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USK-Altersfreigaben von Games  

Von blutig bis gruselig: Das bedeuten Altersfreigaben für Spiele

07.07.2015, 13:44 Uhr | (jr / ams), dpa

Das bedeuten die USK-Altersfreigaben von Spielen. Die bunten Siegel der USK geben Aufschluss, ab welchem Alter ein Spiel freigegeben ist. (Quelle: dpa/tmn/Andrea Warnecke)

Die bunten Siegel der USK geben Aufschluss, ab welchem Alter ein Spiel freigegeben ist. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa/tmn)

Nicht immer geht es in Computerspielen um Fußball und unbeschwerte Abenteuer, sondern oft um Gewalt und Horror. In Kinderhände gehören solche Titel definitiv nicht. Hinweise darauf geben die Altersfreigaben der USK - doch was bedeuten die bunten Zeichen genau?

Monster-Massaker: Nichts für Kids und Jugendliche

Ein Mann, eine Kettensäge, Monster-Horden und viel Blut. Das ist das Rezept des Shooter-Klassikers "Doom", dessen Neuauflage auf der Spielemesse E3 gerade Premiere feierte. Auch in anderen populären Spielen geht es nicht gerade friedlich zu. Aber nicht jedes Computerspiel ist ein brutales Massaker. Laut der offiziellen Statistik der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) war 2014 nicht einmal jeder zehnte Titel (9 Prozent) nur für Erwachsene geeignet. Mehr als die Hälfte der Neuerscheinungen war für Sechsjährige freigegeben oder ganz ohne Altersbeschränkung. 

Prüfung vorgeschrieben

Seit 2003 müssen die Altersfreigaben der USK auf jedem im Handel für Kinder und Jugendliche zugänglichen Spiel abgedruckt sein. Ein Spiel ohne USK-Kennzeichen gilt automatisch als "Ab 18". Welches Siegel ein Spiel erhält, ermittelt die USK in einem aufwendigen Verfahren: "Wir haben Sichter, die die Titel - mittlerweile auch viele Downloadspiele - komplett durchspielen", erklärt USK-Geschäftsführer Felix Falk. Ein Prüfgremium fällt anschließend ein Urteil. Darin sitzen vom Beirat der USK berufene Experten.

Viele Faktoren spielen eine Rolle

Etwa 2000 Verfahren gibt es pro Jahr. Die Experten schauen nicht nur darauf, wie viel Blut fließt. "Es gibt einen großen Kanon an Faktoren", erklärt Falk. "Gewalt und Kriegsthematik spielen natürlich eine große Rolle, gerade in Deutschland. Dazu kommen aber unter anderem noch die Darstellung von Sexualität, von Drogen oder die Sprache." Auch Grusel-Atmosphhäre oder Zeit- und Handlungsdruck können die Freigabe beeinflussen.

Keine pädagogische Empfehlung 

Ob online oder auf Disc - eines ist das USK-Kennzeichen nie: "Wir geben keine pädagogische Einschätzung", so Falk. Eine Freigabe "Ab 6" bedeutet also nicht, dass Grundschüler mit einem Titel tatsächlich Spaß haben. Eltern, die auf der Suche nach passenden Spielen für ihre Kinder sind, brauchen daher noch andere Quellen. Die gibt es im Netz zum Beispiel beim Computerprojekt NRW, dem Magazin "Spielbar.de", das die Bundeszentrale für politische Bildung betreibt, oder beim Projekt "Schau hin! Was dein Kind mit Medien macht".

Eltern sollten mitspielen

Kristin Langer, Medienpädagogin bei "Schau hin", empfiehlt Eltern aber vor allem, gemeinsam mit den Kindern zu spielen - und zwar nicht nur, um sie zu schützen: "So sehen Sie, wie ihr Kind auf bestimmte Reize und Inhalte reagiert." Dabei geht es nicht nur um Blut und Schockeffekte: Manchen Kindern machen etwa Misserfolge oder Zeitdruck wenig aus, andere reagieren darauf mit Frust oder Stress. 

Schutz vor finanziellem Schaden 

Begleitung durch die Eltern schützt auch vor anderen Risiken, etwa vor Kostenfallen durch In-App-Käufe in sogenannten Free-to-Play-Spielen. Kinder können auch besser lernen, mit sozialen Zwängen wie Gruppendruck umzugehen. Etwa in Onlinespielen, in denen Spieler miteinander konkurrieren oder aufeinander angewiesen sind.

Geschützt dazu lernen

Im Idealfall lernen Kinder beim Spielen sogar noch mehr - von Fachwissen über ein Gefühl für eigene Tabus bis zur Fähigkeit, mediale Inhalte besser einzuschätzen. "Am Ende geht es ja darum, dass Kinder ein gesundes Verhältnis zu Spielen oder Medien allgemein entwickeln", sagt Langer.

Vorsicht beim Weiterverkauf von Spielen

Dabei können die USK-Kennzeichen nur eine erste Orientierungshilfe sein. Und nicht nur Eltern sollten sie beachten. Auch beim Verkauf gebrauchter Spiele sind sie wichtig, erklärt das Rechtsportal "iRights.info": Ab 18 Jahren freigegebene Titel dürfen Minderjährigen nicht zugänglich gemacht werden. Viele Plattformen verbieten den Handel damit deshalb gleich ganz.Noch strenger ist das Gesetz bei indizierten Spielen. Das sind Titel, die von der USK gar keine Freigabe erhalten und auf dem Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) landen. Wer sie ohne Alterskontrolle verkauft, macht sich eventuell sogar strafbar. 

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