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Test zum Jump'n'Run-Spiel Yoshi's Woolly World für Wii U von Nintendo

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Test zu Yoshi's Woolly World | Jump'n'Run | Wii U  

Ärger auf dem Woll-Atoll

24.06.2015, 16:59 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Richard Löwenstein

Test zum Jump'n'Run-Spiel Yoshi's Woolly World für Wii U von Nintendo.  (Quelle: Nintendo)

(Quelle: Nintendo)

Das wurde ja auch höchste Zeit: Nachdem Super-Mario, Luigi, Kirby, Donkey Kong und Captain Toad allesamt mit Wii U-Spielen bedacht wurden, spendiert Nintendo nun erstmals Kult-Dino Yoshi ein eigenes HD-Abenteuer. Genauer gesagt einen echten Jump'n'Run-Geheimtipp, der in keiner Wii U-Sammlung fehlen sollte. Warum? Weil sich "Yoshi's Woolly World" mit einem ganz gewissen Dreh ganz unvermeidlich ins jedermanns Herz spielt. 

Der Haussegen hängt gewaltig schief auf dem Woll-Atoll, einer friedlichen Insel irgendwo im Bastelmeer. Denn eines Tages eilt der böse Bube namens Kamek heran und verwandelt alle Yoshis in stumme Wollknäuel - alle bis auf zwei. Diese beiden können sich gerade noch vor der schurkischen Magie retten. Kurz darauf stopft Kamek die verzauberten Dinos in einen riesigen Sack und braust auf seinem Hexenbesen davon. Zurück bleiben zwei todtraurige und zugleich wild entschlossene Junior-Dinos. Sie eilen sofort zur Rettung ihrer Freunde. 

Zuckersüßer Look 

Na klar wird so eine banale Rahmenhandlung niemanden recht einwickeln. Sie gibt der Produktion des japanischen Entwicklers Good-Feel aber immerhin eine klare Struktur. Oder besser gesagt einen roten Faden, dem Spieler entweder alleine oder mit der Unterstützung eines Koop-Partners durch fünf sehr abwechslungsreiche Spielwelten mit jeweils neun Levels folgt. Der Gag daran: Figuren, Bäume und Berge - eben einfach alles sieht aus wie aus Wolle gestrickt. Das ergibt einen unverwechselbaren, zuckersüßen Look. 

Drollig, knuffig und kunterbunt 

Den Anfang macht eine saftig grüne Wiesenwelt, in der einzelne Ebenen so treffende Namen wie "Wald der Hüpfbäume", "Wollwindmühlenhügel" oder "Herumgekrebse am Strand" tragen. Weiter gehts mit nicht minder liebevoll gestalteten Szenarien, etwa einer Mischung aus Wüsten-, Höhlen- und Lavawelt sowie einer zum Anbeißen schönen Keks-, Kinderspielsachen- und Häkelstrumpf-Welt. Wie bei den artverwandten Super Mario-Spielen schalten sich neue Welten allerdings erst frei, wenn der meist in einer Festung residierende Zwischen-Bossgegner besiegt wurde. 

2D trifft 3D im schicken Woll-Look 

Analog zu "Yoshi’s New Island" und anderen Jump’n’Run-Abenteuern mit dem knallgrünen Dino in der Hauptrolle findet die Hüpf-Action auf einer 2D-Ebene statt, wird jedoch in 3D-Grafik dargestellt. Im Kern nichts Neues, doch durch seinen auf Wolle, Watte und Stoffe getrimmten Look macht "Woolly World" seinem Namen alle Ehre. Auch beim Spieldesign, welches das Thema Fasern von der ersten Minute an aufgreift. 

Egal, ob nun Shy Guys, Piranha-Pflanzen, Kugelwillis, Cheep-Cheep Fische, Koopa Schildkröten und so weiter - nahezu jeder der insgesamt 73 vertretenen Gegnertypen besteht aus kunstvoll arrangierten Wollfäden. Was letztendlich logisch erklärt, warum Yoshi viele von ihnen nach einem typischen Verschlucken-Manöver nicht wie sonst in Eier, sondern in farbige Wollknäuel verwandelt. 

Bloß nicht den Faden verlieren 

Von besagten Knäueln kann der Held insgesamt sechs hinter sich herziehen und sie auf Knopfdruck als Wurfobjekt nutzen. Das Besondere: Nicht alle Gegner verschwinden einfach, sobald man sie mit einem Wollknäuel trifft. Piranha-Pflanzen zum Beispiel verschnürt es zunächst nur das gefräßige Maul. Anschließend bleiben einige Sekunden, um das Gewächs endgültig unschädlich zu machen. Gelingt das nicht, löst sich der Faden - und die Chance ist vertan. 

Oder nehmen wir die aus Gitterdraht geformten Kettenhunde: Werden sie mit einer Garnkugel beschossen, wickelt sich der Stoff in Windeseile um ihren Körper und lässt sie erstarren. Anschließend kann Yoshi die riesige Kugel umherrollen, um stachelige Löchern zu füllen, an hoch gelegene Plattformen zu gelangen, Druckschalter zu beschweren und vieles mehr. Gamedesign-Mechanismen wie dieses sind es, die Woolly World letztendlich seinen ganz besonderen Charme verleihen. 

Paradies für Sammler 

Für wohlige Anspannung und kontinuierliche Motivationsschübe, jeden Level genau zu erkunden, sorgen darüber hinaus die zahlreichen Sammelobjekte. Wer zum Beispiel alle fünf der meist sehr gut versteckten Grinseblumen einsackt, hat beste Chancen auf einen kurzen Bonusabschnitt nach Levelende. Fünf erfolgreich lokalisierte Wunderwolle-Kapseln befreien wiederum jeweils einen der von Kamek verschleppten Yoshis. 

Blieben noch die verschiedenfarbigen Juwelen. Viele von ihnen sackt man im Vorbeigehen ein, andere sind ähnlich raffiniert versteckt wie Grinseblumen und Wunderwolle. Sinn und Zweck der zuweilen wirklich herausfordernden Klunkersuche? Geld zum Freischalten sogenannter Trick-Anstecker. Für 5000 Juwelen erhält man zum Beispiel den Trick-Anstecker "Wassermelonen bis zum Abwinken". Heißt aufs Gameplay übertragen: Yoshi kann ein Level lang unbegrenzt Wassermelonenkerne auf seine Feinde feuern. Ein netter Einfall und zugleich ein praktischer Schwierigkeits-Modifikator für Genre-Grünschnäbel. 

Frustbremse Entspannt-Modus 

Überhaupt hat sich die im japanischen Kobe ansässige Spieleschmiede jede Menge Gedanken zum Schwierigkeitsgrad gemacht. Herausgekommen ist ein Spiel, das einerseits Kenner fordert, andererseits Neueinsteigern praktische Werkzeuge an die Hand gibt, um ebenfalls erfolgreich zu sein. Neben den bereits erwähnten Trick-Ansteckern ist das in erster Linie der "Entspannt-Modus", zu dem Sie jederzeit auf Knopfdruck wechseln dürfen. Einmal aktiviert wachsen Yoshi sogleich Flügel, die selbst komplexere Hüpfpassagen zum Kinderspiel machen. Außerdem verfügt der Protagonist nun über die doppelte Anzahl an Lebensenergie-Herzen und erhält nach fünf Bildschirmtoden Zugriff auf ein Unbesiegbarkeits-Ei - ein wirklich cleveres Konzept. 

Was uns gefällt  

In der Mehrzahl der Fälle hüpft, springt und flattert Yoshi in seiner ursprünglichen Form durch die abwechslungsreichen Welten. Manchmal jedoch verwandelt er sich und ist in einer von mehreren Super-Yoshi-Varianten unterwegs. Zum Beispiel als Wühl-Yoshi, der sich wie ein Maulwurf durchs Erdreich buddelt. Schirm-Yoshi wiederum segelt wie Marry Poppins durch Lüfte, derweil Mega-Yoshi alles niedertrampelt und Motorrad-Yoshi wie Stuntlegende Evel Knievel durch die Pampa brettert. 

Was uns nicht gefällt 

Die fünf- bis achtsekündigen Lade-Unterbrechungen vor und nach jedem Level stören, wenn auch nur gering. Mehr Kopfschütteln gibt’s für die stiefmütterliche Nutzung des Wii U-Gamepads. Kamera und Gyro-Sensoren liegen komplett brach, und der Touchscreen wird nur in den Menüs genutzt. Einzige Lichtblicke: Das Spiel selbst läuft jederzeit auf dem Gamepad-Bildschirm, und der NFC-Sockel wird für kompatible Amiibo-Figuren genutzt, die kleine Gimmicks freischalten. 

Fazit 

Was für ein wunderwolliges Vergnügen. Die Musik geht sofort ins Ohr, die Grafik sorgt für Freudensprünge, und der Koop-Modus gefällt. Auch das Leveldesign begeistert von der ersten bis zur letzten Minute - obwohl Touchscreen und Lagesensoren des Wii U-Gamepads ein bisschen zu kurz kommen. Wer "New Super Mario Bros.", "Rayman Legends" oder "Kirby und der Regenbogen-Pinsel" verschlungen hat, wird Yoshis Abstecher in die Welt der Stoffe und Fasern lieben. 

Infos zum Spiel: 

Titel: Yoshi's Woolly World 
Genre: Jump'n'Run 
Publisher: Nintendo 
Hersteller: Good-Feel 
Release: 26. Juni 2015 
Preis: ab 45 Euro 
System: Wii U 
USK-Freigabe: ab 0 Jahren 
Wertung: Sehr gut

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