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King's Quest Episode 1: Moderner Ritter mit der Tradition im Herzen

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Test zu King's Quest Episode 1 | Adventure | PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One  

Moderner Ritter mit der Tradition im Herzen

04.08.2015, 07:56 Uhr | Olaf Bleich (jr / ams), Medienagentur plassma

King's Quest Episode 1: Moderner Ritter mit der Tradition im Herzen. King's Quest Episode 1: Der seinen Ritter stand Adventure von The Odd Gentlemen für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One (Quelle: Sierra)

King's Quest Episode 1: Der seinen Ritter stand Adventure von The Odd Gentlemen für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One (Quelle: Sierra)

Der Name "King's Quest" dürfte so manch älteres Spieler-Semester aufhorchen lassen: Die Adventure-Serie aus der Feder von Roberta Williams zählt zu den gelungeneren Frühwerken des Genres. Sie startete bereits 1984 mit "Quest for the Crown" und endete im Jahr 1998 mit dem achten Ableger "The Mask of Eternity". Unter dem traditionellen Label Sierra veröffentlicht Entwickler The Odd Gentlemen nun das moderne Revival des Abenteuerklassikers: Unterteilt in fünf Episoden, ist das neue King's Quest eine liebevolle Hommage an das Original, würzt dessen Tugenden aber mit einer gehörigen Portion Kreativität.

Die Abenteuer des Ritter Graham

Wie 1984 spielt auch im aktuellen Kings Quest der einstige König Graham die Hauptrolle. Allerdings ist er inzwischen ein alter Mann, der vom Bett aus seiner Enkeltochter Gwendolyn Gute-Nacht-Geschichten erzählt. Die Gegenwart bildet die Rahmenhandlung für illustre Ausflüge in Grahams belebte Vergangenheit. Die erste Szene beispielsweise zeigt ihn als Ritter, der sich auf der Suche nach dem magischen Spiegel befindet. Den bewacht dummerweise ein einäugiger Drache, und so muss der tollpatschige Held Mittel und Wege finden, um das feuerspuckende Schuppenvieh auszutricksen. Dieser kleine Exkurs wird allerdings jäh durch Gwendolyns Mutter unterbrochen.

Am nächsten Tag geht die Geschichtsstunde weiter. Allerdings mit einer neuen Handlung: Man erfährt, wie Graham überhaupt zum Ritter wurde. Diese Erzählweise erlaubt es dem Spiel, viele Freiheiten und Selbstreferenzen aufzugreifen. Geht der junge Graham beispielsweise durch eine falsche Entscheidung drauf, kommentiert der alte das mit einem "Moment, so war das nicht" oder dergleichen. An einer Stelle unterbricht sich Graham sogar selbst und kürzt einen doppelt gelaufenen Weg dadurch ab. Das ist so erfrischend wie amüsant.

Vergangenheit und Gegenwart vereint

Das Abenteuer in der Drachenhölle dient als Einstieg in die erste Episode "Der seinen Ritter stand", die am 28. Juli 2015 veröffentlicht wurde. Die übrigen Teile sollen in den kommenden Monaten folgen. Wer angesichts der bunten Comic-Grafik einen lauen Abenteuer-Aufwasch erwartet, sieht sich zum Glück getäuscht. Nach dem zugegebenermaßen anspruchslosen Anfang legt das Spiel zu, und spätestens in der Stadt Daventry gibt es dann auch einige angenehm fordernde Rätsel zu lösen. Graham muss sich als "Ritter-in-Spee" beweisen und dazu zunächst einen Weg in die Stadt finden. Anschließend tritt er in verschiedenen Übungen gegen seine Mitkonkurrenten an.

King's Quest kombiniert klassische Sammelaufgaben mit filmisch angehauchten Geschicklichkeitsübungen und Reaktionstests. An einer Stelle führt das Adventure sogar mit Hilfe des Bogenschützen Achaka eine fremde Sprache ein und verknüpft diese mit einfachen Plattform- und Schalterrätseln. Inwieweit Entscheidungen auch langfristig Einfluss auf die Geschichte haben werden, bleibt abzuwarten. Allerdings fühlte sich das Spiel im Vergleich zu anderen Adventures offener und freier an. Gleichzeitig erlebten wir im Test auch einige emotionale Augenblicke, in denen man sich fragen darf, ob diese in den kommenden Episoden noch einmal aufgegriffen werden.

Gemächlicher Graham

Die größte Schwäche von King's Quest ist die vergleichsweise unkomfortable Navigation innerhalb der Spielwelt. Daventry und Umland erweisen sich als überraschend groß und unübersichtlich, eine Karte gibt es nicht. Eine Hilfefunktion - etwa mit Tipps zur Rätsellösung - fehlt ebenfalls. Wer also nicht sofort auf die Idee kommt, wo sich zum Beispiel Sternbeeren oder Zuckerpilze verstecken könnten oder wie man einen Frosch fängt, der wird lange Laufwege in Kauf nehmen müssen. Diese ziehen das Spielerlebnis spürbar in die Länge. Die Erforschung einer Spielwelt ist in Adventures natürlich gerne gesehen, aber dann hätte man Graham auch eine Sprintfunktion spendieren können.

Sprich mit mir!

Doch die wunderschöne Grafik und die liebevoll gestalteten Charaktere entschädigen für etwaige Längen in der fünf- bis sechsstündigen ersten Episode von King's Quest. Im direkten Vergleich zu den Telltale-Abenteuern wirkt die Optik hier weitaus feiner und detaillierter. Die Mimik der Figuren wird dank besserer Animationen herausgearbeitet, auch die Bewegungen der Charaktere - allen voran die des hyperaktiven Graham - sehen klasse aus. Seinen Höhepunkt erreicht das Spiel zweifellos in den wenigen Actionpassagen - beispielsweise, wenn Graham vor dem feuerspeienden Drachen flüchtet. Effekte wie Feuer, Wasser oder auch unterschiedliche Lichtstrahlen wirken in King's Quest enorm plastisch.

Lachen ist erlaubt - vor allem auf Englisch

Das Spiel setzt auf eine Mischung aus Comic-Klamauk, leisen Anspielungen und Situationskomik. Speziell Opa Graham nervt seine Enkelin immer wieder mit haarsträubenden Wortspielen. Leider gelingt es der deutschen Übersetzung nicht, alle Feinheiten des englischen Originals zu transportieren. Darüber hinaus wurde die Sprachausgabe nur mangelhaft an die Lippenbewegungen angepasst. Das trübt den Gesamteindruck doch deutlich, da das Spiel während der Dialoge stets dicht an die Gesichter der Figuren heranfährt.

Was wir mögen

Die erste Episode "King's Quest: Der seinen Ritter stand" begeistert mit ihrer Liebe zum Original - Kenner der Serie werden sich in unzähligen Anspielungen wiederfinden. Neulinge dagegen freuen sich über den modernen Ansatz, mit dem die Entwickler dem Adventure Leben einhauchen. Die Mischung aus filmisch geprägten Actionpassagen, Reaktionstests und klassischen Rätseln stimmt. Gleiches gilt über weite Strecken für die technische Umsetzung. King's Quest kann sich für ein Adventure wirklich sehen lassen und lässt zumindest in diesem Punkt die Telltale-Konkurrenz alt aussehen. 

Was wir nicht mögen

Spätestens mit der Ankunft in Daventry wird King's Quest zu einer zuweilen mühsamen Angelegenheit. Zwar sind die Rätsel nicht schwer oder gar unlogisch, trotzdem nerven fehlende Komfortfunktionen wie eine Karte oder Hinweise. Durch die langen Laufwege zieht sich manche Lösung unnötig in die Länge. Ebenfalls ärgerlich: Die lediglich solide deutsche Synchronisation reicht nicht an das englische Original heran, obendrein ist die Sprachausgabe nicht lippensynchron. 

Fazit

Höchst empfehlenswert: Sierra und The Odd Gentlemen gelingt die Wiederbelebung von des Klassikers King's Quest im modernen Adventure-Gewand. Wer gerne knobelt und eine gelungene Präsentation ebenso goutiert wie einen ausgereiften Plot und interessante Dialoge, kommt hier trotz kleiner Macken bei der Benutzerführung voll auf seine Kosten. 

Infos zum Spiel 

Titel: King's Quest: Episode 1 - Der seinen Ritter stand
Genre: Adventure
Hersteller: The Odd Gentlemen
Publisher: Sierra
Release: Im Handel
Preis: zirka 10 Euro (Einzelfolge) / zirka 40 Euro (komplette Sammlung)
System: PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 6 Jahren
Wertung: Gut 

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