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"Heroes of the Storm" im Test: Stürmische Blizzard-Helden

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Test zu Heroes of the Storm | MOBA-Actionspiel | PC, Mac  

Stürmische Blizzard-Helden

11.06.2015, 18:45 Uhr | Heinrich Lehnhardt (jr / ta), Medienagentur plassma

"Heroes of the Storm" im Test: Stürmische Blizzard-Helden. Heroes of the Storm MOBA-Actionspiel von Blizzard Entertainment für PC und Mac (Quelle: Activision-Blizzard)

Heroes of the Storm MOBA-Actionspiel von Blizzard Entertainment für PC und Mac (Quelle: Activision-Blizzard)

Das neue Blizzard-Spiel ist die reinste sturmfreie Heldenbude: 37 Charaktere aus den Welten von "Warcraft", "Starcraft" und "Diablo" wirbeln mit ihren Spezialfähigkeiten durch turbulent-taktische Teamkämpfe. Nach langer Testphase ist das MOBA (Multiplayer Online Battle Arena)-Spiel "Heroes of the Storm" für PC und Mac jetzt offiziell erschienen und in der Grundversion kostenlos spielbar. Lohnt sich die Anschaffung des 20 Euro teuren Starter-Pakets, welche Vorteile haben Zuzahler?

Drunter und drüber

Allzu ernst nehmen darf man es nicht, was Blizzard hier mit seinen bekannten Charakteren anstellt. Heroes of the Storm ist nämlich ein respektloses Mashup von Gut und Böse aus zwei Jahrzehnten Firmengeschichte. Da kämpft ein moppeliger Diablo an der Seite von Warcraft-Erzmagierin Jaina, Zerg-Schleuder Zagara legt sich mit Orc-Promi Thrall an, und irgendwo treiben sogar die "Lost Vikings" ihr Unwesen: Wenn die drei Zottelbrüder ein Liedchen schmettert im Ruderboot übers Schlachtfeld toben, werden sämtliche Zweifel an der Handlungsernsthaftigkeit bestätigt. Heroes of the Storm ist eine flotte Sause, jede Partie ein rund zwanzigminütiger Multiplayer-Schlagabtausch mit höchst kurzweiligem Hin und Her. Welches der beiden fünfköpfigen Teams am Ende gewinnt, ist fast schon zweitrangig - Spaß hat jeder dabei.

Einzelheld statt großer Einheitenfamilie

Auf den ersten Blick erinnern die Aktivitäten der stürmischen Helden an Echtzeitstrategie-Schlachten à la "Warcraft 3". Doch es gibt weder Rohstoffe noch Gebäudekonstruktion, wir steuern auch keine Armee, sondern nur einen einzigen Helden. Computersoldaten erscheinen in bestimmten Intervallen und marschieren vollautomatisch auf die Basis des Gegners zu. Doch der Spieler konzentriert sich ganz auf seinen Charakter und dessen spezielle Kampffähigkeiten, die er im Laufe jeder Partie durch die Wahl von Talenten und Boni rasch ausbaut. Es gibt weder Einzelspielerkampagne noch Story, die Schlachten sind in sich abgeschlossene Angelegenheiten. Sie können in Trainingspartien mit Computer-Gegnern und -Verbündeten antreten, aber Heroes of the Storm genießt man am besten als Multiplayer-Spektakel zusammen mit anderen menschlichen Spielern.

Leichter Einstieg für Genre-Neulinge

Die in kurzen Online-Häppchen servierte Mischung aus Taktik, Action und Rollenspiel-Elementen ist im Prinzip nichts Neues: Blizzard folgt dem Erfolgspfad von beliebten Titeln wie "League of Legends" oder "Dota", welche das MOBA-Genre geprägt haben. Heroes of the Storm passt einerseits in diese Schublade, andererseits macht es im Detail einiges anders als die Mitbewerber: Die Regeln sind weniger komplex und die Partien kürzer, es gibt keine individuellen Levels pro Held, sondern einheitliche Stufenaufstiege innerhalb der Teams.

Das Resultat ist ein forderndes, aber im Vergleich zum MOBA-Establishment auffallend einsteigerfreundliches Spiel. Greenhorns werden durch unterhaltsame Tutorial-Lektionen mit den Bedienungsgrundlagen vertraut gemacht, auch während der Partien gibt es hilfreiche Hinweise und Anzeigen.

Schlachtfeld-Spezialitäten

Neben den individuellen Spezialfähigkeiten der derzeit 37 Helden sorgen auch die sieben Schlachtfelder für Abwechslung. Jede Karte hat besondere spielerische Elemente, die man ignorieren kann - allerdings braucht man sich dann nicht zu wundern, wenn das gegnerische Team die Oberhand gewinnt. Tätigkeiten wie das Aufsammeln von Gegenständen oder Verteidigen von Kontrollpunkten sorgen nämlich für erhebliche Vorteile, zum Beispiel wird eine mächtige Einheit beschworen oder die feindliche Basis bombardiert. Diese Missionsgelegenheiten gibt es nur zu bestimmten Zeitpunkten, der ohnehin schon straffe Spielablauf wird so zusätzlich belebt.

Man kriegt nicht alles geschenkt

Auch beim Geschäftsmodell orientiert sich Blizzard am Erfolgsrezept der Konkurrenz: Heroes of the Storm wird als Gratis-Download angeboten, zum Spielen benötigen Sie lediglich ein kostenloses Battle.net-Konto. Geld wird mit den Helden und kosmetischen Ausschmückungen gemacht. Jede Woche stehen mindestens fünf Charaktere zur Wahl, die jeder Spieler kostenlos wählen darf. Wer immer Zugriff auf einen bestimmten Lieblingshelden haben will, muss diesen dauerhaft freischalten. Bezahlt wird entweder mit Gold, das sich durch Spielen verdienen lässt, oder mit harten Euros. Und das kann ganz schön ins Geld gehen: Die günstigsten Charaktere kosten jeweils vier Euro (oder 2000 Gold), für die teuersten Spielfiguren sind zehn Euro (beziehungsweise 10.000 Gold) fällig.

Es wird auch kosmetischer Schnickschnack angeboten, der nur mit harten Devisen erworben werden kann. Diese alternativen Heldenkostüme und Reittiere haben aber keine spielerischen Auswirkungen. Um schneller zu leveln, können Sie auch einen Stimpack kaufen, der die Anzahl der verdienten Erfahrungspunkte und Goldmünzen verdoppelt. Kostenpunkt: rund vier Euro für sieben Tage und zehn Euro für 30 Tage Belohnungs-Doping. Im Ingame-Shop locken immer wieder Sonderangebote wie Helden zum halben Preis oder Bundles.

Preis-Leistungs-Analyse des Starterpakets

Das im Einzelhandel erhältliche Starterpaket wirkt verlockend: Für 20 Euro erhalten Sie neben einem Helden-Quintett auch eine Schachtel mit der Spiel-DVD - nett für Sammler, die sich gerne ihre Spiele ins Regal stellen. Mit Online-Codes werden die abwechslungsreichen Charaktere Jaina Prachtmeer, Li Li, Sonya, Zagara und Zeratul dauerhaft freigeschaltet. Beim Einzelkauf würde das Personal in der Summe rund 40 Euro kosten. Beim Starterpaket bekommen sie obendrein noch ein Zusatzkostüm für Zeratul und einen goldenen Tiger als Reittier.

Wer von Anfang an eine ordentliche Heldenauswahl haben möchte, kommt beim Starterpaket relativ günstig weg. Aber empfehlen würden wir es nur Spielern, die Heroes of the Storm schon ausprobiert haben und von dessen Qualitäten überzeugt sind. Einsteiger sollten erst einmal die Tutorials und eine Trainingspartie absolvieren. Dann hat man schon die ersten 2000 Gold auf dem Konto, um sich einen leicht zu spielenden Charakter wie Li Li, Valla oder Raynor zu leisten, ohne einen Euro auszugeben. Dazu kommen ja die kostenlosen Helden der wöchentlichen Rotation. Also: Man kann Geld ausgeben, aber man muss nicht. Auf dem Schlachtfeld kommt es aufs Können an, es gibt keine käuflichen spielerischen Vorteile.

Der lange Weg in die Heldenliga

Sie können zunächst nur in Einzelpartien auf zufällig gewählten Karten antreten. Auf welcher Map man antritt, wird erst nach der Wahl des eigenen Charakters festgelegt. Außer dem Freischalten aller Heldenfähigkeiten und dem Goldverdienen durch tägliche Quests gibt es wenig konkrete Ziele - Heroes of the Storm wirkt mitunter wie ein unterhaltsamer Selbstzweck. Zusatzmotivation verspricht der "Heldenliga"-Ranglisten-Modus, doch die Startbedingungen haben es in sich: Voraussetzung sind Konto-Level 30 und zehn freigeschaltete Charaktere - da wird der Druck schon groß, den langen Weg dorthin durch Griff zur Kreditkarte abzukürzen. Wer sich mit seiner Stammgruppe in der "Teamliga" messen will, benötigt gar Level 40 und zehn Helden in der Sammlung.

Was uns gefällt

Das sind vor allem die bemerkenswert kurzweilige Online-Schlachten, bei denen Teamwork, Taktik und Tempo gleichermaßen gefragt sind. Es gibt gute Tutorials, und es sind Trainingsspiele gegen Computergegner möglich. Viele coole Helden mit einfallsreichen Sonderfähigkeiten stehen zur Verfügung - da ist für jeden Spielertyp etwas dabei. Die geschniegelte Präsentation reicht von den hübschen bunten Grafiken bis hin zu den witzigen deutschen Charakter-Sprachhäppchen. Heroes of the Storm ist kostenlos spielbar: Schnellere Fortschritte sind käuflich, nicht aber auf dem Schlachtfeld.

Was uns nicht gefällt

Heroes of the Storm hat weder eine Einzelspielerkampagne noch eine Story. Außer dem Helden-Freischalten und den täglichen Quests gibt es wenig Fortschritte und Ziele. Eine Voice-Chat-Funktion fehlt völlig. Zudem ist ein hoher Hochlevel-Zeitaufwand nötig, um bei der "Heldenliga"-Rangliste mitmachen zu dürfen.

Fazit

Heroes of the Storm packt eine Menge Spaß in handliche Match-Portionen. Für eine halbe Stunde zwischendurch taugt es ebenso wie für lange Zock-Abende. Es ist das einsteigerfreundlichste MOBA-Spiel und nicht so komplex wie andere Genrevertreter, spart aber keinesfalls beim Spielwitz. Einsteiger sollten Heroes of the Storm unbedingt kostenlos ausprobieren, auch MOBA-Veteranen werden dem Charme von Blizzards blitzsauber präsentierter Heldentruppe nur schwer widerstehen können.

Infos zum Spiel

Titel: Heroes of the Storm
Genre: MOBA (Multiplayer Online Battle Arena)-Action
Publisher: Activision Blizzard
Hersteller: Blizzard Entertainment
Release-Termin: Im Handel
Preis: Gratis (optionale Mikro-Transaktionen, Starterpaket für 20 Euro erhältlich)
System: PC, Mac
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
Wertung: Sehr gut

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