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Test zu Dungeons 2: Der neue Hüter des Verlieses

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Test zu Dungeons 2 | Echtzeit-Strategiespiel | PC  

Der neue Hüter des Verlieses

05.05.2015, 16:54 Uhr | Olaf Bleich (jr / ams), Medienagentur plassma

Test zu Dungeons 2: Der neue Hüter des Verlieses. Dungeons 2 Echtzeit-Strategiespiel von Realmforge Studios für PC (Quelle: Kalypso Media)

Dungeons 2 Echtzeit-Strategiespiel von Realmforge Studios für PC (Quelle: Kalypso Media)

Mit kreativen Spielen wie "Populous", "Theme Park" oder eben "Dungeon Keeper" haben sich Peter Molyneux und Bullfrog Productions in der Spiele-Branche ein Denkmal gesetzt. Der Einfluss dieser Titel ist bis heute spürbar, und ihre Namen lassen Fans immer noch nostalgisch mit der Zunge schnalzen. Genau diese Zielgruppe bedient nun das PC-Echtzeitstrategiespiel "Dungeons 2" von den Münchner Realmforge Studios: Sie erweitern das  ltbewährte "Dungeon Keeper"-Prinzip und lassen Orks, Trolle und Schnodderlinge auf die virtuelle Zauberwelt der Menschen los.

Eine Hand, sie zu knechten

In Dungeons kontrollieren Sie einmal nicht den heldenhaften Ritter in strahlender Rüstung. Ganz im Gegenteil übernimmt man die Rolle des dunklen Herrschers, der in der Unterwelt Kreaturen heranzüchtet und sein Gruselvolk auf eine Schlacht gegen die Menschen vorbereitet. Als grüne, mit Stahlplatten gepanzerte Pranke blickt man aus der dreh- und zoombaren Vogelperspektive auf das eigene Kellerkönigreich. Die Schnodderlinge fungieren als Arbeiter: Mit wenigen Mausklicks lässt man von ihnen Räume aus dem Fels stemmen oder sie nach Gold graben. Über einfache Werkzeuge baut man beispielsweise Schatzkammern, Tüftlerwerkstätten oder eine Krankenstation. Mit Fallen und Türen wiederum hält man sich immer wieder auftauchende Trupps der Menschen vom Leibe.

Einfacher Einstieg

Vorbildlich: Die Steuerung funktioniert kinderleicht, und die ersten Missionen der Kampagne führen prima in den ohnehin sehr intuitiven Dungeon-Aufbau ein. Mit der Zeit entwickelt der Spieler zusätzliche Technologien, etwa die Chaosschmiede oder die Arena. Mit ihnen produziert man Einheitenerweiterungen oder sogar aufgewertete Truppentypen, zum Beispiel Eisenpelze oder die Juggernauts. Hinzu kommen Spezialfertigkeiten, darunter das Eingraben von Schneetrollen oder die herbeigerufenen Höllenhunde für Ork-Generäle. Als dunkler Herrscher greift man selbst mit Zaubersprüchen in das Geschehen ein. Diese erforscht man ebenfalls mit der Zeit, allerdings haben Blitz und Feuerbälle aufgrund der eingeschränkten Benutzbarkeit nur einen geringen Einfluss auf das Kampfgeschehen.

Anders als im Original-Dungeon Keeper beschränkt sich Dungeons 2 aber nicht allein auf die Unterwelt. So schnappt man sich etwas umständlich die eigenen Truppen und wirft sie auf einen der Ausgänge. Das Spiel wechselt dann ohne Ladezeit an die Oberfläche und verwandelt sich vom Aufbau- zum Echtzeitstrategiespiel. Im Gegensatz zur Unterwelt steuert man hier seine Kreaturen direkt und gibt ihnen wie in Warcraft 2 die Angriffsbefehle.

Umständliches Kampfsystem

Reißt die Horde Stützpunkte der Menschen nieder, verändert sich die Umgebung - von der heilen Märchenwelt hin zum finsteren Königreich. Dieser "Mordorisierungs"-Effekt sieht klasse aus und gibt ein gutes Feedback über den eigenen Erfolg. Denn mit diesem Fortschritt schaltet man letztlich auch höhere Bevölkerungsstufen oder Extra-Technologien frei. Was Dungeons 2 an der Oberwelt leider fehlt, ist die taktische Tiefe. Oftmals führt ein einfacher Massenangriff zum Erfolg. Das Kampfgeschehen erweist sich obendrein als chaotisch und kaum mehr kontrollierbar. Meistens genügt es vollkommen, ein Angriffsziel festzulegen. Den Rest übernimmt dann die wütende Horde von alleine. Raffiniertes strategisches Kalkül ist hier nicht nötig.

Orks und Dämonen im Visier

Der eigentliche Spaß bei Dungeons 2 entsteht über weite Strecken im langsamen Aufbau des eigenen Kellers, dem Erforschen von Höhlen und dem Beobachten der eigenen Kreaturen. Beschäftigt man sich nicht mit ihnen, entwickeln Orks, Schnodderlinge und Nagas nämlich ein erstaunliches Eigenleben. Während die einen fleißig Rohstoffe abbauen, verschönern Orks zwischenzeitlich die Wände, gehen Bier trinken oder holen sich ihren Sold in der Schatzkammer ab. Dungeons 2 glänzt mit vielen liebevollen und teils sehr humorvollen Details.

Kevan Brighting - bekannt als Erzähler aus dem Indie-Hit "The Stanley Parable" - führt mit zynischen Sprüchen durch das Spiel. Bitterböse Anspielungen auf Fantasy-Werke wie "Der Herr der Ringe" oder "Harry Potter" und andere Videospiele lockern die Atmosphäre auf. Allerdings gibt sich Dungeons 2 auch zuweilen arg geschwätzig, und mit fortlaufender Spielzeit nerven die sich wiederholenden Kommentare.

Viel Arbeit für den Kerkermeister

Die Kampagne leidet unter einem dahinplätschernden Plot und dem müden Kampf zwischen Gut und Böse. Wirklich spannend ist die hier erzählte Geschichte nicht. Immerhin: Mit der Horde und den Dämonen tauchen gleich zwei spielbare Fraktionen auf. Doch großartige spielerische Unterschiede sucht man vergeblich. Dazu kommen die Dämonen mit gerade einmal zwei von elf Story-Missionen vergleichsweise kurz.

Was uns gefällt

Dungeons 2 krempelt das Erfolgsrezept des Klassikers Dungeon Keeper nicht um, sondern erweitert es geschickt. Der Aufbaupart ist dabei der stärkste Teil des Spiels: Es macht einfach Spaß, sein eigenes Reich des Bösen im Untergrund wachsen zu sehen. Das liegt nicht zuletzt an der liebevollen Grafik und der gelungenen, wenn auch etwas geschwätzigen Vertonung. Dungeons 2 verströmt den Charme eines Dungeon Keeper, und durch die vergleichsweise simplen Zusammenhänge finden sich Einsteiger schnell zurecht, während Aufbau-Profis immer etwas zu tun haben.

Was uns nicht gefällt

Kommt es in dem Kalypso-Titel zum Kampf, hört der Spaß auf: Heldenangriffe im eigenen Dungeon münden in einem furchtbaren Pixelchaos, da man die Kreaturen nicht direkt steuert. An der Oberwelt führt der berühmte Tank-Rush viel zu oft zum Erfolg. Technologien wie der Defibri-Mat zum Wiederbeleben von Kreaturen unterstützen diese Problematik leider noch. Hinzu kommen kleine Unzulänglichkeiten, allen voran das mühsame Aufklauben der eigenen Truppen vor einem Wechsel in die Oberwelt oder die teils merkwürdigen Laufwege der Monster im eigenen Verlies.

Fazit

Auch wenn die Kämpfe alles andere als perfekt sind: Mit Dungeons 2 vergehen die Spielstunden im Fluge. Der gelungene Aufbaupart, der fiese Humor und die liebevolle Präsentation entschädigen für die kleinen Schwachstellen. Wer lange auf ein neues Dungeon Keeper gewartet hat, wird hier endlich fündig.

Infos zum Spiel

Titel: Dungeons 2
Genre: Echtzeit-Strategiespiel
Publisher: Kalypso Media
Hersteller: Realmforges Studios
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 40 Euro
System: PC
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
Wertung: Gut

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