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Project Cars im Test: Das kann der Racer für PS4, Xbox One & PC

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Test zu Project Cars | Rennspiel | PC, PS4, Xbox One  

Rennsimulation deluxe

08.05.2015, 16:59 Uhr | (jr / ams), Richard Löwenstein

Project Cars im Test: Das kann der Racer für PS4, Xbox One & PC. Project Cars für PS4, Xbox One, PC und Wii U (Quelle: Namco Bandai)

Project Cars Rennspiel für PS4, Xbox One, PC und Wii U von Slightly Mad Studios (Quelle: Namco Bandai)

Besitzer einer PS4 dürften sich am meisten über Project Cars freuen: Endlich eine begeisternde und nahezu makellose Rennsimulation für ihre Konsole! PC- und Xbox One-Piloten hatten zwar bisher schon die Wahl zwischen mehren tollen Vollgaspartys, aber auch sie werden die Produktion des Londoner Slightly Mad-Teams unwiderstehlich finden. Die Symbiose aus Fahrspaß, 80 Traumautos und 100 Rennstrecken ist ziemlich rund geworden.

Es begann im Oktober 2011. Da stellte der Spielhersteller Slightly Mad aus London einen Aufruf zur Kollekte ins Internet. Das Versprechen an die Allgemeinheit: Wer die Entstehung von Project Cars sponsert, investiert in die Entstehung einer reinrassigen Rennsimulation ohne Wenn und Aber. Über 3,75 Millionen Euro brachte die Finanzierung per Crowdfunding, unterstützt wurde sie von fast 100.000 Fans. Angetrieben von überzeugender Technik und den besten Lizenzen der Automobilbranche ist das Ergebnis namens Project Cars jetzt startbereit.

Beinharte Motorsport-Simulation

Das Gameplay bewegt sich im Windschatten ernsthafter Simulationen wie Gran Turismo und Forza Motorsport. Project Cars stellt Zeitenjagd und Positionskämpfe auf realitätsnahen Abbildungen von 30 Schauplätzen nach. Die Namen dürften Motorsportlern vertraut sein: Nordschleife, Hockenheimring, Oschersleben, Mona, Houlton Park, Zolder, Dubai Motodrom, Road America, Laguna Seca, Le Mans, Spa, Mount Panorama und so weiter und so fort - das Who-is-Who der Rennstrecken ist hier versammelt.

Spiele-Videos 
Project Cars: Gamescom 2014 Trailer

Die Rennsimulation begeistert mit ihrem hohen Detailgrad. Video

Einige weitere Schauplätze haben zwar keine lizenzierten Namen, dafür imitieren sie wundervolle Landschaften und Kulissen: Azure Coast stellt einen Weg durch Monaco und entlang der Côte d´Azur nach, California Highway einen Trip am Pazifik entlang. Viele Pisten sind in Teilstücken oder Varianten befahrbar. Das ergibt unterm Strich die Zahl von über 100 Rennstrecken.

Über 80 originalgetreue Sportautos

Die Fahrzeugpalette? Auch ziemlich überzeugend. Project Cars versammelt Autos aus den Kategorien GT, Tourenwagen, LMP, Formel- und Kartsport sowie Serienbau. Über 80 unterschiedliche Typen treffen aufeinander, vom schnittigen Straßensportler Ford Focus RS über begehrenswerte Modelle von RUF-Porsche bis zu Traumautos vom Kaliber McLaren P1. Selbst bei näherem Hinsehen fallen einem kaum Mängel bei der detailgenauen Gestaltung auf. Plaketten, Auspuffsysteme, Aufhängungsteile und sogar die Cockpits sind alle originalgetreu nachgebaut. Bei der Fahrt kann man Federn und Aufhängungsteile arbeiten sehen. Irre.

Spaß für Einzelkämpfer

Der Singleplayer-Modus verzichtet auf eine Kampagne oder eine verknüpfende Rahmenhandlung. Anstelle von Partyflair wie bei Forza Horizon oder Community-Klimbim wie bei Driveclub setzt Project Cars auf Handfestes. Training, Zeitfahrten, Einzelrennen, einzelne Wochenenden oder der Gewinn einer Meisterschaft stehen dem Einzelkämpfer als Option zur Verfügung. Dazu kommen drei Mini-Karriereleitern: "Von Null auf Hundert" fährt, wer sich aus dem Kartsport in die höheren Klassen hoch arbeitet. Einen "Dreifach-Triumph" feiert, wer völlig unterschiedlichen Fahrzeugklassen den Meistertitel abräumt. "Champion für immer" wird, wer dreimal hintereinander eine Fahrzeugklasse dominiert.

Alle Fahrzeuge sofort freigeschaltet

Ein virtueller Manager meldet sich mit Lob, Tadel und Tipps zu Wort. Ein Kalender mit Veranstaltungen und Nachrichten wird online automatisch aktualisiert. Man darf alle Fahrzeugklassen sofort ansteuern. Project Cars setzt nicht auf den Reiz des Freispielens oder das Grinden von Spielwährung. Das Game versteht sich als beinharter Stoff für Motorsport-Enthusiasten. Für Menschen, die Auto und Strecke wählen und im Rahmen dieser Konstellation die optimale Rundenzeit in den Asphalt stanzen und zum Sieg fahren wollen. Gerne auch online.

Racing gegen andere Mitmenschen

Denn ein Game durch die Community finanzieren lassen und dann mit Mehrspieler-Modi knausern, das wäre ein arger Fauxpax. Dem entgeht Project Cars durch Integration einer breiten Palette an Netzwerk- und internetfähigen Modi. Online-Piloten starten Einzelrennen oder gestalten virtuelle Wochenenden mit Trainings, Qualifikation und Rennen. Die vielfältigen Optionen lassen Raum für irre Vorhaben. Wer beispielsweise mit maximal 15 Online-Kumpels den 24-Stunden-Marathon von Le Mans nachstellen will, bitte sehr. Nachzügler können später einsteigen. Tausch von Fotos und Video-Replays? Ja. Ghost-Zeitfahrten herunterladen und asynchron in eine eigene Zeitenjagd einblenden? Auch das ist möglich.

Jede Menge Einstellmöglichkeiten

Von fehlenden Splitscreen-Partien abgesehen bringt Project Cars ziemlich viel von dem mit, was man von einer modernen Rennsimulation erwarten darf. Dynamisches Wetter zum Beispiel: Wechsel zwischen Sonnenschein und Regen nötigen dem Piloten eine Anpassung seines Fahrstils ab. Man kann mit den physikalischen Unwägbarkeiten rechnen. Man muss dann seine Linie den Verhältnissen anpassen, allzu nasse Stellen auf dem Asphalt meiden und halt letzten Endes Fahrkönnen unter Beweis stellen. Welches Wetter herrscht und wie schnell es wechselt, ist einstellbar, genauso wie die Wanderung der Sonne, sprich wie flott Tageszeiten aufeinander folgen. Wer das entsprechend wählt, fährt binnen einer Minute vom Wolkenbruch in den Sonnenschein und von der Morgendämmerung in die Mittagshitze.

Spannende Positionskämpfe

Ästhetisches einmal beiseite gerückt, versteht sich Project Cars auf spannende Positionskämpfe. Das Computergegner kämpfen fast wie Menschen aus Fleisch und Blut. Sie wählen eine sinnvolle Linie und lassen sich in Bremszonen vor Kurven nicht einfach austricksen. Auf der belgischen Rennstrecke Spa-Franchorchamps Seite an Seite mit 300 Sachen auf die Blanchimont-Kurve zujagen? Solche Situationen sind eher die Regel als die Ausnahme. Denn, und das ist besonders toll: Das Können der Computergegner lässt sich per Schieberegler in elf Stufen justieren. Da findet jedes Tierchen sein Pläsierchen.

Gefühlvolle Steuerung

Das Handling der Fahrzeuge begeistert mit Reaktionsschnelligkeit, Präzision und Berechenbarkeit. Bei Fahrten am Limit fällt auf, dass das alles kein Spaziergang sein möchte. Zwar sind – von einer Rückspulfunktion abgesehen – alle mittlerweile genre-typischen Fahrhilfen vorhanden. Sie greifen Einsteigern durch Bremsautomatik und ähnliche Werkzeuge wirkungsvoll unter die Arme. Als Genreneuling muss man sich allerdings dennoch be-reitwillig mit den vielfältigen Einstellmöglichkeiten auseinander setzen. Dass man Lichteffekte und Regentropfen an- und abstellen und viele andere Grafikeffekte steuern kann, das mag für PC-Gamer gewohnt sein – aber Besitzer einer PS4 oder Xbox One werden sich erst mal die Augen reiben.

Ruckende Bilder

Die Augen wird sich übrigens auch reiben, wer auf einem Mittelklasse-PC, einer PS4 oder einer Xbox One das erste Mal eine aufwendige Rennstrecke wie zum Beispiel die Azure Coast ansteuert. Jetzt noch Regen aktivieren und über 20 Computergegner an den Start stellen: Spätestens in solchen Situationen zeigt sich die Grafikengine überfordert und das Bild beginnt zu stottern. Ohnehin verfehlt Project Cars das Ziel einer Bildwiederholrate von 60 Frames, das laut Hersteller-Meldung vorgegeben war. Auf PS4 und Xbox One sieht das Ganze eher nach 30 Frames aus. Im direkten Vergleich wirkt zum Beispiel ein Forza Motorsport 5 geschmeidiger. Ist das tödlich? Keineswegs. Aber in Extrem-Situationen wie eingangs des Absatz beschrieben verliert die Steuerung spürbar an Präzision.

Schadensmodell, Boxenstops und mehr

Unser Tipp daher: Bildrucken vermeidet man am besten durch Abschalten von Regenwetter und Eingrenzung der Computergegner auf zehn Stück. Wer es realistisch mag, kann dann immer noch mit aktiviertem Schadensmodell und der Möglichkeit des technisches Ausfalls auf Messers Schneide balancieren. Und wenn Hardcore-Racer es richtig hart brauchen, setzen sie einen potentiellen Sieg durch verpatzte Boxenstopps oder verkorkste Reifen- und Rennstrategien aufs Spiel. An Spannung fehlt es Project Cars sicher nicht.

Was wir mögen

Das Spiel arbeitet mit einer Vielzahl von Lenkrädern der Marken Fanatec, Thrustmaster, Logitech und Mad Catz zusammen. PC-Besitzer können ihr System mit maximal drei 4k-Bildschirmen verbinden und Project Cars in einer Auflösung von 12K-Surround genießen. Die Videobrillen Oculus Rift und Project Morpheus werden laut Hersteller ebenfalls unterstützt. Eine Liste aller Devices ist hier zu finden.

Was wir nicht mögen

Lange Ladepausen zwischen den Rennen stören den Spielfluss. Tutorialguide und Boxenfunker sprechen nur englisch, deutsch untertitelt. Die digitale Anleitung liegt nur englischsprachig vor. Das Fahrzeugtuning beschränkt sich auf wenige Einstellarbeiten am Fahrwerk. Farbwahl und Exterieur-Tuning sind nicht vorgesehen, und der virtuelle Fahrzeug-Almanach enthält einige Falschinformationen.

Fazit

Project Cars ist ein Fest für Simulationsliebhaber und Motorsportler. Das Spiel vereint sensible Steuerung, packende Positionskämpfe, faszinierende Rennautos und eine breit gefächerte Auswahl der schönsten Rennstrecken aus aller Welt. Einzig ernstzunehmender Kritikpunkt ist die instabile Bildwiederholrate auf PS4, Xbox One und PC unterer und mittlerer Leistungsklassen. Wer sich bereitwillig mit den Optionen auseinandersetzt, wird aber immer eine Einstellung finden, die ein rasantes Spielerlebnis garantiert. Start frei. 

Titel: Project Cars
Genre: Rennspiel
Publisher: Namco Bandai
Hersteller: Slightly Mad Studios
Release: Im Handel
Preis: zirka 60 Euro
System: PC, PS4, Xbox One (Wii U-Portierung soll folgen)
USK-Freigabe: Ab 0 Jahren
Wertung: Sehr gut

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