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"This War of Mine" im Test: Mobile Angstmachung

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Test zu This War of Mine | Survival-Adventure | iOS, Android  

Mobile Angstmachung

10.08.2015, 16:56 Uhr | (jr / ams), Richard Löwenstein

"This War of Mine" im Test: Mobile Angstmachung. This War of Mine Survival-Adventure von 11 bit Studios für iOS- und Android-Tablets (Quelle: 11 bit Studios)

This War of Mine Survival-Adventure von 11 bit Studios für iOS- und Android-Tablets (Quelle: 11 bit Studios)

Im Krieg gibt's nicht nur Soldaten: Das ist die zugrunde liegende Erkenntnis des Antikriegsspiel "This War of Mine". Das taktisch geprägte Survival-Adventure beschäftigt sich mit der Frage, wie Zivilisten die allgegenwärtige Bedrohung durch militärische Unterdrücker erleben, wie sich Überlebenskampf anfühlt. Auf welche Weise entgehe ich meinen Häschern, wo finde ich Nahrung, und was tun, wenn nur einer überleben kann: meine Anvertrauten oder ich? Die spielgewordene Gewissensfrage räumte in der PC-Version weltweit Preise ab. Jetzt stellt sie sich in einer hervorragenden Umsetzung auf iPad und Android-Tablets der Beantwortung durch die Gamer.

Die PC-Version von "This War of Mine" wurde weltweit vielfach ausgezeichnet, unter anderem am 21. April im Rahmen des Deutschen Computerspielpreis mit dem Titel "Bestes internationales Spiel". Diesmal waren sich ausnahmsweise alle einig: Doch, ja, die eher kleine Produktion des polnischen Developers 11 bit hat sich diese Ehre verdient. Denn das Actiongame greift das Thema Krieg von einer Seite an, die Videospiele sonst unbeachtet lassen: Nicht als stumpfer Shooter, sondern als actiongeprägtes Abenteuer mit taktischer Note und moralischen Facetten.

Allgegenwärtige Bedrohung

Wie fühlt es sich für einen Gejagten an, wenn er ständig die Entdeckung fürchten muss? Wenn er den Atem gnadenloser Häscher im Genick spürt, deren Motivation ihm ein Rätsel ist? Der Spieler kämpft um das Überleben seiner Heldenfiguren. Grund: Eine unbekannte Besatzungsmacht hat die Kontrolle über die Stadt übernommen. Draußen vor den Häusern rollen Panzer und patrouillieren Soldaten. Zivilisten verstecken sich und gieren nach jeder Ressource: Licht, Informationen, Nahrungsmittel, Medizin - es fehlt an allem. Sofort nach Spielbeginn werden drei Zivilisten in kurzen Textbeschreibungen vorgestellt: Arica kann Schlösser knacken, Roman ist kampferprobt, Marin versteht sich auf Werkzeuge. Der Spieler übernimmt die Kontrolle, kann zwischen den Figuren hin- und herschalten. Welche Figur für welche Aufgaben am besten geeignet ist, ergibt sich durch logische Schlussfolgerung in der jeweiligen Situation.

Ressourcen sammeln und kombinieren

Erste Aufgabe: Das zerbombte Haus - die Ausgangsbasis - auf Essbares, Holz, Schrauben, Streichhölzer und andere verwendbare Materialien durchsuchen und sich eine Bleibe bauen. Zu den grundlegenden Notwendigkeiten zählen zum Beispiel Wasserfilter und Betten, oder Feuerstellen zum Kochen und sich aufwärmen. Aber Achtung: Jede Aktion löst Schallwellen aus, die sich gut sichtbar in alle Richtungen ausbreiten. Zu viel Lärm lockt Häscher an. Und ständig läuft die Uhr mit, bis in die Nacht hinein. Wenn draußen Sterne funkeln, ändert sich alles. Jetzt können die Figuren den Schutz der Dunkelheit nutzen und durch die Katakomben im Keller andere Häuser erreichen. Eine Schule und eine Villa zum Beispiel. Wer weiß, was es dort zu entdecken gibt.

Hervorragende Bedienung

Der Spieler lotst seine Anvertrauten durch Häuser und Katakomben, während um ihn herum die Belagerung voranschreitet. Das klappt auf iPad und Android-Tablet ähnlich gut wie auf "großen" Windows-Rechnern. Türen öffnen, Dialoge weiterschalten: Durch Antippen des Touchscreen lassen sich alle notwendigen Anweisungen und Aktionen durchführen; das gemeinsame Inventory aller Figuren lässt sich gut beherrschen. Eine nahezu komplett schwarzweiße Farbpalette, die zweidimensionale Seitenperspektive und auf das Notwendigste filtrierte Bilder unterstreichen stilistisch die Knappheit an Mitteln.

Die wenigen, dafür mit Fingerspitzengefühl umsetzten Animationen tun das ihre dazu, dass einem das Gameplay unter die Haut geht. Je mehr Bedürftige und Verbündete man zwischen den Ruinen findet, desto größer die moralische Zwickmühle. Soll ich den Menschen helfen und damit meine eigene Entdeckung riskieren oder sie bestehlen und damit die eigenen Überlebenschancen steigern? Dass einem diese Gewissensentscheidungen tatsächlich unter die Haut gehen, auch auf den kleinen Tablet-Bildschirmen, das ist den Entwicklern hoch anzurechnen.

Was uns gefällt

Die Umsetzung für iPad und Android-Tablet ist dem Team von 11 bit Studios hervorragend gelungen. Optik und Sound liegen auf vergleichbar hohem künstlerischem Niveau wie beim PC-Original. Die eher behäbige Natur des Gameplay kommt der Tochscreen-Bedienung sehr entgegen. Die Steuerung funktioniert hervorragend.. 

Was uns nicht gefällt

Einerseits verdient der Entwickler ein Kompliment für seine mutige Entscheidung, dass er das Spiel nur als komplette Vollversion auf iTunes und Google Play zum Kauf anbietet. Wir fänden es trotzdem angenehm, wenn es parallel zur immerhin 15 Euro teuren Vollversion eine kostenlose Demo gäbe. Dann könnte man in das Gameplay hineinschnuppern.  

Fazit

Vor allem bei Gebrauch eines Kopfhörers zieht This War of Mine den Spieler in sein Antikriegsszenario hinein. Die wohldosiert eingesetzten Soundeffekte runden das Actiontaktik-Gameplay nach oben ab. Das eigene Überleben vielleicht nur gelingen kann, wenn man Mitmenschen opfert: Daraus ergeben sich hochspannende Gewissensentscheidungen, wie man sie als Gamer nur sehr selten erlebt. 

Infos zum Spiel 

Titel: This War of Mine
Genre: Survival-Adventure
Hersteller / Publisher: 11 bit Studios
Release-Termin: 22. Juli 2015  
Preis: zirka 15 Euro
System: iOS (iPad) / Android-Tablets
USK-Freigabe: Nicht geprüft
Wertung: Sehr gut 

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