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Spielen mit der Apple Watch  

Daddelspaß am Handgelenk

08.07.2015, 16:43 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Richard Löwenstein

Spielen mit der Apple Watch. Spielen mit der Apple Watch (Quelle: Apple)

Daddelspaß am Handgelenk (Quelle: Apple)

Gaming auf einer Armband-Uhr? Klingt verrückt, gab’s aber schon Ende der 80er. Und liegt auch heute dank Smartwatches wieder voll im Trend. Insbesondere auf der erst kürzlich eingeführten Apple Watch sprießen Spiele-Snacks fürs Handgelenk wie Pilze aus dem Boden. Geht’s nach einer Statistik der Analysten von App Annie, ist bereits über ein Zehntel aller Anwendungen im Uhren-App-Store der Kategorie Spiele zuzuordnen. Und es werden täglich mehr. Grund genug also, die Apple Watch mal auf ihre Talente als Gaming-Plattform abzuklopfen und einige interessanteste Titel vorzustellen. 

Keine optimalen Voraussetzungen

Um das Ökosystem der Apple-Watch-Spiele besser zu verstehen, sollte man jedoch zunächst einen Blick auf die zu Grunde liegende Hardware werfen. Allem voran auf die Display-Größe. Gerade einmal 272x340 beziehungsweise 312x390 Pixelpunkte stehen je nach Uhren-Modell zur Verfügung - nicht gerade viel zum Anzeigen komplexer Spielinhalte. Zum Vergleich: Das iPhone 6 bietet 1334x750 Bildpunkte, das iPhone 6 Plus schafft sogar 1920x1080 Pixel. 

Einher mit der winzigen Displaygröße geht das nächste Problem: die Bedienung. Setzt ein Spiel zu häufig beziehungsweise ausschließlich auf Touch-Gesten, besteht die Gefahr, dass der Nutzer ständig große Teile des Sichtfelds mit dem Finger verdeckt. Umgehen lässt sich dieses Fettnäpfchen freilich durch einen cleveren Einsatz des "digitale Krone" genannten Drehrädchens auf der rechten Seite. Für jedes Genre ist aber auch diese Art der Bedienung nicht optimal. 

Tennisarm mal anders

Größter Stolperstein bleibt gleichwohl die unnatürliche Haltung beim Spielen. Den Uhrenarm für mehr als 30 Minuten im rechten Winkel zu positionieren, mag für den Pantomime in der Fußgängerzone ein Kinderspiel sein. Der untrainierte Otto Normalgamer wird’s allerdings schon nach wenigen Minuten als Zumutung empfinden. 

Kurz und über den Tag verteilt

Die Folge dieser Einschränkungen? Eine Vielzahl der derzeit interessanten Apple-Watch-Spiele schlägt ganz bewusst in die Kerbe "Zwischendurch-Interaktion". Ist also meist so angelegt, dass der Nutzer - verteilt über den Tag - immer wieder kleine Zeiteinheiten mit ihnen verbringt. Exemplarisch sei in diesem Zusammenhang das von Bossa Studios entwickelte "Spy Watch" (1,99 Euro) genannt. Die Idee: Der Spieler wird zum Leiter einer maroden Geheimdienst-Organisation, soll diese auf Vordermann bringen und nebenbei herausfinden, wer seinen Vater ermordet hat. 

Text ist Trumpf

Zu diesem Zweck kommuniziert er über seine "Spy Watch" mit dem letzten verbleibenden Agenten im Feld. Der meldet sich in unregelmäßigen Abständen und erbittet neue Befehle. Soll ich die Zielperson eliminieren? Oder doch lieber meinen Charme spielen lassen, um den Auftrag abzuschließen? Der Clou: Das gesamte Spiel läuft in Echtzeit ab. Es kann also durchaus Stunden dauern, bis Feedback zu einer Mission eintrudelt.

Hinzu kommt: Verlangt der Agent neue Anweisungen und man reagiert nicht, handelt er in der Regel auf eigene Faust. Ein brillantes, wenngleich sehr textlastiges Konzept. Weiterer empfehlenswerter Vertreter dieser Art von Echtzeit-Dialog-Abenteuer? "Lifeline". Hier rückt die Kommunikation mit einem in Not geratenen Astronauten in den Mittelpunkt.

Bloß nicht überfordern!

Optisch deutlich opulenter geht’s in "Runeblade" zur Sache. Das 2D-Rollenspiel erzählt von verblendeten Göttern, die die Welt zu Fall bringen möchten. Aufhalten kann sie nur ein mutiger Recke, dem der Spieler in rundenbasierten Kämpfen simple Anweisungen erteilt. Nebenbei gilt es, mit erbeutetem Gold neue Ausrüstung zu kaufen und mächtigere Zaubersprüche zu erlernen. Klingt vielversprechend, die Kämpfe selbst verlangen in der Regel aber nur das Antippen der "Angreifen“-Taste - für eingefleischte Rollenspiel-Fans auf Dauer etwas fad.

Vergleichsweise simpel sind auch viele andere Rollenspiele gestrickt, "Watch Quest!" zum Beispiel. Man schaut zu, wie sich der eigene Held durch eine Fantasy-Welt bewegt, und muss nur hin und wieder aktiv einschreiten. Etwa, um eine Truhe per Tastendruck zu öffnen oder Schätze in einer Art "Minesweeper"-Minispiel aus dem Boden zu buddeln.

Knobeln auf Briefmarkenformat

Ähnlich unkompliziert zu bedienen, aber zumindest für die grauen Zellen anspruchsvoller präsentiert sich eine Fülle an Rätselspielen. "Elementary Minute" etwa stellt kurze Behauptungen auf und lässt den Spieler dann entscheiden, ob sie richtig oder falsch sind. War Robbie Williams ein Sänger der Band Nirvana? Ergibt 3 weniger 10 wirklich -7? Macht Laune, kennt man jedoch - ebenso wie "Trivia Crack", "Stadt, Land, Fluss", "Quiz Deluxe", "Rules!" und andere unterhaltsame Apple-Watch-Knobelkost - vom iPhone und iPad

Bewährtes in abgewandelter Form

Womit wir auch schon beim größten Spiele-Problem der bekanntlich nicht gerade preiswerten Apple Watch angelangt wären. Mal abgesehen von Ausnahmen wie "Spy Watch" fühlen sich bisherige Spielideen nicht wirklich frisch an. Statt komplett neue Dinge auszuprobieren, wandeln die meisten Entwickler stur auf platt getrampelten Pfaden und gehen kaum Risiko. 

Verhätschel-Simulationen wie "Toby" oder "Mu - Watch Pet" sind zwar neue Namen im App Store, klonen aber streng genommen nur das gute alte Tamagotchi-Prinzip. Oder "Letterpad" und "Word Academy": Auch diese sehr liebevoll gemachten Spiele gibt’s erst seit dem Start der Apple Watch. Die Idee, aus durcheinander gewürfelten Buchstaben Wörter zu bilden, gewinnt jedoch nirgendwo mehr einen Blumentopf.

Alleinstellungsmerkmale besser nutzen

Um mehr zu bieten als fürs Handgelenk optimierte Handyspiele müssen sich Games-Entwickler also noch mal ordentlich am Riemen reißen. Wie wäre es zum Beispiel mit Spielen, die den Herzfrequenz-Sensor der Uhr nutzen? Etwa für einen virtuellen Lügendetektor-Test, der dann geschickt mit der Story verwoben wird. Oder einem Spiel, bei dem zwei Apple-Watch-Träger mittels Morsecode kommunizieren müssen, um gemeinsam ein Rätsel zu lösen? Der Hardware-eigene Anstups-Mechanismus der Uhr würde sich hervorragend dazu eignen. 

Die neue Plattform für Querdenker?

Denkbar wären des Weiteren virtuelle Schnitzeljagden im Stil von "Ingress“ und Titel vom Schlage eins „Johann Sebastian Joust“. Bei letztgenanntem Indie-Hit für PC und Mac stehen bis zu sieben Spieler in einem Raum, alle bewaffnet mit einem Playstation Move Controller. Ein Bildschirm ist nur zum Konfigurieren nötig. Alle Vorbereitungen abgeschlossen, erklingt Klassik von Bach. Ertönt sie langsam, reagiert der Controller sehr sensitiv auf Bewegungen. Spielt das Orchester rasant auf, lässt die Sensibilität nach.

Die Aufgabe? Andere Mitspieler so stark anstupsen, dass deren Sensor überreagiert und sie ausscheiden. Ein brillanter Ansatz, welcher nach diversen Anpassungen zweifelsohne großartig mit den zahlreichen Sensoren der Apple Watch harmonieren würde. Und sei es nur als Grundlage für weiterführende Konzepte. 

Jetzt ist Apple am Zug

Bis wir die zu Gesicht bekommen, ist aber erst einmal Apple gefragt. Solange die Kalifornier ihre "WatchKit" genannte Entwicklungs-Umgebung nicht auf die nächste Evolutionsstufe hieven und die Abfrage zusätzlicher Eingabe-Parameter erlauben, bleiben die meisten der eben genannten Visionen Zukunftsmusik. Darüber hinaus muss dringend eine Entkopplung von iPhone und Uhr stattfinden. Bisher nämlich werden praktisch alle Spiele auf dem großen Handy-Bruder berechnet und dann erst auf der Watch angezeigt. Die gute Nachricht: Spätestens Ende dieses Jahres will Apple jedem die Werkzeuge an die Hand geben, sogenannte native Apps zu entwickeln. Was dann auch die Zahl maßgeschneiderter Handgelenk-Spiele deutlich in die Höhe treiben dürfte. 

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