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Hands-on-Preview zu Dirt Rally | Rallye-Rennspiel | PC  

Rallyesport in Reinkultur

27.07.2015, 16:53 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Richard Löwenstein

Preview zu Dirt Rally: Rallyesport in Reinkultur. Dirt Rally Rennspiel von Codemasters für PC (Quelle: Codemasters)

Dirt Rally Rennspiel von Codemasters für PC (Quelle: Codemasters)

Das kam überraschend: Mit dem Start der Rennsimulation "Dirt Rally" hatte kaum jemand gerechnet. Plötzlich war das Game da, auf Steam für PC-Piloten zum Download. Zwar nur eine sogenannte Early-Access-Fassung, also quasi eine ausstattungsreduzierte Schnupperversion. Aber immerhin. Die Probefahrt belegt: Hersteller Codemasters besinnt sich auf das, was in den letzten Jahren in Vergessenheit geriet - schnörkelloses Rallye-Vergnügen.

Ohne Wenn und Aber

Das 1998 veröffentliche "Colin McRae Rally" zählt für Genre-Kenner bis heute zu den besten Rallye-Spielen überhaupt. Doch mit den Jahren vollzog die Serie zahlreiche Sinneswandel und entwickelte sich immer weiter hin zum hippen, knallbunten Trendsport-Ereignis. Mit Dirt Rally ziehen Spieldesigner Paul Coleman - selbst begeisterter Rallye-Pilot - und sein Team nun die Notbremse. Das Ergebnis? Eine Rallye-Simulation, die sich diesen Namen tatsächlich auch verdient.

Unterstützt von den präzisen Anweisungen eines Beifahrers geht's auf typischen Rallye-Strecken von A nach B. Wer die schnellste Zeit hinlegt, gewinnt. Oberste Maßgabe bei diesem Unterfangen: Einen kühlen Kopf bewahren und konzentriert fahren, denn eine Rückspulfunktion gibt es hier genauso wenig wie die Einblendung der fast schon zum Standard gewordenen Ideallinie. Hinzu kommt: Wer seine Karosserie bis zur Fahruntüchtigkeit ramponiert oder kurz vor der Ziellinie aus Unachtsamkeit einen Steilhang hinunter scheucht, ist weg vom Fenster und muss die gesamte Etappe von vorn beginnen.

Vorsicht zahlt sich aus

Platzt der Hinterreifen, weil man mit dem Heck mal wieder stürmisch einen Felsbrocken geküsst hat, bekommt man die Konsequenzen ebenfalls umgehend zu spüren. Das gilt vor allem für den Karrieremodus, wo jede Reparatur zwischen zwei Etappen mit einem gewissen Zeitaufwand einhergeht. Da jedoch immer nur eine Stunde Reparaturzeit zur Verfügung steht, sollte man sich sehr genau überlegen, welche Teile die eigene Mechaniker-Crew wieder instand setzt. Alternative: Für teures Geld bessere Techniker einstellen, die solche Jobs schneller erledigen.

Arcade-Racing adé

Dass Dirt Rally sämtlichen Arcade-Traditionen abgeschworen hat, merkt man selbstverständlich auch beim Handling der Fahrzeuge. Ob man nun in einem Mini Cooper S mit 100 PS durch matschige Fichtenwälder rauscht, den 240-PS-Heckantrieb-Klassiker Lancia Stratos durch staubige Haarnadelkurven zirkelt oder den Allrad-getriebenen, 1,2 Tonnen schweren Ford Fiesta RS Rally über verschneite Asphaltstraßen peitscht, macht jeweils einen gigantischen Unterschied im Fahrverhalten aus. Fahrhilfen wie ABS und Traktionskontrolle lassen sich dabei zwar zuschalten, trotzdem sollten speziell Einsteiger eine gewisse Frusttoleranz mitbringen, bis sich erste Erfolge einstellen.

Viel Raum für Verbesserungen

Die all diese Aspekten zugrunde liegende Physik-Simulation ist sehr solide, allerdings noch lange nicht perfekt. Ganz oben auf der Wunschliste vieler Fans stehen derzeit insbesondere komplexere Wechselwirkungen der unterschiedlichen Fahrzeugkomponenten. Kühler und Motor sind ein gutes Beispiel: Macht erstgenannter die Biege, würde man eigentlich erwarten, dass der Motor irgendwann überhitzt - tut er aber nicht. Oder nehmen wir die Scheiben: Die können zwar splittern, aber eben nicht gänzlich zerbrechen. Umherfliegende Glassplitter, ins Cockpit peitschenden Regen und andere Widrigkeiten muss man daher nicht befürchten. Noch nicht.

Kein Licht, keine Chance

Wiederum glaubhaft integriert sind unterschiedliche Tageszeiten und Wetterbindungen. Spielt man beispielsweise bei Nacht, sollte man tunlichst darauf achten, nicht die Frontscheinwerfer zu zerdeppern - sonst wird’s ratzfatz zappenduster. Schnee und Regen wirken sich dagegen massiv auf die Bodenhaftung der Reifen aus und behindern obendrein die Sicht, insbesondere in der Cockpit-Ansicht. Schade: Wind wird zur Zeit nur akustisch wiedergegeben, könnte aber bei entsprechender Fan-Nachfrage ebenfalls auf der To Do-Liste der Entwickler landen und zum Beispiel auf Hill-Climb-Strecken für spannende neue Herausforderungen sorgen.

Solides Grundpaket

Noch ein paar Worte zum Umfang. Der fällt für eine Early-Access-Fassung bereits recht ordentlich aus und soll für Käufer ohne Aufpreis kontinuierlich erweitert werden. Derzeit stehen 25 Vehikel zur Verfügung, die einer von insgesamt sieben Fahrzeugklassen zugeordnet sind. Die Bandbreite reicht von 60er-, 70er- und 80er-Jahre-Klassikern wie Lancia Fulvia HF, Fiat 131 Abarth und BMW E30 M3 Evo Rally über legendäre Group B Boliden wie den Audio Sport quattro Rallye bis hin zu kraftvollen Gipfelstürmern wie dem Peugeot 405 T16 Pikes Peak.

Gleiches gilt für die Streckenauswahl. Hier dürfen sie sich in knapp 50 Etappen verteilt auf derzeit sieben Länder austoben. Den Anfang machten zur Veröffentlichung Pisten in Wales (Powys), Griechenland (Argolis) und Monaco (Monte Carlo). Mittlerweile sind außerdem Strecken im rheinlandpfälzischen Baumholder sowie die legendäre US-Hillclimb-Veranstaltung Pikes Peak ergänzt worden. Nicht zu vergessen Holjes (Schweden) und Lydden Hill (Großbritannien), zwei beliebte World Rally-Cross-Rundkurse.

Was uns gefällt

Early-Access-Fassungen sind nicht selten eine einzige Baustelle voll von fiesen Technik-Fallstricken und unausgegorenen Features. Nicht so in der vorliegenden Fassung von Dirt Rally. Sei es nun die Performance auf Mittelklasse-Systemen, die Vielfalt der bereits unterstützen Lenkräder oder die allgemeine Stabilität des Programmcodes - für ein noch in der Entwicklung befindliches Spiel greifen die meisten Zahnräder bereits auf sehr harmonische Weise ineinander. Applaus zudem für die Transparenz, mit der Codemasters weitere Entwicklungsschritte dokumentiert sowie die kurzen zeitlichen Abstände, in denen Updates und neue Inhalte veröffentlicht werden.

Was uns nicht gefällt

Ob Geräuschkulisse oder Streckendesign - Dirt Rally macht vieles richtig. Aber eben nicht alles. Die Beifahrer-Kommentare etwa sind symbolisch als auch akustisch prima umgesetzt, werden bei extremen Geschwindigkeiten jedoch hin und wieder zu spät eingeblendet. Schön wäre darüber hinaus, wenn sich Wiederholungen abspeichern ließen, HUD-Elemente frei positionierbar wären, ein Fotomodus und eine virtuelle Fahrschule ergänzt werden würden und die Menüführung endlich Mausunterstützung erhält. Oder wie wäre es mit der Option, jede Piste spiegeln zu können - die Zahl verfügbarer Streckenlayouts ließe sich so praktisch verdoppeln.

Fazit

Auch wenn Dirt Rally in diversen Belangen noch Feinschliff benötigt - der Simulations-Fokus kombiniert mit der Veröffentlichung als Early Access-Projekt waren die beste Codemasters-Entscheidungen seit Langem. Denn so spielt man den Ball ins Lager der Fans. Also der Gruppe, die sich in den letzten Jahren nie so recht erstgenommen fühlte, nun jedoch wie die Weltmeister konstruktives Feedback liefert, das tatsächlich umgesetzt wird. Was bleibt ist eine fantastische Symbiose, die uns praktisch wöchentlich ein immer besser werdendes Rallye-Erlebnis beschert.

Infos zum Spiel

Titel: Dirt Rally
Genre: Rallye-Rennspiel
Hersteller / Publisher: Codemasters
Release-Termin: Im Handel (Steam)
Preis: zirka 33 Euro (Steam Early Access)
System: PC
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Eindruck: Sehr gut

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