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Ein Dino kommt selten allein

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Preview zu Ark: Survival Evolved | Survival-Action | PC, Mac, Linux, PS4, Xbox One  

Ein Dino kommt selten allein

28.07.2015, 15:20 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Medienagentur plassma

Ein Dino kommt selten allein. Ark: Survival Evolved Survival-Adventure von Studio Wildcard für PC, Mac und Linux (Quelle: Studio Wildcard)

Ark: Survival Evolved Survival-Adventure von Studio Wildcard für PC, Mac und Linux (Quelle: Studio Wildcard)

Eine Million bezahlte Downloads in gerade mal fünf Wochen: Für ein halbfertiges Steam-Early-Access-PC-Spiel verkauft sich "Ark: Survival Evolved" für PC, Mac und Linux vom noch recht unbekannten US-Entwickler Studio Wildcard derzeit rasend schnell. Doch was fasziniert die Menschen eigentlich an dieser wilden Mixtur aus Dino-Jagd, Basisbau und Survival-Action? Die Redaktion hat den Praxistest gewagt, um genau das herauszufinden.

Zäher Einstieg

Ark beginnt abrupt, nüchtern und ziemlich mysteriös. Nach einem kurzen Exkurs im umfangreichen Helden-Editor findet man sich ausgehungert, unbewaffnet und mit nur einem Fetzen Kleidung am Leib auf einer gigantischen, von Dinosauriern überlaufenen Insel wieder. Doch damit nicht genug der Seltsamkeiten: Auf dem linken Unterarm glüht ein rautenförmiges Symbol, und am Horizont sind drei riesige schwebende Gebilde zu sehen. Wer oder was Sie aus welchem Grund an diesen rätselhaften Ort gebracht hat, ist völlig unklar.

Nur eines ist sicher: Wer tatenlos in der Gegend herumsteht, läuft schnell Gefahr, von einem hungrigen Fleischfresser entdeckt und verspeist zu werden. Oder in die Schusslinie anderer Überlebender zu geraten, denen man schon bald begegnet. Ganz zu schweigen von typischen Survial-Game-Widrigkeiten wie Hunger, Durst und Temperaturschwanken.

Fressen oder gefressen werden

Doch was tun, um den sich anbahnenden Überlebenskampf in dieser knapp 48 Quadratkilometer großen Spielwelt für sich zu entscheiden? Faustregel Nummer eins: Schutz im Dickicht angrenzender Wälder suchen und nützliche Ressourcen zusammenklauben. Mit ein paar Steinen, Holzstücken und Fasern konstruiert man im Crafting-Menü zum Beispiel im Handumdrehen einen Steinpickel. Mit diesem können Sie dann kleinere Lebewesen erlegen und Feuersteine aus Felsbrocken schlagen. Jetzt noch etwas Feuerholz anhäufen, und der Zubereitung der ersten Mahlzeit steht nicht mehr im Wege.

Das Schöne an Ark: Egal, ob Sie nun Bäume fällen, Dodos häuten oder neue Überlebens-Utensilien anfertigen - praktisch jede Aktion wird mit Erfahrungspunkten belohnt. Ist eine bestimmte Menge erreicht, erfolgt ein Stufenanstieg und die Charakterwerte der Spielfigur verbessern sich. Außerdem schalten Sie sogenannte Engramme - das sind Erinnerungsbilder im zentralen Nervensystem - frei. Klingt verwirrend, meint im Grunde genommen aber nichts anderes als Bauanleitungen für neue Crafting-Objekte.

Immer online

Wie es der Untertitel "Survival Evolved" vermuten lässt, konfrontieren die Macher den Spieler jedoch schon bald mit weitaus schwierigeren Herausforderungen als der Nahrungssuche und Herstellung Kleidung und Waffen. Hintergrund: Da es sich bei Ark um eine persistente Online-Welt handelt, läuft das Spiel auch dann weiter, wenn man sich ausloggt. Der eigene Held - dann in einer Art Tiefschlaf - stirbt also trotzdem, wenn ihn andere Spieler oder Dinosaurier angreifen.

Tritt ein solcher Fall ein, verliert man zwar keine Erfahrungspunkte und Fähigkeiten, wohl aber das gesamte Inventar, was nicht nur zu Spielbeginn eine durchaus schmerzvolle Erfahrung sein kann. Beste Lebensversicherung für eben dieses Szenario? Ein umzäunter Unterschlupf, der so robust konstruiert ist, dass selbst größere Saurier sich daran die Zähne ausbeißen. Wer zusätzlichen Schutz will, sollte außerdem Wachdinos in Erwägung ziehen.

Dino-Dompteure haben’s leichter

Was uns zum nächsten wichtigen Motivationsfaktor von Ark bringt. Viele der derzeit knapp über 30 Urzeitwesen sind nicht nur Fleischlieferant und KI-Gegner, sondern können mit der richtigen Technik auch gezähmt werden, um dann als Reit-, Lasten- oder Angriffstier zu dienen. Je nach Statur und Erfahrungsstufe des Sauriers kann dieser Prozess allerdings mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Schritt eins: Die Bestie in einen ohnmachtsähnlichen Zustand versetzen, etwa durch einige Kopftreffer mit der Steinschleuder oder ein paar wohl platzierte Faustschläge. Will man größere Kaliber wie T-Rex und Co. ausknocken, sind Betäubungspfeile gefragt - je mehr, desto besser.

Anschließend gilt es, dem ohnmächtigen Saurier eine individuelle Diät aus bevorzugten Nahrungsmitteln zu verabreichen, was letztendlich dazu führt, dass das Tier zutraulich wird und den Spieler als Herrchen anerkennt. Der Clou: Ihr dickhäutiger Freund nimmt nun sogar simple Befehle entgegen, folgt Ihnen also zum Beispiel auf Schritt und Tritt oder greift immer genau das Ziel an, das auch Sie angreifen. Weitere spannende Optionen sind der passive, der neutrale sowie der aggressive Modus. Damit weisen Sie ihren treuen Dino-Gefährten an, tatenlos an Ort und Stelle zu verharren, immer nur dann einzuschreiten, wenn einer von beiden in Gefahr ist oder selbstständig auf jeden Fremden loszugehen, der sich einem vorgegebenen Bereich nähert.

Im Schutz der Gemeinschaft

Natürlich kann man sich in der Welt von Ark eine ganze Weile als Dino-zähmender Einzelkämpfer allein durchschlagen. Um stundenlange Höhlenexpeditionen, fordernde Bosskämpfe und ähnliche Herausforderungen zu meistern, ist es jedoch ratsam, Gleichgesinnte zu finden und einen Stamm zu gründen. Das schweißt emotional zusammen und hat zudem ganz praktische Vorteile. Sofern zum Beispiel an verschiedenen Orten innerhalb der Spielwelt Betten aufgestellt wurden, profitieren Stammesmitglieder von einer Art Schnellreiseoption zwischen diesen Punkten. Außerdem erhalten Sie Zugriff auf Item-Kisten, zusätzliche Clan-Chat-Optionen und vieles mehr. Keine Lust auf menschlichen Kontakt im Spiel? Dann sollten sie Ark am besten im Solo-Modus spielen, wo es allerdings viel von seinem Reiz verliert.

Was uns gefällt

Obwohl Ark den Spieler kaum an die Hand nimmt und Story-Elemente bisher eher rar gesät sind, entfaltet das Gameplay nach einer etwas zähen Orientierungsphase eine unglaubliche Sogwirkung. Schon bald verspürt man den Drang, jeden Winkel der faszinierenden Spielwelt zu erkunden und jedes einzelne der derzeit über 30 Urzeitwesen zu Gesicht zu bekommen. Damit einher geht dann auch meist der Wunsch, einem Stamm beizutreten, was abermals völlig neue Gameplay-Mechanismen in Gang setzt. Die Folge: Ehe man sich’s versieht, hat man Dutzende Stunden in Ark verbracht und viele tolle Bekanntschaften geknüpft.

Nicht zuletzt, weil die Ark-Community Neueinsteiger in der Regel deutlich freundlicher empfängt, als das bei "Rust" und anderen Vertretern des Survival-Genres der Fall ist. Das gilt im Speziellen für Ark-Reisende, die höflich kommunizieren und ihre Mitmenschen mit Respekt behandeln. Einfach toll außerdem, mit welcher Begeisterung die Entwickler aus Seattle ein Update nach dem anderen einspielen, regelmäßig neue Features ergänzen und sich der Sorgen und Wünsche der Community annehmen. Und auch für die Zukunft hat man sich einiges vorgenommen: Mod-Support, Super-Dinos und storyrelevante Entdeckernotizen stehen ebenso auf der To Do-Liste wie Kriegsbemalungen, Brut-Mechanismen und eine bessere Dino-Intelligenz.

Was uns nicht gefällt

Ark: Survival Evolved verhält sich noch immer wie ein nimmersatter T-Rex, wenn es um das Thema Hardware-Voraussetzungen geht. Auf Mittelklasse-PCs oder Notebooks wird man mit dem Spiel in höheren Auflösungen und Detailstufen keine Freude haben. Erst wenn wirklich potentes Silizium verbaut wurde, sprich eine topmoderne Grafikkarte, acht bis 16 Gigabyte Arbeitsspeicher und ein flotter Prozessor im Verbund arbeiten, sieht Ark ähnlich gut aus wie in den ersten fünf Screenshots unserer Foto-Show und läuft zugleich einigermaßen flüssig. Alle anderen müssen mit den recht vielfältig verstellbaren Parametern im Grafikmenü experimentieren.

Für Bauchschmerzen sorgen darüber hinaus seltsame KI- und Clipping-Fehler sowie teils eklatante Durchhänger bei den Figurenanimationen. Die Kombination aus allen drei Faktoren resultiert letztendlich in Frust und Schmunzeln gleichermaßen. Etwa wenn sich ein meterlanger Brontosaurus zwischen zwei Felsen verfranst und weder vor noch zurück weiß. Oder wenn ein gezähmter Raptor in einer Hauswand steckenbleibt und nur aus seiner misslichen Lage befreit werden kann, sobald man die Unterkunft Schritt für Schritt wieder auseinander nimmt.

Fazit

Der Genre-Cocktail aus "Jurassic Park", "Rust" und "Minecraft" hat zwar noch mit zahlreichen Kinderkrankheiten zu kämpfen, zeigt aber schon jetzt sehr gut, wohin die Reise im Juni 2016 gehen wird. Dann nämlich soll Ark fertiggestellt sein und auch für PS4 und Xbox One erscheinen. Unsere größte Sorge bis dahin bleibt die Story: Erst wenn auch sie intensiver und schlüssiger erzählt wird, kann Ark sein volles Potenzial entfalten.

Infos zum Spiel

Titel: Ark Survival Evolved
Genre: First-Person-Survival-Action
Hersteller / Publisher: Studio Wildcard
Release-Termin: 2. Juni 2015 (Steam Early-Access-Fassung) / Juni 2016 (finales Spiel)
Preis: zirka 28 Euro (Steam Early Access)
System: PC, Mac, Linux (ab Sommer 2016 auch für PS4 und Xbox One)
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Eindruck: Sehr gut

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