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Test zu Rocket League für PS4: Racing-Action und Kickerspektakel

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Test zu Rocket League | Arcade-Sportspiel | PC, PS4  

Racing-Action und Kickerspektakel auf einmal

04.08.2015, 18:00 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Richard Löwenstein

Test zu Rocket League für PS4: Racing-Action und Kickerspektakel . Rocket League Arena-Autokick-Actionspiel von Psyonix für PC und PS4 (Quelle: Psyonix)

Rocket League Arena-Autokick-Actionspiel von Psyonix für PC und PS4 (Quelle: Psyonix)

Fünf Millionen Downloads in gerade mal einem Monat: Der seit Anfang Juli für Spiele-PC und PS4 erhältliche Mehrspieler-Spaß "Rocket League" zählt zu den Gaming-Überraschungen dieses Sommers. Kein Wunder, schließlich prallen hier in der Arena zwei besonders beliebte Genres mit voller Wucht aufeinander: Fußball und Fahrzeug-Action.

Kicken mit Felge statt Fußrücken

Das Runde muss ins Eckige: Dieses aus vielen Ballsportarten bekannte Grundprinzip hat auch für Rocket League uneingeschränkte Gültigkeit. Der große Unterscheid: Die erste Geige spielen hier nicht Feldspieler aus Fleisch und Blut, sondern Autos - je nach Spielvariante bis zu vier pro Team. Um den Ball (hier aus Metall) von A nach B zu bugsieren, wird also nicht gekickt, sondern gerammt, bis die Stoßstangen brechen. Der Rest erklärt sich von selbst: Ein Match dauert fünf Minuten, Halbzeiten oder Seitenwechseln sind nicht vorgesehen. Kommt es zum einem Unentschieden, gilt die berüchtigte "Golden Goal"-Regel, sprich es gewinnt derjenige, der den nächsten Treffer landet.

Keine Regeln = mehr Spaß?

Überhaupt scheinen die Macher von Rocket League nicht allzu viel von komplizierten Regeln zu halten. Einwurf, Abstoß, Elfmeter, Freistöße oder gar einen nörgelnden Schiedsrichter? Gibt’s hier nicht. Die Fahrzeuge, der Ball und die Gesetze der Physik - das ist es, was hier zählt. Entsprechend verwundert es auch nicht, dass die Kugel zu Matchbeginn und nach jedem Tor immer wieder in der Spielfeldmitte liegt. Die Fahrer der beiden Teams hingegen sind halbkreisförmig um das Objekt der Begierde angeordnet und dürfen erst nach Ablauf eines Countdowns losstürmen, was regelmäßig völlig verrückte Kollisionen nach sich zieht.

Hinzu kommt: Weil jedes Match in einer Art Energiekäfig stattfindet, in welchem auch alle Seitenwände und die Decke befahrbar sind, machen Aktionen wie Einwurf und Abstoß ohnehin keinen Sinn. Streng genommen fühlt sich Rocket League also ein bisschen wie Hallenfußball mit Fahrzeugen an. Oder um es im Videospieljargon auszudrücken: "Fifa Street" trifft "Trackmania".

Mit Nitro-Einsatz zum Hattrick

Um die Dramatik zu steigern, verfügen alle Fahrzeuge über Sprungfedern und einen am Heck montierten Nachbrenner. Letztgenannter ist zu Matchbeginn nur zu 33 Prozent gefüllt und reicht also genau für einen normalen Sprint. Aufgeladen wird später durch simples Überqueren von Energiefeldern, die fair verteilt über das gesamte Spielfeld angeordnet sind. Genügend Lachgas im Tank sind dann auch komplexere Manöver wie Salti, Korkenzieher-Schüsse und dergleichen möglich. Natürlich immer unter der Voraussetzung, dass der Absprung vom Boden und der Nitroschub gut aufeinander abgestimmt werden.

Der Sinn und Zweck solcher Profitricks variiert je nach Spielsituation. Wimmelt es im Strafraum beispielsweise vor mehreren Verteidigern erweisen sich Schrauben als besonders effektiv, um dem Ball mehr Spin zu verleihen und so die Abwehrkette zu verwirren. Vorwärts-Salti wiederum eignen sich hervorragend für Befreiungsschläge und verlagern das Spiel zurück in die Hälfte des Gegners. Auch immer gern gesehen: Nitro-unterstützte Rammattacken auf feindliche Spieler. Erreicht der eigene Wagen kurz vor dem Zusammenprall nämlich eine bestimmte Höchstgeschwindigkeit, verglüht der anvisierte Widersacher in einem rauchenden Feuerball und muss einige Sekunden abwarten bis er wieder mitmischen darf. Die Chance für clevere Feldspieler, die Pille zu versenken!

Chancengleichheit trotz Erfahrungspunkten

Tore, Pässe ins Mittelfeld, der ersten Ballkontakt nach Anpfiff und andere wertvolle Spielzüge belohnt Rocket League kontinuierlich mit Erfahrungspunkten, die nach und nach optisch unterschiedliche Fahrzeuge sowie Dutzende kosmetische Verbesserungen für eben diese freischalten. Nicht mehr und nicht weniger. Eine sinnvolle Entscheidung der Entwickler, denn im Gegensatz zu vielen anderen Multiplayer-lastigen Titeln zählt hier ausschließlich das Talent der Teilnehmer. Perks, also freigeschaltete Fähigkeiten wie man sie aus "Call of Duty“ und Konsorten kennt, spielen keine Rolle.

Online-Champion und Splitscreen-König

Besonders rasant spielt sich Rocket League im Online-Multiplayer mit insgesamt acht menschlichen Teilnehmern, die dank pfiffiger Matchmaking-Algorithmen in der Regel im Handumdrehen in einer Partie zusammengeführt geführt werden. Serverprobleme wie in den ersten drei Wochen nach Spielveröffentlichung müssen Sie mittlerweile kaum noch fürchten. Lediglich sogenannter Quitter bleiben weiterhin ein Dorn im Auge - also Spieler, die ein Match immer dann verlassen, wenn sie kurz davor sind, zu verlieren.

Wem es online zu hektisch zugeht, der kickt alternativ offline auf dem geteilten Bildschirm, was löblicherweise mit zwei, drei oder vier Teilnehmern funktioniert und ähnlich geschmeidig vonstatten geht wie in allen anderen Modi. Mal nicht ausreichend Mitspieler zur Hand? Ebenfalls kein Problem. In diesem Fall füllt die KI die nicht besetzten Plätze und schlägt sich dabei recht wacker. Taktisch minutiös durchexerzierte Spielzüge sollten Sie aber auch auf der höchsten der vier Talentstufen nicht erwarten.

Was uns gefällt

Dass sich Rocket League so unglaublich gut spielt, hat viele Gründe. Ganz oben auf der Positiv-Liste stehen jedoch die gelungene Ballphysik und die Präzision der Steuerung. Egal ob man nun Powerslides vollführt, um einer versprungenen Kugel hinterher zu jagen, die eigene Rennsemmel pixelgenau zwischen zwei anrauschenden Widersachern hindurch lotst oder die Oberseite des Balls bei einem Schraubendreher-Sprung anstupst und so ein Traumtor erzielt - das hier steuert sich einfach fabelhaft. Nicht zuletzt weil sich die Belegung sämtlicher Tasten völlig frei konfigurieren lässt und die optional anwählbare Ballkamera das futuristische Leder stets im Blick behält.

Was uns nicht gefällt

In Sachen Umfang agiert Rocket League leider nur auf Kreisklassenniveau. Zugegeben, sowohl Trainings- und Saison-Modus eignen sich prima als Aufwärmübung für bevorstehende Internet-Duelle. Davon abgesehen geraten sie jedoch schnell wieder in Vergessenheit und lenken den Fokus auf das was bleibt: die Modi Online-Match und Freundschaftsspiel. Dazu gesellt sich die mickrige Anzahl von gerade einmal vier Stadien, die auf den ersten Blick zwar ganz nett aussehen, bei genauerem Hinsehen jedoch kaum animiert sind. Kameraflüge durch tosende Zuschauerreihen? Ständig wechselnde Bandenwerbung? All das sucht man hier ebenso vergebens wie einen Stadionsprecher.

Fazit

Für ein 20-Euro-Download-Spiel, das von knapp 40 Leuten entwickelt wurde, macht Rocket League seine Sache verdammt gut. Steuerung, Ballphysik und Matchmaking-Mechanismen sind eine Wonne und ergeben in Kombination mit dem hochgradig einsteigerfreundlichen, aber zugleich verblüffend tiefgreifenden Spielprinzip eine Multiplayer-Granate von gewaltiger Sprengkraft. Daumen hoch zudem für die engagierte Produktpflege-Politik von Psyonix, die Fans noch im August einen Zuschauer-Modus und viele weitere Extras als Gratis-Update bescheren.

Infos zum Spiel 

Titel: Rocket League
Genre: Arcade-Sportspiel
Hersteller / Publisher: Psyonix
Release: Im Handel
Preis: zirka 20 Euro
System: PC, PS4
USK-Freigabe: Nicht geprüft (DLC-Spiel)
Wertung: Sehr gut

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