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F1 2015: Die Current-Gen-Fahrmaschine

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Test zu F1 2015 | Rennspiel-Simulation | PC, PS4, Xbox One  

Die Current-Gen-Fahrmaschine

13.07.2015, 16:15 Uhr | (jr / ams), Richard Löwenstein

F1 2015: Die Current-Gen-Fahrmaschine. F1 2015 Rennspiel für PC, PS4 und Xbox One von Codemasters (Quelle: Codemasters)

F1 2015 Rennspiel für PC, PS4 und Xbox One von Codemasters (Quelle: Codemasters)

Start frei für das Debüt der Formel 1 auf PS4 und Xbox One. Hersteller Codemasters geht mit F1 2015 an den Start. Die ersten Simulation des Spitzen-Motorsports für die aktuelle Spielkonsolen-Generation (und den PC) überrascht zwar mit Macken. Aber sie macht auch vieles richtig. 

Nachlieferung zum Starttag 

Mag sein, dass die echte Formel 1 seit letzter Saison unter Spannungsarmut und fehlender Zweikämpfen an der Spitze leidet. Wer nicht immer nur Silber vorne fahren sehen möchte, holt sich halt den Spannungskick bei F1 2015 - dem ersten Formel-1-Game für Xbox One und PS4. Großartige Veränderungen lassen sich aus dem Sprung von der alten zur neuen Hardware allerdings keine ableiten - im Gegenteil, die Ausstattung ist sogar geschrumpft. Dass beim ersten Einlegen der Disk ein kompletter Rennstall (der von Marussia) und andere grundlegende Saisondaten fehlen, das wundert dann schon. Nachgeliefert wird der Stoff durch einen sogenannten Day-One- Patch. Der ist bereits seit dem Tag des Release verfügbar, der Download empfiehlt sich von selbst. 

Karriere machen geht hier nicht 

Das nächste Augenreiben dann beim Blick auf die Optionen. Man kann Einzelrennen fahren, sich am Rundenrekord auf einem frei bestimmbaren Rundstrecke versuchen oder eine komplette Saison mit einem Team durchspielen - das wars. Es fehlt ein echter Karrieremodus mit Sponsorensuche und Teamwechsel. Es gibt auch keine Retroevents mit klassischen F1-Boliden oder ähnliches. Und Formel 3 oder andere Aufsteiger-Rennklassen? Davon kann man nur träumen. Immerhin bringen Kamerafahrten durch die Boxengasse und die Startreihen ein bisschen Stimmung in de Bude. Und nachdem die Zielflagge gefallen ist, ist man bei der Siegerzeremonie live dabei. 

Reinrassige Fahrsimulation

Nach wie vor fokussiert das Gameplay also auf Fahrkunst und Positionskämpfe. Nackter Motorsport. Die Formel 1 der laufenden Saison mit ihren elf Teams und 19 Rundstrecken bildet das Fundament. Der Spieler entscheidet, ob er mit Rosberg und Hamilton für Mercedes um Siege kämpft, an Bord des Ferrari Sebastian Vettel nacheifert oder im Marussia-Boliden den Underdog macht. Anders als in der Realität hat man im Game auch mit den Fahrzeugen der Hinterbänkler-Teams reelle Chancen auf WM-Punkte und das Podest. Denn das Fahrkönnen entscheidet. 

Spannende Kurvenkämpfe

Fakt ist: Sobald die Startampel verlischt, steigt der Spannungspegel. Man kämpft hochmotiviert vor jeder Kurve um den spätestmöglichen Bremspunkt, in jeder Kurve um wohldosiertes Gasgeben und nach jeder Kurve um einen möglichst guten Windschatten vom Vorausfahrenden, auf dass man ihn am nächsten Bremspunkt überholt. Sowas ist dann spannend, wenn die Grafik mitreißt und die Steuerung Verlässlichkeit ausstrahlt.

Beides ist der Fall. F1 2015 macht mit einer Bildwiederholrate von 60 Frames ernsthaft Tempo und kommt zeitweise richtig rasant rüber - ganz besonders auf Kursen mit packenden Highspeed-Passagen, also beispielsweise Monza oder Spa. Die Computer-KI scheint im Vergleich zum Vorgängerspiel einen Tick zugelegt zu haben. Man muss bei einer weiten Linie oder einem schüchternen Bremsmanöver jederzeit mit Angriffen rechnen. 

Verborgene Details

Der Reiz des Ganzen liegt darüber hinaus in vielen motorsportlichen Details, deren Wirkung sich erst im Lauf vieler Abende erschließt. Hartgesottene Motorsportler können beispielsweise durch Wahl zwischen drei verschiedenen Motormappings Einfluss auf den Benzinverbrauch nehmen oder bei Vorhandensein von Mikrofon oder Kinect an PS4 und Xbox One per Sprachkommando einige Informationen über den aktuellen Rennstatus abrufen. 

Im sogenannten Profimodus kann man, sozusagen als Hardcore-Variante des Saisonmodus, ein Formel-1-Jahr quasi unter Realbedingungen durchspielen: Also Cockpit-Perspektive, keine Fahrhilfen, keine Bildschirmanzeigen. Einsteiger müssen freilich keine Sorge haben, dass zwischen den taktischen Optionen und einer überkomplizierten Steuerung der Fahrspaß zu kurz kommt. Wer möchte, deaktiviert alle Taktikdetails nebst Schadensmodell und lässt sich von subtil eingreifenden Brems- und Lenkassistenten unter die Arme greifen. 

Überzeugende Erscheinung

Der Grafikvergleich von F1 2015 mit den Vorgängerspielen auf der "alten" Hardware-Generation zeigt keine offensichtlichen Quantensprünge. Dennoch: Hier wächst ein Flügelchen mehr aus der Karosserie, dort strahlt der Lack etwas mehr in der Sonne, und bei Regenrennen wirken die Tropfen auf der Kamera aufgrund der auf 1080p erhöhten Auflösung einen Tick plastischer. Das ergibt unterm Strich keinen Augenschmaus, aber doch sichtbaren Vorsprung durch Technik.

Der Motorsound ist bei Codemasters' Rennspiel-Produktionen schon seit fast 20 Jahren ein Erlebnis. Das bleibt auch so. Er hört sich tatsächlich satter und brachialer an als das, was wir momentan bei TV-Übertragungen zu hören bekommen. 

Was wir mögen

Das Spiel enthält alle Teams, Fahrer und Strecken der laufenden  Formel-1-Saison und außerdem die komplette Saison 2014 mit überarbeiteter Grafik. Boliden, Kulissen und die hohe Bildwiederholrate sehen toll aus. Schön außerdem, dass Codemasters eine alte Idee aufgreift und die Atmosphäre mit Kamerafahrten durch die Boxengasse und Zurschaustellung der Siegerzeremonie verdichtet. Bravo dafür, dass RTL-Moderator Heiko Wasser den deutschen Kommentar beisteuert und der Boxenfunk ebenfalls gut synchronisiert wurde. 

Was wir nicht mögen

Ein Splitscreen-Modus für Duelle zwischen zwei Spielern fehlt. Die Online-Aktualisierung von Ghost-Aufzeichnungen und Bestzeiten-Tabellen setzt auf PS4 und Xbox One ein Online-Abo voraus. Beinharte Simulanten könnten außerdem den Verzicht auf das ERS-Boostsystem beklagen. Das setzt auf Fahrerkommando beim Bremsen gewonnene Energie in Beschleunigung um. Laut Hersteller wäre die Handhabung in der Spielsimulation überkompliziert geraten. 

Fazit

Man muss schon stark an Motorsport interessiert sein, also nicht bloß generell an Rennspielen, um sich für diese reinrassige Simulation zu begeistern. Der simpel gestrickte Saisonmodus kann den Verzicht auf einen vielschichtigen Karrieremodus nicht wettmachen. Hinter der Dauermotivation steht ein Fragezeichen. Dafür stimmen Erscheinungsbild und Fahrspaß. Für F1 2015 werden sich vorrangig Rennspiel-Fans begeistern, die gerne an ihrer Fahrkunst feilen und an Rundenzeiten knabbern. 

Infos zum Spiel 

Titel: F1 2015
Genre: Rennspiel-Simulation
Hersteller / Publisher: Codemasters
Release: 9. Juli 2015
Preis: zirka 60 Euro
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 0 Jahren
Wertung: Gut 

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