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Test zu Everybody's Gone To The Rapture | Mystery-Adventure | PS4  

Geheimnisvolles Mystery-Experiment

12.08.2015, 16:18 Uhr | (jr / ta), Richard Löwenstein

Geheimnisvolles Mystery-Experiment. Everybody's Gone To the Rapture Mystery-Adventure von Sony für PS4 und PC (Quelle: Sony)

Everybody's Gone To the Rapture Mystery-Adventure von Sony für PS4 und PC (Quelle: Sony)

Das Ende der Welt findet exklusiv auf PS4 statt. Es ist eine Apokalypse wie keine andere. "Everybody's Gone To The Rapture" verzichtet auf Gegner, Waffen und Punkte. Stattdessen mischt das Endzeit-Abenteuer des Indie-Developers The Chinese Room Elemente aus Open-World-Games und Hörbüchern und transportiert den Spieler mit kargen Stilmitteln in eine geheimnisvolle Parallelwelt. Das Ergebnis fühlt sich an ein spielbarer Mystery-Thriller.

Keine schöne Vorstellung, plötzlich ganz allein zu sein. Alle anderen Menschen scheinen wie vom Erdboden verschluckt. Leblos liegt das englische Provinznest Yaughton vor dem Spieler. Gottverlassene Kornfelder, leere Häuser, verödete Straßen. Fahrräder ruhen im Graben, verwaiste Autos überall. Draußen in den Feldern neigen sich Weizenähren im Wind, die Schatten der Bäume wandern mit der Sonne. Ein paar Blätter fallen, ganz selten flattert ein Insekt durchs Bild. Sonst bewegt sich nichts. Stille.

Allein im Wald

Was ist hier los, was bleibt zu tun? Nun, die Antwort darauf darf jeder selbst herausfinden. Everybody's Gone To The Rapture geizt mit Hinweisen, konsequent vom ersten Moment an. Es zeigt dem Betrachter gleich zu Beginn ein scheinbar statisches Landschaftsmotiv. Dann geschieht nichts. Kein Pixel rührt sich. Bis man irgendwann ungeduldig am Controller herum drückt. Siehe da, nun tut sich doch etwas. Die Landschaft beginnt sich zu bewegen. Oha: Ich-Perspektive, wie in einem Ego-Shooter - nur ohne Waffe. Der linke Stick am PS4-Controller lenkt die Schritte und der der rechte Stick führt die Kamera. Soweit so gut.

Simple Steuerung

Mangels Führung und Hinweissystem macht man sich in den ersten Minuten auf eigene Faust mit der Steuerung vertraut, öffnet hier eine Tür und schreitet dort über einen Trampelpfad. Recht bald wird deutlich, dass es in Sachen Steuerung nicht viel zu entdecken gibt. Gehen, Richtung bestimmen, an wenigen definierten Punkten in der Umgebung Türen öffnen und andere Aktionen auslösen - das ist alles. Kein Sprungkommando, keine Waffenauswahl, nichts sonst. Wo soll das nur hinführen?

Erste Hinweise

Nun, zunächst geht es raus aus dem Wald und hinein in den Ort. Ein flaues Gefühl beginnt sich im Magen auszubreiten. Immer noch keine Menschenseele zu sehen. Ein Hauch von Unwohlsein kommt auf - wurde man wirklich einsam und verlassen ausgesetzt? Dann plötzlich bildet sich eine geisterhafte Lichterscheinung. Sie schwebt wie ein Glühwürmchen über dem Boden, huscht von der Straße zur Eingangstür eines Hauses, eilt einen Trampelpfad entlang und lotst dich raus zu einer verlassen Lichtung. Es wirkt kontrolliert und doch unwirklich, so als reise eine Seele aus dem Reich der Toten in unsere Welt und bitte darum, ihr zu folgen. Tatsächlich locken solche Lichterscheinungen zu bestimmten Orten. Ob man ihnen folgt oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen.

Audiofragmente als Puzzleteile

Im Vorübergehen nehmen Auge und Ohren Hinweise auf. Warnplakate, Absperrbänder, Unfallszenarien, manchmal sogar etwas Blut auf dem Boden. Gelegentlich ist leises Zischen und Rauschen zu hören von Kofferradios und Funkgeräten. Aus den Lautsprechern dringen Stimmen. Sie klingen unwirsch, anklagend, oft verzweifelt - als entstammten sie einer vergangenen Zeit. Bald tut sich mehr: Lichtteilchen schweben heran und formen schemenhaft gezeichnete Menschenkörper. Es wirkt, als stünden Bewohner der Ortschaft zusammen und diskutieren vergangene Ereignisse. Dann lösen sich die Erscheinungen ins Nichts auf, der Flashback ist vorbei.

Das Kopfkino beginnt zu arbeiten

Solche Hinterlassenschaften und Vorkommnisse sind wie Teile eines Puzzles. Die offene Welt von Everybody's Gone To the Rapture ist voll davon. Je mehr man entdeckt und wahrnimmt, desto mehr formt sich im Kopf ein Bild von dem, was hier geschehen sein mag und wie es den Betroffenen ergangen ist. Frank, Steven, Lizzie und die anderen Figuren sind zwar nicht allzu ausdrucksstark geschildert. Aber was da ist, weckt Neugier und trägt eine stetig ansteigende Spannungskurve. Das Kopfkino beginnt zu arbeiten.

Ein Game wie ein Hörbuch

Viel mehr Gameplay ist da allerdings tatsächlich nicht. Everybody's Gone To The Rapture hat eine Geschichte zu erzählen und erledigt diesen Job mit den geringstmöglichen Mitteln. Vergleichbar einem Roman ergeben die vorrangig durch Dialoge und Texte geschilderten Ereignisse das Bild menschlicher Schicksale und Tragödien. Untertitel sind zuschaltbar, und anders als in anderen Games empfiehlt es sich hier, dieses Häkchen im Optionen-Menü tatsächlich zu setzen. Warum? Weil Beschreibungen von Orten, Personen und Ereignissen als Bildtext stärker unter die Haut gehen denn als reines Audiofragment. Die Lektüre der Untertitel erlaubt ein erfüllendes Eintauchen in die dramatischen Ereignisse rund um die Ortschaft Yaughton.

Was uns gefällt

Die kurze Spieldauer von nur fünf bis sieben Stunden ist geprägt durch mutiges Gamedesign. Everybody´s Gone To The Rapture verzichtet auf jegliche Kampfhandlung und andere gängige Stilmittel vergleichbarer Apokalypse- und Überlebenstrainings-Spiele. Ego-Perspektive, Audiofragmente und Grafikhinweise reichen als erzählerische Mittel. Der kunstvolle Spannungsaufbau durch Wechsel von völliger Stille mit lautstarker Flügelmusik und dramatischen Hilferufen verdient ein Sonderlob.

Was uns nicht gefällt

Umschalten zwischen verschiedenen Sprachversionen ist jederzeit gestattet. In der deutschen Version sind Dialoge, Untertitel und Einblendtexte ordentlich synchronisiert, Warn- und Hinweisschilder bleiben aber englischsprachig. Das wirkt unentschlossen und benachteiligt des Englischen Unkundige. Auf die Dauer stört auch das äußerst gemächliche Schritttempo, insbesondere, wenn man nach Spielwiederaufnahme wegen der weiten Wege zwischen Speicherpunkten ein- und dieselbe Wanderung mehrmals machen muss.

Fazit

Aus reizvollen Landschaftsbildern, schlüssig platzierten Audiohinweisen und ein paar geisterhaften Begegnungen malt Everybody's Gone To The Rapture ein spannungsreiches Weltuntergangs-Szenario. Wie bei einem guten Mystery-Thriller möchte man gerne wissen, wo die Ursachen für das Verschwinden der Menschen liegen und wie sich am Ende alles auflöst. Das betuliche Spieltempo und die Absenz von Actionelementen setzen beim Betrachter allerdings Geduld, Vorstellungsvermögen und die Bereitschaft voraus, sich in das Szenario hinein zu denken. Faszinierend für Fans von Buch- und Hörbuch-Literatur, öde für vermutlich den kompletten Rest der Welt.

Infos zum Spiel 

Titel: Everybody's Gone To The Rapture
Genre: Mystery-Adventure
Hersteller: The Chinese Room / Sony Santa Monica Studio
Publisher: Sony
Release: 11. August 2015
Preis: zirka 15 Euro (nur als DLC erhältlich)
System: PS4
USK-Freigabe: Nicht geprüft (DLC-Spiel)
Wertung: Gut

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