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God of War 3 Remastered: Die Chaosklingen wirbeln wieder

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Test zu God of War 3 Remastered | Actionspiel | PS4  

Die Chaosklingen wirbeln wieder

21.07.2015, 17:23 Uhr | (jr / tz), Richard Löwenstein

God of War 3 Remastered: Die Chaosklingen wirbeln wieder. God of War 3 Remastered Actionspiel von Sony für PS4 (Quelle: Sony)

God of War 3 Remastered Actionspiel von Sony für PS4 (Quelle: Sony)

Endlich wieder Zeus beleidigen, Poseidon versenken und Zerberus von Kopfschmerzen befreien - ja, wir haben den zornigen Antikrieger Kratos und seinen Kampf gegen die griechischen Sagengestalten vermisst. Schade halt, dass es sich bei Kratos´ Debüt auf der PS4 um keine Fortsetzung, sondern die Remastered-Adaption eines PS3-Actiongames handelt. Allerdings eines, das in den fünf Jahren seit seiner Veröffentlichung kaum gealtert ist und immer noch brillant unterhält.

Wer den zornigen Muskelberg Kratos bisher nicht kennt oder vielleicht nur seinen Auftritt im umstrittenen Multiplayer-Experiment "Ascension", für den sind ein paar grundsätzliche Infos hilfreich: Die Actiongames aus der God-of-War-Reihe sind ein klarer Fall für Sologamer, und Kratos ist der Urvater aller Einzelkämpfer. Es gibt demnach eine äußerst atmosphärisch gestaltete Singleplayerkampagne - und sonst nichts. Zum Aufbau seiner fesselnden Stimmung bedient sich God of War 3 der griechischen Mythologie, genauer gesagt einer verzerrten, zweckentfremdeten Version davon. Kratos nutzt die hellenische Sagenwelt als Rahmenprogramm für einen kompromisslosen Rachefeldzug. Er will die Götter stellen und den Olymp dem Erdboden gleich machen.

Geradliniger Spielaufbau

Zeus, Poseidon, Hades und all die anderen - sie sollen sterben. Auf sich gestellt, trachtet Halbgott Kratos der versammelten Elite griechischer Sagengestalten nach dem Leben. Also wandert er über die Körper riesiger Titanen, kämpft sich durch Tempel, bezwingt hohe Gipfel und das Reich der Toten. Eine sehr geradlinige Angelegenheit, die Marschroute ist strikt vorgegeben. Wenn Kratos nicht gerade rennt, hüpft, klettert oder Schalter aktiviert, dann meuchelt er rudelweise Untote oder Skelettkrieger. Das Tempo ist hoch, die Kämpfe sind gut kontrollierbar. Das mag auch daran liegen, dass man anfangs bloß schnell oder heftig austeilen kann. Mit der Zeit kommen Würfe, Superangriffe und weiteres dazu. Die Lernkurve hält langsamen aber stetigen Kurs nach oben.

Dramatische Endgegner-kämpfe

Dazwischen stellen sich immer zähnefletschende, wasserpeitschende, feuerspeiende Riesen-Zerrbilder griechischer Götter in den Weg. David gegen Goliath: Teil Drei steckt voll solcher Momente. Riesenbiester schnellen ins Bild, speien Drohungen aus und beginnen mit ihren Attacken. Es folgt ein mehrere Etappen umfassendes Kampfballett aus Angreifen, Ausweichen, Quicktime-Event und Kamerafahrten. Wenn die Kreatur nach etlichen Treffern ins Gras beißt: Dann kennt das Erfolgserlebnis keine Grenzen mehr. Als Actiongamer kann man kaum ein mitreißenderes Wechselspiel aus Angst, Zuversicht und Hochgefühl erleben als während dieser hervorragend inszenierten Bossgegner-Kämpfe. Das gilt jedenfalls für die höheren Schwierigkeitsgrade. Auf "einfach" ebbt die emotionale Karussellfahrt etwas ab und fühlt sich eher nach Spaziergang an.

Das Kampfsystem: Klingen und Ketten

Die düstere Haudrauf-Version der griechischen Sagenwelt lässt kaum Zeit zum Luftschnappen. Ständig tut sich was, ein Höhepunkt folgt dem anderen. In einem Augenblick mischt Kratos sechs oder sieben Minotauren auf, im nächsten schiebt sich eine angriffslustige Sagengestalt im XXL-Format ins Bild. Als Basiswaffe dienen Kratos die sogenannten Chaosklingen: zwei Kurzschwerter die mit Ketten an die Unterarme geschweißt sind. Damit schnetzelt er sich mühelos durch ganze Massen an Feinden. Durch die Ketten verfügen die Klingen über eine große Reichweite und ergeben eine effektive Kombination aus leichten und starken Angriffen. Im weiteren Spielverlauf stehen Bogen und weitere Sekundärwaffen zur Disposition, ebenso Flügel für kurzen Schwebeflug und weitere Extras.

Abwechslungsreiche Action

Mit Hilfe seiner Chaosklingen wirbelt Kratos wie ein Derwisch über den Bildschirm, metzelt - ausgelöst von einem schnellen und gut kontrollierbaren Tastenstakkato auf dem PS4-Controller - dutzende Gorgonen nieder. Einen Augenblick später flüchtet er vor ins Bodenlose absackenden Felstreppen und wirft sich in letzten Moment an eine Felswand, um kletternd einen Weg in Richtung rettendes Podest zu finden. Zwischendurch darf man bei der Suche nach versteckten Schatzkisten zu Atem kommen oder im Rahmen kurzer Quicktime-Prüfungen Reaktionsvermögen beweisen: Sie würzen die Action mit sehenswerten Kamerafahrten auf, dauern nur wenige Augenblicke, sind fair designt und lockern das Gameplay auf. Prima.

Einstellbarer Schwierigkeitsgrad

Mit seiner komplett geradlinigen und damit herrlich unmodernen Struktur wirkt das Gameplay dennoch ein bisschen wie aus einer vergangenen Zeit. Der Held eilt von Arena zu Arena und kann sich auf Laufwegen kaum mal frei begeben. Heute würde man das wohl mit offenen Arealen anreichen. Das und der einstellbare Schwierigkeitsgrad erlauben es dem unerfahrenen Spieler aber, dass er God of War 3 einwirft und einfach nur genießt. Der Kenner wiederum kann sich die Zähne an den Kämpfen ausbeißen.

Enorme Brutalität

So oder so erlaubt die Verknüpfung von Actionszenen ohne jede Ladepause ein tiefes Eintauchen in diese fremde Sagenwelt. Die stilsicher formulierten Dialoge und ein paar sinnvoll eingeschobene Schalterpuzzles gönnen einem Verschnaufpausen vom hohen Tempo. Sie vermitteln zusätzlich das Gefühl, dass man seine Zeit nicht mit komplett hirnlosem Stumpfsinn vertut. Solche kurzen Momente der Ruhe bilden außerdem einen angenehmen Gegenpol zur kompromisslosen Zurschaustellung roher Gewalt. Kratos macht keine Gefangenen: Seine Klingen klären die Verhältnisse blitzschnell und final - manchmal wird die Dramatik solcher Szenen per Zeitraffer hervorgehoben. Also keine ganz jugendfreie Action, aber dank der stilsicheren Inszenierung im Stil der Comicverfilmung "300" auch kein geschmackloses Schlachtfest.

PS3-Original vs. PS4-Adaption

All diese Qualitäten kennzeichnen allerdings das fünf Jahre alte PS3-Original genauso. Auch das punktet mit großartigem Spielfluss ohne Ladepausen, mit ausgewogenem Herausforderungen und fair platzierten Rücksetzpunkten. Die Remastered-Edition wurde lediglich auf die höhere Videoauflösung 1080p aufgebohrt. Das Ergebnis ist ein schärfer konturiertes Wechselspiel aus Licht und Schatten, der Wegfall von Polygonkanten beispielsweise an Kratos muskulösem Oberarm und ein Plus an Details in den Kulissen: Zum Beispiel sind Felsen einen Tick kontrastreicher gezeichnet. Die Entwickler haben aber nicht alles komplett neu gemalt und animiert. Den Gesichtern und Köpfen einiger Figuren sieht man das ursprüngliche Alter der Produktion an, einige Animationen erinnern ihrer steifen Machart wegen an ein Marionettentheater.

Was uns gefällt

Die PS4-Remastered-Edition enthält die Bonuskostüme aus den DLC-Erweiterungen des PS3-Originals. Um sie freizuschalten, muss man die Kampagne einmal durchspielen. Soundeffekte, Musik und bravouröse Eindeutschung verdienen ein Kompliment: Die Musik unterstreicht das martialische Element perfekt; die Dialoge treffen präzise die Stimmung; Kratos schleudert Drohungen und Beleidigungen mit herrlich rauchiger Stimme um sich.

Was uns nicht gefällt

Es gelingt der PS4-Edition von God of War 3 nicht, das grandiose PS3-Original optisch oder akustisch deutlich zu übertrumpfen. Die Retuschen und der Zugewinn an Schärfe kommen nur im direkten Vergleich deutlich zur Geltung. Die Bildwiederholrate von 60 Frames ist ein Plus, sichtbares Kantenflimmern an manchen Ecken ein Minus. Dass man im Fotomodus Schnappschüsse anfertigen und über soziale Netzwerke verteilen kann, ist die einzige inhaltliche Neuerung im Vergleich zum PS3-Original.

Fazit

Wer God of War 3 noch nicht kennt und gemeinsam mit Kratos ein paar heiße Actionabende auf seiner PS4 erleben möchte, wird die Remastered-Edition extrem unterhaltsam finden. Das Game paart brachiale Fantasy-Inszenierung und pausenlose Action gekonnt mit dramatischen Endgegner-Kämpfen. Ein tolles Game, einer PS4 würdig und den Kauf wert - sofern es einem egal ist, dass die PS4-Edition kaum Mehrwert im Vergleich zum PS3-Original bietet. Gebrauchte PS3-Exemplare wechseln für weniger als 10 Euro den Besitzer. Ob ein nahezu identisches PS4-Remaster 40 Euro mehr wert ist, das ist hier die Frage.

Infos zum Spiel

Titel: God of War 3 Remastered
Genre: Third-Person-Action
Publisher: Sony
Hersteller: Sony Santa Monica
Release-Termin: 15. Juli 2015
Preis: zirka 50 Euro
Systeme: PS4
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren
Wertung: Sehr gut

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