Startseite
Sie sind hier: Home > Spiele > News >

Gedopte Profi-Gamer: Computerspieler müssen erstmals zum Drogentest

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Wandel in der E-Sport-Szene  

Gedopte Profi-Gamer: Computerspieler müssen erstmals zum Drogentest

10.08.2015, 10:29 Uhr | (jr / ams), dpa-AFX

Gedopte Profi-Gamer: Computerspieler müssen erstmals zum Drogentest. Doping-Problem? In den gut besuchten und hoch dotierten E-Sport-Turnieren der ESL und anderer Veranstalter werden höchste Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer der Spieler gestellt. (Quelle: Electronic Sports League)

Doping-Problem? In den gut besuchten und hoch dotierten E-Sport-Turnieren der ESL und anderer Veranstalter werden höchste Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer der Spieler gestellt. (Quelle: Electronic Sports League)

Der virtuelle Kampf findet hinter hohen Wänden statt. Abgeschottet vom Rest des Trubels auf der Computerspiele-Messe Gamescom liefern sich bewaffnete Terroristen und Spezialeinheiten ein digitales Feuergefecht. Etwa 300 Zuschauer verfolgen von einer Tribüne aus das Geschehen auf einem Bildschirm, der so groß ist wie zwei Schiffscontainer. Blendgranaten fliegen durchs Bild, Maschinengewehre rattern in der wüstenstadtähnlichen Szenerie, vermummte Schützen suchen duckend Schutz hinter Holzboxen vor gegnerischen Kugeln. Hier messen sich professionelle Computerspieler etwa bei "Counter-Strike" - einem Taktik-Shooter nach dem Räuber-und-Gendarm-Prinzip.

Noch bis zum Sonntag kämpfen die Teams der Electronic Sports League (ESL) um die Deutsche Meisterschaft in mehreren Spiele-Kategorien. E-Sport nennt sich das professionelle Computerspielen. Bei Rundensiegen klatscht das Publikum für sein Lieblingsteam, in Pausen analysieren Kommentatoren wie beim Fußball den Spielverlauf.

Auch im E-Sport ein Problem: Lukrative Preisgelder verleiten zum Doping

Das professionelle Zocken ist ein schnell wachsendes Geschäft. Bei einigen Turnieren winken Preisgelder in Millionenhöhe. Das verleitet einige Spieler, ihre Leistungen mit verschreibungspflichtigen Medikamenten anzukurbeln. In der Szene ist die Rede von Ritalin oder Cannabis. Kürzlich sorgte ein Profi-Spieler für Aufsehen, als er in einem Interview behauptete, gemeinsam mit seinem Team das Aufputschmittel Adderall eingenommen zu haben. Bei den Action- oder Strategiespielen sei stundenlange Konzentration gefragt, sagt Ulrich Schulze, der bei der ESL für die Profispieler zuständig ist. Topspieler hämmern minütlich bis zu 500 Mal auf die Tastatur ein.

Die Liga kündigte nun bei einem anstehenden Turnier in Köln zum ersten Mal Drogentests an. In Zusammenarbeit mit der unabhängigen Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) sollen 80 Spieler stichprobenartig auf verbotene Substanzen getestet werden. "Wir wollen damit ein Statement setzen", sagt Liga-Manager Schulze. Das "ESL One Cologne"-Turnier am 22. und 23. August ist das erste Turnier, bei dem die ESL Spieler zur Dopingprobe bitten will. Die genauen Tests würden noch diskutiert, sagt NADA-Vorstandsmitglied Lars Mortsiefer. "Wir können auf die Schnelle nicht auf Tests wie beim Spitzensport zurückgreifen, wir orientieren uns aber an Verfahren, die bei Polizeikontrollen üblich sind." Blut- oder Urinproben, die "wochenlange Analysen" erfordern, seien ausgeschlossen. Im Gespräch seien Haut- oder Speicheltests.

Die Profispieler des deutschen Teams "Mousesports" befürworten Dopingkontrollen als abschreckende Maßnahme, sagt Teammitglied René Lannte. Die bisherigen Berichte seien aber Einzelfälle, glaubt er. Auch die "Mousesports" zocken diese Woche in Köln, in einheitlichen roten T-Shirts mit Sponsoren-Logo thronen sie auf der Gamescom über den Zuschauern. Die Teammitglieder sind Stars der Szene, ein Fan nennt sie den FC Bayern München der eSports. Das Team besteht im Kern aus fünf Männern Anfang Zwanzig. Vor dem Backstage-Bereich bilden sich Warteschlangen, Fans fragen nach Autogrammen und Fotos.

Siegesprämien, die Abiturienten auf einen Schlag zu Millionären machen, steigern den Reiz der unerlaubten Aufputschmittel, meint Gamer Lannte. "Bei immer weiter steigenden Preisgeldern ist es leider nicht verwunderlich, dass Profi-Spieler nach Möglichkeiten zur Leistungssteigerung, darunter auch unerlaubten, suchen." Bei dem Kölner Turnier Ende August gibt es ein Preisgeld von insgesamt 250 000 Dollar zu gewinnen. Im internationalen Vergleich schnellen die Prämien noch um ein Vielfaches in die Höhe. Beim Turnier "The International" im US-amerikanischen Seattle winken Prämien von 18 Millionen Dollar. Rund sechs Millionen gehen an die Erstplatzierten.

News, Tests & Previews, Onlinegames und mehr auf Facebook: Werden Sie Fan von T-Online Spiele!

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Rutschpartie des Jahres 
Selbst der Schneepflug scheitert an diesem Hügel

Das Video begeistert schon mehr als 22 Millionen Menschen im Internet. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Multimedia-Sale: Technik- artikel stark reduziert

Jetzt zuschlagen: Fernseher, Notebooks, Beamer, Navis u. v. m. zu Toppreisen. bei OTTO

Shopping
Voll im Trend und garantiert keine kalten Füße mehr

Kuschelige weich und warm gefüttert, Boots für gemütliche Tage zuhause. bei BAUR

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal