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Fallout 4: Bewegender Endzeit-Thriller

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Preview zu Fallout 4 | Action-Rollenspiel | PC, PS4, Xbox One  

Bewegender Endzeit-Thriller

21.07.2015, 15:36 Uhr | Sönke Siemens (jr / tz), Richard Löwenstein

Fallout 4: Bewegender Endzeit-Thriller. Fallout 4 Action-Rollenspiel von Bethesda für PC, PS4 und Xbox One (Quelle: Bethesda)

Fallout 4 Action-Rollenspiel von Bethesda für PC, PS4 und Xbox One (Quelle: Bethesda)

Jedes Jahr kurz nach der Spiele-Fachmesse E3 verleihen 40 US-Spielemedien gemeinsam die renommierten "Game Critic Awards". Wer hier eine Trophäe absahnt, hat in der Regel eine fantastische Show in Los Angeles abgeliefert und Kritiker und Fans gleichermaßen beeindruckt. So wie "Fallout 4", das neue Endzeit-Abenteuer aus der Feder der "Skyrim"-Macher. Gleich drei Auszeichnungen konnte der für PC, Xbox One und PS4 angekündigte Action-Rollenspiel-Titel abräumen: Als bestes Rollenspiel, bestes PC-Spiel und bestes Spiel der Show wurde der neue Spross aus der Fallout-Reihe geehrt . Grund genug, das Projekt von Bethesda mal ganz genau unter die Lupe zu nehmen.

Hauptsache individuell

Bereits der Bildschirm zur Charaktererstellung zeigt, dass Fallout 4 weit mehr sein will als eine gewöhnliche Fortsetzung. Statt wie so oft im Rollenspiel-Genre Schieberegler dröge von links nach rechts zu ziehen, um den eigenen Helden zu formen, blickt man hier auf die Gesichter von einem Mann und einer Frau vor einem Badezimmerspiegel. Und dann geht’s los: Sie entscheiden sich für einen von beiden und beginnen mit einer Art Mauszeiger das Gesicht in Echtzeit zu verändern. Augenbrauen nach oben ziehen, Nase zusammendrücken, Wangenpartien straffen, Frisur ändern - das Prozedere ist verblüffend spielerisch umgesetzt und kinderleicht in der Handhabe. Gleichzeitig aber auch so leistungsstark, dass selbst die Entwickler alle Nichtspieler-Charaktere der Story damit erstellten.

Die Tragödie nimmt ihren Lauf

Apropos Story: Die dreht schon nach wenigen Minuten richtig auf. Eben noch in ein Gespräch mit einem Vertreter von Vault-Tec - einem Hersteller für hochmoderne Atombunker -verwickelt, sieht man im Fernsehen auch schon Berichte über nukleare Detonationen in New York und Pennsylvania. Sofort lassen der Held und seine Ehefrau alles stehen und liegen und rennen zusammen mit Baby Shaun zum naheliegenden Schutzbunker. Doch zu spät: Noch bevor der Fahrstuhl in die Tiefe saust, ist am Himmel von Boston ein verheerender Atompilz zu sehen. Kurzer Schnitt, dann herrscht nur noch Schweigen.

Wie durch ein Wunder

Weshalb und wie genau der Held die Boston-Bombe überlebt, wird derzeit noch nicht verraten. Fest steht nur, dass er knapp 200 Jahre später als einziger Überlebender Vault 111 verlässt. Die Aufgabe des Spielers ab diesem Zeitpunkt? Antworten finden und überleben - in der größten dynamischen Spielwelt, die laut Game-Direktor Todd Howard jemals von Bethesda geschaffen wurde. Ob sich dieses Statement bewahrheitet, bleibt freilich abzuwarten. Interessant ist allerdings die Aussage des leitenden Produzenten Jeff Gardiner. Er behauptet, bereits 400 Stunden in Fallout 4 verbracht, aber immer noch nicht alles gesehen zu haben.

Besser zielen mit VATS 2.0

Spielerisch wagt Fallout 4 auf den ersten Blick nicht allzu viele Experimente. Kommt es beispielsweise zum Duell mit einem Widersacher, hat man wie schon in Fallout 3 die Qual der Wahl. Entweder der Spieler löst das Problem in typischer Shooter-Manier aus First-Person-Perspektive, oder er meistern die Herausforderung mit Hilfe des bekannten VATS-Systems - also in einer Art rundenbasiertem Schlagabtausch, bei dem man im Tausch gegen Aktionspunkte einzelne Körperzonen des Gegners gezielt anvisiert. Wichtigste Neuerung bei VATS: Statt die Action komplett einzufrieren, läuft sie in Fallout 4 nun in Zeitlupe weiter. Das sorgt für zusätzlichen Zeitdruck und zusätzlichen Nervenkitzel, spielt sich sonst aber wie gehabt. Lob zudem für das neue Rüstungssystem, welches erstmals mehrere "Schichten" definiert und vor allem im späteren Spielverlauf deutlich mehr Taktik reinbringen dürfte.

Braver Wauwau

Ein weiteres Relikt aus dem Vorgängerspiel ist die Existenz des allseits beliebten Begleithunds namens Dogmeat. Sobald man mit ihm Freundschaft geschlossen hat, greift er einem in vielen Situationen unter die Armee. Mit seiner feinen Nase sucht er zum Beispiel die Umgebung gezielt nach nützlichen Dingen ab. Außerdem apportiert er anvisierte Objekte wie ein Weltmeister und mischt in Kämpfen verbissen mit. Sterben wie in Fallout 3 kann der schlaue Vierbeiner hier allerdings nicht. Vielmehr zieht er sich in kritischen Situationen aus dem Geschehen zurück und fällt dann eine Weile komplett aus.

Klappe halten leichtgemacht

Neues gibt’s ferner von der Dialogfront zu vermelden. Sofern gewünscht, können Sie Gespräche nun jederzeit verlassen - etwa indem Sie einfach gar nicht antworten, davonrennen oder ihrem Gegenüber unter Waffeneinsatz mundtot machen. Ob und wann ein solch rabiates Handeln Sinn macht, sei mal dahingestellt. Die spielerischen Freiheiten erhöht es aber allemal - und den Adrenalinkick im Plausch mit Bösewichten sowieso.

Paradies für Baumeister und Modder

Dass Fallout 4 die E3-Besucher begeisterte wie kaum ein anderes Rollenspiel, liegt jedoch nicht nur an der augenscheinlich gigantischen Spielwelt und den sinnvoll auf Basis von Fan-Feedback optimierten Spielmechanismen. Einen bleibenden Eindruck hinterließen am Ende des Tages vor allem zwei Dinge. Zum einen das massiv verbesserte Crafting-System. Allein für die knapp 50 Basiswaffen verspricht Bethesda über 700 Modifizierungen. Die unscheinbare Mini-Laserpistole in eine durchschlagende Superwaffe verwandeln? Damit kein Problem.

Und es kommt noch besser: Wer fleißig Schrott sammelt und gewissenhaft Bauteile craftet, darf ab sofort Häuser und sogar ganze Siedlungen hochziehen. Und zwar mit allem was dazugehört, vom Geschützturm am Haupteingang bis zur flackernden "Vault Boy"-Leuchtreklame über dem heimisch eingerichteten Wohnzimmer. Ja, selbst das Stromnetz darf man im Detail verlegen und Handelsrouten zwischen verschiedenen Orten ins Leben rufen. Irre.

Langzeitspaß garantiert

Bleibt zum anderen das Thema Modding. Konkret: Als erstes Konsolenspiel überhaupt soll die Xbox-One-Fassung von Fallout 4 (und später auch das PS4-Pendant) am PC erstellte Mods unterstützen. Also von Nutzern erdachte Modifikationen, die Programmteile oder sogar das komplette Spiel umkrempeln. Eine fantastische Idee, wie wir finden, und der ultimative Joker in Sachen Langzeitmotivation - zumindest solange wie Bethesda sein Versprechen hält und Mods kostenfrei bleiben.

Was uns gefällt

Egal ob man nun die eiskalte Nuka Cola im Kühlschrank begutachtet, Hund Dogmeat durch die Gegend scheucht oder mit anderen Überlebenden über marodierende Raider plaudert - erstmals seit Bestehen der Serie artikuliert sich der Held in Sprachausgabe. Laut Bethesda wurden dazu über 13.000 Zeilen Dialog eingesprochen. Und zwar einmal von einem männlichen und einmal von einem weiblichen Synchronsprecher. Ein immenser Aufwand, der mit einem deutlichen Atmosphäre-Plus einhergeht.

Was uns nicht gefällt

Zwar wurde die schon in Fallout 3 zum Einsatz kommende Creation-Engine komplett überarbeitet, gewisse Kinderkrankheiten merkt man ihr aber immer noch an. Da wären zum Beispiel die oft staksigen Animationen von Held, Hund und Nicht-Spieler-Charakteren. In diesem Punkt kann Bethesda aktuellen Open-World-Konkurrenten wie The Witcher 3 leider zu keiner Zeit die Stirn bieten

Fazit 

Größer, lebendiger, langlebiger: Bethesda scheint die bewährte Fallout-Formel in nahezu jeder Hinsicht zu verbessern, ohne dabei das Wesentliche aus den Augen zu verlieren. Hut ab zudem für die Offenheit in Sachen Mod-Unterstützung auf Xbox One und PS4. Hier betreten die Rollenspiel-Profis nahezu komplett unbeackertes Neuland. Sollte ihr Ansatz jedoch Schule machen, dürfte Modding das Konsolen-Trendthema 2016 werden. Dann nämlich soll das Feature freigeschaltet werden.

Infos zum Spiel 

Titel: Fallout 4
Genre: Rollenspiel
Publisher: Bethesda Softworks
Hersteller: Bethesda Game Studios
Release-Termin: 10. November 2015
Preis: zirka 65 Euro
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Eindruck: Sehr gut

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