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Test zu Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain | Stealth-Actionspiel |  

Die ultimative Schleich-Erfahrung

31.08.2015, 14:18 Uhr | Sönke Siemens (jr / ta), Medienagentur plassma

Die ultimative Schleich-Erfahrung. Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain Stealth-Actionspiel für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One von Konami (Quelle: Konami)

Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain Stealth-Actionspiel für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One von Konami (Quelle: Konami)

Spätestens seit "Metal Gear Solid" Anfang September 1998 in Japan für Sonys erste Playstation-Konsole erschien, gilt Hideo Kojima als echter Videospiel-Virtuose. Heute, ziemlich genau 17 Jahre später, steht der nunmehr fünfte Teil der Hauptserie in den Startlöchern. Ein Mammutprojekt, das nicht nur fünf Jahre Entwicklungszeit und ein Budget von knapp 80 Millionen US-Dollar verschlang, sondern auch das Verhältnis von Kojima und Hersteller Konami auf eine harte Zerreißprobe stellte - und schließlich beendete. Die gute Nachricht: Dem Endergebnis hat das keinen Abbruch getan. "Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain" ist nicht weniger als ein digitales Meisterwerk!

Wie alles begann

Kenner von "Metal Gear Solid: Ground Zeroes" - dem Prolog zu "The Phantom Pain“" - erinnern sich: Mother Base, der in karibischen Gewässern stationierte, wie eine Art Bohrinsel angelegte Unterschlupf von Snake und seiner Söldnervereinigung MSF, wird 1975 von einer feindlichen Macht namens XOF dem Erdboden gleich gemacht. Nur Snake und einige wenige seiner Mitarbeiter überleben das Desaster. Snake selbst fällt ins Koma und wacht erst neun Jahre später in einem Hospital auf Zypern wieder auf. Was in der Zwischenzeit geschah? Völlig unklar. Fest steht nur, dass sein linker Arm durch eine Prothese ersetzt wurde und ein Killerkommando kurz nach Spielbeginn besagtes Krankenhaus stürmt, um ihn zu liquidieren.

Die Schlange beißt wieder!

Doch der Herr mit dem vernarbten Gesicht ist bekanntlich aus hartem Holz geschnitzt und nicht so schnell tot zu kriegen. Insbesondere, wenn er Schützenhilfe von seinem Söldnerkollegen Revolver Ocelot erhält. Den aufwühlenden Auftakt überstanden, sinnen die beiden schließlich auf Rache. Gemeinsam fassen sie den Entschluss, Mother Base wiederaufzubauen und Verantwortlichen der Karibik- und Zypern-Katastrophe zu jagen. Wenn es sein muss, auch bis in das vom Kalten Krieg gebeutelte Afghanistan, wo die Story dann richtig an Fahrt aufnimmt - und Snake und seine Leute in etwas viel, viel Größeres hineinzieht. Weitere Details zum wendungsreichen Plot ersparen wir Ihnen an dieser Stelle. Nur so viel: Das Gebotene wird Sie mitreißen, fesseln - und vielfach nachdenklich stimmen. Denn Spieldirektor Hideo Kojima scheut sich nicht, auch Tabuthemen wie Folter, Kindersoldaten und Massenvernichtungswaffen aufzugreifen.

Mammutaufgabe für den Spieler

Mit knapp 50 Haupt- und mehr als doppelt so vielen Nebenmission ist das hier ein wahres Umfangmonster. Wichtigster Unterschied zu bisherigen "MGS"-Teilen: Im Laufe der Geschichte dürfen Sie sich in zwei wahrlich gigantischen Arealen austoben, die beide komplett als offene Welt angelegt sind und das Areal aus Ground Zeroes wie ein Sandkorn erscheinen lassen. Den Anfang macht eine zerklüftete Felslandschaft nördlich von Kabul in Afghanistan. Später wird ein ähnlich umfangreiches Gebiet in Afrika freigeschaltet.

Und "Austoben" ist hier wörtlich zu nehmen, denn im neuen "Free Roam"-Modus macht Ihnen das Spiel keine Vorschriften, was als nächstes zu tun ist. Snake kann frei Schnauze die Umgebung erkunden, Feindbasen auskundschaften, Ressourcen wie Kräuter, Metalle und Treibstoff sammeln und zurück zur Mother Base schicken, Patrouillen aufmischen, betäubte Soldaten und Wildtiere via Hubschrauber oder Ballon-System aus dem Krisengebiet extrahieren und vieles mehr.

Maximale spielerische Freiheit

Wer allerdings die Story vorantreiben will, kommt nicht umhin, die hochspannenden Missionen in Angriff zu nehmen. Das Beeindruckende an "Phantom Pain": Egal, ob Aufklärungseinsatz, Informationsdiebstahl, Rettungsauftrag oder Attentat - wie in keinem anderem Metal Gear-Teil zuvor kann der Spieler völlig frei entscheiden, wie er die sehr abwechslungsreichen Herausforderungen löst.

In einer Afrika-Mission geht es zum Beispiel darum, Prototypen einer mechanischen Läufer-Einheiten zu neutralisieren. Für den klassischen Schleichspieler ein klarer Fall: Er lässt sich im Schutz der Dunkelheit im Missionsgebiet absetzen und schickt unter Zuhilfenahme eines Nachtsichtgerät einen Posten nach dem anderen mit Betäubungspfeilen, Hartgummigeschossen und Schlafgranaten ins Reich der Träume. Anschließend extrahiert er die Läufer-Einheiten mittels Transportballon in Richtung Mother Base und türmt ungesehen.

Um die Ecke decken

Variante zwei: Sich nicht nachts, sondern tagsüber einfliegen lassen und sogleich die Kommunikationseinrichtungen des Camps mittels Raketenwerfer in die Luft jagen. So kann der Feind keine Verstärkung anfordern, was Snake wiederum ausreichend Zeit gibt, mittels Scharfschützengewehr auf Distanz mal ordentlich durchzuputzen. Ist die Truppstärke schließlich auf ein Minimum geschrumpft, begibt man sich in die Höhle des Löwen und erledigt die Walker-Einheit mit ein paar gut platzierten Granaten.

Oder Sie umschleichen das Camp wie ein hungriger Schakal, lokalisieren die verstecken Walker-Einheiten per Fernglas und ordnen gezielte Luftschläge auf eben diese Positionen an - Fall erledigt. Besonders pfiffige Strategen könnten aber auch erst die Laufrouten des Wachpersonals ausspähen, dann einzelnen Patrouillen C4-Sprengstoff an den Rucksack heften, warten bis diese sich den Walker-Einheiten nähern und dann die Zünder aktivieren. Kurz gesagt: Die Liste an Möglichkeiten ist beeindruckend - und letztlich nur durch die Kreativität des Spielers eingeschränkt.

Treue Begleiter

Weil die Komplexität der Missionen im Spielverlauf spürbar ansteigt, geben die Macher Ihnen aber nicht nur jede Menge praktische Gadgets wie Nachtsichtgerät und Sprengstoffe an die Hand, sondern auch zahlreiche Gefährten. Da wäre zum Beispiel D-Horse, ein wahrlich außergewöhnliches Pferd mit hoher Ausdauer und ausgezeichneten Offroad-Fähigkeiten. D-Horse bringt Snake flott von A nach B, kann zusätzliche Personen transportieren und dient - sofern sich Snake links oder rechts am Sattel hängen lässt - sogar als Sichtschutz vor Feinden, die dann von einem umher irrenden Kriegspferd ausgehen.

Oder Sie entscheiden sich für D-Dog. Der Wolfshund läuft Snake im Storyverlauf zu und leistet fortan erstklassige Dienste beim Aufspüren von Feinde in der näheren Umgebung sowie als Kampfkumpan wenn’s hart auf hart kommt. Ferner lockt er Gegner mit seinem Gebell auf falsche Fährten und weist auf Sammelobjekte hin.

Blieben noch D-Walker und Quiet. Bei Erstgenanntem handelt es sich um einen zweibeinigen Mini-Mech, den Snake in einer Pilotenkanzel hockend durchs Terrain manövriert. Dank solider Panzerung, vielseitiger Aufrüstbarkeit und einem kraftvollen Hebearm kann D-Walker sowohl im Kampf als auch bei Infiltrations- und Rettungseinsätzen genutzt werden.

Scharfschützin Quiet hingegen greift lieber aus der Distanz ins Geschehen ein, gibt Feuerschutz, nimmt markierte Ziele aufs Korn und kann sogar von Snake in die Luft geschleuderte Granaten mit Streifschüssen in neue Bahnen lehnen. Aufgrund ihrer übernatürlichen Laufgeschwindigkeit spioniert sie ferner im Rekordtempo Feindbasen aus und verteilt Munitionsnachschub taktisch klug im Einsatzgebiet. Doch Vorsicht: Bringen Sie ihre Sidekicks ständig in Gefahr, verweigern diese irgendwann die Zusammenarbeit.

Was uns gefällt

Abseits von starken Charakteren, wegweisender Technik, einer bewegenden Geschichte und packendem Missionsdesign ist es vor allem die pfiffige KI, die bleibende Eindrücke hinterlässt - einfach, weil sie so glaubhaft reagiert! Löst Snake beispielsweise bei Nacht einen Großalarm in einer Festung aus, gehen plötzlich überall die Suchscheinwerfer an und Patrouillen strömen hektisch mit Taschenlampen ins Feld. Gelingt es ihnen, Snakes Position zu bestimmen, folgen in der Regel Mörsergranaten, MG-Sperrfeuer und teilweise sogar Scharfschützen-, Panzer- und Helikopterbeschuss - Nervenkitzel auf höchstem Niveau! Nicht minder faszinierend: Verteilt Snake durchgehend Kopfschüsse, muss er sich nicht wundern, wenn der Feind bald aufrüstet und Suchtrupps häufiger mit Helm und Schutzwesten herumlaufen.

Richtig Laune macht darüber hinaus die nahtlose Integration der Mother-Base-Heimatbasis in nahezu alle Aspekte des Spiels. Sie wollen bessere Waffen und mehr Gadgets? Dann sollten Sie im Feld möglichst häufig Ingenieure gefangen nehmen. Nach und nach schließen sich diese dann ihrer Sache an und entwickeln – gefundene Baupläne und Sammel-Ressourcen vorausgesetzt – viele neue Spielzeuge für Snake. Bessere Luftaufklärung und zusätzliche Geldquellen gefällig? Dann sollten Sie mehr qualifiziertes Personal auf der Informationspattform beschäftigen und schlagkräftige Söldnertruppe auf Auslandseinsätze schicken. Dass sich die ständig wachsende Basis in 3D erkunden lässt und später sogar als Schauplatz für Nebenmissionen dient, setzt dem Ganzen schließlich die Krone auf.

Was uns nicht gefällt

Der Aufwand, den Konami in die englische Synchronisation gesteckt hat, ist beachtlich. Kiefer Sutherland zum Beispiel - vielen besser bekannt als Jack Bauer aus der Agentenserie "24" - spricht Snake und macht dabei eine hervorragende Figur. Das Problem: Eine deutsche Sprachausgabe sucht man hier vergebens, lediglich sehr gute deutsche Bildschirmtexte sind vorhanden. Das stört umso mehr, weil es sich hierbei um eine Triple-A-Produktion handelt und da ist eine deutsche Synchronisation nun mal Pflicht. Wie’s besser geht, kann sich Konami zum Beispiel bei Bethesda ("Wolfenstein") und Warner ("Batman: Arkham Knight") abschauen.

Negativ fallen zudem die zuweilen sehr weit voneinander entfernten Speicherpunkte auf. Je nach einiger Vorgehensweise muss man in einigen Situationen nach dem Bildschirmtod 20 bis 30 Minuten neu spielen. Eine manuelle Speicherfunktion hätte hier ganz klar Abhilfe geschaffen.

Letztes, aber nur selten vorkommendes Wehwehchen sind kleinere Logiklücken. Warum zum Beispiel guckt die XOF-Spezialeinheit in der Anfangsszene - wenn die denn schon so genau nach Snake sucht - nicht unter alle Krankenhausbetten? In Anbetracht der großartigen Gesamtinszenierung drückt man bei solchen Ungereimtheiten jedoch gern mal ein Auge zu.

Fazit

Intelligente Action und überragendes Leveldesign treffen auf eine cineastisch famos inszenierte Story und akribische Liebe zum Detail: "Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain" ist ein Meilenstein der Videospielgeschichte und wird Fans der Serie nicht zuletzt aufgrund des gigantischen Umfangs von 80 bis 100 Stunden noch viele Jahre in Erinnerung bleiben. Bravo, Hideo Kojima!

Infos zum Spiel

Titel: Metal Gear Solid 5 - The Phantom Pain
Genre: Stealth-Action
Hersteller / Publisher: Konami
Release-Termin: 1. September 2015
Preis: zirka 55 Euro (PC) / zirka 60 Euro (Konsolen)
System: PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren
Wertung: Sehr gut

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