capcoms Jump’n’Run-Kleinod "Duck Tales" ist es damit ein Leichtes, Gegner als Trampolin zu missbrauchen und aus dem Sprung heraus zu attackieren. Im späteren Spielverlauf kommen außerdem noch diverse Gadgets hinzu, die Shovel Knight merklich unter die Arme greifen, allem voran ein Medaillon für kurzzeitige Unbesiegbarkeit, Schlaghandschuhe sowie diverse Fernwaffen.

Und dann springt der Funke über

Warum dieses 15-Euro-Downloadspiel so unglaublich fasziniert? Ganz einfach: Steuerung, Spielbalance und Level-Design harmonieren von der ersten Minute an nahezu perfekt. Behutsam, aber doch sehr beständig steigern die Entwickler den Schwierigkeitsgrad und treiben den Spieler so immer wieder an seine Grenzen. Gleichsam wird durch ein ausgeklügeltes Speicherpunkt-System verhindert, dass man die Flinte allzu schnell ins Korn wirft. Denn stirbt Shovel Knight, geht’s ohne Ladezeiten direkt beim letzten Checkpoint weiter. Wer größeres Risiko gehen will, kann die Speichersphären aber auch zerstören und so wertvolle Schätze abgreifen, die wiederum die Kriegskasse aufbessern. Resultat ist ein wundervoll austariertes Flow-Erlebnis irgendwo auf dem schmalen Grat zwischen Lust und Frust.

Wie in alten Zeiten

Doch auch an anderer Front glänzt das Meisterstück von Yacht Club Games. Hervorzuheben ist insbesondere die Oberwelt-Karte. Sie dient als Verteilerstation zwischen den unterschiedlichen 2D-Abschnitten und birgt zahlreiche Geheimnisse. Hier trifft der Protagonist in kleineren Ortschaften auf quirlige Nichtspieler-Charaktere, die die Story vorantreiben und dem Helden ihr Leid klagen.

Die Tänzerin in der Schänke des ersten Dorfes zum Beispiel wünscht sich nichts sehnlicher, als das Abdanken des garstigen Specter Knight. Dem Bezwinger stellt sie dafür ihren "größten Schatz" in Aussicht. Oma Sumpf hingegen ist vor allem sehr mitteilungsfreudig und hat dank ihrer Zauberkünste stets einen Blick auf den Werdegang von Shovel Knight: Anzahl der Bildschirmtode, aufgesammeltes Gold, Menge der umgegrabenen Haufen und die bisherige Dauer des Abenteuers - all das wird von ihr akribisch protokolliert. Und unterstreicht die Liebe der Macher zum Detail, die an allen Ecken und Enden durchschimmert.

8-Bit-Shopping-Tour

Natürlich tummeln sich auch Händler, Quacksalber, Gastronomen und andere geschäftstüchtige Zeitgenossen in den jeweiligen Örtlichkeiten. Und ein Besuch lohnt, denn nur so kann Shovel Knight seine Fähigkeiten ausbauen, besseres Rüstzeug einkaufen und dergleichen mehr. Ebenfalls charmant: Wer die Augen offen hält, findet in einigen Orten sogar Geheimpassagen, die zuweilen Zugang zu netten Minispielen gewähren.

Echter Zeitfresser für Genre-Kenner

Bis alle acht Ritter des "Orden ohne Gnade" niedergerungen sind und die Verzauberin das Handtuch wirft, verstreichen - eine gesunde Portion Genre-Kenntnis vorausgesetzt - knapp sieben bis acht Stunden. Im Anschluss ist aber noch längst nicht Schluss. Frustresistente Hüpfspiel-Profis wagen sich zum Beispiel an den dann verfügbar werdenden Modus "New Game +". Hier dreht der Schwierigkeitsgrad noch mal ordentlich auf, denn Gegner verfügen jetzt über mehr Trefferpunkte und teilen heftiger aus. Damit es fair bleibt, darf der Held gleichwohl die im ersten Durchlauf ergatterten Upgrades und Hilfsmittel behalten.

Jeden Tag eine gute Tat

Für weitere Langzeitmotivation sorgt die Liste der Heldentaten, genauer gesagt 45 Herausforderungen, die Vielspielern noch einmal alles abverlangen. "Musikliebhaber" darf sich beispielsweise derjenige nennen, der alle im Spiel verstreuten Notenblätter findet und einen Barden übergibt. Die Heldentat "Spendierhosen" gilt indes als erfüllt, wenn man mindestens 25.000 Goldmünzen ausgibt - zeitraubend, aber möglich. Oder nehmen wir "Pfennigfuchser": Um diese Heldentat zu erfüllen, muss man die Story abschließen ohne eine einzige Goldmünze auszugeben. Ein wahrlich schweißtreibendes Unterfangen!

Wer’s noch härter mag, sollte die Heldentat "Plattformperfektion" in Angriff nehmen. Hier geht’s darum, das gesamte Spiel durchzuspielen, ohne auch nur einmal in ein Loch im Boden zu fallen. Und ja, selbst an eine Herausforderung für Speedrunner wurde gedacht. Geht’s nach der Heldentat "Beeilung", scheint ein Durchspielen in unter 90 Minuten möglich. Hals- und Beinbruch!

Was uns gefällt

Shovel Knight spielt sich nicht nur großartig, sondern sorgt obendrein dank vieler kleiner Gags für gute Laune. Speziell die kurzen, komplett eingedeutschten Dialoge mit Nicht-Spieler-Charakteren sind immer wieder gespickt von lustigen Wortspielen. Ebenfalls auf der Haben-Seite: Wie mittlerweile üblichen bei namhaften PSN-Veröffentlichungen, unterstützt der Titel Cross-Buy und Cross-Save. Egal, ob man das Spiel also auf PS Vita, PS3 oder PS3 kauft, man erhält die Fassungen für die jeweils anderen Playstation-Plattformen stets mit dazu. Cross-Save wiederum ermöglicht einen Spielstand-Abgleich innerhalb der einzelnen Plattformen. Hinzu kommt: Playstation-Ritter treffen im Spielverlauf auf Kriegsgott Kratos aus "God of War", der sie in einem Bossduell herausfordert. Xbox One-Spieler hingegen bekommen es mit den abdrehten Kröten aus dem Spiele-Klassiker "Battletoads" zu tun.

Was uns nicht gefällt

Im Gegensatz zu den bereits erhältlichen Nintendo-Versionen für Wii U und 3DS liegt die Touchscreen-Funktionalität auf PS Vita leider brach - schade. Und: In Sachen Vielfalt bei Standardgegnern hätten wir uns etwas mehr Abwechslung gewünscht. Die tollen Hüpfherausforderungen, die packenden Bosskämpfe und der lockere Humor lassen jedoch schnell über diese Macken hinwegsehen.

Fazit

Hut ab, was die fünfköpfige Truppe aus dem kalifornischen Valencia mit Shovel Knight auf die Beine gestellt hat. Von der knackscharfen Pixel-Optik und dem mitreißenden Chiptune-Soundtrack über die hochpräzise Steuerung bis hin zum durchdachten Gameplay-Gerüst - alle Zahnräder greifen hier auf beeindrucke Weise ineinander. Ein Muss für Liebhaber charmanter Jump'n'Run-Kost.

Infos zum Spiel

Titel: Shovel Knight
Genre: Jump'n'Run
Publisher / Hersteller: Yacht Club Games
Release-Termin: Im Handel (Xbox One-Version in Kürze)
Preis: zirka 15 Euro (DLC)
System: PC, Mac, Linux, PS3, PS4, Xbox One, Wii U, PS Vita, 3DS
USK-Freigabe: Ab 6 Jahren
Wertung: Sehr gut

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